Neues Format auf dem Theorieblog

In Zusammenarbeit mit der Zeitschrift für Politische Theorie (ZPTH) und dem Verlag Barbara Budrich starten wir ab nächster Woche mit einem neuen Format auf unserem Blog: der Besprechung, Diskussion und Kommentierung eines Artikels aus der ZPTH.

Bei der ZPTH handelt es sich um eine von André Brodocz, Marcus Llanque und Gary Schaal neu gegründete politiktheoretische Zeitschrift, die sich als Diskursraum der Teildisziplin und als Brücke über die Grenzen der Politischen Theorie hinaus versteht. Anfang Januar ist die erste Ausgabe der Zeitschrift mit Aufsätzen, Rezensionsessays, Tagungsberichten und einem Streifzug der beiden Theorieblogger Daniel und Cord durch die Webblogs unserer Disziplin erschienen. Eine ausführliche und sehr lesenwerte Kritik der ersten Ausgabe findet ihr bei Don Gomez.

In dieser Ausgabe hat Bernd Ladwig einen Aufsatz mit dem Titel „Menschenwürde als Grund der Menschenrechte? Eine Kritik an Kant und über Kant hinaus“ veröffentlicht. In Anlehnung an Vorbildern aus dem englischsprachigen Raum – man nehme bspw. die Kooperation zwischen dem Blog PEA Soup und der Zeitschrift Ethics – wollen wir in den nächsten Tagen und Wochen den Aufsatz mit euch und dem Autor zusammen lebhaft und intensiv diskutieren. Dafür stellt die Zeitschrift zusammen mit dem Verlag den Aufsatz von Bernd Ladwig frei und für alle online zugängig zur Verfügung.

Zum genauen Ablauf:

Den Aufsatz „Menschenwürde als Grund der Menschenrechte? Eine Kritik an Kant und über Kant hinaus“ findet ihr hier. Anfang nächster Woche startet dann die Diskussion mit einem Auftaktkommentar von Susanne Schmetkamp – und ab dann ist die Bühne frei für eure Kommentare und Diskussionsbeiträge. Auch Bernd Ladwig selbst freut sich auf die Diskussion und wird sich online einklinken.

Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlichen beim Verlag Barabara Budrich, bei den Herausgebern der ZPTH sowie bei Bernd Ladwig für die Kooperationsbereitschaft bedanken und freuen uns auf eine anregende Diskussion!

3 Kommentare zu “Neues Format auf dem Theorieblog

  1. Das Artikel von Bernd Ladwigs ist recht interessant. Ich muss gestehen, dass ich Kant nicht gelesen habe, aber eine Meinung sollte mir als eine Kreatur die mit Vernunft (meistens eine unvernünftige) ausgestattet ist.

    Für mich gibt es ein absoluten und unantastbaren Recht, das Recht der Selbstbestimmung, die Würde wird daraus, als Oberbegriff abgeleitet. Die Moral kann unter dieser Gesichtspunkt auf ein einfachen Satz reduziert werden. Das Recht auf Selbstbestimmung hört beim Selbstbestimmungsrecht des andere und das eigenen Recht kann niemals eine höhere Wertigkeit als den des andern haben.

    Da die Menschen eher Unvernünftig als vernünftig sind, Bzw. ungleich in ihre körperliche und geistige Eingenschaften, müssen Regeln (Gesetze) vorhanden sein, damit Konfliktsituationen geschlichtet werden können. Die Moral, wie vom Glauben hervorgebracht, ist für einzelnen richtig oder verständlich, manchmal (oder des öfteren) zeugt sie eher von ein starres Gedankengut und Intoleranz.
    Im Laufe der Jahrhunderten und ins besonderen in der jüngere Zeitgeschichte haben sich, gravierende Änderung ergeben. Frauen sind, offiziell, nun mündig, gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften werden mehr oder weniger akzeptiert.
    Trotzdem sind einige Problemen, die in der Natur des Menschen verankert sind, immer noch nicht aus der Welt. Die meisten Menschen dürften egozentrisch veranlagt sein. Auch Menschen die sich aufopferungsvoll für das Wohl andere Menschen einsetzen, dürften es, unter den Aspekt der Verwirklichung des eigenen Ich, machen. Wenn das Weltbild zum eigenen Wesen passt ist man ein (mehr oder weniger) perfekten Mensch.
    Die kodifizierte Moral (Verbote und Gebote) und die der Tradition und von der Gesellschaft geprägte Moral stimmen nicht immer überein, beeinflussen sich aber gegenseitig. Aus der Grundsätze des kodifiziertes werden Rechte abgeleitet und Beeinflussen die Sitten der Gesellschaft. Was als verpönt galt und gesetzlich erlaubt ist, wird allmählich im Gedankengut der Moral verankert. Änderungen der Sitten wirken sich eben so auf der Gesetzgebung und der Menschenrechte Verständnis.
    Vieles lässt sich auf das Recht auf Selbstbestimmung ableiten aber in eine ideale Welt wären alle Menschen gleich, nicht nur vor dem Gesetz aber auch in Bezug auf das Recht auf ein angemessenen Lebenskomfort. Das Selbstbestimmungsrecht reicht an diese Stelle nicht mehr vollständig aus. Mit ein übergeordneten Begriff wie die Würde können weitere Rechte abgeleitet werden.

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