Autorenname: Ulrike Spohn

Debatte

Neues Blog zur „umkämpften Moderne“

Ein Weblog mit dem Titel „Contending Modernities – A blog about Catholic, Muslim, and Secular interaction in the modern world” bereichert seit kurzem die internationale akademische Blogszene. Grundthema sind die aktuellen Debatten und Deutungskämpfe zum Begriff der „Moderne“, deren Akteure sich mit der Tatsache konfrontiert sehen, dass weder eine religiöse noch eine säkulare Vereinnahmung dieses Schlüsselkonzepts ganz gelingt. Hier ein Auszug aus der Selbstbeschreibung des Blogs: …

Alte Veranstaltungen und CfP

Graduiertenkonferenz: „Decolonizing the Social Sciences“

Das „Frankfurt Research Center for Postcolonial Studies“ am Frankfurter Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ veranstaltet im Juni nächsten Jahres eine internationale Graduiertenkonferenz mit dem Titel „Colonial Legacies, Postcolonial Contestations: Decolonizing the Social Sciences and the Humanities“. Als Keynote Speaker sind Patricia Hill Collins und Dipesh Chakrabarty angekündigt. Unter den insgesamt 21 Panels befindet sich auch eines zur Thematik „Secularism, Religion and Politics: Critical Interventions“. Die Konferenzsprachen sind Englisch, Französisch und Spanisch. Einsendeschluss für Abstract und Kurzbiographie ist der 30. November.

Hier geht’s zum Call.

Debatte

Wider das Blockdenken von Schwarzer & Co.

Mit ihrem neuen Buch „Die große Verschleierung. Für Integration, gegen Islamismus“ läutet Alice Schwarzer eine neue Runde in der Debatte über Kopftuch und Verschleierung ein. Dafür erhält sie viel Beifall – auch von Iris Radisch, die Schwarzers Buch in der ZEIT wohlwollend bespricht. Die Entschiedenheit, mit der die Bedeutungsoffenheit des Kopftuchs als Symbol geleugnet und die Komplexität der Materie ignoriert wird, ist befremdlich. Schwarzers und Radischs Haltung in dieser Debatte zeugt von einem gefährlichen Blockdenken. …

Alte Veranstaltungen und CfP

Religion und Sozialtheorie

SOCREL, der Arbeitskreis „Religionssoziologie“ der British Sociological Association, veranstaltet vom 11.-13. April 2011 in Birmingham eine Konferenz mit Theorieschwerpunkt zu Grundsatzfragen der Religionssoziologie. Bestätigte Keynote Speaker der Konferenz mit dem Titel „Religion and Social Theory: Developing a New Agenda for the Sociology of Religion“ sind Steve Bruce und Bryan Turner. Alle Themenschwerpunkte, zu denen Paper- und Panel-Vorschläge erbeten sind (bis 15. November 2010), weisen einen Theoriebezug auf: „Reappraisal of classical sociological theories“, „contemporary Social Theory and religion“, „New theoretical paradigms“, „Empirical uses of contemporary theory“ u.a.

Mehr Infos zur Konferenz und dem Call for Papers gibt’s hier.

Debatte

Epistemic Confusion

Die eingehende Beschäftigung mit philosophischen Fragen kann manchmal (noch mehr) Rätsel aufgeben – vermutlich eher keine Seltenheit. Dies passiert mir als Politikwissenschaftlerin besonders dann, wenn ich den Versuch mache, die philosophischen Voraussetzungen politischer Positionen zu ergründen. Charles Taylor etwa gibt sich stets kritisch gegenüber der Idee einer „gemeinsamen Menschenvernunft“ (Habermas), die klassisch liberalen politischen Theorien zugrunde liegt. Gleichzeitig aber hält er am politischen Prinzip der weltanschaulichen Neutralität des Staates fest. Da kann sich schonmal epistemische Verwirrung einstellen: philosophische Vernunftkritik und politische Neutralität – geht das zusammen? …

Debatte

„Contextual turn“ in der politischen Philosophie? Rückblick auf die IWM International Summer School „Religion in Public Life“

„Religion in Public Life“ lautete das Thema der diesjährigen IWM International Summer School in Philosophy and Politics des Wiener Instituts für die Wissenschaften vom Menschen (IWM). Zwei Wochen lang, vom 4. bis 17. Juli, diskutierten 40 DoktorandInnen, Postdocs und ProfessorInnen aus aller Welt in Cortona (Italien) über die Zusammenhänge von Politik, Religion, Öffentlichkeit, Demokratie und Moderne. Für die vier thematisch spezialisierten Seminare lässt sich im Rückblick neben dem offiziellen Thema der Summer School eine weitere übergeordnete Fragestellung formulieren: Wieviel historische und soziologische Empirie verträgt die politische Philosophie? Besonders deutlich wurde das in dieser Frage zum Ausdruck kommende Spannungsverhältnis zwischen universellen Prinzipien einerseits und partikularen kulturellen, historischen und sozialen Kontexten andererseits in Debatten über die Kritik an der Vorstellung einer einheitlichen Moderne, das Verhältnis von Religion und Demokratie und die demokratische Auseinandersetzung in der Öffentlichkeit pluralistischer Gesellschaften. …

