CfP: Globale Opposition

Der DVPW-Kongress 2012 in Tübingen (25.-28.9.2012)  – mit dem schönen Thema: Das Versprechen der Demokratie – wirft allmählich seine Schatten, genauer: seine Call for Papers, voraus. Ein erstes findet ihr weiter unten. Nicht direkt politische Theorie, aber zu „Globale Opposition? Postnationale Governance und ihre KritikerInnen“ fällt sicher auch dem ein oder anderen hier was ein. Einsendeschluss für Beitragsvorschläge ist der 01. März 2012, Veranstalter sind die IB-Sektion und der Arbeitskreis soziale Bewegungen. Letzterer bietet auch noch zwei weitere interessante Calls für Leute, die zu Protest und Zivilgesellschaft forschen: hier.

Call for Papers: Globale Opposition? Postnationale Governance und ihre KritikerInnen
Panel der Sektion Internationale Politik in Kooperation mit dem Arbeitskreis soziale Bewegungen auf dem Kongress der Deutschen Vereinigung für politische Wissenschaft in Tübingen (25.‐28.9.2012)
Opposition gehört zu den Kernbegriffen der Demokratie. Eine funktionierende Opposition ist ein zentrales Element im Selbstverständnis demokratischer Gesellschaften. Was aber für den nationalen Rahmen gelten mag, ist in den an Bedeutung zunehmenden Räumen postnationaler Governance bestenfalls schwach definiert. Schon in dem einzigen direkt gewählten transnationalen Parlament, dem der EU, wird dies offensichtlich. Opposition formiert sich hier in wechselnden Allianzen. Aber besonders in internationalen Institutionen und Vertragsarrangements von der UNO über den Internationalen Währungsfond zu Freihandelszonen war eine Kontrolle durch VertreterInnen abweichender Interessen lange Zeit nicht vorgesehen.
Können Massenproteste anlässlich von Gipfeltreffen, die Kritik von Nichtregierungsorganisationen bei internationalen Konferenzen oder die Widersprüche benachteiligter Regierungen eventuell als Funktionsäquivalente einer transnationalen Opposition verstanden werden. Sei es die Delegitimation der G8 in Heiligendamm, die kritische Begleitung von internationalen Abkommen wie in Kopenhagen, oder der Abbruch von Verhandlungen wie in Cancun, transnationale Akteure artikulieren, wie Oppositionsfraktionen in nationalen Parlamenten, Kritik, sie skandalisieren Fehlentwicklungen und nehmen ‐direkt oder indirekt‐ auf Entscheidungen Einfluss. Diese postnationale Konstellation wirft alte und neue Fragen auf: Welchen Einfluss können und sollen transnationale Oppositionsakteure haben? Welchen Anspruch auf Legitimität können sie geltend machen? In welchen öffentlichen Arenen artikuliert sich eine Opposition ohne parlamentarische Institutionen? Wie reagieren internationale Institutionen auf Opposition, wie verändern sich Governance‐Konstellationen?
Für das Panel „Globale Opposition?“ auf dem Kongress der Deutschen Vereinigung für politische Wissenschaft in Tübingen (25.‐28.9.2012) laden die Sektion Internationale Politik und der Arbeitskreis soziale Bewegungen dazu ein, Vorschläge für mögliche Beiträge einzureichen. Die Beiträge können sich den skizierten Fragen entweder in einer demokratietheoretischen Perspektive nähern oder empirisch die Funktion und die Einflussmöglichkeiten transnationaler Oppositionsakteure untersuchen. Vorschläge nehmen Nicole Deitelhoff (nicole.deitelhoff@normativeorders.net) und Simon Teune (teune@wzb.eu) bis zum 1. März 2012 entgegen.
Zeitplan
1. März 2012 ‐ Letzter Termin für die Einreichung eines Vorschlages
31. März 2012 ‐ Entscheidung über die Zusammensetzung des Panels
31. August 2012 ‐ Einsendung einer Zusammenfassung des Vortrages bei der DVPW‐Geschäftsstelle
18. September 2012 ‐ Einsendung des Vortrags bei der DVPW‐Geschäftsstelle

 

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