Dis:positions #5 zu “Das Universelle” in Berlin

Am Donnerstag, den 14. Dezember 2017, stellt sich im Salle Germaine Tillion im Centre Marc Bloch in Berlin zum Jahresausklang die Frage nach ‘dem Universellen‘. In der Reihe dis:positions | Französische Philosophie heute diskutieren Bruno Karsenti (École des Hautes Études en Sciences Sociales), Markus Messling (Centre Marc Bloch), Isabelle Thomas-Fogiel (Université d’Ottawa) und Denis Thouard (CNRS, Centre Marc Bloch) die Rückkehr des Universellen in der Philosophie und zugleich in einer multipolaren Welt. Die Veranstaltung findet in französischer Sprache mit deutscher Übersetzung statt. Die Termine der Reihe werden weiterhin auch hier bekannt gegeben. Ausführlichere Informationen zur aktuellen Veranstaltung finden sich zudem nach dem Klick.

 

#5 | Das Universelle
Donnerstag, 14. Dezember 2017, 19 Uhr, Salle Germaine Tillion, Centre Marc Bloch, Friedrichstraße 191 – Französisch mit deutscher Übersetzung

In den letzten Jahren hat das zeitgenössische Denken die Frage nach dem Universellen immer wieder neu aufgeworfen. In der Philosophie waren es dabei nicht zuletzt einige Reaktionen auf die poststrukturalistische, kulturalistische und relativistische Kritik eines abstrakten Universalismus, die im Kampf gegen eine Proliferation des fake und ein stetiges Entgleiten der Tatsachen zuweilen neue Formen des Realismus hervorbrachten, an die sich immer wieder auch eine Rückkehr zum universalistischen Diskurs der objektiven Wahrheit knüpfte. Doch was möchte ein solches Programm – und ist es überhaupt haltbar? Trägt es nicht die eigentlich drängende Frage des Universellen letztlich im Namen eines plakativen neuen Universalismus zu Grabe? Eine wirkliche Rückkehr zur Frage des Universellen muss keineswegs Rückkehr zu universeller Einfachheit sein. Ganz im Gegenteil: Der Hinweis auf die Gefahr einer extremen Partikularisierung strebt nicht nach der Setzung einer gemeinsamen Norm, sei sie nun wissenschaftlich, ethisch oder linguistisch. Vielmehr muss die Suche nach dem Universellen von jetzt an unter der Bedingung seiner Parikularisierung stattfinden. Eine bipolare Welt, die der Ordnung einer unhinterfragbaren Hegemonie gehorcht, könnte sich auch mit einem einfachen Bild des Universellen begnügen; doch eine multipolare Welt, die sich im Prozess der ständigen Rekomposition befindet, fordert dazu auf, die mannigfaltigen Formen eines kommenden Universellen auf konkrete Weise neu zu denken.

Es diskutieren:
Bruno Karsenti École des Hautes Études en Sciences Sociales
Markus Messling Centre Marc Bloch
Isabelle Thomas-Fogiel Université d’Ottawa
Denis Thouard CNRS | Centre Marc Bloch

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