Wirtschafts- und fiskalpolitische „Größen“ der Demokratie (Buchforum „Die Größe der Demokratie“, Teil 4)

Dass Dirk Jörkes Die Größe der Demokratie der tatsächlichen und der potentiellen demokratischen Qualität großräumiger Herrschaft und Integration besonders Europas skeptisch gegenübersteht, ist in den bisherigen Diskussionen zum Werk stets festgestellt worden. Dazu wird hier keine Position bezogen, auch eine Gesamtwürdigung des Bandes wird im Sinne der thematischen Arbeitsteilung des vorliegenden Buchforums unterbleiben müssen. Stattdessen möchte ich mich Jörkes neuem Buch maßgeblich aus einer wirtschafts- und finanz- bzw. fiskaltheoretischen Sichtweise der Politischen Theorie und Ideengeschichte nähern. Darum konzentriere ich mich auf dessen sechstes Kapitel, d.h. auf Jörkes Ausführungen über „Rückgewinnung wirtschaftspolitischer Souveränität“.

Dass dieser Fokus gleichwohl aufs Ganze zielt, wird dadurch deutlich, dass Jörke selbst sein Buch über die Demokratiekrise Europas und der europäischen Staaten mit einer wirtschafts- und fiskalpolitischen Skandalisierung einleitet. Eurokrise, Wohnungsfrage, Lohnsklaverei, Finanztransaktionssteuerdiskussion, Steuerflucht und -vermeidung u.v.a.m. führt er an. Solche Kritik ist mit guten Gründen Standard geworden. Von Thomas Piketty über Wolfgang Streeck bis Jean-Claude Michéa wird die heutige europäische Demokratiekrise vom liberalen bis ins radikale Spektrum als Konsequenz einer irrlichternen Wirtschaftsideologie vorgeführt. Dem schließt sich Jörke an. (mehr …)

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Gemeinschaft und Gesellschaft. Das X. Internationale Tönnies-Symposium in Kiel

In der an beeindruckenden Persönlichkeiten nicht armen Gruppe der Gründer der Soziologie nimmt der 1855 auf Eiderstedt geborene Ferdinand Tönnies einen der vordersten Plätze ein. Dieser Monate nun endlich erscheint Gemeinschaft und Gesellschaft, sein wirkungsreichstes Früh- und zugleich Hauptwerk, in der (auf eine stattliche Anzahl von Bänden nebst unzähligen Begleitheften, Schriftenreihen und internationalen Handbüchern angewachsenen) Tönnies-Gesamtausgabe, herausgegeben von Dieter Haselbach und der im letzten Jahr verstorbenen Bettina Clausen. Anlass genug, um an Tönnies’ Kieler Wirkungsstätte ein divers gefördertes, letztlich enormes Symposium, mit einigen rasanten Vorträgen zu veranstalten – Familienmitgliederbesuch der Tönnies-Enkelgeneration und Oberbürgermeisterempfang fehlten auch nicht. (mehr …)

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CfA für Spring School „Own Data. Systems Medicine between Sovereignty and Solidarity (30.3.-2.4.2020; FAU Erlangen-Nürnberg)

Der Lehrstuhl für Systematische Theologie II (Ethik) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg veranstaltet vom 30. März bis zum 02. April 2020 eine Spring School zum Thema „Own Data. Systems Medicine between Sovereignty and Solidarity“. Das Ziel dieser Konferenz ist es, mit (Nachwuchs-)WissenschaftlerInnen über die rechtliche Handhabung personenbezogener, medizinisch relevanter Daten im klinischen und Forschungskontext zu diskutieren und die Ergebnisse in einen Sammelbank zu publizieren. Hierfür laden wir 15 WissenschaftlerInnen herzlich dazu ein, sich mit einem Abstract für die Teilnahme zu bewerben. Detailiertere Informationen finden sich hier. Bewerbungen sind bis zum 30. November 2019 möglich.

