CfP Sammelband zu „Realitätsvervielfachungen“

Für Band 16 der Beiträge zur Rechts-, Gesellschafts- und Kulturkritik (vormals Salecina-Beiträge zur Gesellschafts- und Kulturkritik) suchen Malte Gruber (Justus-Liebig-Universität Gießen) und Jan Maatz Beiträge zum Thema „Realitätsvervielfachungen – Übertritt in neue Welten aus gesellschaftstheoretischer Perspektive“. Angelehnt an Nietzsches Überlegungen zum Ursprung der Metaphysik fragen die Herausgeber nach Beiträgen, die sich mit den Auswirkungen der Digitalisierung beschäftigen: Wie schaffen diese neue oder parallele Welten und wie sind dieses zu deuten? Wie wirken sich die Veränderungen in einer Realität auf die andere aus? Ziel des Vorhabens ist es, über die Vervielfachungen der Realitäten, den Übertritt und die aus diesem Grenzgang gewonnenen Erkenntnissen sowie ihre Übersetzung in die „erste reale Welt“ nachzudenken. Deadline für Einsendungen ist der 31.12.2025. Detaillierte Infos finden sich im ausführlichen Call.

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Öffentlichkeit – begrifflich bestimmt und empirisch beobachtet (Tagungsbericht zur Frühjahrstagung in Erfurt)

Der Begriff der Öffentlichkeit ist vieldeutig und komplex. Bereits der Versuch der englischsprachigen Übersetzung (public sphere, publicity, the public) verweist auf seine vielfältigen semantischen Dimensionen. Um auf aktuelle Herausforderungen dieser besonders politischen Öffentlichkeit zu reagieren – oder sie zunächst richtig einzuordnen und zu verstehen –, bedarf es daher einer vertieften (politik-)theoretischen Betrachtung. Dieser begrifflichen und theoretischen Herausforderung widmete sich der erste Teil der Doppeltagung der DVPW-Sektion für Politische Theorie und Ideengeschichte vom 19. bis 21. März an der Universität Erfurt. Der Auftakt zeugte sowohl vom überaus prägenden Einfluss Jürgen Habermas‘ in der deutschen Politikwissenschaft als auch von der Vielfalt der Phänomene der Öffentlichkeit, die die Theorie analytisch fassen muss. Obwohl Habermas daher einen gern aufgegriffenen Analyserahmen anbietet, wird die Herausforderung ersichtlich, wenn auch in Verbindung mit anderen Ansätzen, immer zu seiner Theorie zu greifen. Wichtig dabei ist jedoch ebenso, zu schauen, ob die Mischung unterschiedlicher Theorieansätze jenseits von bloßem Theorieabgleich produktiv für unser Verständnis vom Gegenstand ist.   (mehr …)

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CfA Generative KI & die Gesichter der Macht – Workshop in Berlin

Am 20.–21. November 2025 findet am Weizenbaum-Institut in Berlin ein Workshop zum Thema „Generative AI & The Faces of Power“ statt. Der Workshop zielt darauf ab, die vielschichtigen Machtverhältnisse im Zusammenhang mit generativer KI in sozialen, politischen und kulturellen Kontexten zu untersuchen und kritisch zu reflektieren. Gesucht werden vorrangig theoriebildende, konzeptionelle oder vergleichende Beiträge, die sich mit dem Thema Macht im Kontext generativer KI sowie damit verbundenen Fragestellungen auseinandersetzen. Schlagworte in diesem Kontext wären etwa ökonomische (Macht-)Konzentration, algorithmische Steuerung, epistemische Autorität oder digitale Subjektivierung.

Wer einen Vortrag halten möchte, ist eingeladen, sich bis zum 15. August 2025 mit einem Abstract (max. 500 Wörter) und einer Kurzbiographie (max. 150 Wörter) zu bewerben. Beiträge können auf deutsch und englisch unter folgender Adresse eingereicht werden: workshop-generative-ai@wzb.eu. Angestrebt wird eine Diskussion in englischer Sprache.

Alle Infos zum Workshop finden sich im ausführlichen Call for Abstracts.

