Vortrag: „Eine sozialphilosophische Kritik der Meinungsfreiheit“ von Daniel Loick

Schon im neuen Jahr, nämlich am 29.01.2019, präsentiert Daniel Loick im Rahmen der Vortragsreihe „Rechtskritik als Gesellschaftstheorie“ am Arbeitsbereich Politik und Recht des Otto-Suhr-Institutes der FU Berlin eine sozialphilosophische Rechtskritik am Beispiel der Meinungsfreiheit. Ausführliche Informationen zum Vortrag gibt es hier.

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Materialismus und feministische Staatstheorie. Lesenotiz zu Catharine MacKinnons „Toward a Feminist Theory of the State“

Catherine MacKinnons grundlegendes Buch zur feministischen Staatstheorie erschließt sich heute vor dem Hintergrund seines Entstehungskontexts: Hervorgegangen aus den Kulturkämpfen der USA und dem Auftakt zur zweiten Welle der feministischen Bewegung und ihrem Kampf um Anerkennung vor Recht und Gesetz speiste sich das Interesse an den abstrakten Fragen von Staatstheorie ganz konkret aus der Arbeit in Unterstützerkreisen für Opfer sexualisierter Gewalt. Obwohl der Band der als liberale Rechtswissenschaftlerin, Karadžić-Anklägerin und Vertreterin radikalfeministischer Positionen bekannt gewordenen Autorin seit seinem Erscheinen in aller Breite diskutiert wurde, blieb dessen tragende Säule – die Diskussion der materialistischen Staatstheorie – weitgehend unbeachtet. Im Folgenden sollen daher MacKinnons Blick auf den Materialismus als politische Theorie und die Lehren diskutiert werden, die sich daraus für die heute mit neuer Dringlichkeit auftretende Suche nach Verbindungen zwischen klassen-, gender- und staatstheoretischen Perspektiven ziehen lassen. (mehr …)

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2. Hermann Kantorowicz-Lecture (CAU, Kiel) – Hans-Peter Haferkamp über „Kantorowicz und die Historische Schule“

Am 18. Dezember 2018 findet in Kiel die zweite Hermann Kantorowicz-Lecture statt. Der Kölner Rechtshistoriker Hans-Peter Haferkamp wird über das Thema „Kantorowicz und die Historische Schule“ sprechen und dabei erläutern, warum es mit Kantorowiczs Antwort auf die selbstgestellte Frage: „Was ist uns Savigny? Nichts!“ nicht sein Bewenden haben kann. (mehr …)

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Vortrag Ute Daniels „Die Wahrheit der ‚Fake News'“ (Frankfurt)

Am 14. November 2018 findet der zweite Vortrag der IfS-Vortragsreihe »Demokratie und Wahrheit« im Rahmen der Frankfurter Positionen 2019 mit der Historikerin Ute Daniel zum Thema »Die Wahrheit der ›Fake News‹« statt. Der Vortrag analysiert ausgehend vom Phänomen gezielter Falschmeldungen die spannungsreichen Beziehungen zwischen Medien, Politik und Wissenschaft.

Es folgen Vorträge von Frieder Vogelmann, Micha Brumlik und Susanne Lüdemann. Alle Vorträge der Vortragsreihe beginnen um 19.30 Uhr in der Zentralbibliothek Frankfurt am Main. Die Teilnahme ist kostenfrei. Alle Termine und Informationen zu der Vortragsreihe finden sich hier.

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass der bereits angekündigte Vortrag von Jan Assmann leider ausfällt. Stattdessen konnte Micha Brumlik für den Vortrag am 12. Dezember 2018 gewonnen werden.

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Wiedergelesen: Stanislav Andreskis „Social Sciences as Sorcery“

Wiedergelesen-Beitrag: Andreski, Stanislav. Social Sciences as Sorcery. London: Trinity Press 1972, 238 S.

Am 02. Oktober dieses Jahres sorgten die amerikanischen Sozialwissenschaftler*innen Helen Pluckrose, James Lindsay und Peter Boghossian für einen kleinen Skandal: Innerhalb von zwölf Monaten war es ihnen gelungen, 14 unsinnige, aber sprachlich galante Journal-„Artikel“ in Peer-Review-Zeitschriften zu veröffentlichen oder in Review-Verfahren zu platzieren. Dieser Schabernack ist bei weitem nicht der erste seiner Art. In unregelmäßigen Abständen werden die Geistes- und Sozialwissenschaften von für-wahr-gehaltenen Veröffentlichungen heimgesucht, die sich postwendend als gekonnte Verhöhnung akademischer Trends entlarven – man denke nur an den „Schäferhund-Hoax“, den „konzeptuellen Penis“ und die „Sokal-Affäre“, welche in dieser Hinsicht wohl den Rang eines Klassikers erreicht hat. Die Veröffentlichungen von Pluckrose, Lindsay und Boghossian beschrieb Yascha Mounk daher auch zurecht als „Sokal Squared“. Die Karriere solcher Scherzartikel (im doppelten Wortsinne) ist meist vorhersehbar: Der ‚hoax‘ wird gestreut, bleibt einige Zeit in Umlauf, wird dann von seinen Autor*innen publik gemacht, kommt in die Feuilletons, die sich über die weltfremden Geisteswissenschaften verulken, daraufhin gibt es eine innerdisziplinäre Nachlese (hierzu Ross 1997; Hilgartner 1997; Guillory 2002; Heitzer u. Schultze 2018) und schlussendlich machen alle genauso weiter wie zuvor. (mehr …)

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Michele Nicoletti: „Europa als Hamlet“ (5. Berliner Carl-Schmitt-Lecture; 19. Okt. 2018, Berlin-Mitte (Tieranatomisches Theater))

Unter dem Titel „Europa als Hamlet“ hält am Freitag, dem 19. Oktober, um 18 Uhr c.t., Michele Nicoletti die 5. Berliner Carl-Schmitt-Vorlesung.

