Die Anarchistische Hochschulgruppe Leipzig veranstaltet vom 19. bis 22. März 2026 eine Tagung zu anarchistischen Studien. Ausgehend von der Annahme, dass Theorien ein wesentlicher Bestandteil der anarchistischen Studien sind, widmet sich die Tagung dem komplexen Wechselverhältnis zwischen anarchistischer Tradition, Theorie und Praxis. Die Tagung hat sich zum Ziel gesetzt anarchistische Studien im deutschsprachigen Raum sichtbar zu machen und zur weiteren Vernetzung beizutragen. Im Fokus stehen dabei Fragen nach Begriffen, Abgrenzungen und Anschlussstellen: Welche Schlüsselkonzepte prägen anarchistisches Denken – und wie lassen sie sich gemeinsam weiterentwickeln? Wie verhalten sich anarchistische Theorien zu benachbarten Ansätzen wie Feminismus, Marxismus, Kritischer Theorie oder Postkolonialismus? In welchen wissenschaftlichen Feldern finden anarchistische Perspektiven bereits statt – und wo könnten sie neue Impulse setzen?
Feministische Theorie
CfP: Theorien und Politiken der Zeit (Femina Politica)
Für ihr im nächsten Jahr erscheinendes Special Issue zum Thema „Theorien und Politiken der Zeit“ ist die Femina Politica. Zeitschrift für feministische Politikwissenschaft auf der Suche nach Beiträgen. Das Special Issue widmet sich dem Thema Zeit und Politik aus einer feministisch-politikwissenschaftlichen Perspektive im Kontext wachsender sozialer und ökonomischer Ungleichheit und multipler Krisen. Der Fokus liegt auf den theoretischen Grundlagen von Zeit, Politik und Geschlecht sowie auf den Bedingungen und Folgen von Zeitpolitiken aus feministischer Perspektive. Eingeladen sind theoretische, konzeptionelle und empirische Beiträge. Mögliche thematische Schwerpunkte sind feministische zeittheoretische und zeitpolitische Perspektiven auf soziale und/oder ökologische Re_Produktionsprozesse, Sorgeverhältnisse, Partizipation und Demokratie, Kolonialität, Ableismus, Heteronormativität, Zeit und Raum oder widerständige feministische Praktiken.
Der Schwerpunkt wird bereut von Friederike Beier und Hanna Völkle. Sie bitten um die Zusendung von ein- bis zweiseitige Abstracts per Mail. Einsendeschluss ist der 30. November 2025. Weitere Informationen finden sich im ausführlichen Call.
Workshop CfP: „Is that so? Truth and Falsity in Feminist Epistemologies“ (Freiburg)
Vom 6. bis 7. August 2025 wird in Freiburg ein Workshop zum Thema „Is that so? Truth and Falsity in Feminist Epistemologies“ stattfinden.
Dieser wird sich dem in der feministischen Erkenntnistheorie bisher wenig beachteten Begriff der Wahrheit zuwenden. Gesucht sind dafür Beiträge, die sich auf die Suche begeben nach feministischen Bemühungen Wahrheitstheorien neu zu (re-)formulieren oder auch Argumente für oder gegen die Beibehaltung oder Aufgabe des Konzepts zu finden. Mögliche Fragekomplexe können dabei sein: Sollte die feministische Erkenntnistheorie die „Wahrheit“ theoretisieren? Oder können sich feministische Erkenntnistheoretikerinnen auf Standardtheorien der Wahrheit von außerhalb des Feldes verlassen? (Wie) Ist Wahrheit geschlechtsspezifisch? Wie könnte eine nicht-souveräne Re-Konzeptualisierung von Wahrheit aussehen? Welche Theorie(n) der Wahrheit sind für feministische Erkenntnistheorien besonders (un)hilfreich?
Weitere Informationen zum Call sind hier zu finden.
