Soziale Revolution als radikale und umfassende Gesellschaftstransformation

Neuanfänge gleich welcher Art zu initiieren, bedeutet einen Dreischritt im Umgang mit den vorhandenen Ordnungen zu gehen. Zunächst setzten sie eine Ent-Identifizierung von Subjekten mit einer verfestigten, bestehenden Ordnungsstruktur voraus, in welcher sie keinen Anteil finden können. Zweitens ist zu verstehen, dass Ausbeutung, Ausgrenzung, Unterdrückung und Entfremdung in unterschiedlichen Ausprägungen Folgen jeder historisch-spezifischen Herrschaftsformation sind. Ein gesellschaftlicher Neuanfang, welcher diese Bezeichnung verdient, kann nur glaubwürdig von jenen sozialen Gruppen ausgehend gedacht werden, welche aus der dominanten Gesellschaftsordnung aus verschiedenen Gründen herausfallen, die sich jedoch organisieren und nicht mehr mit dem Alten identifizieren wollen. Als dritter Schritt folgt die Neu-Identifizierung mit einer Alternative, welche aus der Erfahrung von Kontingenz möglich wird. Das anarchistische Konzept der sozialen Revolution ist motiviert von der Sehnsucht nach einem radikalen gesellschaftlichen Neuanfang als solidarische, egalitäre und libertäre alternative Moderne. Zu jener Motivation tritt die Überzeugung hinzu, dies sei nicht nur aus ethischen Gründen erstrebenswert, sondern auch vernünftig und machbar. Wie gesamtgesellschaftliche Neuanfänge im anarchistischen Denken durch die soziale Revolution gedacht werden, soll im folgenden Beitrag umrissen werden. (mehr …)

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Max Stirner Lectures: Vortrag von Philippe Van Parijs (Bayreuth)

An der Universität Bayreuth findet am 9. Juli die erste Max Stirner Lecture statt: Philippe Van Parijs (Louvain) trägt vor zu „Is Justice a Matter of Real Freedom for All?“ (16-18 Uhr, GW I, H 26). Die Max Stirner Lectures sind eine neue Vortragsreihe in der politischen Philosophie, die in einem weit gefassten Sinne anarchistischem Denken gewidmet ist. Infos zu der Vortragsreihe und zu dem Vortrag von Philippe Van Parijs gibt es hier.

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CfP: Anarchistische Perspektiven (Gießen)

Am Gießener Graduiertenzentrum Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften (GGS) findet am 19. Januar ein Workshop zu „Anarchistische Perspektiven in der spätmodernen Sozialtheorie“ statt. Als eingeladene Spaker werden u.a. Olaf Briese und Daniel Loick teilnehmen. Der Workshop soll sich mit den im Kontext politischen Aktivismus erzeugten anarchistischen Ideen der letzten Jahren und ihrer Theoriefähigkeit auseinandersetzen. Beiträge – ausdrücklich auch von studentischcer Seite oder in unüblichen Formaten – müssen bis zum 15.12 vorgeschlagen werden. Alle Infos entnehmt bitte hier dem Call als PDF.

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