Call für „Republikanismus“ im März 2015

Emanuel Richter und Marcus Llanque haben nun den Call für die DVPW-Sektionstagung im Frühjahr 2015 in Aachen zum Thema „Republikanismus“ veröffentlicht. Vorschläge in Form von Abstracts können bis Ende Juli eingereicht werden; alle Informationen gibt es nach dem Klick.

Der Republikanismus wird als Richtung der Politischen Theorie bzw. der Politischen Philosophie gegenwärtig intensiv diskutiert, dennoch bleibt bisweilen unklar, was darunter zu verstehen ist. Eine ganze Reihe von Problemen und Forschungsfragen stellen sich hier ein.

Es muss gründlicher diskutiert werden, ob der heutige Republikanismus eine ideengeschichtliche Tradition hat, auf die er nicht nur dem Namen nach, sondern auch der Sache nach zurückgeführt werden kann. Wenn man verstärkt von der „neo-römischen Tradition“ spricht, so stellt sich die Frage, wie dieser sich zum Klassischen Republikanismus und zum „civic republicanism“ verhält. Wie verhält sich der „Neo-Republikanismus“ hierzu? Gibt es ein republikanisches Erbe in der „Radikaldemokratie“? Handelt es sich um einen kontinuierlichen Diskurs bzw. eine Tradition mit verschiedenen Pfaden und Strängen oder sind die argumentativen und systematischen Unterschiede zu groß?

Ferner scheint es, dass die Verwendung des Ausdrucks Republikanismus oftmals negatorisch motiviert ist, nämlich nicht Liberalismus oder eine bestimmte Spielart des Liberalismus zu meinen, bzw. die Demokratie auf eine nicht-liberale Art und Weise zu wünschen.  Insbesondere scheint es erforderlich, die Spannungen zwischen dem Freiheits- und dem Gleichheitsbegriff im Verhältnis von Republikanismus und Liberalismus zu diskutieren. Wie verhalten sich individuelle und kollektive Freiheit zueinander? Ist der Konstitutionalismus eine Fortsetzung des Klassischen Republikanismus, während das Gesellschaftsvertragsdenken der individualistischen und begründungstheoretischen Denkrichtung des Liberalismus folgt? Ist der Republikanismus von bestimmten ideellen oder materiellen Kontextbedingungen und partikularistischen Problemstellungen abhängig, kann ihm, ähnlich wie dem Liberalismus, vorgeworfen werden, kulturalistisch geprägt, und damit auch: beschränkt, zu sein?

Mit Blick auf die globale Ebene und die transnationale Dimension scheinen dem Republikanismus Grenzen gezogen zu sein, was mit seinem dezidierten Bürger-Begriff zu tun hat. Oder aber eröffnet der Republikanismus andere Möglichkeiten, die Gegenwart und Zukunft einer weltumspannenden politischen Ordnung zu konzipieren als sie universalistische bzw. individualistische Entwürfe bieten?

Die Sektionstagung hat zum Ziel, die intensiv laufende akademische Debatte exemplarisch aufzuarbeiten und schlaglichtartig theoriengeschichtliche Bezüge, konzeptionelle Fragen und politische Referenzen in der zeitgenössischen Republikanismus-Diskussion abzubilden. Beiträge, die zu dieser Debatte beitragen, sind herzlich willkommen. Falls Sie einen Vorschlag haben, arbeiten Sie bitte eine Zusammenfassung Ihres angebotenen Beitrags aus (ca. 500 Wörter) und senden Sie diese bis zum 31. Juli 2014 an: Prof. Dr. Marcus Llanque (marcus.llanque@phil.uni-augsburg.de) und Prof. Dr. Emanuel Richter (richter@ipw.rwth-aachen.de).

 

 

 

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