Tagungsbericht: Von widerständigen Verweigerungen und vom (Über-)Leben in feindlichen Umgebungen. Politische Theorie zwischen (Un)Sichtbarkeiten

Wie feindlich ist die Umgebung, in der wir leben und uns bewegen? Denken wir beispielweise an trans- oder queerfeindliche Übergriffe oder Femizide, deren Ereignung durch bestimmte Atmosphären mit erzeugt wird, ausbeuterische Arbeitsverhältnisse oder an Wohnungslose in Großstädten. Feindlich bedeutet hier in einem symbolischen, aber auch materialistischen Sinne, dass diese Umgebungen bestimmte Lebens- und Subjektivierungsweisen verunmöglichen und Ausschlüsse produzieren, die verschleiert oder unsichtbar gemacht werden. Wie schafft man in diesen unlebbaren Umgebungen lebbare Räume durch (vermeintlich) kleine, alltägliche Überschreitungen, Infragestellungen oder Verweigerungen? Und wie entfalten solche widerständigen Praktiken wiederum Transformationspotenziale, die auch auf diese unlebbaren Umgebungen wirken?

Diesen Fragen wendete sich die am 13. und 14. November veranstaltete internationale Konferenz „Resistance, Refusal, Survival. Contesting Hostile Environments“, organisiert von Christine AbbtMichaela Bstieler und Leire Urricelqui zu. Die Beiträge reichten von kritischen Theorien (mit kleinem und großem k), materialistischen, feministischen, post- und dekolonialen Ansätzen und Black Theories bis hin zu phänomenologischen Perspektiven. (mehr …)

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Tagung: „Philosophie und Antisemitismus“ (Würzburg, 10.-12. März 2026)

Zum Thema „Philosophie und Antisemitismus“ wird vom 10. – 12. März 2026 an der Uni Würzburg eine Tagung stattfinden. Ausgangspunkt sind vielfältige Formen antisemitischer Herabsetzungen und Ausgrenzung jüdischen Denkens in Geschichte und Gegenwart der Philosophie. Zugleich verfügen die verschiedenen philosophischen Traditionen aber auch über wichtige Werkzeuge für eine Analyse und Kritik des Antisemitismus. Auf der Tagung sollen sowohl dieses problematische Erbe als auch die Instrumentarien, welche die Philosophie für Analyse und Kritik bereithält, diskutiert werden. Vier miteinander verbundene Problemkomplexe stehen dabei im Mittelpunkt: philosophische Legitimationen des Antisemitismus in den Begriffen und Selbstverständnissen der Disziplin; die Aktualität jüdischer Denk-traditionen, die lange marginalisiert wurden und neue Impulse für das Verständnis von Universalität und Kritik bieten; philosophische Ansätze der Kritik, die zur Analyse anti-semitischer Ideologien beitragen können; sowie schließlich das Verhältnis von Antisemitismus- und Rassismuskritik, dessen Bearbeitung die Frage nach der Situierung der philosophischen Überlegungen im geschichtlichen und politischen Kontext aufwirft.

Um Anmeldungen wird gebeten (an: philosophie-und-antisemitismus[at]uni-wuerzburg.de).Hier geht es zum Plakat der Veranstaltung.

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Veranstaltungshinweis: „Democratic Insecurities / Democratic Resistance“, Uni Gießen

An der Gießener Justus-Liebig-Universität wird nächste Woche vom 06. – 07. November eine Tagung zum Thema „Democratic Insecurities / Democratic Resistance“ stattfinden. In fünf thematischen Panels werden zahlreiche Vertreter:innen der deutschsprachigen und der internationalen Politischen Theorie die folgenden Themen diskutieren: I) Ursachen der vielfältigen Krisen der Demokratie; II) Formen demokratischer Unsicherheiten; III) Postkolonialismus, Neoliberalismus und Unsicherheit; IV) Die Ambivalenz des Rechts in der Demokratie; V) Wege zur Überwindung von Gefahren für die Demokratie.

