Vortragsreihe „Rechtskritik als Gesellschaftstheorie“ (Berlin)

In der Vortragsreihe „Rechtskritik als Gesellschaftstheorie“ am Arbeitsbereich Politik und Recht an der FU Berlin finden in diesem Semester zwei Vorträge statt. Der erste steht in dieser Woche an: Am 13. Juni spricht Sophie Loidolt zu „Hannah Arends Phänomenologie der Pluralität“. Am 2. Juli hält Ulrich K. Preuß einen Vortrag über „Die staatliche Neuordnung Europas durch die Pariser Friedenskonferenz 1919: Das Selbstbestimmungsrecht der Völker“. Beide Vorträge finden von 18 bis 20 Uhr im Hörsaal A des Otto-Suhr-Instituts für Politikwissenschaft statt. Weitere Infos zu den Vorträgen sowie zu der Vortragsreihe gibt es hier.

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Europawahl 2019: Entscheidungen über die institutionelle Architektur der EU?!

Diesmal genügt es nicht, nur auf eine bessere Zukunft zu hoffen.
Diesmal müssen wir alle Verantwortung übernehmen.

So lautet die Einleitung zur Kampagne „Diesmal wähle ich“, mit der das Europäische Parlament zur Europawahl vom 23. bis zum 26. Mai 2019 aufruft. Das Video der Kampagne, in der Neugeborene die Hauptrollen spielen, endet mit der Aufforderung: „Choose the Europe you want me to grow up in.” Die Europawahl 2019 wird hier und auch in der weiteren Diskussion als Schicksalswahl für die EU präsentiert.

Dem entspricht einerseits der Eindruck, dass inhaltliche Entscheidungen auf europäischer Ebene – von Klimaschutz über Steuergesetzgebung bis Außenpolitik – aktuell stärker im Fokus stehen als bei früheren Europawahlen. Andererseits ist das grundsätzliche Bekenntnis für oder gegen die EU prominent in den Europawahlprogrammen präsent. Fragen und Antworten zur institutionellen Architektur der EU, die über ein einfaches Ja oder Nein zur europäischen Integration hinausgehen, nehmen allerdings in der Diskussion oft eine nachgeordnete Position ein. Wie die unterschiedlichen Elemente der europäischen Mehrebenenordnung voneinander abhängen und zusammenspielen (sollen), bleibt meist vage

Die Europawahl ist ein Anlass und Schauplatz für Auseinandersetzungen über europäische Politik und die EU. In der Wahl selbst kulminieren aber auch eine Reihe von Spannungslinien zwischen zwischenstaatlichen, transnationalen und supranationalen Ordnungslogiken. Sie beruhen auf unterschiedlichen Verständnissen demokratischer Legitimation, insbesondere der Unionsbürgerschaft, und prägen die Rollen sowie die Verhältnisse der europäischen Institutionen zueinander. Die damit verbundenen Fragen der institutionellen Architektur stellen sich vor allem bei Änderungen der EU-Verträge. Gerade weil die unterschiedlichen Ordnungslogiken der EU bei der Europawahl aufeinandertreffen, wird ihre Balance aber auch durch die anstehenden Entscheidungen beeinflusst. (mehr …)

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Drei Stellen am Centre Marc Bloch, Berlin

Am deutsch-französischen Forschungszentrum Centre Marc Bloch in Berlin sind derzeit drei unterschiedliche Stellen ausgeschrieben.
Zur Vorbereitung eines kollektiven und interdisziplinären Forschungsprojektes, das sich mit den wirtschaftlichen Dynamiken der Globalisierung Europas und den sich daraus ergebenden politischen und sozialen Problemen und Konfliktfeldern befassen soll:
(1) eine BMBF-finanzierte Stelle als wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in – ab 1. Mai 2019, Vollzeit, zunächst auf 3 Jahre befristet, EG 13 TV-L – und
(2) eine Stelle als wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in – zunächst befristet von 1. Mai 2019 bis 30. April 2020, Vollzeit, EG 13 TV-L.
Beide Stellen sind für Promovierte aller Sozial- und Geisteswissenschaften offen. Voraussetzungen sind darüber hinaus u.a. Fähigkeiten zum eigenverantwortlichen Arbeiten, Organisations- und Teamfähigkeit sowie Kenntnisse der deutschen und französischen Sprachen. Bewerbungsfrist für beide Stellen ist der 1. April 2019. Die Ausschreibung für diese Stellen findet sich hier.

(3) Darüber hinaus ist eine Doktorandenstelle (0,65%, EG 13 TV-L) ausgeschrieben, die zunächst ab 1. Mai 2019 auf 12 Monate befristet ist, aber zweimal um jeweils ein Jahr verlängert werden kann. Das geplante Promotionsvorhaben soll sich in einen der Forschungsschwerpuntke des CMB – 1. Staat, Recht und politischer Konflikt, 2. Mobilität, Migration und räumliche Neuordnung, 3. Dynamiken und Erfahrungen der Globalisierung und 4. Kritisches Denken im Plural – einfügen und auch hier sind neben einem abgeschlossenen Master-Studium (oder Äquivalent) gute Kenntnisse des Deutschen und Französischen vorausgesetzt. Bewerbungsfirst ist ebenfalls der 1. April 2019. Die Ausschreibung für die Doktorandenstelle findet sich hier.

