Walter-Benjamin-Lectures 2026 mit Dipesh Chakrabarty

„A Second Decline of the West?“ bzw. „Geht der Westen wieder unter?“ ist Titel und Fragestellung der diesjährigen Walter-Benjamin-Lectures, die vom 23. bis zum 25. Juni jeweils von 18-20 Uhr im Haus der Kulturen der Welt in Berlin stattfinden. Die Lectures werden auch in diesem Jahr vom Centre for Social Critique der HU Berlin organisiert und eröffnen wie gewohnt Raum für kritische Gegenwartsanalysen. In diesem Jahr ist Dipesh Chakrabarty zu Gast, der vor einem Vierteljahrhundert seinen Essay „Provincializing Europe“ veröffentlichte und seitdem auch in weiteren Veröffentlichungen die Geschichte menschlicher Gesellschaften und die Geschichte unseres Planeten aus dekolonialer Perspektive in den Blick nimmt und dabei die Frage stellt, wie eine kritische Geschichtsschreibung auf die Herausforderungen des Klimawandels bzw. des Anthropozäns reagieren kann.

Auf der Tagesordnung für die Walter-Benjamin-Lectures stehen konkret:

  • 23. Juni: The Between and Betwixt Nature of Our Times
  • 24. Juni: Globalization and the Politics of Provincializing Europe
  • 25. Juni: Indigeneity as Planetarity: Provincializing America?

Die Vorträge finden auf Englisch mit Simultanübersetzung auf Deutsch statt. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Alle Informationen sind online unter diesem Link zu finden.

2 Kommentare zu „Walter-Benjamin-Lectures 2026 mit Dipesh Chakrabarty“

  1. Dominikus Schmidt (dos)

    d.c. schafft es seit jahren nicht, die schwächen des klass. u. später des selbstrefktierenden „enlightments“ zu adressieren.
    die fragen nach der vernünftigkeit von diesem und jenem etc. sind keineswegs obsolet, aber der aufklärung ist eben auch geschuldet, dass es keinen universell festellbaren grund fürs menschsein gibt, und damit auch kein solches ziel, nur relativ „vernünftige“ kalküle/abwägungen in bezug zu nicht-universalisierbaren basiswerte wie transzendentalem antisemitismus, kindeswohl usw.
    das gesamte enlightment kann z.b. dem kalkül, mit dem töten von juden sich ewiges leben sichern zu wollen, nichts letztgültiges entgegenhalten.

    da enlightment sehr mit souveränitäten operieren muss, war der absolutismus gerade die „richtige“ kinderstube der a., – wenn auch letztlich ebenso illusionär. die wendung zu zerstörung u. fakeism ist wohl auch der riesen-entäuschung geschuldet, die den falschen souveränitätsannahmen (nach lange unhinterfragter zeit) auf dem fuße folgt. das wichtigste spielzeug liegt kaputt am boden, dann kann man es auch wütend an die wand pfeffern.

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