CfA: WiMi-Stelle in Bremen (PostDoc, 3 Jahre, 100%)
Am Institut für Interkulturelle und Internationale Studien (InIIS) der Universität Bremen ist frühestens zum 1. März 2025 eine Stelle als Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in (Postdoc, 100%, 3 Jahre, TV-L E 13) zu besetzen. Zu den Aufgaben gehören neben Lehre (4 SWS) und Mitwirkung an der universitären Selbstverwaltung eine aktive Forschungstätigkeit und die Weiterqualifikation mit dem Ziel der Habilitation im Bereich der Politischen Theorie. Voraussetzungen sind entsprechend ein abgeschlossenes Hochschulstudium und eine abgeschlossene Promotion sowie ein eigenständiges Forschungsprofil in der Politischen Theorie. Erwünscht ist ein Schwerpunkt in feministischer Theorie, Queer Theory, postkolonialer Theorie oder Politischer Theorie des globalen Südens. Weitere Informationen und detaillierte Anforderungen finden sich in der vollständigen Ausschreibung, die unter diesem Link online verfügbar ist. Fragen beantwortet Martin Nonhoff. Die Bewerbungsfrist ist der 1.12.2024.
Veranstaltungsreihe: „Zur Aktualität Materialistischer Feminismen“
Von Februar bis Juli 2022 findet unter dem Titel „Zur Aktualität Materialistischer Feminismen“ eine vom Forum Kritischer Wissenschaften an der Universität Frankfurt organisierte Vortrags- und Workshopreihe statt. Die Reihe wird anhand zeitgenössischer Ansätze die Frage verhandeln, was eine materialistisch-feministische Perspektive zur Erschließung der Gegenwart beitragen kann. Die meisten Veranstaltungen finden online statt. Los geht es schon morgen (17. Februar) um 18:00 Uhr mit einem Vortrag von Lisa Haller. Genauere Infos zur Veranstaltungsreihe und alle weiteren Termine können dem Flyer entnommen werden, die Website enthält auch die Zugänge zu den Online-Veranstaltungen.
CfP: Workshop „Supererogation: Feministische Perspektiven“ (Berlin)
Am 16. und 17. September 2022 findet im Anschluss an den GAP-Kongress an der Humboldt-Universität zu Berlin ein Satellitenworkshop zum Thema „Supererogation: Feministische Perspektiven“ statt. Der Workshop möchte die philosophische Debatte über Handlungen, die moralisch wertvoll aber nicht geboten sind und als freiwillige Mehrleistung oder sogar als Heroismus verstanden werden, um feministische Analyseperspektiven bereichern. Die Organisatorinnen Katharina Naumann (Magdeburg), Marie-Luise Raters (Potsdam) und Karoline Reinhardt (Tübingen) freuen sich über Vortragsvorschläge im Umfang von max. 500 Wörtern – insbesondere von Nachwuchswissenschaftler*innen. Die Frist für Einreichungen ist der 30. April 2022 (an: karoline.reinhardt@uni-tuebingen.de). Die Organisatorinnen bemühen sich derzeit um eine Finanzierung der Reise- und Übernachtungskosten für Vortragende, die über keine anderweitigen institutionellen Förderungsmöglichkeiten verfügen. Den Call for Papers mit genaueren Infos zum Workshop gibt es hier.
–UPDATE: Die Deadline für Einreichungen ist auf den 15. Mai verlängert worden. Als Vorträge zugesagt sind mittlerweile Hilge Landweer (Berlin), Corinna Mieth (Bochum) und Amelie Stuart (Erfurt). Auch werden Reise- und Unterkunftskosten übernommen werden können, für alle, die über keine anderweitigen Förderungsmöglichkeiten verfügen —
Von einer Ethik zu einer Politik der Sorge
In der politischen Theorie wird der Sorgebegriff eher stiefmütterlich behandelt. Dies entspricht jedoch keineswegs seiner Rolle in der Philosophie. Dort kommt ihm schon seit der Antike eine zentrale Bedeutung zu (z. B. bei Sokrates oder in der Stoa), die im 20. Jahrhundert etwa von Martin Heidegger und Michel Foucault mit je eigener Stoßrichtung aufgegriffen und den Bedingungen der Moderne angepasst wurde. Die Sorgebegriffe der beiden und ihre produktive Aneignung sind seitdem wichtig für die moral- und sozialphilosophische Debatte. Der Grund, warum die politische Theorie nur zögerlich auf die hier angelegte Ressource zurückgreift, liegt wohl darin begründet, dass das Verständnis von Sorge bei beiden auf das einzelne Subjekt fokussiert ist und die relationale Dimension eine eher untergeordnete Rolle spielt. Erst die feministische Ethik rückt das spezifisch interpersonale und subjektkonstitutive Moment von Sorgebeziehungen in den Vordergrund und zeigt auf, dass menschliche Freiheit und Individualität durch sorgende Andere überhaupt erst ermöglicht wird. Diese Einsicht gilt es auch stärker für die Relevanz von Sorge und Interdependenz im politischen Denken fruchtbar zu machen.
