Hannah Arendt

Debatte

Von der siegreichen Sache und den Menschen. Hannah Arendt zum 40. Todestag

Victrix causa diis placuit, sed victa Catoni. Dies ist eines von zwei Zitaten, das man nach Hannah Arendts Tod auf einem in ihrer Schreibmaschine eingespannten Blatt Papier fand. Hannah Arendt erlitt am 4. Dezember 1975 in ihrer New Yorker Wohnung einen Herzinfarkt, ihren zweiten, und verstarb im Alter von 69 Jahren.

Bei dem eingespannten Blatt Papier handelte es sich um das Titelblatt zum dritten und letzten Teil ihres Werkes „The Life of the Mind“ (dt. Vom Leben des Geistes). Der Teil ist überschrieben mit „Judging“ (Urteilen) und sollte nach den Büchern über das Denken und das Wollen den Abschluss ihrer Trilogie über die geistigen Tätigkeitsweisen des Menschen darstellen. Abgesehen von einigen Notizen und dem Manuskript ihrer 1970 gehaltenen Vorlesung über Kants Kritik der Urteilskraft wissen wir heute nicht, welche Ausführungen Arendt hätte machen wollen. Was wir hingegen wissen, ist, dass Arendt der Urteilskraft eine zentrale Stellung zugedacht hat. Von der Kultivierung der Urteilskraft erhoffte sich Arendt nichts weniger als dass sie dem Menschen in der „riskanten Moderne“ (Nolte) Orientierung stiften und ein Zusammenleben ermöglichen möge. …

Alte Veranstaltungen und CfP

Konferenz: Hannah Arendt – 40 Jahre später (Paris)

Am 03. und 04. Dezember findet in Paris eine Konferenz anlässlich des 40sten Todestages von Hannah Arendt statt. Am ersten Tag gibt es einen Roundtable, in dem unterschiedlichen Rezeptionsdiskursen nachgegangen wird (Dana Villa für die USA, Carole Widmaier für Frankreich, Christian Volk für Deutschland). Der zweite Tag geht verschiedenen Aspekten der heutigen Arendt-Rezeption nach (von den Räten über die Depolitisierung bis zum Feminismus). Zudem wird der Arendt-Film von Margarethte von Trottas (Trailer, unsere Besprechung) gezeigt. Alle Infos findet ihr hier im Programm der Konferenz.

Alte Veranstaltungen und CfP

Tagung: Neue Bürgerbewegungen – neue Politik (Stuttgart)

In Stuttgart wird anlässlich der Gründung des Hannah-Arendt Instituts für politische Gegenwartsfragen eine Konferenz mit dem Titel „Neue Bürgerbewegungen – Neue Politik?“ abgehalten. Es gibt Vorträge von Christian Volk (Politisierung durch Protest) und Winfried Thaa (Politisches Handeln. Warum Arendt und nicht Marx?“), sowie mehrere Arbeitsgruppen etwa zu sozialen Bewegungen, Widerstand oder linkem Populismus. Alle Infos zur Tagung finden sich hier auf dem Flyer, ein Tagungsbeitrag von 25 Euro ist für jene zu entrichten, die es sich leisten können.

Alte Veranstaltungen und CfP

13.-14.11.2015, Tagung LMU München: Der Totalitarismus und die Abgründe der Moderne. Zur Aktualität eines Disputs zwischen Hannah Arendt und Eric Voegelin

Vom 13.-14. November 2015 veranstalten an der LMU München das Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung an der TU Dresden und das Voegelin-Zentrum am Geschwister-Scholl-Institut der LMU München eine Tagung zum Thema „Der Totalitarismus und die Abgründe der Moderne. Zur Aktualität eines Disputs zwischen Hannah Arendt und Eric Voegelin“. …

Alte Veranstaltungen und CfP, Debatte

„Kritik und Gewalt“. Bericht über den Hannah-Arendt-Workshop in Trier (4./5. Juni 2015)

Dass der Arendtsche Machtbegriff mit jedweder Form von Gewalt unversöhnbar ist, darf in der Forschung als common sense gelten. Dass es zu dem Gegensatz von Macht und Gewalt im Denken Hannah Arendts trotzdem noch Vieles zu sagen gibt, stellte sich beim diesjährigen Hannah-Arendt-Workshop in Trier (4.-5. Juni 2015) heraus, zu dem Christian Volk und Ole Meinefeld unter der Überschrift Kritik und Gewalt geladen hatten. …

Alte Veranstaltungen und CfP

Für Kurzentschlossene: Arendt-Workshop am 4./5. Juni in Trier

Am 04. und 05. Juni findet in Trier der in diesem Jahr von Christian Volk und Ole Meinefeld organisierte Hannah-Arendt-Workshop statt. Zum Themenschwerpunkt „Kritik und Gewalt“ werden unter anderem Wolfgang Heuer, Waltraud Meints-Stender und Hans-Jörg Sigwart vortragen. Wer teilnehmen möchte, kann sich gerne noch kurzfristig per Email an o.meinefeld@gmail.com anmelden. Hier gibt es das vollständige Workshop-Programm.

