CfP: Theorie, Technologie, gesellschaftliche Auseinandersetzungen

Der Arbeitskreis „Politik, Wissenschaft und Technik“ ruft dazu auf für eine gemeinsame Tagung mit der Technikforschung der Soziologen Beiträge einzusenden. Die Tagung trägt den Titel: „(Un-)Sicherheit, (Bio-)Macht und (Cyber-)Kämpfe: Kritische Theorieperspektiven auf Technologien als Ort gesellschaftlicher Auseinandersetzung“ und findet am 23. und 24. März 2012 in Hamburg statt. Wer etwas zu Technikdiskursen – explizit auch mit theoretischem Background – beitragen will und kann, muss bis zum 1.11.2011 einen Abstract (300 Wörter) an die Organisatoren einsenden. Der ganze Call mit Adressen und Erläuterung nach dem Strich: 

Call for Papers

(Un-)Sicherheit, (Bio-)Macht und (Cyber-)Kämpfe: Kritische
Theorieperspektiven auf Technologien als Ort gesellschaftlicher
Auseinandersetzung

Gemeinsame Frühjahrstagung der Sektion „Wissenschafts- und
Technikforschung“ der DGS, des Arbeitskreises „Politik, Wissenschaft und
Technik“ der DVPW und der TU Hamburg-Harburg, Arbeitsgruppe
Arbeit-Gender-Technik

Datum: 23./24. März 2012, Ort: TU Hamburg-Harburg OrganisatorInnen:
Tanja Carstensen (TU Hamburg-Harburg), Susanne Schultz (Universität
Hannover/Gen-ethisches Netzwerk e.V. Berlin), Joscha Wullweber
(Universität Kassel)

Gesellschaftliche Auseinandersetzungen um Technologie haben eine lange
Geschichte: So rankten sich bereits Konflikte um Spinn-, Web- und
Dampfmaschinen, Eisenbahn, Elektrifizierung und Taylorisierung. In
jüngerer Vergangenheit waren vor allem Atomenergie, Informations- und
Kommunikationstechnologien, Bio- und Reproduktionstechnologien sowie
Nanotechnologie Auslöser von Konflikten. Immer wieder haben diese
Auseinandersetzungen eigene Protest- bzw. Gegenbewegungen
hervorgebracht. Verhandlungen um Technologien finden dabei an
unterschiedlichsten Orten statt: beispielsweise auf Demonstrationen,
Blockaden, Sabotagen, Besetzungen, in Parlamenten und Gremien, in
Massenmedien, als individueller Boykott und Widerstand im
Verbraucherverhalten oder im Internet in Form von Hacker-Angriffen auf
Webseiten.

Technologie ist damit nicht ohne Berücksichtigung der Kämpfe und
Kontroversen um ihre Entwicklung, Durchsetzung und Nutzung zu verstehen.
In der sozialwissenschaftlichen Technikforschung ist es inzwischen zwar
weitgehend common sense, Technologien in ihrer Entwicklung und ihren
Auswirkungen als in gesellschaftliche Prozesse eingebettete Strukturen,
Diskurse oder Artefakte zu analysieren, gleichzeitig fehlt in
politikberatenden ebenso wie in empirischen Forschungssettings oftmals
eine Verständigung darüber, in welche gesellschaftlichen Macht- und
Herrschaftsverhältnisse Technologien eingebunden sind und inwiefern
Technologiepolitik als konflikthaftes Terrain zu untersuchen ist.

Ziel der Tagung ist es, Technologien als Ort gesellschaftlicher
Auseinandersetzungen und als konflikthaftes und umkämpftes Terrain zu
analysieren. Es soll untersucht und diskutiert werden, in wessen
Interesse, aufgrund welcher politischen Entscheidungen und
gesellschaftlicher Kräftekonstellationen sowie innerhalb welches
gesellschaftlichen Ordnungsrahmens bestimmte Richtungen in der
Technologieentwicklung eingeschlagen bzw. beibehalten werden und
inwiefern sich bestimmte Regelungsstrukturen historisch durchgesetzt und
verstetigt haben.
Zur Konferenz laden wir Beiträge ein, die sich dem Themenfeld
„Technologie“ und den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um Technik
aus verschiedenen kritischen Theorieperspektiven und auch mit
empirischen Arbeiten annähern. Die Bedeutung von Macht- und
Herrschaftsverhältnissen kann dabei herausgearbeitet werden sowohl für
die Entwicklung und Einführung von Technik (z.B. Förderpolitik bei
Nanotechnologie oder Subventionierung von erneuerbaren Energien), bei
der Gewinnung gesellschaftlicher Deutungshoheit über existierende oder
in Entwicklung befindliche Techniken (z.B. Diskurse über Internet,
Gentechnologie oder Atomkraft), als auch in der Objektivierung in
Sachtechnik (vgl. die Brücken des Moses) sowie in Nutzungspraktiken
(z.B. unterschiedliche Zugänglichkeit von Informationsressourcen in
Abhängigkeit von Medien-Nutzungsgewohnheiten).

Insbesondere freuen wir uns über Beiträge zu folgenden Themenfeldern:
– theoretische Beiträge, die Technologien als Feld gesellschaftlicher
Auseinandersetzungen unter anderem aus wissenschaftssoziologischen,
kulturwissenschaftlichen, dekonstruktivistischen,
poststrukturalistischen, hegemonietheoretischen und/oder
politikökonomischen Perspektiven analysieren
– Beiträge, die sich der Untersuchung bestimmter gesellschaftlicher
Hierarchisierungsmuster und Kategorien sozialer Ungleichheit widmen
(z.B. feministische Technikforschung, disability studies,
(sicherheits-)staatskritische, marxistische, postkoloniale Ansätze oder
intersektionale Ansätze )
– empirische Studien zu Verläufen, Bedingungen, Mustern und Effekten von
aktuellen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um Technologien

Eine Buchpublikation wird angestrebt; über ihr Zustandekommen wird im
Anschluss an die Tagung entschieden. Wir erbitten Zusammenfassungen
vorgeschlagener Papiere bis zum 1.11.2011 mit einer Länge von maximal
300 Wörtern (an die OrganisatorInnen). Die Auswahl der Beiträge erfolgt
bis zum 1.12.2011.

Tanja Carstensen (carstensen@tu-harburg.de)
Susanne Schultz (susanneschultz@snafu.de)
Joscha Wullweber (joscha.wullweber@uni-kassel.de)

 

[via IB-Liste]

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