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CfP der „Moral Philosophy and Politics“ (MOPP) zum Thema „Paternalism, Nudging, and the Digital Sphere“

Die Zeitschrift „Moral Philosophy and Politics“ (MOPP) und Johannes Drerup (Amsterdam/Koblenz-Landau), Sebastian Stein (Heidelberg) sowie Thomas Grote (Tübingen) wünschen als Gastherausgeber Beiträge zum geplanten Schwerpunktheft „Paternalism, Nudging, and the Digital Sphere“. Die Frist läuft zum 15. Januar 2020, die vollständige Ausschreibung findet sich hier.

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Fellowships des „Käte Hamburger Kollegs ‚Recht als Kultur’” für den Zeitraum vom 01.04.2020 bis 31.03.2022

Das „Käte Hamburger Kolleg ‚Recht als Kultur'“ vergibt Fellowships für den Zeitraum vom 01.04.2020 bis 31.03.2022. Ausgewiesene Wissenschaftler*innen sind eingeladen, sich auf ein Fellowship bzw. Junior Fellowship mit der maximalen Dauer von 12 Monaten zum Thema „Recht und Gemeinschaft“ zu bewerben. (mehr …)

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CfP für Workshop „Narrative ökonomischer Ungleichheit“ (3. 12. 2019, NRW School of Governance, Universität Duisburg-Essen)

Für die NRW School of Governance an der Universität Duisburg-Essen organisieren zum 3.12.2019 Taylan Yildiz und Christopher Smith Ochoa den Workshop „Narrative ökonomischer Ungleichheit“ und rufen zur Beteiligung auf. Es werden Workshop-Beiträge aus der Politikwissenschaft und aus den benachbarten sozial- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen erbeten. Ferner sind Beiträge aus der politischen Praxis erwünscht.
Abstracts für Workshop-Beiträge zu einem oder mehreren der unten genannten Diskursfelder (max. 500 Wörter) sind bis 30. August 2019 und bei Annahme der Beiträge in ausgearbeiteter Form (max. 7.000 Wörter) bis zum 30. Oktober 2019 an Christopher Smith Ochoa (christopher.smith@uni-due.de) erbeten. Über die Annahme der Vorschläge wird bis zum 15. September informiert. Alle Beiträge werden den Teilnehmer*innen im Vorfeld des Workshops in einem Paperroom zur Verfügung gestellt. Anfallende Reisekosten (Bahn 2. Klasse, PKW) sowie Kosten für Unterkunft im üblichen Umfang werden von den Organisatoren übernommen. Es wird eine Publikation anvisiert.

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TU Dresden: Professur (W3) für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Politische Theorie und Ideengeschichte

An der Philosophischen Fakultät ist im Institut für Politikwissenschaft zum 01.10.2020 die

Professur (W3) für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Politische Theorie und Ideengeschichte

zu besetzen.

Die Stelleninhaberin/Der Stelleninhaber soll das politikwissenschaftliche Teilfach Politische Theorie und Ideengeschichte in Forschung und Lehre (innerhalb der Studiengänge Bachelor, Master und Lehramt der Philosophischen Fakultät) in seiner ganzen Breite vertreten sowie an der Entwicklung der Bachelor-, Master- und Lehramtsstudiengänge aktiv mitwirken und sich an der akademischen Selbstverwaltung der Universität beteiligen. Die Bereitschaft sowie Befähigung zur Durchführung von Lehrveranstaltungen in englischer Sprache ist ebenfalls erwünscht. Es wird eine aktive und internationale Publikationstätigkeit erwartet. Die Bereitschaft zur Mitarbeit in den Forschungsschwerpunkten der Fakultät, in den Verbundforschungsprojekten sowie zu interdisziplinärer Forschung wird vorausgesetzt. Darüber hinaus ist erwünscht, dass die künftige Stelleninhaberin/ der künftige Stelleninhaber sich an mindestens einem der Forschungsschwerpunkte des Instituts (Verfassungs- und Demokratieforschung, Inter- und Transnationalisierung von Politik, anwendungsbezogene politische Transfer- und Vermittlungsforschung) beteiligt. Neben dem Nachweis einschlägiger Publikationen und Lehrerfahrungen ist Erfahrung bei der Einwerbung von Drittmitteln gefordert. Die Forschungsschwerpunkte der Bewerberin/des Bewerbers sollen anschlussfähig zum geistes- und sozialwissenschaftlichen Profilbereich der TU Dresden „Kultur und gesellschaftlicher Wandel“ sein. Die Berufungsvoraussetzungen richten sich nach § 58 SächsHSFG. Den vollständigen Ausschreibungstext finden Sie unter https://tu-dresden.de/stellenausschreibung/6979.