Die Tagung ist offen für alle Interessierten – weitere Infos finden sich auf dem Plakat und der Tagungswebseite.

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Veranstaltungshinweis: Workshop „Volk und Elite“, Uni Frankfurt

An der Goethe Universität in Frankfurt wird am 6. und 7. November ein interdisziplinärer Workshop zum Thema „Volk und Elite“ stattfinden. Der Workshop wird das jüngste Buch von Kolja Möller diskutieren und den Fokus auf die aktuellen Entwicklungen von Populismus und Demokratie richten. Dabei wird u.a. folgenden Fragen nachgegangen: Was zeichnet Populismus als Politikform aus? Von welchem Volk ist die Rede? Was besagt eine Gesellschaftstheorie des Populismus? Welche Wirksamkeitserfahrungen spielen eine Rolle?

Mehr Informationen gibt es hier. Eine Anmeldung an Hupka[at]jur.uni-frankfurt.de wird gewünscht.

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Veranstaltungshinweis: Workshop „The Grounds of Planning: Rationality, Pseudorationality, and Critique“, HU Berlin

Was bedeutet es, eine Wirtschaft rational zu planen – und was gilt als „rational“? Der zweitägige Workshop, der vom 4. – 5. Dezember 2025 in Berlin stattfinden wird, bringt Wissenschaftler:innen zusammen, die an der Schnittstelle von Philosophie, politischer Ökonomie und kritischer Theorie arbeiten, um über die umstrittene Rationalität der Wirtschaftsplanung nachzudenken. Wie wurde das Konzept der Planung durch Debatten über Wissen, Werte, Natur und Technologie geprägt? Welche Modelle der Rationalität – formal, substanziell, instrumentell – haben unsere Visionen einer Planwirtschaft geleitet oder verzerrt? Und was könnte Planung angesichts ökologischer Grenzen, algorithmischer Governance und autoritären Kapitalismus bedeuten?

Mehr Informationen sind hier zu finden.

 

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Veranstaltungshinweis: Gender Lunch Talks, FU Berlin (hybrid)

Die FU Berlin in Kooperation mit dem Margherita von Brentano Zentrum organisiert in diesem Wintersemester die „Gender Lunch Talks“ als hybride Veranstaltung vor Ort und online. In jeder Sitzung werden aktuelle Forschungsarbeiten und neue Publikationen aus dem Bereich der Geschlechterforschung vorgestellt – präsentiert von Wissenschaftler:innen aus unterschiedlichen Disziplinen der Freien Universität Berlin. Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen, Lunch mitzubringen und mitzudiskutieren!

Den Anfang macht Esther Neumann am 06. November 2025 zum Thema „Gender Identity and Personhood“, gefolgt von Gülay Çağlar, Sabina García Peter, Jana Gerlach und Heike Pantelmann am 15. Januar 2026 zu „Diversity und Rassismus im Hochschulkontext – glänzende Fassaden und gebrochene Versprechen. Publikationsvorstellung“, den Schluss macht Tanja Kubes am 29. Januar 2026 zum Thema „Feministische KI. Wieso menschenzentrierte Künstliche Intelligenz für eine gerechte Welt nicht ausreicht“. Mehr Informationen sind ebenfalls dem Flyer zu entnehmen.

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Veranstaltungshinweis: Workshop „Laclau und Rancière im Dialog. Staat und Repräsentation“, Uni Wien

Vor genau 40 Jahren erschien Hegemonie und radikale Demokratie. Zur Dekonstruktion des Marxismus (1985) von Ernesto Laclau und Chantal Mouffe, vor 20 Jahren folgte Laclaus Die populistische Vernunft (2005). Anlässlich dieser Jubiläen findet am 27. November 2025 ein Workshop an der Universität Wien statt, der die politische Theorie Laclaus in einen Dialog mit der Philosophie Jacques Rancières bringt. Ausgangspunkt bildet ein Gespräch zwischen den beiden Denkern aus dem Jahr 2012 an der Universidad Nacional de San Martín in Buenos Aires (Argentinien). Berührungspunkte und Differenzen sollen im Workshop ausgelotet werden in der Zuspitzung auf die Fragen der Staatlichkeit sowie der Repräsentation. Wie denken sie das Verhältnis zwischen repräsentativen Institutionen und spontanen Formen politischer Artikulation (etwa Protestbewegungen oder Straßenaktionen)? Welche Funktion kommt dem Staat – als Institution wie auch als Prinzip – in ihren Analysen zu?

