Wien 9.-11. Juni 2016: Podium, Symposion und Workshop (mit CfP) zu “Conflicting Populisms. Left and Right Wing Populism in Europe”

Vom 9.-11. Juni 2016 verstalten Oliver Marchart und Isolde Charim die Tagung „Conflicting Populisms. Left and Right Wing Populism in Europe” – als Zusammenarbeit zwischen der Professur für Politische Theorie am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien und dem Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog.

Die Tagung besteht aus insgesamt drei Teilen: einer Podiumsdiskussion zwischen Micha Brumlik, Chantal Mouffe, Jan-Werner Müller und Peter Pilz, einem Symposion mit Vorträgen von Oliver Marchart, Catherine Colliot-Thélène, Emilia Palonen , Chantal Mouffe, Jan-Werner Müller, Yannis Stavrakakis und Ingolfur Blühdorn sowie einem Workshop für DoktorandInnen und PostdoktorandInnen. Für letzteren ist ein Call ausgeschrieben. Um Anmeldung wird gebeten. Weitere Informationen…

Inhalt

Vor dem Hintergrund der anhaltenden ökonomischen und politischen Krise gewinnen Populismen immer mehr an Zugkraft. Europa scheint gespalten in Länder, die von rechtspopulistischen Bewegungen erfasst werden, und solchen, in denen ein linker Neopopulismus erprobt wird. Während alte Sicherheiten wegbrechen, entbrennen neue Kämpfe um politische Deutungshoheit. Transnational betrachtet ergibt sich daraus ein komplexes Bild: Populismen unterschiedlicher weltanschaulicher Prägung liegen nicht nur im Konflikt mit der liberalen Mitte, sie geraten auch untereinander in Konflikt. Mehr denn je wird daran die Ambivalenz des Phänomens Populismus deutlich. Populismus ist ein Konfliktbegriff. Nicht nur beschreibt er eine konfliktorientierte Politikform, er ist auch selbst höchst umstritten.

Die Tagung möchte dieser schillernden und umstrittenen Seite des Populismus anhand seiner vielfältigen aktuellen Ausprägungen nachgehen. Dazu sollen u.a. folgende Fragen adressiert werden: Welche Unterschiede lassen sich zwischen linken und rechten Populismen ausmachen? Können populistische Strategien angemessene Antworten auf die gegenwärtigen politischen Herausforderungen liefern? Kann, darf, ja soll die Linke populistisch sein? In welchem internen oder externen Verhältnis steht Populismus zu Demokratie?

 

 

Call for Papers

Am 11. Juni 2016 wird hierzu – im Anschluss an eine Podiumsdiskussion am 9.6. und ein Symposion am 10.6. – ein ganztägiger Workshop mit DoktorandInnen und PostdoktorandInnen stattfinden. Die Veranstalter erbitten Abstracts von max. 1500 Zeichen) für zwanzigminütige Vorträge. Einsendungen inklusive Kurzbiographie sind bis zum 15. Mai 2016 über politische.theorie@univie.ac.at erwünscht; Zu- oder Absage sollen binnen Wochenfrist ergehen.

 

 

Programm

 

  1. Juni 2016, Beginn: 19.00h

 

Podiumsdiskussion mit Micha Brumlik, Chantal Mouffe, Jan-Werner Müller und Peter Pilz, Moderation: Isolde Charim

 

Ort: Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog, Armbrustergasse 15, 1190 Wien

 

  1. Juni 2016

 

9.15-12.15

Oliver Marchart (University of Vienna): Introduction. The Amorphous Shape of Populism

 

Catherine Colliot-Thélène (Université de Rennes 1/University of Frankfurt): Populismus als begriffliches Problem

 

Emilia Palonen (University of Helsinki): Populist Dynamics and Democracy: the Cases of Finland and Hungary

 

13.15-15.30

Chantal Mouffe (Westminster University): Populism and Radical Democracy

 

Jan-Werner Müller (Princeton University): Why Populism is a Danger to Democracy

 

16.00-18.30

Yannis Stavrakakis (University of Thessaloniki): Populism vs. Anti-populism in the Greek Crisis: Divisions of Public Discourse

 

Ingolfur Blühdorn (Vienna University of Economics and Business): Populism and its Unlikely Siblings. Discursive practice in Simulative Democracy

 

Ort: Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien, Universitätsstraße 7/2.Stock, Hörsaal 1, 1010 Wien

 

Ihre Anmeldung für die Tagung senden Sie bitte an: politische.theorie@univie.ac.at

 

 

  1. Juni 2016, Beginn: 10.00h

 

Workshop für DoktorandInnen und PostdoktorandInnen

 

Ort: Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien, Universitätsstraße 7/2.Stock, Hörsaal 1, 1010 Wien

Ein Kommentar zu “Wien 9.-11. Juni 2016: Podium, Symposion und Workshop (mit CfP) zu “Conflicting Populisms. Left and Right Wing Populism in Europe”

  1. Die FPÖ erscheint mir als Sammelbecken aus (1) bürgerlicher „Intelligentia“ mit antiklerikaler und nationalistischer Familientradition, (2) Großgrundbesitzern aus der selben Tradition, und (3) einfachen Leuten, die erleben, dass sich ihre Lebensumstände verschlechtern. Sie haben berechtigte Angst um ihren Arbeitsplatz, sie wissen, dass sie bei einer Kündigung keinen neuen mehr finden, oder nur einen sehr schlecht bezahlten, sie würden lieber früher als später Pensionisten werden und sehen, dass das Pensionsalter nach oben rutscht, sie erleben, dass sie entweder Monate lang auf Arzttermine warten müssen, weil sie sich Wahlarzttermine nicht leisten können, und sie sehen, dass ihre Kinder kaum Aussicht auf sozialen Aufstieg haben.
    Die dritte Gruppe, also die Masse der FPÖ-Wähler, plappert das Lamento über die „Parteibuchwirtschaft“ vielleicht nach, aber das ist ein kleines Ärgernis im Vergleich zur Verschlechterung der Lebensverhältnisse. Die Schuld an dieser Verschlechterung sieht sie bei den regierenden Parteien, und die FPÖ kommt mit ihrer agressiven Regierungskritik ihrem Ärger entgegen. Sie versteht nicht, dass die FPÖ ihre Lebensumstände als Regierungspartei niemals verbessern würde, sondern immer Sündenböcken die Schuld zuschieben würde. Die FPÖ hat es sogar verstanden, die Schuld an der Hypo-Alpe Adria der Regierung zuzuschieben.

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