„Mit Haiti an der Hegel-Bar“: Online-Diskussion am 14. Mai

Am 14. Mai diskutieren Vanessa E. Thompson (Frankfurt), Matti Traußneck (Marburg) und Jeanette Ehrmann (Gießen) im Rahmen eines virtuellen Bar-Gesprächs über die Haitianische Revolution und ihren Einfluss auf Hegel, die westliche Philosophie und postkoloniale Diskurse. Die Veranstaltung steht im Kontext eines künstlerischen Forschungsprojektes von Brendel/Schädler/Schäfer und InterAKT Initiative, das den 250. Geburtstag Hegels zum Anlass für eine kritische Befragung seiner Ansichten nimmt. Die Diskussion findet über Zoom statt, den Link gibt es nach erfolgter Anmeldung unter info@mithaitianderhegelbar.de. Einlass ist ab 20 Uhr, Veranstaltungsbeginn um 20.30 Uhr.

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CfP: Hegel-Konferenz „The Crisis of Freedom“ in Frankfurt

Das Erscheinen von Hegels Grundlinien der Philosophie des Rechts wird sich bald zum 200. Mal jähren. Aus diesem Anlass findet vom 14. bis zum 16. Januar 2021 unter dem Titel „The Crisis of Freedom. Hegel’s Elements of the Philosophy of Right after 200 Years“ an der Goethe-Universität in Frankfurt eine internationale Tagung statt, die entlang der Teile des Werkes strukturiert wird. Keynotes halten Karen Ng, Judith Butler, Axel Honneth und Rocío Zambrana. Für Panel zu den Themen ‚Subjectivity and Irony‘, ‚The Family‘, ‚Civil Society‘ und ‚World History: Revolution and Dialectics‘ werden noch Beiträge gesucht. Wissenschaftler*innen aus Philosophie, Rechtswissenschaft, Soziologie, Politikwissenschaft, Geschichte und verwandten Disziplinen sind eingeladen ihre Vorschläge (Abstracts von 500 Worten und eine kurze biographische Notiz) bis zum 1. Juni 2020 an hegelfrankfurt2021@gmail.com zu senden. Alle weiteren Informationen zur Konferenz finden sich under folgenden Link im ausführlichen Call for Papers.

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„Solange eine Universität lebt, lebt sie von ihrem Geist“

Akademischer Philosoph und öffentlicher Intellektueller – im Vortrag anlässlich seines 90. Geburtstages an der Goethe-Universität Frankfurt hat Jürgen Habermas eindrücklich unter Beweis gestellt, dass er beides wie kein anderer in einer Person verkörpert. In der ersten Rolle hielt er einen luziden Vortrag zum Verhältnis von Moralität und Sittlichkeit mit Blick auf die drei Geistesgrößen Kant, Hegel und Marx, um dann in der zweiten Rolle wissenschaftspolitisch klar Stellung zu beziehen: das philosophische Denken sei dann bedroht, wenn Zweckrationalität und Systemzwänge zu den bestimmenden Prämissen der Institution Universität werden.

Zu Beginn seines Vortrags entschuldigte sich Habermas bei all jenen, die gekommen seien, um einen feuilletonistischen Intellektuellen zu erleben – es erwarte sie stattdessen ein fachphilosophischer Vortrag und tagesaktuell werde es allenfalls in den letzten fünf Minuten. Die hatten es dafür umso mehr in sich: direkt an die Präsidentin der Goethe-Universität Frankfurt Prof. Brigitta Wolff gewandt, warnte Habermas davor, das Erbe der Frankfurter Schule zu verspielen. Nur unter entgegenkommenden Bedingungen könne das kritische interdisziplinäre Denken, wie es in Frankfurt eine einzigartige Tradition hat, gedeihen. Pointiert formulierter er: „Eine Universität ist mehr als eine vom Wissenschaftsrat evaluierte Anstalt für Forschung. Solange eine Universität lebt, lebt sie von ihrem Geist.“ (mehr …)

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(K)eine Erzählung. Zu Albrecht Koschorkes „Hegel und Wir“

Lesenotiz zu: Koschorke, Albrecht (2015): Hegel und wir. Frankfurter Adorno-Vorlesungen 2013. Berlin: Suhrkamp.

Wer eine Vorlesung, die den Namen Adornos trägt, hält, stellt sich in eine Tradition, die kritisches Denken als zentrale Aufgabe der Theorie ausweist. Nun dienen die Adorno-Vorlesungen seit ihrer Etablierung im Jahre 2002 nicht als Medium der Exegese seines Werkes und stellen kein pedantisches Klammern an ihren Namensgeber dar. Doch das selbsterklärte Ziel der Vorlesung ist es immerhin, „mit Adorno über Adorno hinaus“ zu denken (Honneth zitiert nach TAZ online), wie Axel Honneth, Direktor des IfS, selbst betont. Damit steht immer auch die Frage nach der Verfasstheit der Gesellschaft und ihrer Kritik im Raum. (mehr …)

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Konferenz: Von der Kooperation zur Korporation (Hagen)

An der FernUniversität Hagen findet vom 17. bis zum 19. September eine Tagung mit dem Titel „Von der Kooperation zur Korporation. Zur Aktualität von Hegels Theorie der bürgerlichen Gesellschaft“ statt. Die Tagung geht der Frage nach, ob und unter welchen Bedingungen die Sphäre des Marktes eine Sphäre der Freiheit und Selbstrealisierung sein kann und neben Hegels Konzept der Korporation werden sozial-, wirtschafts- und politikphilosophische Zugänge zu dessen Werk verhandelt. Das Programm findet ihr hier oder hier als PDF, Anmeldung ist hier möglich.