Debatte

„Veiled Threats?“ Martha Nussbaum über Burka-Verbote in Europa

Vor wenigen Tagen konstatierte die türkische Soziologin Nilüfer Göle im Rahmen der IWM International Summer School in Philosophy and Politics des Wiener Instituts für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) in Cortona (Bericht folgt) eine semantische Verschiebung in europäischen Debatten über den Islam vom „Kopftuch“ hin zur „Verschleierung“. Im europäischen Identitätsdiskurs ist die Burka zum neuen Symbol für das „Andere“ avanciert. Nach Belgien (siehe: „Europas Furcht vor dem Fremden“ im theorieblog) hat nun auch Frankreichs Parlament für ein Verbot des Ganzkörperschleiers gestimmt und feiert dies als Triumph der Werte von Freiheit und Gleichheit. Aus Sicht der politischen Philosophie ist dieser Befund zweifelhaft – Martha Nussbaum hält die gängigen Argumente für ein Gesetz gegen die Verschleierung für „utterly unacceptable in a society committed to equal liberty“. …

Alte Veranstaltungen und CfP

„Wie säkular ist die Welt?“ Charles Taylor am KWI Essen

Am 14. und 15. Juni diskutiert Charles Taylor am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) sein Buch „A Secular Age“ u.a. mit Otto Kallscheuer, Navid Kermani und Volkhard Krech. Die Moderation übernimmt Claus Leggewie. Die Veranstaltung am Montagabend ist öffentlich, für die Teilnahme an einem Workshop mit Taylor am darauffolgenden Tag bedarf es einer Anmeldung. Mehr Infos dazu gibts in diesem Flyer: Taylor am KWI 2010

Debatte

Europas Furcht vor dem Fremden: Das belgische Burka-Verbot

Das belgische Parlament hat ein Gesetz beschlossen, welches das Tragen von Ganzkörperschleiern künftig verbietet. Wie Zeit Online zusammen mit den Agenturen dpa und AFP berichtet, stellt das Gesetz „das Tragen jedes Kleidungsstücks, welches das Gesicht ganz oder hauptsächlich verhüllt“, unter Strafe. Darunter fallen die Burka, die ein Stoffgitter vor die Augen setzt, und der Nikab, bei dem ein Sehschlitz frei bleibt. Ein Verstoß soll ein Bußgeld von bis zu 250 Euro oder sieben Tage Gefängnis nach sich ziehen. Der Beschluss hat auch in der Blogszene für Reaktionen gesorgt. Die Mädchenmannschaft und fxneumann sind sich einig, dass die Regelung weniger auf das Wohl der Betroffenen als auf die Behaglichkeit der Mehrheitsgesellschaft zielt. In der Tat bedeutet das Verbot eine einseitige Einschränkung der Religionsfreiheit und ist nach dem Schweizer Minarettverbot ein weiteres Beispiel für die in Europa grassierende Islamophobie. …

Alte Veranstaltungen und CfP

Peter L. Berger in Karlsruhe

Am 12. Mai ist Peter L. Berger am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zu Gast. Im Zentrum der Veranstaltung mit dem Titel „Zwischen Relativismus und Fundamentalismus“ steht Bergers neues Buch „Lob des Zweifels. Was ein überzeugender Glaube braucht“.  Aus dem Ankündigungstext des Lehrstuhls für Soziologie des KIT: „Prof. Dr. Peter L. Berger, der weltbekannte Religionssoziologe und Direktor des Institute on Culture, Religion and World Affairs (Boston) stellt mit seinem neuen Buch ‚Lob des Zweifels. Was ein überzeugender Glaube braucht‘ (gemeinsam mit Anton Zijderveld) grundlegende Fragen an die Religionen und plädiert für einen mittleren Weg zwischen Fundamentalismus und Relativismus. Im Mai 2010 erhält der Begründer einer neueren Religionssoziologie jenseits des Säkularisierungs-Paradigmas den Leopold-Lucas-Preis der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Im Dialog mit verschiedenen Perspektiven wird Peter L. Berger seine religionssoziologisch profilierte Sicht auf Religionen im Allgemeinen und das Christentum im Besonderen vorstellen.“ Mehr Infos zu Zeit und Ort gibt es hier.

Debatte

Minarettverbot: Soll der EGMR entscheiden? Die Schweiz im Spannungsfeld von Demokratie und richterlicher Normenkontrolle

Nach dem Volksentscheid über das Bauverbot von Minaretten in der Schweiz am 29. November letzten Jahres wurde Artikel 72 der Bundesverfassung, der das Verhältnis zwischen Kirche und Staat regelt, um den folgenden Satz ergänzt: „Der Bau von Minaretten ist verboten“. Die 2007 lancierte, vor allem von Mitgliedern der rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP) und der evangelikal-konservativen Eidgenössisch-Demokratischen Union (EDU) unterstützte Volksinitiative „Gegen den Bau von Minaretten“ hat ihr Ziel erreicht. 57,5 Prozent der Schweizer stimmten für die Regelung.

Der Schweizer Minarettstreit ist ein paradigmatisches Beispiel für eine große Kontroverse in der politischen Theorie, die das Spannungsverhältnis von Demokratie und richterlicher Normenkontrolle thematisiert. …

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