#dvpw15 – Wahlen

Heute wird gewählt. Neben den inhaltlichen Diskussionen werden bei den alle drei Jahre stattfindenden Kongressen der DVPW auch deren Gremien neu besetzt. Und die Wahlen zu Vorstand und Beirat versprechen in diesem Jahr durchaus spannend zu werden. Die Amtszeit der bisherigen Vorsitzenden, Gabriele Abels, endet und der bisher einzige Kandidat für die Position des Vorsitzenden ist Michael Zürn. Seiner Kandidatur ging eine Vielzahl von teils erregt geführten Diskussionen um die Ausrichtung der DVPW voraus.

Um kurz zu rekapitulieren: Schon auf dem letzten DVPW-Kongress in Tübingen hatte sich eine als ‘Initiativgruppe’ bezeichnete lose Koalition um Michael Zürn zu formieren begonnen. Diese forderte mit Blick auf die Organisation, Schwerpunktsetzung und Außendarstellung der DVPW Veränderungen ein und bot auch an, sich zur Wahl zu stellen, um die Veränderungen umzusetzen. Dokumentiert ist dies in einem seit 2014 zirkulierenden Diskussionspapier, welches an die Mitglieder der Theoriesektion per Email verschickt wurde.

Nach einem längeren Austausch- und Meinungsbildungsprozess konnte sich der amtierende Vorstand und Beirat nicht darauf einigen, einen Wahlvorschlag zu formulieren, der, wie in der Vergangenheit üblich, aus einem Vorschlag für eine(n) Vorsitzende(n) und etwa doppelt so vielen Namen für VorstandskanidatInnen bestanden hätte wie Plätze verfügbar sind (im Allgemeinen 12 Vorschläge für 6 Positionen). Anstatt eines Wahlvorschlags wurde ein Workshop zur Diskussion der Zukunft der deutschen Politikwissenschaft in Kassel einberufen, zu dem neben Vertretern aller Untergliederungen der DVPW auch die Vertreter der Initativgruppe eingeladen waren (zu den Prozessen im Vorfeld des Workshops siehe auch das Editorial von Gabriele Abels im Mitgliederrundbrief der DVPW). Die Ergebnisse des Workshops sind in einem Ergebnisprotokoll hier festgehalten.

Als ein Resultat der Diskussionen des Workshops wurde das ‘traditionelle’ Verfahren der Nominierung durch Vorstand und Beirat – zumindest für diese Wahl – ausgesetzt. An die Stelle trat eine aus der Ethikkommission der DVPW formierte Wahlkommission, die Bewerbungen für Vorsitz und Vorstand registriert und alle bis August eingegangenen Bewerbungen in einer Email an alle Mitglieder der DVPW veröffentlicht hat. Auf die Ämter von Vorsitz, Vorstand und Beirat können sich alle DVPW-Mitglieder bewerben, wahlberechtigt sind alle Mitglieder, die auf der Mitgliederversammlung anwesend sind. Nominierungen und Kandidaturen sind bis zur Wahl möglich. Für die Wahl zum Vorsitz hat bisher nur Michael Zürn seine Kandidatur erklärt. Nach gegenwärtigem Stand  kandidieren für den Vorstand: Tanja Börzel, Eugénia da Conceição-Heldt, Nicole Deitelhoff, Edgar Grande, Thomas König, Claudia Landwehr, Monika Oberle, Gert Pickel, Sigrid Roßteutscher, Armin Schäfer und Rainer Schmalz-Bruns. Die nach der Wahl zum Vorstand abgehaltene Wahl zum Beirat der DVPW, der immer gemeinsam mit dem Vorstand tagt und an allen Entscheidungen beteiligt ist, basiert nicht auf einem System der Anmeldung der Kandidaturen. Hier werden daher alle Kandidaturen erst am Abend öffentlich. Die Wahl wird von einer Sitzungsleitung durchgeführt, alle Kandidaten stellen sich vor der Wahl noch einmal vor und eine Aussprache über programmatische Aspekte ist zu erwarten. Die Wahlordnung der DVPW und deren Satzung regelt den Ablauf. Das Prozedere der Wahl wird aber auch noch einmal durch die Sitzungs- und Wahlleitung am Abend erklärt.

Auch nach dem Workshop in Kassel ging die inhaltliche Diskussion um die Aufgaben und Strukturen der Fachorganisation weiter: So gab es einen weiteren Workshop, zu dem Michael Zürn wiederum Repräsentanten aller Untergliederungen sowie Vorstand und Beirat der DVPW ans WZB eingeladen hatte (ein Ergebnisprotokoll der Veranstaltung sowie eine Korrekturanmerkung von Julia von Blumenthal wurde an die Mitglieder der Theoriesektion per Mail verschickt). Ein anderer Diskusssionsanstoß kam von einem Editorial der Zeitschrift für Internationale Beziehungen (ZIB) von Christopher Daase und Nicole Deitelhoff. Und selbstverständlich gab es ganz viele Gespräche.

Aus Sicht der einzelnen Sektionen gilt es als sinnvoll, in Vorstand und Beirat vertreten zu sein, um spezifischen Anliegen Nachdruck verleihen zu können. Aus den Reihen der Sektion „Politische Theorie und Ideengeschichte“ kandidieren – nach jetzigem Stand – Claudia Landwehr und Rainer Schmalz-Bruns für den Vorstand. Auf der Sektions-Mitgliederversammlung heute Nachmittag ab ca. 15 Uhr – im Anschluss an das Sektionspanel (Gebäude LX Raum 1203) – wird die Rolle der Wahlen für die Sektion neben anderen Themen nochmals ausführlich diskutiert.

 

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