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Zur Notwendigkeit eines europäischen Patriotismus – Interview mit Philippe van Parijs

Philippe van ParijsDas sechzigjährige Jubiläum der Römische Verträge hinter sich, die Brexit-Verhandlungen vor sich: Das europäische Projekt sieht einer ungewissen Zukunft entgegen. Im Gespräch mit Julian Culp äußert sich Philippe van Parijs zu den Errungenschaften der Integration, dem Aufkommen nationalistischer und pro-europäischer Bewegungen, einem europäischen Grundeinkommen sowie der Kompatibilität von nationalem und europäischem Patriotismus. (mehr …)

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CfP: Culture, Practice and European Policy (Flensburg)

Die noch recht junge, halbjährlich erscheinende und begutachtete Flensburger Zeitschrift Culture, Practice and European Policy (CPEP) heißt Eingaben zu sozialen und politischen Prozessen und Entwicklungen in Europa bzw. zu Themen der Europäisierung willkommen. Gesucht werden forschungsbasierte Aufsätze, aber auch Essays, Vorträge oder Forschungsberichte in den Bereichen von Wirtschaft und Bildung, interkultureller Begegnung und Kommunikation, Migration, sozialer Ungleichheit oder Wohlfahrt etc. Alle methodischen Perspektiven, also auch theoretische Beiträge, sind willkommen. Der komplette Call findet sich hier.

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Towards a New Multiculturalism? Workshop und Vortrag mit Charles Taylor (Jena)

Ulf Bohmann und Paul Sörensen veranstalten am 30. Mai einen Workshop mit Charles Taylor in Jena. Die Veranstaltung verspricht spannend zu werden: Angesichts der aktuellen politischen Situation wird Taylor Thesen zur Flüchtlingsfrage, zur Krise des Westens und zu einem neuen Multikulturalismus formulieren, die auf dem Workshop diskutiert werden. Die Veranstaltung endet mit einem Abendvortrag von Taylor zum Thema: „Democracy and Diversity – a Western Crisis“. Hier geht es zur Website und hier direkt zum Programm.

 

 

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Krieg und Frieden. Mit Kant gegen den islamischen Extremismus (Erster Teil: Das Staatsrecht)

Dieser Text entstand ursprünglich in Reaktion auf die Pariser Terroranschläge vom 13. November 2015. Die Anschläge in Brüssel am 22. März 2016 unterstreichen in schmerzlicher Weise die Dringlichkeit der darin aufgeworfenen Fragen. In Zeiten der Stabilität fristet die Rechtsphilosophie eher ein Schattendasein. Sie erscheint als Magd, die der mit staatlicher Macht ausgestatteten Juristerei die Schleppe nachträgt. Doch in Krisenzeiten, wenn das überkommene positive Recht durch veränderte Realitäten fundamental herausgefordert, ja prekär wird, erwacht das fast vergessene Bedürfnis nach einem Anker im Strom der Zeit. In der Krise zeigt sich, dass die Philosophie ihrer vermeintlichen Herrin tatsächlich die Fackel voranträgt. Die Bedeutung der Rechtsphilosophie im Verhältnis zur positiven Rechtswissenschaft liegt in ihrem Gegenstand und Erkenntnisinteresse, ihrer Freiheit und gleichzeitigen Rückgebundenheit an das empirische Recht. Sie soll – von staatlicher Aufsicht unbehelligt – den Begriff von Recht (und Unrecht) überhaupt und allgemein gültige Grundsätze für die Gesetzgebung aufstellen. Sie ist Kritik (oder Affirmation) des bestehenden und Triebmotor des zukünftigen Rechts.

Immanuel Kants Rechtsphilosophie (Metaphysik der Rechtslehre/Naturrecht), die er als Teil der praktischen Philosophie betrachtete, ist mehr als 220 Jahre alt und doch immer noch eine gute Richtschnur, um die Probleme gegenwärtiger Krisenzeiten zu durchdenken. Das gilt für aktuelle Fragen von Migration und Asyl wie auch für die Auseinandersetzung mit dem islamischen Extremismus. In diesem ersten Teil widme ich mich Aspekten seines Staatsrechts. (mehr …)

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Hamburger Vortragsreihe zur Krise Europas

In diesem Sommersemester findet an der Uni Hamburg die Vortragsreihe „European Crisis in Global Perspective – Local Changes and Global Development“ statt. Die Reihe beginnt am 14. April mit einem Vortrag von Arshin Adib-Moghaddam zum Thema „Islam and the West: The Clash that never was“. Veranstaltungsbegleitend wird getwittert: #UHHPoWiLectures. Hier geht’s zum Programm.

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(K)eine Erzählung. Zu Albrecht Koschorkes „Hegel und Wir“

Lesenotiz zu: Koschorke, Albrecht (2015): Hegel und wir. Frankfurter Adorno-Vorlesungen 2013. Berlin: Suhrkamp.

Wer eine Vorlesung, die den Namen Adornos trägt, hält, stellt sich in eine Tradition, die kritisches Denken als zentrale Aufgabe der Theorie ausweist. Nun dienen die Adorno-Vorlesungen seit ihrer Etablierung im Jahre 2002 nicht als Medium der Exegese seines Werkes und stellen kein pedantisches Klammern an ihren Namensgeber dar. Doch das selbsterklärte Ziel der Vorlesung ist es immerhin, „mit Adorno über Adorno hinaus“ zu denken (Honneth zitiert nach TAZ online), wie Axel Honneth, Direktor des IfS, selbst betont. Damit steht immer auch die Frage nach der Verfasstheit der Gesellschaft und ihrer Kritik im Raum. (mehr …)

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