E-Learning für die Politische Theorie – Chancen und Stolpersteine

Digitale Werkzeuge verändern die Hochschullehre, und das nicht nur durch MOOCs, sondern durch eine Vielzahl neuer Instrumente und Techniken des Lehrens und Lernens. In den nächsten sechs Monaten erscheinen an dieser Stelle verschiedene Beiträge zum Thema E-Learning und Lehre in der Politischen Theorie (und darüber hinaus). Die Reihe verfolgt vor allem zwei Ziele: Erstens werden verschiedene neuere Tools und Techniken des E-Learning vorgestellt und auf ihren Ertrag für die Lehre der Politischen Theorie innerhalb der Sozialwissenschaften hin befragt. Zweitens gehen die Beiträge der Kontroverse um die neuen Möglichkeiten nach und bieten Anhaltspunkte, wie Blended Learning als Balance zwischen E-Learning und Präsenz-Lehre funktionieren kann. Wir wollen die technischen Möglichkeiten ausleuchten – und sie entmystifizieren.

Zu diesem Zweck befragen wir ExpertInnen und PraktikerInnen nach best practices, Trends und Stolpersteinen im E-Learning. Uns interessieren dabei sowohl konkrete Erfahrungen und Erfolgsfaktoren von Blended Learning als auch die Diskussion um Open-Educational-Content, Fragen nach Lizenzen und Finanzierungen. Wir wollen diskutieren, ob offene Lerninhalte eine serviceorientierte Öffnung universitärer Lehre und Forschung gegenüber ihren Städten und Gemeinden ermöglichen und wir so dem Ideal einer freien und offenen Universität näher kommen können. Wir wollen die Frage aufwerfen, wie sich durch digitale Werkzeuge, die schnelles Feedback und direkten Austausch ermöglichen, die Interaktion von AkademikerInnen untereinander und mit ihrer Umwelt, mit Auftraggebern und Öffentlichkeit, verändern wird, könnte und vielleicht sollte.

Den Auftakt der Reihe bildet ein Interview mit Stefan Cordes, das wir am 15. Januar 2014 geführt haben. Der Diplom-Soziologe ist seit 2000 an der Entwicklung von universitären Plattformen für E-Learning beteiligt und arbeitet derzeit am Center für digitale Systeme (CEDIS) der Freien Universität Berlin. Er hat sich Zeit genommen, unsere Fragen zur Entwicklung, aber auch zu potentiellen Trends im E- bzw. Blended Learning zu beantworten. Daneben gab er erste Einblicke in die Nutzung und Erfolgsfaktoren von Wikis und Blogs als Instrumente für kollaboratives Schreiben und Kommentierung von Texten:

 

Glossar obskurer 😉 E-Learning-Begriffe:

Lernplattform bzw. Learning Management System (LMS) bezeichnet eine virtuelle Plattform, auf der Inhalte bereitgestellt und ausgetauscht werden können. Die Freie Universität nutzt, ähnlich wie z.B. die Ruhr-Universität, das System „blackboard„. „Olat“ und  „Moodle“ sind Äquivalente.

Wiki ist eine virtuelle Plattform, die unmittelbares kollaboratives Schreiben und Kommentieren von meist Texten und deren Verschlagwortungen und Vernetzung über Hyper-Links erlaubt. Wikipedia als Online-Lexikon ist das prominenteste Beispiel eines Wikis.

Blended Learning ist die Verbindung von Präsenzlehre mit Online-Phasen, also Aufgaben die mit Hilfe eines Blogs, Wikis oder LMS zu erbringen sind. Es beginnt beim Bereitstellen von Inhalten im LMS, wird aber erst richtig interessant mit der Erstellung eines gemeinsamen Seminarprotokolls, der Fortführung oder Vorbereitung der Seminardiskussion im virtuellen Forum und so weiter…

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