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CfA: Fachtagung der Deutschen Nachwuchgesellschaft für Politik- und Sozialwissenschaft (Bochum)

Vom 5. bis 7. September 2025 wird an der Ruhr-Universität Bochum die 11. studentische Fachtagung der Deutschen Nachwuchsgesellschaft für Politik- und Sozialwissenschaft in Kooperation mit dem FSR Sozialwissenschaften unter der Überschrift „Sozialwissenschaft in Zeiten des Zusammenbruchs“ stattfinden. Willkommen sind Beiträge von Bachelor- und Masterstudierenden sowie Promovierenden (in der Anfangsphase) aus allen Politik- und Sozialwissenschaften. Möglich sind Vorträge zu den Themenbereichen: „Demokratische Regression“, „digitale Infrastruktur und Demokratie“, „Die Zukunft des Sozialstaats“ uvm. Abstracts mit maximal 300 Wörtern auf Deutsch oder Englisch können zusätzlich zu einer kurzen Selbstbeschreibung bis zum 15.  Juni  2025 an fachtagung@dngps.de gesendet werden. Die allgemeine Konferenzsprache ist Deutsch, Vorträge können auch auf Englisch gehalten werden. Die Teilnahme ist sowohl für Mitglieder als auch Nicht-Mitglieder der DNGPS kostenfrei. Für  Panelist*innen, die Mitglied in der DNGPS sind, besteht die Möglichkeit einer Fahrtkostenübernahme durch die DNGPS. Weitere Informationen hier.

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CfP „Critical Theory of the Computational“ (Berlin)

Am Weizenbaum Institut in Berlin findet am 16. und 17. Oktober 2025 ein internationaler Workshop zum Thema „Critical Theory of the Computational“ statt, der vom Center for Critical Computational Studies (C3S, Frankfurt), dem Center for Responsible AI Technologies (Universität Augsburg, Hocschule für Philosophie München, TU München) und dem Weizenbaum Institut organisiert wird. In dem Workshop soll es darum gehen, zu erforschen, wie digitale und computergestützte Systeme den gesellschaftlichen Wandel beeinflussen und wie diese Systeme auch Teil einer umfassenderen globalen Transformation sind. Dazu setzen sich die Teilnehmer:innen mit Kritischer Theorie Frankfurter Schule (aber auch darüber hinaus) auseinander und beziehen diese auf die digitalen und planetarischen Transformationen. Deadline für Einreichungen ist der 30. April 2025. Mehr Informationen zum Call gibt es hier bzw. hier im PDF.

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CfA WiMi (PraeDoc 65%) Ethik der Digitalisierung Oldenburg

In der Abteilung „Ethik der Digitalisierung“ (Prof. Dr. Anna-Verena Nosthoff) an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg ist eine zunächst auf drei Jahre befristete Stelle als Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in (65%) zur Promotion ausgeschrieben. Der*die künftige Stelleninhaber*in soll im Bereich kritischer Digitalisierungsforschung mit theoretischem Schwerpunkt forschen und ein erfolgreich abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium der Philosophie, der politischen Theorie oder Politikwissenschaften, der Soziologie (Gesellschaftstheorie) oder der Medienwissenschaften mitbringen. Bewerbungsschluss ist der 30.4.2025. Die genauen Informationen finden sich hier.

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Zwei Veranstaltungshinweise für Kurzentschlossene (Berlin und Gießen)

Wir haben mal wieder was für Kurzentschlossene!

Für Kurzentschlossene in Berlin: Am 25. Juni findet anlässlich des 75. Jahrestages von Simone de Beauvoirs Buch Das andere Geschlecht und der Veröffentlichung von Beauvoir and Politics: A Toolkit (hrsg. Von Karen Vintges und Liesbeth Schoonheim, Routledge 2023) ein Symposium an der HU Berlin statt. Im Zentrum soll dabei laut den Veranstaltern die Frage stehen, wie Beauvoir „uns“ dabei helfen kann, die Gegenwart zu verstehen und zu kritisieren. Detaillierte Hinweise zur Veranstaltung und zur (erbetenen) Anmeldung finden sich hier.

