Ausschreibung der FU-Berlin: Juniorprofessur für Praktische Philosophie (W 1 mit Tenure Track W3)

Die Freie Universität Berlin schreibt im Rahmen des Bund-Länder-Programms zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses (Tenure-Track-Programm) eine Juniorprofessur für Forschung und Lehre im Fach Praktische Philosophie aus, mit Schwerpunkten in Moralphilosophie und politischer Philosophie. Bewerbungsende ist der 30. Juli 2020. Alle weiteren Informationen finden sich hier.

Weiterlesen

Offener Brief an den Deutschen Ethikrat anlässlich seiner Stellungnahme zur „Achtung des Tierwohls in der Nutztierhaltung“

Kürzlich veröffentlichte der Deutsche Ethikrat eine Stellungnahme zur Nutztierhaltung in Deutschland. Während die meisten Medien die scharfe Kritik an der aktuellen Agrarpolitik in den Vordergrund stellten, die der Ethikrat vorbringt, sind viele Tierethikerinnen und Tierethiker enttäuscht von dem Papier, weil es insgesamt viel zu schwache praktische Forderungen enthalte. 16 Philosoph*innen, die zur Tierethik arbeiten, haben darum einen offenen Brief an den Ethikrat verfasst, den theorieblog.de im Folgenden auch deshalb vollständig widergibt, weil damit die Relevanz politiktheoretischer und politikphilosophischer Diskussionen über Animal Politics unterstrichen wird, die jüngst beispielsweise von Bernd Ladwig nochmals vertieft wurden.

(mehr …)

Weiterlesen

Appell der Sektion Politik und Geschlecht in der DVPW zum (wissenschafts-)politischen Umgang mit der COVID 19-Pandemie

Die DVPW-Sektion Politik und Geschlecht hat einen Appell zum (wissenschafts-)politischen Umgang mit der COVID 19-Pandemie verfasst. Begründet wird „die Notwendigkeit einer feministischen Analyse der Corona-Krise als Ausgangspunkt für eine demokratische, solidarische und intersektionale Gesellschaftsvision.“ Der Volltext des Appells findet sich hier.

Weiterlesen

CFP: Renegaten. Konjunktur einer Kippfigur (Jahrestagung des SNF-Forschungsprojekts „Halbwahrheiten. Wahrheit, Fiktion und Konspiration im ‚postfaktischen Zeitalter‘“)

Die Figur des Renegaten hat gegenwärtig Konjunktur, ob in Selbstnarrationen („wie ich von links nach rechts gelangte“, Matussek), in Fremdzuschreibungen (Rechtspopulisten inszenieren sich als „bürgerlich-konservativen Renegaten“, Séville), oder in fiktionalen Erzählungen (z.B. bei Tellkamp, Schulze, Houellebecq). Ist der Renegat eine Sozialfigur unserer Zeit oder ein diskursiver Effekt politischer und (auto-)biographischer Eigen- und Fremdzuschreibungen, der seit jeher den Kampf um politische Identitäten bestimmt?

Ein ausführliches Exposé zum Thema, das gern auch aus einer historischen Perspektive beleuchtet werden darf, und zu den drei Sektionen (der Renegat als Sozialfigur, der Renegat als literarische Figur und der Renegat als Theoriefigur) ist hier einzusehen. Die Tagung findet vom 18.-20. März 2021 an der Universität Basel statt. Kosten für Reise und Unterkunft werden übernommen. Um die Einsendung eins Abstracts und einer Kurzbiographie wird gebeten bis zum 26. Juli 2020 an: nicola.gess@unibas.chcarolin.amlinger@unibas.chlea.liese@unibas.ch.

Weiterlesen

„What’s Left? Demokratischer Sozialismus reloaded?“ – Livestream-Diskussion zwischen Robin Celikates und Saskia Esken (22. Juni 2020)

Im Rahmen der Reihe „What’s Left?“, einem Austauschforum zwischen Philosophie und Politik, wird zur Livestream-Diskussion zwischen Robin Celikates (FU Berlin) und der SPD-Vorsitzenden Saskia Esken am 22. Juni 2020 ab 19:00 Uhr eingeladen.