Michele Nicoletti war bis Anfang 2018 Präsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarates. Er ist seit 2001 ordentlicher Professor für Politische Philosophie an der Universität Trient und war für den Partito Democratico von 2013 bis 2018 Mitglied der italienischen Abgeordnetenkammer.

Der Titel des Vortrags – „Europa als Hamlet“ – ist eine berühmte Formulierung, die Paul Valéry am Ende des Ersten Weltkriegs verwendete, als er über die Trümmer des Konflikts nachdachte. In seinen Schriften hat Carl Schmitt mehrfach darauf hingewiesen, dass Europa nicht in der Lage sei zu entscheiden, ob es eine politische Einheit „sein oder nicht sein“ will. Das bedeutet, nach Hermann Heller, eine „Einheit der Entscheidung und Wirkung“. Eine kritische Auseinandersetzung mit Carl Schmitts Interpretationen der Geschichte Europas und dessen Rolle in der Geschichte der Zivilisation bietet heute nützliche Diskussionspunkte für die gegenwärtige Reflexion über die Veränderungen der Souveränität, über die Rolle Europas in der internationalen Szene und über seine unverzichtbare Beziehung zum Recht.

Der Vortrag ist der fünfte in der 2014 ins Leben gerufenen Reihe der Berliner Carl-Schmitt-Vorlesungen, die traditionsgemäß im Hörsaal des Tieranatomischen Theaters auf dem Charité-Campus der Humboldt-Universität stattfinden (Philippstraße 12/13, 10115 Berlin, Eingang Luisenstraße 56). Bisherige Vortragende waren Horst Bredekamp, Quentin Skinner, Jörg Baberowski und Dieter Grimm.

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DVPW-Kongress 2018 – Ein Überblick

Morgen beginnt in Frankfurt der Kongress der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW). In diesem Jahr finden sich die Politikwissenschaftler*innen unter dem Motto „Grenzen der Demokratie/Frontiers of Democracy“ zusammen. Eine kompakte Übersicht über die Kongressstruktur gibt es hier, das umfangreiche Gesamtprogramm ist hier als pdf einsehbar. Wer sich einzelne Paper herunterladen möchte, kann sich in die virtuelle Paper-Library begeben. Zum Einstieg in die Kongress-Tage geben wir hier einen Überblick über das Programm und weisen auf einzelne Veranstaltungen hin, die für politische Theoretiker*innen und den „Nachwuchs“ der Disziplin besonders wichtig zu sein versprechen. Da uns dabei natürlich das eine oder andere aus dem Blick geraten sein kann, laden wir dazu ein, weitere Hinweise in den Kommentaren zu ergänzen. (mehr …)

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Einladung: JUSTIZ MACHT POLITIK (27.11.18)

„Wie unabhängig ist die Justiz, wie frei der Gesetzgeber?“ Dieser Frage widmet sich ein Symposium der Jungen Akademie Mainz unter dem Titel JUSTIZ MACHT POLITIK. Organisiert von Konrad Duden, Jasper Kunstreich und Astrid Séville sowie in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte geht es am 27. November 2018 ab 10 c.t. in der Akdemie der Wissenschaft und der Literatur in Mainz um das Spannungsfeld von Recht und Politik – von Grundsatzfragen der Verfassungsgerichtsparkeit bis zu konkreten Entwicklungen der Rechtstaatlichkeit in Polen.
Alles weiteren Informationen – insbesondere auch zu Thematik und Vorträgen – finden sich in der Einladung. Eine Anmeldung ist bis zum  12. November erwünscht.

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Wiedergelesen: Max Webers Wahlverwandtschaften – eine Verhältnisbestimmung

Die Rezeption der sogenannten Weber-These, nach der ein Zusammenhang zwischen protestantisch motivierter weltlicher Askese und wirtschaftlichem Erfolgsstreben besteht, ist äußerst umfangreich und ein Ende scheint nicht in Sicht. Wirklich erklärt werden kann die Faszination für das kontinuierliche Wiederlesen und Diskutieren von Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus nicht, überzeugt der Text weder durch eine besonders leichte Sprache noch einen mitreißenden Spannungsaufbau. Überdies geht es um Religion, auch um Kapitalismus, welcher – um versöhnlich zu bleiben – ein catchy Schlagwort darstellt. Vielleicht ist es diese Kombination, die es ausmacht.

Einen Anstoß für eine neuerliche Beschäftigung mit der Weber-These mag der erstaunlich unbestimmte Begriff der „Wahlverwandtschaft“ in der Protestantischen Ethik geben, welche Max Weber zwischen „bestimmten Formen des religiösen Glaubens und der Berufsethik“ ausmacht (im Folgenden stets PE nach Max-Weber-Gesamtausgabe Bd. I/18, S. 256). Sperrig und gleichzeitig vergleichsweise wenig beachtet, besetzt dieser Begriff den Kern seiner berühmten These. Dabei ist der Begriff an sich paradox. Während Verwandtschaft sich dadurch auszeichnet, nicht wählbar zu sein, suggeriert Wahlverwandtschaft das genaue Gegenteil. Warum wählte Weber, auf Goethes gleichnamigen Roman verweisend, ausgerechnet diesen Begriff, jedoch ohne jede Bestimmung, was er mit dieser Entlehnung meinte? (mehr …)

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