Debatte: Sorge
Liebe Leser*innen!
in unserem vierten Call for Blogposts haben wir – nach Calls zu den Begriffen „Heimat“ (2018), „Solidarität“ (2019) und „Neuanfang“ (2020) – zu Beiträgen zum Thema „Sorge“ aufgerufen und dabei nach politischen bzw. politiktheoretischen oder politikphilosophischen Bedeutungen dieses Begriffs gefragt.
Auch in diesem Jahr war das Interesse groß und uns haben viele spannende Texte erreicht. Ein erster Dank geht deshalb zunächst an alle, die einen Text eingereicht haben.
In den nächsten drei Wochen veröffentlichen wir nun eine facettenreiche Auswahl von Beiträgen, die Begriff und Idee der Sorge aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Dabei werden unterschiedliche Dimensionen der Sorge und des Sorgens herausgearbeitet und hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Politik bzw. das Politische diskutiert.
Pro Woche erscheinen zwischen Dienstag und Donnerstag zwei bzw. drei Texte. Los geht es diese Woche mit zwei grundlegenden, aber doch ganz unterschiedlichen Beiträgen von Regina Schidel zu einer Politik der Sorge und Benjamin Ewert zu Für-, Nach- und Vorsorge im Sozialstaat. Woche Zwei rückt die Idee der „Sorge um die Seele“ (Leonhard Riep) bzw. der Selbstsorge (Manuel Schulz) in den Fokus. Woche Drei schließlich wendet sich praktischen Fragen rund um Sorge und Sorgen zu – mit Beiträgen zu Sorge und Aktivismus (Liza Mattutat), Sorge als lustvoller Praxis (Feline Tecklenburg) und Sorge und Widerstand (Jasmin Behrends).
Alle Beiträge werden wir bei Erscheinen hier – nach dem Klick – verlinken, so dass dieser Post auch als Übersicht über die Debatte dient.
Alle Leser*innen und Beiträger*innen laden wir an dieser Stelle herzlich ein, in den Kommentarspalten aktiv mitzudiskutieren. Wie immer sind alle Meinungen, Kritik, Ergänzungen und Perspektiven willkommen, damit wir gemeinsam eine möglichst lebendige und vielfältige Debatte erleben.
Call for Blogposts: Sorge
Nach der positiven Resonanz der vergangenen drei Jahre schreibt der Theorieblog diesen Sommer zum dritten Mal einen Call for Blogposts aus. Nach „Heimat“ (2018), „Solidarität“ (2019) und „Neuanfang“ (2020) freuen wir uns in diesem Jahr über eure Ideen und Beiträge zum Thema „Sorge“.
Wir leben in einer Zeit der Sorge: Seit 2019 bringen Fridays for Future mit großer Kraftanstrengung die Vulnerabilität des Klimas und damit die Dringlichkeit von entsprechenden Klimaschutzmaßnahmen in die Mitte des öffentlichen Bewusstseins. Mit der seit 2020 andauernden COVID-19-Pandemie rücken nun zahlreiche weitere Bereiche in den Fokus: Deutlich wird die chronische materielle wie personelle Unterversorgung der Pflege von Alten und Kranken – gleiches gilt zunehmend auch für Kindergärten und Schulen. Auch die teilweise höchst zermürbende Situation von Familien zwischen Erwerbs- und Reproduktionsarbeit erhält in der Krise deutlich mehr Aufmerksamkeit: Klagen, die eine Ökonomisierung der Familien-, Pflege- und Gesundheitspolitik schon seit einigen Jahren anprangern, mischen sich nun vermehrt mit breiten gesellschaftlichen Sorgen.
Digitale Vortragsreihe: „Feminist Futures for Hard Times“
Der Lehrbereich Politische Wissenschaft am Institut für Kulturwissenschaft der Universität Koblenz-Landau lädt in diesem Sommersemester zu einer digitalen Vortragsreihe mit dem Titel „Feminist futures for hard times“ ein. Auftakt ist am 11. Mai (18.15 Uhr). Eine Übersicht über das Programm gibt es im PDF, eine ausführlichere Beschreibung auf der Website des Lehrbereichs. Die Vorträge finden über Zoom statt und die Zugangsdaten erhalten Interessierte nach erfolgter Anmeldung (polwiss-fb2@uni-koblenz.de).
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