Eine „société de vigilance“? Über die Beschädigungen von Rechtsstaat und politischer Kultur in der „gestressten Demokratie“

Frankreich ist am 3. Oktober zum wiederholten Mal Opfer eines Terroranschlags geworden. Als Reaktion hat Staatspräsident Macron in seiner Gedenkrede das Projekt einer „Gesellschaft der Wachsamkeit“ ausgerufen. Drückt dieses Vorhaben einerseits den berechtigten Wunsch nach Prävention aus, so ist diese Idee doch andererseits auch eine Chiffre für die Schäden, die Recht und Gesellschaft unter Maßgabe eines stetig expandierenden Sicherheitsstrebens drohen. Antoine Garapon und Michel Rosenfeld gelingt es in ihrem 2016 erschienenen Buch Démocraties sous stress anschaulich, die Aushebelung des Rechtsstaats im Anti-Terror-Kampf als Transformation der Temporalität des Rechts offenzulegen. Im Anschluss daran stellt sich auch die Frage, was der Aufruf zur Überwachung „kleiner Gesten“ für die demokratische Kultur bedeutet. (mehr …)

Weiterlesen

Konferenz: Demokratie im Ausnahmezustand

Am 13. und 14. November 2017 findet in Paris am Deutschen Historischen Institut die von Matthias Lemke organisierte Konferenz „Demokratie im Ausnahmezustand“ statt. Das Programm ist frisch veröffentlicht, u.a. gibt es eine Keynote von Stefan Voigt über Effekte der Ausrufung von Ausnahmzuständen, einen Dokumentarfilm namens „Endstation Bataclan“ (eingeführt von Paula Diehl) und jede Menge interessante Vorträge. Schaut euch das Programm hier an.

Weiterlesen

CfP Ausnahmezustand (DHI Paris)

Das Thema des Ausnahmezustands in Demokratien ist politiktheoretisch wie politisch ein Dauerbrenner – im November 2017 wird eine Konferenz in Paris nun Bestand aufnehmen. Für die Tagung am Deutschen Historischen Institut können bis zum 31. März Beiträge – Fallstudien oder Theoriebeiträge – vorgeschlagen werden. Der dreisprachige Call for Papers bietet alle weiteren Informationen, ebenso wie der entsprechende Blog.

Weiterlesen

CfP: DNGPS-Tagung »Gefährdete Konstellationen«

Die Deutsche Nachwuchsgesellschaft für Politik- und Sozialwissenschaft lädt zu ihrer nächsten Jahrestagung vom 22. – 24.03.2017 an der Humboldt-Universität zu Berlin. Noch bis 30.11.2016 können Studierende und Promovierende Abstracts mit bis zu 300 Wörtern einsenden. Der Call richtet sich an alle Subdisziplinen, ist mit den genannten Themenfeldern aber durchaus theorieaffin. So sollen „Ausnahmezustand und Unsicherheit“, „Mobilität und Kontrolle“, „Prekäre Arbeit und Ungleichheit“ sowie „Unsichere Identitäten und Protest“ diskutiert werden. Alle Details gibt es hier.

Weiterlesen

Ausnahmezustand – Frankreich nach 11/13

Mit Engeln und paradiesischen Zuständen, so Günter Frankenberg, ist in säkularen Gesellschaften nicht zu rechnen. Wohl aber mit Konflikten aller Art. Wenn Sicherheit und Freiheit gegeneinander ausgespielt werden, dann verlieren meist zwei unbeteiligte Dritte: Rechtsstaat und Demokratie. Sind die erst einmal erodiert, dann stellt sich schnell die Frage: Wie konnte es soweit kommen? Die Anschläge vom 13.11.2015 in Paris und die politischen Reaktionen auf den Terror bieten eine gute Gelegenheit, dieser Frage aus gouvernementalitätskritischer Perspektive nachzugehen. (mehr …)

Weiterlesen

CfP: Ausnahmezustand

In der von Rüdiger Voigt und Samuel Salzborn herausgegebenen Schriftenreihe „Staat – Souveränität – Nation“ ist für das Jahr 2016 ein von Matthias Lemke verantworteter Sammelband mit dem Titel „Ausnahmezustand. Grundlagen – Anwendungen – Perspektiven“ geplant. Wer einen Beitrag für den Band vorschlagen möchte, kann dies bis zum 31.1.2016 mittels eines Abstracts (300 Wörter) tun. Mehr Informationen zur Anlage des Bandes, Einreichung und Zeitplan entnehmt bitte direkt dem Call for Papers.

Weiterlesen

Presseschau 2/2013

Einmal mehr haben wir uns der gefragten Rubrik einer Presseschau angenommen (alte Ausgaben hier) und benennen nach einem großen Blick in die nationalen und internationalen Journals kleine Schwerpunkte. Wie gehabt gilt daher: Anstelle eines allgemeinen Überblicks wollen wir ausgesucht vorstellen, kommentieren und zur Diskussion stellen, was uns besonders auffällig, besonders relevant oder auch: geradewegs vernachlässigt erscheint. Konkret bedeutet das diesmal: Diskussionen um die in den letzten Jahren so international lebhafte wie bemerkenswert vielfältige Re-Thematisierung des sogenannten Ausnahmenzustands, ferner dann zum in unserem Feld bisher erstaunlich vernachlässigten Fall des „NSU“ sowie schließlich ein Blick auf die seit Jahren immer mal wieder auflodernde Debatte um G.A. Cohens Moralphilosophie. Viel Spaß beim Lesen, Mit-, Nach-, Gegen- und Vordenken! (mehr …)

Weiterlesen

Krise, Ausnahmezustand und die Folgen: „Wut-Gipfel“ am Haus der Kulturen der Welt

„Gibt es eine neue Kultur der Wut in den ökonomischen und politischen Krisen und Ausnahmezuständen der Gegenwart?“ fragte in den letzten Wochen eine Veranstaltungsreihe am Haus der Kulturen der Welt. Vom 7. Bis 9. Mai findet nun abschließend der „Rage Summit“ statt – ein Gipfel, der nach den soziologischen Konjunkturen und politischen Implikationen kollektiver Wut in Zeiten der Krise fragt und http://www.bestexampass.com/AWS-SYSOPS.html dazu illustre Gäste verschiedener Disziplinen wie den Soziologen Heinz Bude, die Philosophen Michail Ryklin und Sylvère Lotringer, den Germanisten Joseph Vogl und den Autor Feridun Zaimoglu debattieren lässt. Eine Anmeldung ist per Email an info@hkw.de möglich.

Weiterlesen