Debatte

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Middlesex und wir

Ende April 2010 hat die Leitung der Londoner Universität Middlesex beschlossen, ihre BA-, MA- und PhD- Programme in Philosophie zu schließen – aus „rein finanziellen Erwägungen“, wie aus Erklärungen des Universitätsmanagements zu entnehmen ist. Die Entscheidung stößt aus guten Gründen auf weltweite Empörung. Schließlich bedeutet dies nicht nur das Ende für das größte philosophische Master-Programm seiner Art in Großbritannien, sondern auch für das international anerkannte Centre for Research in Modern European Philosophy, eine der führenden britischen Forschungseinrichtungen für kontinentale Philosophie. …

Alte Veranstaltungen und CfP, Debatte

Politisches Denken auf 20 Quadratmetern

Noch bis zum 6. Juni kann man in der Antikensammlung im Alten Museum in Berlin eine kleine, aber äußerst feine und auch politikwissenschaftlich hochinteressante Ausstellung besuchen. Mit nur wenigen Exponaten (vier Büsten, 22 Münzen und zwei Graphiken) benötigt die Ausstellung „Der Brutus vom Kapitol. Ein Porträt macht Weltgeschichte“ nur etwa 20 Quadratmeter, um damit dennoch über zweitausend Jahre politischen Denkens nachzuzeichnen.
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Interview mit Axel Honneth bei Zeit-Online

Sehr unterhaltsam. Besonders freut mich, dass Axel Honneth das „Philosophische Quartett“ ebenso zu schätzen weiß wie wir:

„Honneth: Ehrlich gesagt finde ich die Sendung erbärmlich. Ich stamme aus einer Zeit, in der geisteswissenschaftliche Diskussionen in den Medien mehr Raum hatten und nicht auf schrille Thesen angewiesen waren, um die Quoten zu erhöhen.“

Hier geht es zum Interview.

(Via Political Theory, thanks for the pointer!)

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Europas Furcht vor dem Fremden: Das belgische Burka-Verbot

Das belgische Parlament hat ein Gesetz beschlossen, welches das Tragen von Ganzkörperschleiern künftig verbietet. Wie Zeit Online zusammen mit den Agenturen dpa und AFP berichtet, stellt das Gesetz „das Tragen jedes Kleidungsstücks, welches das Gesicht ganz oder hauptsächlich verhüllt“, unter Strafe. Darunter fallen die Burka, die ein Stoffgitter vor die Augen setzt, und der Nikab, bei dem ein Sehschlitz frei bleibt. Ein Verstoß soll ein Bußgeld von bis zu 250 Euro oder sieben Tage Gefängnis nach sich ziehen. Der Beschluss hat auch in der Blogszene für Reaktionen gesorgt. Die Mädchenmannschaft und fxneumann sind sich einig, dass die Regelung weniger auf das Wohl der Betroffenen als auf die Behaglichkeit der Mehrheitsgesellschaft zielt. In der Tat bedeutet das Verbot eine einseitige Einschränkung der Religionsfreiheit und ist nach dem Schweizer Minarettverbot ein weiteres Beispiel für die in Europa grassierende Islamophobie. …

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Interview mit Jürgen Habermas zur Griechenland-Krise, Angela Merkel und dem Internet

In einer Mischung aus Interview und Reportage hat die Financial Times Habermas dazu gebracht, sich zu den Möglichkeiten und Grenzen von interaktiven Websites wie Twitter (und dem gefälschten Habermas-Account dort) zu äußern. Außerdem zeigt Habermas sich sehr kritisch, was die Haltung der Bundesregierung gegenüber Europa und speziell im Angesicht der jetzigen Griechenland-Krise angeht: …

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Politische Mythen – der Fall des „zweiten Katyn“

In dieser Woche hat die polnische Schriftstellerin Olga Tokarczuk in der Süddeutschen Zeitung (leider nicht online verfügbar) einen beunruhigend-dringlichen Artikel zum Umgang Polens mit dem „zweiten Katyn“, wie der Flugzeugabsturz von Smolensk bisweilen genannt wird, geschrieben. Sie beobachtet darin, wie innerhalb von nur einer Woche nach dem Unglück in Windeseile am polnischen Mythos des nationalen Leidens und Opferns weitergeschmiedet wurde: Die Katastrophe, durch die das Land wichtige Teile seiner Führungselite verloren hat, wurde in diesen historisch weit zurückreichenden Opfermythos inkorporiert und als dessen jüngste Episode umgedeutet. …

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Philosophie in Radio und TV – Bringt das was?

Frei Platon folgend, das mündliche Gespräch sei der Schrift vorzuziehen, gibt es immer mehr Formate in Radio und Fernsehen, die sich dem populärwissenschaftlichem Dialog zwischen Philosophen und Nichtphilosophen widmen: „Das philosophische Radio“, „Das philosophische Quartett“, „Sternstunde Philosophie“ und so weiter. Da wird man dann als „Freund der Weisheit“ begrüßt („Guten Abend!“), und wer findet das denn nicht charmant. Ein Lob über den Äther übers Netz in den Kopfhörer ins Ohr – und schon fühlt man sich wie ein Freund der Weisheit. …

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Tierethik Reloaded

Der amerikanische Romanautor Jonathan Safran Foer hat ein essayistisches Buch über Tierschutz geschrieben, eine Art neue Vegetarierbibel könnte man sagen. Mit „Eating Animals“ (in der deutschen Übersetzung „Tiere Essen“) legt Foer nämlich ein zugleich informiertes, witziges, kluges und philosophisches Buch zum Essen von Tieren und essenden Tieren, so der doppeldeutige Titel, vor. Er befreit die Tierethik damit zumindest in der Popkultur, vielleicht aber ja auch in der (Populär-)philosophie, ein Stück weit aus ihrem Schattendasein. …

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