Vortrag: Der demokratische Horizont (Oliver Marchart), Berlin

Am 22. Mai trägt Oliver Marchart am Centre Marc Bloch zum Thema „Der demokratische Horizont. Radikale Demokratie als Antwort auf Postdemokratie und Rechtspopulismus“ vor. Der Vortrag findet im Germaine-Tillion-Saal (7. Stock), 18:30-20:00 Uhr. Alle Infos hier

Thorsten Thiel

Thorsten Thiel (www.thorsten-thiel.net) ist Forschungsgruppenleiter am Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft / Wissenschaftszentrum Berlin Seine Forschungsschwerpunkte sind Demokratietheorie, Internationale Politische Theorie und Fragen des gesellschaftlichen Strukturwandels durch Digitalisierung.

2 Kommentare zu “Vortrag: Der demokratische Horizont (Oliver Marchart), Berlin

  1. (Stärker) „Verwurzelte Demokratie“ ?
    Falls ein Bericht oder gar Buch-/Werkrezension geplant ist:
    – Wie löst O. M. die Überforderungsfrage hinsichtlich erweiterter Teilhabe usw. in einer Welt, in der schon jeder Toilettengang mehrere hundert Einzelvorschriften berührt, Steuer- oder Arbeitsrecht letztlich je einige einige 100.000 Seiten umfassen usw. ?
    Zwar könnte/konnte einst(?)/ das Repräsentativ-System unter nahezu 100%iger Dedizierung von Mandatsträgern (-> Professionalisierung) durch Verdichtung so Einiges erreichen, doch die Professionalisierung zum „Politiker“ nimmt zumindest seit ca. 40-50 Jahren gar nicht diesen Weg der expertisen Vertiefung, wozu der Ausgleich/die Berücksichtigung von Partikularinteressen durchaus zu den vollinhaltlichen, tief fachlichen Anforderungen an P’er/innen gehört (ohne Normen/Werte/Interessen keine ‚Sachlichkeit‘!) , aber die „Professionalität“ wird – heute zumindest – völlig als existenzieller Überlebens- und Machtkampf der personalen Politikinstanzen (pPI) absorbiert, MUSS jedwede Occasion zur „Karriere“ genutzt werden, ganz gleichgültig, ob man vom Fachgebiet Ahnung hat, sich dafür interessiert usw. Das Stühlesägen und die – finanziell aufwändige – Mandatssicherung (für ein BT-Mandat sind pro Wahlkampf mind. 50.000 Euro fällig) über Medien, Events usw. machen, erhalten und fördern den „Politiker“, aber seltenst nur seine/ihre Expertise.
    Und wie soll auch ein Nichtexperte die Eignung anderer zum Experten beurteilen können? Das ist ja ein ubiquitäres Problem, vor allem in der „Wirtschaft“, siehe die IT-Katastrophen, zuletzt bei der Dt. Bank mit Kim Hammonds: lauter Blockchain-Flausen der allerteuersten Art, aber im Bereich des Kundenservice Uraltware und Falschüberweisung von 28 Milliarden auf einmal. Wie soll eine sogar ganz gut ausgebildete Unternehmensleitung beurteilen können, ob der/die CIO echte Zukunftsperspektiven verfolgt oder nur ein Blender/eine Blenderin ist? Das transponiert sich ja auf die Frage, wie sollen die „Zu-Leitenden“ ihre Leitung beurteilen können, die sie wählen/mitbestimmen soll(t)en?

  2. Zwar gibt es da die „natürliche Selektion“, die – unter dem oft qualvollen Vergehen des 90%-Restes – die „Besten 10%“ letztlich aussieben würde, die dann die „Bestenherrschaft“ durchaus auch im demokratischen Sinne zum allergrößten Teil übernähmen, doch setzt das „Bestensieben“ ein sehr großes Feld mit vielen, a priori nicht besonders privilegierten oder benachteiligten Elementen des Siebgutes voraus, was aber nun genau der Verbreiterung des Wirkungskreises/der Macht der 10%-Besten widerspricht: Läuft es so, gibt es kein neutral-vielelementiges Feld mehr, aus dem sich die je Neu-„Besten“ überhaupt heraussieben ließen.

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