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CfP: Kooperation zu Korporation (Hagen)

An der Fern-Universität Hagen findet vom 17-19.09.2015 eine Tagung mit dem Titel „Von der Kooperation zur Korporation. Die Gegenwart von Hegels Theorie der bürgerlichen Gesellschaft“ statt. Die Tagung geht der Frage nach, ob und unter welchen Bedingungen die Sphäre des Marktes eine Sphäre der Freiheit und Selbstrealisierung sein kann. Im Mittelpunkt steht dabei Hegels Konzept der Korporation, das dieser als die eigentliche „sittliche Wurzel“ der bürgerlichen Gesellschaft bezeichnet hat und dessen Weiterentwicklungen in den Bereichen der Wirtschaftsphilosophie (Marx, Honneth), der Sozialphilosophie (Durkheim, Maffesoli) und der politischen Philosophie (Gramsci, Streeck). Abstracts (500 Wörter) müssen bis zum 17.05 an Steffen Herrmann ( steffen.herrmann@fernuni-hagen.de) oder Sven Ellmers ( sven.ellmers@uni-oldenburg.de) geschickt werden. Alle Infos finden sich hier in der PDF mit ausführlicher Beschreibung

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Frankfurter Adorno Vorlesung von Albrecht Koschorke: Hegel als Erzähler

Die diesjährige Adorno-Vorlesung wird von Albrecht Koschorke  gehalten und hat das Thema: „Hegel als Erzähler. Die narrative Verfasstheit der europäischen Moderne“. An drei Abenden, vom 26-28. Juni, setzt sich Koschorke mit Narrativität und Geschichtsphilosophie auseinander. De Veranstaltung findet am Campus Bockenheim (Hörsaal IV in der Mertonstr. 17-21) statt und zwar jeweils von 18:30 Uhr bis 20:30 Uhr. Die Vorlesungen sind öffentlich und es bedarf keiner Anmeldung. Das Vorlesungsplakat und einführende Hinweise zur Fragestellung finden sich hier in der PDF.

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Etwas Hegel für den Hedge-Fond, oder: was haben die Korporationen mit der Transaktionssteuer zu tun?

Wird es einer neuen Steuer gelingen, dass die Finanzmärkte (wieder?) der Gesellschaft dienen? Die Debatte um die Finanz-Transaktionssteuer ist wieder da, auch wenn der Gegenwind von Seiten der Ökonomie heftig bläst. „Wenn man die Finanzmärkte irgendwie in den Griff kriegen will, dann muss man sie regulieren und nicht besteuern“, äußerte zum Beispiel Thomas Straubhaar vor einiger Zeit. Allerdings ist auch eine Steuer eine Form von Regulierung. Sie verändert Anreize, indem sie bestimmte Handlungsoptionen verteuert. Straubhaars eigener Vorschlag, großen Banken höheres Eigenkapital abzuverlangen, verändert andere Kosten, an anderer Stelle. Die Stellschrauben im Rahmenwerk der Finanzmärkte sollen verändert werden – der Streit geht darum, welche Schrauben am effektivsten sind. (mehr …)

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Konferenz zum Deutschen Idealismus

Eine hochkarätig besetzte Konferenz an der Freien Universität Berlin befragt die Aktualität von Kant, Hegel, Schelling, Herder und anderen Philosophen des Deutschen Idealismus. Im Mittelpunkt der Tagung (24.-27.5.2012) stehen zwar ästhetische Fragen, da der Idealismus aber bekanntlich durch seinen Systemcharakter charakterisiert ist – es wurden ethische, logische, metaphysische, religionsphilosophische, politische und anthropologische Fragen gestellt und miteinander in Beziehung gesetzt – sind auch die ästhetischen Überlegungen natürlich nicht isoliert zu betrachten. Zu den Keynote-Speakers gehören Thierry de Duve, David Carr, Howard Caygill, David Wellbery, Mladen Dolar und James Conant. (mehr …)

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Honneth-Lesekreis (2): Nicht Additiv, sondern Medium von Freiheit: Honneths Rekonstruktion der Hegelschen Sittlichkeitsidee

Teil III (Die soziale Freiheit und ihre Sittlichkeitslehre) und Übergang (Die Idee der demokratischen Sittlichkeit) (S. 81-126)

»Das Rechtliche und das Moralische kann nicht für sich existieren, und sie müssen das Sittliche zum Träger und zur Grundlage haben […] [D]as Recht existiert nur als Zweig eines Ganzen, als sich anrankende Pflanze eines an und für sich festen Baumes.«

Mit diesen Worten beschließt Hegel in der Rechtsphilosophie (§ 141 Z) seine Darstellung des abstrakten Rechts und der Moralität. Als Leitprämisse könnte die Aussage zu Beginn wie auch am Ende des Abschnittes zur sozialen Freiheit stehen, geht es Honneth hier doch darum, den grundlegenderen Charakter des komplexesten Modells von Freiheit (vgl. 42f) aufzuweisen. Diesen wirft er Hegel folgend vor, die „sozialen Bedingungen, die die Ausübung der jeweils gemeinten Freiheit erst ermöglichen würden, [nicht] selbst schon als Bestandteile von Freiheit“ zu deuten, mithin die „gesellschaftlichen Realisierungschancen“ (79) auszublenden. Honneth erhebt den Vorwurf der Institutionenvergessenheit und hält fest, dass die objektive Wirklichkeit einem solchen Verständnis folgend von den selbstbestimmt Handelnden „als vollständig heteronom begriffen werden muß“ (83). Auf dieses Motiv kommt Honneth im Folgenden immer wieder zurück. (mehr …)

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