Ankündigungstext:

„Ein Gespenst spukt wieder in Europa – Politiker_innen und Theoretiker_innen sprechen wieder vom demokratischen Sozialismus und wollen ihn fit machen für das 21. Jahrhundert. Aber was heißt ‚demokratischer Sozialismus‘ heute eigentlich? Kann er eine Zukunftsvision für unsere Gesellschaft sein?

https://www.fes.de/whatsleft

https://twitter.com/FESonline.“

Weiterlesen

Online-Umfrage des Fachinformationsdienstes Politikwissenschaft – POLLUX

POLLUX ist der Fachinformationsdienst für die Politikwissenschaft in Deutschland, wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert, verbessert die fachliche Informationsinfrastruktur und unterstützt damit überregional die politikwissenschaftliche Forschung. Dabei sind die Bedarfe der politikwissenschaftlichen Fachcommunity von zentraler Bedeutung.

Und genau diese Bedarfe und die Zufriedenheit mit dem Angebot von POLLUX sollen jetzt mittels einer Onlinebefragung erhoben werden. Jede Rückmeldung ist wichtig. Auch wenn Sie POLLUX bisher nicht nutzen. Denn nur durch zahlreiche Rückmeldungen können valide Aussagen getroffen werden.

Die Umfrage läuft noch bis zum 28.6.2020 und dauert ca. 10 Minuten. Es werden keine personenbezogenen Daten erhoben. Das gesamte Team von POLLUX würde sich über Ihre Unterstützung freuen.

Hier geht es zur Umfrage: https://www.pollux-fid.de/surveys/pollux-general-survey

Weiterlesen

Forum e-Semester (1): Das Experiment des digitalen Semesters: Chancen, Illusionen, Folgen

Schon seit Wochen steht fest: Im Sommersemester soll an deutschen Universitäten digital gelehrt werden. Nun beginnt es. Während Studierenden unter den gegebenen Corona-Umständen große Zugeständnisse gemacht werden müssen, weil Studierbarkeit und Studierfähigkeit nicht auf technisches Equipment und digitale Zugriffskompetenzen reduzierbar sind, sollen ihre Ansprüche weitestgehend erhalten bleiben. Lehrende sind angehalten, eigene Veranstaltungen wo immer möglich digital aufzubereiten, online zu präsentieren, zu moderieren und zu prüfen. Pragmatisch und kreativ zugleich sollen sie sein – und viele wollen es.

Dass die infrastrukturellen Herausforderungen dieser vorübergehenden und allerorts hektisch betriebenen Umstellung gewaltig sind, bedarf keiner Erläuterung. Wie in vielen Unternehmen ebbte auch an den Hochschulen die Flut erregter Informationsmails, euphorischer Bedienungstipps und mahnender Digitalitätsappelle wochenlang nicht ab (wobei enorme Unterschiede im Aktivitäts-, Motivations- und Kompetenzgrad der Universitäten, zwischen föderalen Hochschulbürokratien, einzelnen Wissenschaftszweigen und ihren Untergliederungen zutage traten). Allmählich aber endet die Phase der ersten Suche nach geeigneter, anspruchsgerechter und überhaupt verfügbarer Hard- und vor allem Software. Viele Leitentscheidungen sind getroffen: Welche Programme und wie viele? Synchrones oder zeitversetztes Lehren? Dos & Don’ts? Andere Fragen – Was ist mit dem Datenschutz? Wie steht’s um die Vergleichbarkeit der Leistungen? Was darf überhaupt wie geprüft werden? Was sind Regeln, was Ausnahmen? – sind demgegenüber zurückgestellt oder schwelen vor sich hin. Die ersten Maßnahmen und Antworten jedenfalls haben pfadabhängige Wirkungsketten in Gang gesetzt, deren Nutzen oder Schaden sich erst allmählich erkennen lassen werden. Der Stresstest der Implementierung hingegen beginnt genau jetzt. (mehr …)

Weiterlesen

KRITIK UND CORONA-KRISE

Die „Corona-Krise“ ist allgegenwärtig. Doch wer von Krise spricht, sollte von Politik nicht schweigen. In seiner öffentlichkeitshistoriographischen Studie Kritik und Krise bestimmte der Geisteswissenschaftler Reinhart Koselleck Krise als eine Lage, die ihrer Überwindung zustrebt, ohne dass verlässlich angegeben werden könnte, ob sich überhaupt umsetzbare Lösungsansätze dafür finden und tatsächlich eignen. Eine Krise immerhin endet so oder so, die Frage ist nur wann und wie. Es liege „im Wesen einer Krise“, so Koselleck, „daß eine Entscheidung fällig ist, aber noch nicht gefallen. Und es gehört ebenso zur Krise, daß offen bleibt, welche Entscheidung fällt.“