Für Kurzentschlossene in Gießen: Unter dem Titel „Digital capitalism without democracy? The transformation of mass media through proprietary markets“ wird Hauke Brunkhorst am 27.06.24 Teile seines bald erscheinenden Buches “Rechtsrevolutionen” vorstellen und diskutieren. Dabei werden Abschnitte aus dem Buch von insgesamt sechs Kommentator:innen besprochen, woran eine übergreifende offene Diskussion anschließt. Nach Anmeldung wird eine Textbasis verschickt. Die Teilnahme ist vor Ort (Rektorenzimmer, Hauptgebäude der Justus-Liebig-Universität Gießen, Ludwigstraße 23, 35390 Gießen) oder per Online-Stream möglich. Detaillierte Hinweise zur Veranstaltung und zur (erforderlichen) Anmeldung finden sich hier.

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CfP PROKLA 215: Demokratische Planwirtschaft in Zeiten von Digitalisierung und Klimakrise

Seit einigen Jahren hat die Zahl wissenschaftlicher und populär-wissenschaftlicher Publikationen mit positivem Bezug auf demokratische (Wirtschafts-)Planung rasant zugenommen. Die neue Debatte drehte sich zunächst primär um neue technische Entwicklungen, die demokratische (Wirtschafts-)Planung möglich machen sollen. Mit der zunehmenden Eskalation der Klimakrise hat sich der Schwerpunkt der Debatte aktuell zu ökologischen und politischen Fragen verschoben.

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CfA Juniorprofessur „Ethik der Digitalisierung“ (TT W2) in Oldenburg

An der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg ist eine Juniorprofessur (mit Tenure Track W2) für Ethik der Digitalisierung ausgeschrieben. Die zentrale Aufgabe der Professur ist es, die ethischen Probleme herauszuarbeiten, die mit den neuen digitalen Technologien gesamtgesellschaftlich verbunden sind, und sie philosophisch zu reflektieren. Die Professur ist am Institut für Philosophie angesiedelt, erwartet werden ein überdurchschnittlich gut abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium und eine überdurchschnittlich gut abgeschlossene Promotion, wobei mindestens einer der Abschlüsse in aus der Philosophie oder einem verwandten Fach (z. B. Philosophy, Politics and Economics; Media, Technology and Society) stammen muss. Bewerbungsschluss ist der 30.8.2023, genaue Informationen finden sich hier.

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Demokratietheorie im Digitalen: Ein Reflexionsdiskurs über nachhaltige Updates und disruptive Innovation (Replik)

Dennis Rudolf und Robert Brumme antworten heute auf den Kommentar von Ann-Kathrin Koster und Sebastian Berg auf ihren ZPTh-Artikel, den wir am Montag veröffentlicht haben.

 

“Paradigmata können durch normale Wissenschaft überhaupt nicht korrigiert werden. Vielmehr führt die normale Wissenschaft […] letztendlich nur zum Erkennen von Anomalien und zu Krisen.“
(Kuhn 1976: 134)

Finden sich im Zuge eines Kommentars gleich mehrere Einsprüche substantieller Natur gegenüber den Definitionen, Rekonstruktionen, Interpretationen und Argumenten eines wissenschaftlichen Artikels, muss in der Tat dessen Relevanz für die übergeordnete Debatte hinterfragt werden. Mit Blick auf die Potentiale einer fruchtbaren Auseinandersetzung, wollen wir mit unserer Replik jedoch die Lesart unterstreichen, dass sich dieser Umstand auf ein tieferliegendes Problem hinsichtlich der Rolle der Politischen Theorie und der Struktur wissenschaftlicher Revolutionen zurückführen lässt. Schließlich gilt auch für die demokratietheoretische Debatte die Erkenntnis „that our scientific knowledge is fallible, and that even cherished truths may be overthrown by future research means, that we never now anything” (Moon 2004: 26). Uns erscheint es insofern konsequent und folgerichtig, dass wir mit unserer kritischen Befragung Einsprüche substantieller Art bei den Kommentator:innen hervorgerufen haben. Wir erkennen in unseren Ausführungen aber weder eine Abwertung bestehender Perspektiven in der Digitalisierungsforschung (S. 5) noch die sprichwörtliche Notwendigkeit, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Vielmehr wollen wir einen Beitrag zur Bearbeitung eines demokratietheoretischen Pluralismus leisten, in welchem Schwerpunktsetzungen mit ihren jeweiligen ‚Stärken‘ über mögliche ‚Schwächen‘ hinwegtrösten müssen. (mehr …)

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