Alte Veranstaltungen und CfP

CfP: Hannah Arendt, Recht und Gesetz

HannahArendt.net hat einen CfP für das Thema „Recht und Gesetz“ veröffentlicht. Die Webseite/Journal veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Schwerpunktthemen und diesmal wird nach Verrechtlichung und Politisierung, Menschenrechten, Souveränität und dem Zusammenhang von Nomos und Polis gefragt. Die Beiträge können in deutsch oder englisch verfasst sein und müssen bis August/September vorliegen. Alle Infos zu Einreichung, Format und Thema findet ihr hier.

Debatte

Mehr Arendt wagen: Ja, aber…

Unter der Überschrift »Wir wollen mehr Hannah Arendt wagen« hat Christine Landfried gestern am 4. Februar im Feuilleton der FAZ einen Artikel (derzeit hinter Paywall) veröffentlicht. In diesem wird unter Berufung auf Hannah Arendt eine Reform der Europäischen Union vorgeschlagen. Da ich mich in meiner Dissertation »Republikanismus und die Europäische Union« genau mit dieser Konstellation beschäftigt habe, möchte ich an dieser Stelle einige Anmerkungen zum Argument Landfrieds machen. Mein Einwand ist, dass der Versuch, eine politiktheoretische Perspektiven in den öffentlichen Europadiskurs einzubringen, zwar absolut begrüßenswert ist, die Art aber, wie Landfried mit Arendt als Blaupause und Legitimierungsinstanz umgeht, der analytischen Schärfe sowie den Intentionen von deren Denken gerade nicht gerecht wird. …

Alte Veranstaltungen und CfP

CfA: Sommerkurs „Democracy and Diversity“ der New School

Kurzentschlossene können sich noch bis Montag (8. April) für das diesjährige  „Democracy & Diversity Institute“ bewerben – einen 16-tägigen Sommerkurs, der von dem Transregional Center for Democratic Studies (TCDS) der New School for Social Research veranstaltet wird. Der Kurs findet vom 10. bis 26. Juli auf dem Sommercampus der New School in Wroclaw, Polen statt. Das Programm umfasst vier thematische Seminare, darunter eines mit Richard J. Bernstein zu Hannah Arendt. Infos zu Programm, Kosten und Bewerbungsverfahren gibts auf dieser Website.

Debatte

„Methode dieser Arbeit: literarische Montage“ – Walter Benjamins Leben und Denken dokumentiert

Am 23. Januar diesen Jahres zeigte der Fernsehsender Arte David Wittenbergs Dokumentation „Geschichten der Freundschaft – Zur Erinnerung Walter Benjamins“ (in vier Teilen auch auf YouTube zu sehen). Das Denken Benjamins ist in die Form dieser Reminiszenz eingegangen. Die Auseinandersetzung mit ihr erschließt nicht nur Benjamins theoretische Arbeit, sondern kann ebenso das Medium der Dokumentation als spezifisch filmisches Material thematisieren. Dessen Besprechung hat, was oft vergessen wird, anderen Anforderungen zu genügen als diejenige wissenschaftlicher Abhandlungen. …

Debatte

Hannah Arendt: Politisches Denken auf der Leinwand

Kann man politisches Denken verfilmen? Als ich zum Kinostart von Margarethe von Trottas Film über Hannah Arendt in einem Interview mit der Regisseurin las, sie habe nicht einfach das Leben der politischen Theoretikerin verfilmen, sondern ihr Denken auf die Leinwand bringen wollen, habe ich mich gefragt, ob das überhaupt gelingen kann: Theorie zu verfilmen. Nicht ohne Grund sind Darstellungen von Philosophen in der Filmgeschichte überaus selten. Wer kennt schon „Flucht ins Exil“ (1978) über Rousseau? Dann gibt es noch „Iris“ (2001) über Iris Murdoch, doch erzählt der Film eher die Geschichte ihrer Alzheimererkrankung. Sergei Eisenstein scheiterte grandios bei dem Versuch, „Das Kapital“ zu verfilmen (wie bei Alexander Kluge zu erfahren) und auf eine cineastische Würdigung von Rawls oder Habermas werden wir wohl ewig warten müssen. Doch ganz im Ernst: Von Trotta ist es überraschend gut, streckenweise gar meisterhaft gelungen, Arendts Denken in die Sprache des Films zu übersetzen (I). Zwei Kritikpunkte an der Darstellung dieses Denkens möchte ich dennoch formulieren (II). …

Nach oben scrollen