Der bekanntlich vom Ausnahmezustands- und dezisionistischen Politiktheoretiker Carl Schmitt inspirierte Koselleck wusste, dass jede öffentliche Behandlung einer „Krise“ ihrerseits immer schon Folge einer politischen Festlegung ist: der Feststellung des Krisenzustands. Und noch genauer besehen setzt die Entschlossenheit, sich der Krisenbearbeitung durch beschleunigende Zuspitzung oder aber durch therapeutische Reformen anzunehmen, zwei politische Entscheidungen voraus. Erstens, dass die als „Krise“ bezeichneten Phänomene überhaupt in einem politischen Deutungsrahmen beschrieben werden sollen. Zweitens, dass diese Phänomene durch die Erzwingung kollektiver Verbindlichkeit der für geeignet erachteten Maßnahmen wenigstens partiell zu behandeln seien. (mehr …)

Weiterlesen

Kritische Theorien in der Pandemie. Ein Glossar zur Corona-Krise (29. März 2020 ab 17:00 – online)

Zum 29. März 2020 organisiert der Frankfurter „Arbeitskreis für Politische Theorie und Philosophie“ zur Unterstützung von „Medico-Nothilfe“ und „Project Shelter“ Kurzvorträge über „Kritische Theorien in der Pandemie“, namentlich zu
Ausnahmezustand (Jonas Heller),
Black Feminism (Vanessa Thompson),
Care (Mike Laufenberg),
Familie (Marina Martinez Mateo),
Grenzen (Robin Celikates),
Immunisierung (Andreas Folkers),
Natur (Katharina Hoppe),
Ökonomie (Thomas Biebricher),
Propaganda (Frieder Vogelmann),
Revolution (Eva von Redecker),
Sicherheit (Daniel Loick),
Kämpfe (Sandro Mezzadra),
Vulnerability (Estelle Ferrarese).

 

Das Event findet ab 17.00 hier statt: https://youtu.be/9qkUuc6buEM. Spenden werden hierüber erbeten: https://paypal.me/pools/c/8nDba16NVA.

Die Einnahmen gehen zu 50 % an die Medico-Nothilfe (https://www.medico.de/nothilfe/), zu 50 % an das Project Shelter (https://turnthecorner.de/).

Weiterlesen

Wirtschafts- und fiskalpolitische „Größen“ der Demokratie (Buchforum „Die Größe der Demokratie“, Teil 4)

Dass Dirk Jörkes Die Größe der Demokratie der tatsächlichen und der potentiellen demokratischen Qualität großräumiger Herrschaft und Integration besonders Europas skeptisch gegenübersteht, ist in den bisherigen Diskussionen zum Werk stets festgestellt worden. Dazu wird hier keine Position bezogen, auch eine Gesamtwürdigung des Bandes wird im Sinne der thematischen Arbeitsteilung des vorliegenden Buchforums unterbleiben müssen. Stattdessen möchte ich mich Jörkes neuem Buch maßgeblich aus einer wirtschafts- und finanz- bzw. fiskaltheoretischen Sichtweise der Politischen Theorie und Ideengeschichte nähern. Darum konzentriere ich mich auf dessen sechstes Kapitel, d.h. auf Jörkes Ausführungen über „Rückgewinnung wirtschaftspolitischer Souveränität“.

Dass dieser Fokus gleichwohl aufs Ganze zielt, wird dadurch deutlich, dass Jörke selbst sein Buch über die Demokratiekrise Europas und der europäischen Staaten mit einer wirtschafts- und fiskalpolitischen Skandalisierung einleitet. Eurokrise, Wohnungsfrage, Lohnsklaverei, Finanztransaktionssteuerdiskussion, Steuerflucht und -vermeidung u.v.a.m. führt er an. Solche Kritik ist mit guten Gründen Standard geworden. Von Thomas Piketty über Wolfgang Streeck bis Jean-Claude Michéa wird die heutige europäische Demokratiekrise vom liberalen bis ins radikale Spektrum als Konsequenz einer irrlichternen Wirtschaftsideologie vorgeführt. Dem schließt sich Jörke an. (mehr …)

Weiterlesen