Cornelius Castoriadis

Debatte

Castoriadis, Abolitionismus und das radikale Imaginäre heute

“Die Vorstellungskraft par excellence ist die Vorstellungskraft des musikalischen Komponisten. […] Plötzlich dringen Figuren nach Vorne, die nicht im Geringsten visuell sind. Sie sind im Wesentlichen auditiv und kinetisch – denn da ist auch der Rhythmus. […] Es ist ein Nach-Vorne-Dringen, […] das etwas von der Vergangenheit behält [und das] nichtsdestoweniger […] kreativ ist.”             […]

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Mbembe liest Castoriadis: Notizen aus der Postkolonie

Rund fünfzig Jahre nach der Publikation von L’Institution imaginaire de la société (1975) erweist sich Cornelius Castoriadis Theorie des sozialen Imaginären als hilfreich: Der Begriff des Imaginären richtet unseren Blick auf Situationen, in denen vorgestellte Formen – soziale imaginäre Bedeutungen – jede einfache Unterscheidung zwischen „wahr“ und „falsch“ in Frage stellen. Anstatt das Imaginäre auf

Debatte

„Wenn die Leute sich etwas vorstellen können, dann wird auch die Zeit kommen, wo sie es vollbringen.“¹ Zur Bedeutung des Imaginären für das Verständnis von Revolutionen

Die tunesische Revolution, die 2011 das autoritäre Regime des seit 23 Jahren in Tunesien herrschenden Präsidenten Ben Ali stürzte, hallte nicht nur in der arabischen Welt, sondern auch in Europa und den USA als Beginn einer neuen Ära des Protests wider. Sie leitete eine Welle heterogener sozialer und revolutionärer Bewegungen ein, die ein Recht auf

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Schwerpunkt: Cornelius Castoriadis zum 100. Geburtstag

Am heutigen 11. März hätte Cornelius Castoriadis seinen hundertsten Geburtstag gefeiert. Damit ist ein Anlass für den vorliegenden Schwerpunkt gegeben. Das anhaltende und ausdifferenzierte (wenn auch nicht immer weithin sichtbare) Rezeptionsinteresse an Castoriadis‘ Werk und Denken liefern zudem auch einen mehr als überzeugenden Grund dafür, sich mit dessen unterschiedlichen Facetten und Anschlussmöglichkeiten auseinanderzusetzen. Zweifellos sind

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Das unabgeschlossene Projekt demokratischer Autonomie: Zum 100. Geburtstag von Cornelius Castoriadis

Als Cornelius Castoriadis in den späten 70er Jahren nach New York City kam, habe ich ihn im Rahmen einer Vortragsreihe an der New School for Social Research, in Stonybrook und an anderen Universitäten im Umkreis kennengelernt. Auf die Bitte unseres gemeinsamen Freundes und eines Mitherausgebers von Telos, Dick Howard, haben mein Partner, Andrew Arato, und

Debatte

Zurück in die Zukunft, nach Griechenland: Castoriadis und der ‚Keim‘ des alten Athen

Die politische Geschichte des alten Griechenlands zu erzählen war für den Philosophen Cornelius Castoriadis (1922-1997) kein Selbstzweck. Sein Interesse galt der Antike vielmehr als Ressource für eine kritische Diagnose der Gegenwart: einer Zeit, die von liberalen repräsentativen Demokratien im Bann gehalten wird, hinter denen sich in Wahrheit ‚maskierte Oligarchien‘ verbergen, und in denen das ‚Projekt

Debatte

Von der Politischen Ökologie zu Wirtschaftsdemokratie und demokratischem Eigentum

„Ecology and a radicalization of democracy are indissociable“ Cornelius Castoriadis (1991, 114) Cornelius Castoriadis war zeit seines Lebens ein homo politicus. Dazu gehört auch die, für einen marxistisch geprägten politischen Philosophen frühe, Beschäftigung mit der ökologischen Frage, die er explizit auch und vor allem als eine politische Frage verstanden wissen wollte, und seine Auseinandersetzung mit

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