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15. Juli 2019, Berlin: Buchvorstellung von „Affekt Macht Netz. Auf dem Weg zu einer Sozialtheorie der digitalen Gesellschaft“

Shitstorms, Hate Speech oder virale Videos, die zum Klicken, Liken, Teilen bewegen: Die vernetzte Gesellschaft ist von Affekten getrieben und bringt selbst ganz neue Affekte hervor. Dies ist der Impuls für den neu erscheinenden Sammelband „Affekt Macht Netz. Auf dem Weg zu einer Sozialtheorie der Digitalen Gesellschaft“ (transcript), herausgegeben von Rainer Mühlhoff, Anja Breljak und Jan Slaby. In 15 Beiträgen nimmt der Band die Medientechnologien unserer Zeit in den Blick und lässt junge Wissenschaftler*innen aus dem Umfeld der kritischen Affekt- und Sozialphilosophie zu Wort kommen. Von digitaler Entmündigung über Klicklüste und Verfügbarkeitszwänge bis hin zur Politik vernetzter Öffentlichkeiten vertieft der Band ein breites Spektrum an Phänomenen der digitalen Gesellschaft. Mit Antonio Negri präsentiert er einen wichtiger Vordenker vernetzter Macht, affektiver Arbeit und politischer Strategien des Aufbegehrens.

Am 15. Juli 2019 laden die Herausgeber*innen und Autor*innen die Buchveröffentlichung im Kreuzberger Buchladen Antiquariat Kalligramm.

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15.-16. Juli 2019: Vortrags- und Workshopreihe über die „Auflösung des liberalen Konsenses“ (Freiburg)

Die Freiburger Professur für Politische Theorie lädt in Zusammenarbeit mit dem Colloquium politicum zu einer Vortrags- und Workshopreihe über die „Auflösung des liberalen Konsenses“ ein. In der von Hannah Riede und Karsten Schubert organisierten Reihe wird aus der Perspektive der kritischen Rechtstheorie nach aktuellen Krisen von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit gefragt. Unter dem Titel „Die Demo als Revolte“ wird Dr. Tim Wihl (FU Berlin) in seinem Abendvortrag ausloten (Montag, 15.07.19, 18 Uhr c.t., HS 1119, KG I), wie Demonstrationen zu gesellschaftlichen Umbrüchen führen können.

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Gelegenheit zum Engagement in der DVPW-Themengruppe „Transkulturell vergleichende Politische Theorie“

Die Themengruppe „Transkulturell vergleichende Politische Theorie“ bereitet die Umwandlung in einen Arbeitskreis vor, der mit einer Umbenennung in „AK Vergleichende Politische Theorie/Comparative Political Theory“ einhergehen soll. Auch wird die Vernetzung der deutschen Forschercommunity mit der internationalen CPT aktiv weiterverfolgt (internationale Buchpublikation, ECPR Standing Group).

Da dies zugleich mit personellen Wechseln im Sprecherkreis der Themengruppe verbunden ist, bietet sich die Möglichkeit, sich organisatorisch und konzeptionell in die Themengruppe einzubringen und zusammen mit den verbliebenen Sprechern Sophia Schubert und Alexander Weiß den Umwandlungs- und Verstetigungsprozess zu begleiten und mitzuprägen. (mehr …)

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