Weitere Informationen sind der Universitätsseite sowie dem Plakat zur Veranstaltung zu entnehmen. Um vorherige Anmeldung bis zum 14.11.2025 per E-mail an anna-teresa.steffner[at]univie.ac.at wird gebeten.

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Veranstaltungshinweis Internationale Konferenz: „Resistance, Refusal, Survival: Contesting Hostile Environments“, St. Gallen

Weltweit verankern Staaten autoritäre Praktiken in den Infrastrukturen, die das tägliche Leben organisieren. Von Grenzregimen und Überwachungssystemen bis hin zu ausgrenzender Stadtplanung machen diese „feindlichen Umgebungen“ das Leben einiger Menschen unerträglich, während sie die Privilegien anderer sichern. Sie schreiben rassistische, geschlechtsspezifische und wirtschaftliche Hierarchien in die materielle und symbolische Ordnung zeitgenössischer Gesellschaften ein. Doch feindliche Umgebungen erzeugen auch Widerstand. Die Konferenz bringt Wissenschaftler:innen zusammen, um zu untersuchen, wie sich Herrschaft, Widerstand und Überleben überschneiden. Wie navigieren unterdrückte Gruppen durch feindselige Bedingungen und eröffnen gleichzeitig Räume für transformative Politik? Wie können diese Praktiken uns dazu bringen, Souveränität, Zugehörigkeit und Widerstand selbst zu überdenken?

Mit diesen Fragen wird sich die internationale Konferenz „Resistance, Refusal, Survival: Contesting Hostile Environments“ beschäftigen, die vom 13. – 14. November 2025 an der Universität St. Gallen stattfinden wird. Mehr Informationen sind auf der Universitätswebseite zu finden. Das Programm gibt es hier und zum Abendvortrag von Iris Därmann gibt es hier mehr Informationen.

 

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CfA: Promotionsstellen im Bereich Gesellschaftstheorien und Gesellschaftsanalyse, Universität Linz

An der Universität Linz sind zwei volle Promotionsstellen ab dem 01. März 2026 ausgeschrieben im Bereich Gesellschaftstheorien und Gesellschaftsanalyse, vorzugsweise mit Fokus auf Geschlecht/Intersektionalität. Die Stellen sind auf vier Jahre befristet mit 40 Stunden/Woche. Bewerbungsschluss ist der 30. November 2026. Mehr Informationen zur Ausschreibung sind hier zu finden.

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CfA: Hannah Arendt und die Öffentlichkeit in Zeiten multipler Krisen

HannahArendt.net – Zeitschrift für politisches Denken organisiert im diesjährigen Todesjahr von Arendt einen Themenschwerpunkt mit dem Titel „Öffentlichkeit in Zeiten multipler Krisen“. Arendt versteht Öffentlichkeit als den Raum, in dem eine Pluralität unterschiedlich positionierter Menschen in Erscheinung tritt, miteinander handelt und spricht, um ein Gemeinsames zu verhandeln. Angesichts der gegenwärtigen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen soll Arendts Begriff von Öffentlichkeit neu ausgelotet werden.

Der geplante Themenschwerpunkt lädt zu Beiträgen ein, die Arendts Begriff der Öffentlichkeit theoretisch, historisch oder im Hinblick auf gegenwärtige Krisenerfahrungen befragen und weiterdenken. Abstracts können bis zum 15. Dezember 2025 eingereicht werden. Mehr Informationen sind hier zu finden.

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