Adorno-Vorlesung 2016: Didier Fassin

In der kommenden Woche findet in Frankfurt die diesjährige Adorno-Vorlesung zum Thema „Life. A Critical Anthropology“ statt. Vortragender diesmal ist Didier Fassin, Anthropologe und Soziologe am Institute for Advanced Studies in Princeton. Angekündigt ist, dass Fassin drei Konzepte diskutieren wird, welche die Ungleichheit von Leben auf je verschiedene Art zu erklären versuchen (Wittgenstein, Benjamin und Foucault). Jedem der Denker ist eine der Vorlesungen gewidmet. Diese finden von Mittwoch bis Freitag (15.-17. Juni) jeweils um 18:30 Uhr im Hörsaal IV (Campus Bockenheim) statt. Die Veranstaltungen sind kostenlos, eine Anmeldung ist nicht nötig. Alle Infos entnehmt bitte dem Flyer oder der Webseite des IfS.

Einen zusätzlichen Vortrag von Fassin gibt es am Donnerstag, den 16. Juni. Organisiert von der Initiative Knas[] und dem Arbeitskreis kritischer Jurist_innen Frankfurt wird Fassin um 14 Uhr (ct) (HZ 15, Campus Westend) zu „The Punitive Moment“ sprechen und seine Studien zu französischen Gefängnissen vorstellen. Die Infos zu dieser Veranstaltung gibt es hier.

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(K)eine Erzählung. Zu Albrecht Koschorkes „Hegel und Wir“

Lesenotiz zu: Koschorke, Albrecht (2015): Hegel und wir. Frankfurter Adorno-Vorlesungen 2013. Berlin: Suhrkamp.

Wer eine Vorlesung, die den Namen Adornos trägt, hält, stellt sich in eine Tradition, die kritisches Denken als zentrale Aufgabe der Theorie ausweist. Nun dienen die Adorno-Vorlesungen seit ihrer Etablierung im Jahre 2002 nicht als Medium der Exegese seines Werkes und stellen kein pedantisches Klammern an ihren Namensgeber dar. Doch das selbsterklärte Ziel der Vorlesung ist es immerhin, „mit Adorno über Adorno hinaus“ zu denken (Honneth zitiert nach TAZ online), wie Axel Honneth, Direktor des IfS, selbst betont. Damit steht immer auch die Frage nach der Verfasstheit der Gesellschaft und ihrer Kritik im Raum. (mehr …)

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Adorno-Vorlesung: Diedrich Diedrichsen über nachpopuläre Künste

In der diesjährigen Adorno-Vorlesung geht Diedrich Diedrichsen unter dem Titel „Übergriffe und Traumhäuser. Zur Ästhetik der nachpopulären Künste“ dem Vorwurf der Folgenlosigkeit nach, der die Kunst der Hochmoderne wie die populären Massenkünste ausgesetzt sind. Die Vorlesungen finden vom 17.-19. Juni jeweils von 17:30 Uhr-19:30 Uhr am Frankfurter Campus Bockenheim (Hörsaal IV) statt. Alle Infos hier auf den Flyern.

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Adorno-Vorlesung 2014: Worlds of Worth (Lamont) + Frankfurter Veranstaltungen

Die diesjährige Adorno-Vorlesung wird unter dem Titel „Worlds of Worth. Cultural Processes of Inequality“ von Michéle Lamont gehalten. Sie findet von Mittwoch bis Freitag dieser Woche, sprich: vom 04. bis 06. Juni statt und zwar jeweils von 17:30 -19:30 Uhr. Ort ist der Hörsaal IV auf dem alten Frankfurter Campus in Bockenheim. Alle Infos könnt ihr hier der Ankündigung entnehmen.

In dieser Woche dürfte für Frankfurter außerdem die Veranstaltung „Die Globalisierung der Wiedergutmachung. Eine Diskussion über Moral und Politik“ mit José Brunner von Interesse sein (Di. 03.06, 18-20 Uhr, Hz 8, Infos hier) und der Vortrag von Seyla Benhabib über den ethisch-politischen Horizont der Kritischen Theorie (Mi, 04.06, 19:30, Hz 5, Infos hier)

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Frankfurter Adorno Vorlesung von Albrecht Koschorke: Hegel als Erzähler

Die diesjährige Adorno-Vorlesung wird von Albrecht Koschorke  gehalten und hat das Thema: „Hegel als Erzähler. Die narrative Verfasstheit der europäischen Moderne“. An drei Abenden, vom 26-28. Juni, setzt sich Koschorke mit Narrativität und Geschichtsphilosophie auseinander. De Veranstaltung findet am Campus Bockenheim (Hörsaal IV in der Mertonstr. 17-21) statt und zwar jeweils von 18:30 Uhr bis 20:30 Uhr. Die Vorlesungen sind öffentlich und es bedarf keiner Anmeldung. Das Vorlesungsplakat und einführende Hinweise zur Fragestellung finden sich hier in der PDF.

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Im Bann der Falschheit. Wolfgang Streecks Wiederaufnahme der Kapitalismuskritik

Rezension zu Wolfgangs Streecks »Gekaufte Zeit: Die vertagte Krise des demokratischen Kapitalismus, Berlin, Suhrkamp, 2013«

In seinem beeindruckenden Buch knüpft Wolfgang Streeck an die »Spätkapitalismus«-Theorien der 1960er und 1970er Jahre an. Deren erwartete krisenpolitische Sequenz lautete wie folgt: Im Unterschied zum klassischen Kapitalismus der Vorkriegszeit (lies: dem »goldenen Zeitalter« des fordistischen Kapitalismus) sei heute für jeden sichtbar, dass sich der Wohlstand zu ganz erheblichen Anteilen staatlichen Eingriffen in den nach wie vor kapitalistischen Akkumulationsprozess verdanke. Dadurch aber könne eine Konstellation auftreten, in der Erwartungen der Menschen an Wohlstandszuwächse und Spielräume zur individuellen Entfaltung schneller wachsen als es eine weiterhin auf stabile Ertragsaussichten angewiesene Kapitalakkumulation erlaube. Aus dem Interessenkonflikt zwischen den Ertragsansprüchen der Kapitalbesitzenden und den wohlfahrtsstaatlich geweckten Entfaltungserwartungen der demokratisch Regierten wurde die Entstehung sozialer Bewegungen erwartet – wohl auch erhofft –, die eine Demokratisierung von Gesellschaft, Wirtschaft und Staat auf die Tagesordnung setzen. (mehr …)

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