Konf.: Intellektuelle, Wissenschaft und das Internet

Am Kulturwissenschaftlichen Institut der Universität Essen findet vom 14. bis 15. Februar die Tagung „Öffentlichkeit, Medien und Politik – Intellektuelle Debatten und Wissenschaft im Zeitalter digitaler Kommunikation“ statt. Besprochen werden sollen folgende spannenden Fragen:

Auf welche Weise beeinflussen und verändern jedoch die sich gegenwärtig herausbildenden digitalen Medien die gesellschaftliche Bedeutung der „public intellectuals“? Gelingt es diesen, sich auch in den neuen Medien als einflussreiche Interpreten herausfordernder Problemlagen zu etablieren, oder aber mindern die kommunikativen Strukturen der Blogs und Foren die Chancen ihrer öffentlichen Einflussnahme? Macht sich in ihnen vielleicht sogar ein unterschwelliger Anti-Intellektualismus breit, der die historisch tradierte Rolle von Intellektuellen als Akteure der Zivilgesellschaft infragestellt bzw. zugunsten neuer Formen der Wissenskommunikation unterläuft?

Ob die Strukturen von Blogs und Foren die Chancen öffentlicher Einflussnahme mindert – das interessiert natürlich nicht nur uns, sondern eine Reihe von Wissenschaftlern aus verschiedenen Disziplinen, so etwa Claus Leggewie (Gießen), Jens Hacke (Hamburg) und Christoph Bieber (Gießen), der den Abendvortrag hält. Also, auf nach Essen – die Anmeldung ist bis zum 7. Februar über maria.klauwer@kwi-nrw.de möglich.

Das vollständige Programm:

Montag, 14. Februar

15:30 – 16:00
Begrüßung und Einführung
Claus Leggewie und Gudrun Gersmann

16:00 – 18:30
Podiumsdiskussion: „J’accuse“ per Twitter? Intellektuelle im digitalen
Zeitalter
(Moderation: Gudrun Gersmann)

Jens Hacke,  Hamburg (Impulsreferat)
Ute Daniel, TU Braunschweig
Stefan Münker, Universität Basel
Anne Roth, Annalist Berlin
Mike Sandbothe, Hamburg

18:30 – 20:00 Uhr
Abendvortrag
Christoph Bieber, Universität Gießen
Metamorphosen des politischen Intellektuellen

20:00 Uhr
Empfang im KWI

Dienstag, 15. Februar

9:00 – 10:15 Uhr
Autorschaft und kollaboratives Publizieren: Wissenschaft und ‚Werk‘ im
digitalen Zeitalter
(Moderation: Friedrich Jaeger)

Gerhard Lauer, Universität Göttingen
Die Geburt des Autors aus den Daten. Urheberschaft im
Petabyte-Zeitalter

Daniela Pscheida, Universität Halle-Wittenberg
Wissensmo(nu)mente. – Fünf Thesen zum ‚Werk‘ im digitalen Zeitalter

10:15 – 11:30 Uhr
Qualitätsstandards und institutionelle Kontexte digitaler
Wissenschaftskommunikation
(Moderation: Cornelius Puschmann)

Gregor Horstkemper, Bayrische Staatsbibliothek München
Orientierung, Recherche, Zugang: Klassische Bibliotheksaufgaben neu
definiert

Jochen Johannsen, HBZ Köln
Rechnung 2.0 – Ökonomische Aspekte digitaler Wissenschaftskommunikation

Martin Warnke, Universität Lüneburg
Top Hits und der Long Tail. Oder: Das Ende des Mittelmaßes

11:30 – 11:45
Kaffeepause

11:45 – 13:00 Uhr
Öffentlichkeit und Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter:
Mythen und Realitäten
(Moderation: Mareike König)

Steffen Albrecht, TU Dresden
Onlinediskurse als Reflexionsspiele. Veränderungen öffentlicher
Kommunikation durch die neuen Medien

Torsten Reimer, JISC London
Forschung im galaktischen Zoo. Neue Medien, neue
Wissenschaftskommunikation, neue Wissenschaft?

Rainer Winter, Universität Klagenfurt
Das Internet und die Konstitution einer transnationalen Öffentlichkeit

14:00 – 17:30 Uhr
Delphi-Runde: Digitale Wissenschaftskommunikation – Drei Generationen
der Mediennutzung
(Moderation: Claus Leggewie und Cornelius Puschmann)

Björn Brembs, FU Berlin
Stephan Humer, Universität der Künste Berlin
Jens Klump, Geoforschungszentrum Potsdam
Felix Lohmeyer, SUB Göttingen
Sonja Palfner, TU Berlin
Patrick Sahle, Universität Köln
Jan Schmidt, Hans Bredow Institut für Medienforschung, Hamburg
Manfred Thaller, Universität Köln
Bernadette Fritzsch, Alfred Wegener Institut für Polar und
Meeresforschung (angefragt)

17:30 – 18:00 Uhr
Schlussdiskussion
(Moderation: Gudrun Gersmann und Claus Leggewie)

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