Tagung: „Politische Ikonographie“ an der HU Berlin (3./4.12.)

Unter dem Titel „Politische Ikonographie zwischen Differenz und Konsens. Transformationen politischer Ausdrucksmittel seit der Antike“ veranstalten vom 3.-4.12.2015  für den Sonderforschungsbereich 644 „Transformationen der Antike“ Eva Marlene Hausteiner (HU Berlin/SFB 644) und Sebastian Huhnholz (LMU München/SFB 644) eine Tagung über die visuelle Repräsentation von politischer Herrschaft. Mehr Informationen unter dem Strich. Für eine Teilnahme wird um Anmeldung bei eva.hausteiner at sowi.hu-berlin.de wird gebeten.

Die visuelle Repräsentation von politischer Herrschaft ist seit der Antike mehrheitlich durch Stilmittel zur Präsentation von Macht geprägt. Die Überlegenheit der Macht soll nicht in Zweifel gezogen werden. Von autoritärer Einschüchterungsikonographie über elitäre Repräsentationsästhetik bis zu selbstherrlicher Glorifizierung freier Bürgerverbände ist die Vielfalt, mit der politische Identität als eine Funktion der Integration von Großgruppen und ihren Identitäten dargestellt wird, bestens untersucht.

Weniger gut untersucht als derlei Identitätsrepräsentation ist die politisch produktive Seite von Differenzrepräsentation. Einigkeit und Eintracht zu präsentieren ist logisch nur nötig, wo Dissens existiert und wo Differenzen überhaupt zulässig sind.

Vor diesem Hintergrund verhandelt die Tagung Beispiele der wachsenden Bedürfnisse für zunehmend komplexere Arrangements von „Differenz-“ als „Identitätsrepräsentation“ und ermittelt Mischtypen und Widerstände. Die Teilnehmenden gehen von der These aus, dass sich visuelle Ausdrucksmittel, die seit der Antike im Repräsentationsrepertoire politischer Herrschaft entwickelt wurden, im Zuge des langen historischen Wandels zur politischen Moderne nicht nur transformieren, sondern dass ihre Wandlungsfähigkeit hinsichtlich der Integration von Differenzen die historische Durchsetzung, politische Verwendung und allgemeine Popularität bestimmter ikonographischer Formsprachen deutlich beeinflusst.

 

Programm:

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Humboldt-Universität zu Berlin, Hauptgebäude (Unter den Linden 6; 10099 Berlin), Raum 2249a (Westflügel, Zwischengeschoss zwischen 2. und 3. Etage)

14:30 Uhr  Ankunft

15:00 Uhr Begrüßung (Eva Marlene Hausteiner & Sebastian Huhnholz)

15:15 Uhr Bilder der (geteilten) Macht: die Eidgenossenschaft im Bild (1798-1914) (Elisabeth Haas)

16:30 Uhr Die Ikonographie von Macht vor dem Hintergrund der Konstitution von politischer Verbindlichkeit (Marcus Llanque)

17:15 Uhr Die Symbolik der Demokratie (Paula Diehl)

18:30 Uhr Abendvortrag (Hörsaal 2094):   Schnörkellos. Die Umgestaltung von Bauten des Historismus im Berlin des 20. Jahrhunderts (Hans Georg Hiller von Gaertringen)

 

Freitag, 4. Dezember 2015

Humboldt-Universität zu Berlin, Hauptgebäude (Unter den Linden 6; 10099 Berlin), Raum 2249a (Westflügel, Zwischengeschoss zwischen 2. und 3. Etage)

9:30 Uhr Rationalität und Reinheit: Die Ikonologie der Transparenz (Vincent Rzepka)

10:15 Uhr Politische Ikonographie des Münchener Olympia-Geländes (Sebastian Huhnholz)

11:00 Uhr Politik und Architektur. Das Beispiel des Capitols in Washington (Philip Manow)

12:45 Uhr Das Böse in fremder Gestalt: Das Barbarenbild der Antike und sein Weiterleben (Stefan Ritter)

13:30 Uhr Sklavenstigmata. Eigentums- und Straftätowierungen in der Alten und Neuen Welt (Iris Därmann)

14:15 Uhr Abschlussrunde

 

Full disclosure: Verfasserin und Verfasser des Beitrags sind Veranstalter der Tagung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.