ECPR 2018 in Hamburg: Offene Calls – z.B. zu Europäischer Republik und digitaler Demokratie

Vom 22. bis zum 25. August 2018 ist die ECPR General Conference in Hamburg zu Gast. Bis zum 15. Februar laufen noch einige Calls – für komplette Panel wie für einzelne Papiere. Hervorzuheben sind aus der Menge anschlussfähiger Sektionen aus Theorie-Perspektive vielleicht folgende:

Eine Übersicht der Panel, die noch Paper suchen findet sich hier. Darüber hinaus weisen wir gerne explizit auf zwei Ausschreibungen hin: Ulrike Guérot und Elisabeth Donat freuen sich über Beiträge für das Panel “Being citizen of a European republic – Responsibility and opportunity” und auch das Panel zu “The State of Digital Democratic Theory” (Thorsten Thiel) sucht noch Beiträge. Über Ergänzungen und weitere Hinweise in den Kommentaren freuen wir uns.

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CfA: Promotionsstelle zu Republikanismus

Am Deutschen Historischen Institut in Paris ist eine Promotionsstelle zu Republiken/Republikanismus ausgeschrieben. Das Projekt ist eher geschichtswissenschaftlich angelegt, aber sicher auch für die Ideengeschichtler unter den Theoretikern interessant. Bewerbungsschluss ist der 9. Juli, die Gespräch finden voraussichtlich am 18. Juli statt. Die Ausschreibung findet ihr hier als PDF.

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Lesenotiz zu Grit Straßenbergers “Hannah Arendt zur Einführung”

Noch eine Einführung?

Kaum einer politischen Theoretikerin wird so viel Aufmerksamkeit zuteil wie Hannah Arendt. Spätestens seit der Verfilmung von Arendts Verarbeitung des Eichmann-Prozesses durch Margarethe von Trotta aus dem Jahr 2013 ist sie auch außerhalb des akademischen Betriebs bekannt. Im Kontext dieses, ja fast schon Arendt-Hypes, hat Grit Straßenberger 2015 eine neue Einführung in Arendts Denken vorgelegt; noch dazu im Junius-Verlag, der mit Karl-Heinz Breiers älterem aber bisher stets wieder neu aufgelegten Band schon eine Einführung im Programm hatte. Angesichts der ohnehin schon inflationär anmutenden Arendt-Publikationen stellt sich die Frage: noch eine Einführung? Macht das Sinn? Um das Ergebnis dieser Lesenotiz vorwegzunehmen: Ja, das tut es! Die Gründe dafür liegen sowohl in der Rezeptionsgeschichte Arendts, die einer ständigen Revision unterliegt, als auch in der Qualität von Straßenbergers Buch.

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Zwischen Republikanismus und Radikaldemokratie

— Fortsetzung des Buchforums zu Emanuel Richters Demokratischer Symbolismus: Teil 1 (Luzia Sievi und Marcel Vondermaßen)

Ausgangspunkt für Emanuel Richters Demokratischen Symbolismus ist die breit diagnostizierte Krise von Demokratie und Demokratietheorie zwischen Allgegenwärtigkeit und Beliebigkeit. Damit Demokratie im aktuellen Gewirr von Begriffen, Idealen und Forderungen nicht zu einem „hohlen Allgemeinplatz“ (7) verkomme, ist es sein Ziel, eine grundlegende Funktionsbestimmung der Demokratie vorzulegen. Nicht eine weitere Idealisierung unter vielen soll diese „Demokratietheorie zweiter Ordnung“ (22) bilden, sondern einen allgemeinen analytischen Orientierungspunkt sowie eine kritische Prüfinstanz für partikulare demokratietheoretische Ideale und die demokratische Praxis. Demokratischer Symbolismus bezeichnet in diesem Kontext die hermeneutische Suchbewegung nach den „zumeist unbewussten Sinngrundlagen und Bedeutungszuschreibungen im realen politischen Handeln“ (22), die an den Punkt vorzudringen beabsichtigt, „der eine für alle Menschen verallgemeinerungsfähige Funktionsbestimmung demokratischen Handelns beschreibt“ (23).

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Zwischen Aktualität und Unschärfe – Tagungsbericht „Zur Lage republikanischer Politiktheorie“

Auf Einladung von Emanuel Richter und Marcus Llanque kam die DVPW-Sektion Politische Theorie und Ideengeschichte vom 11. bis 13. März 2015 in Aachen zusammen, um sich „Zur Lage republikanischer Politiktheorie“ auszutauschen. Mit dem Konferenzthema trugen die Veranstalter dem doppelten Umstand von Aktualität und Unschärfe des Republikanismus-Begriffs Rechnung. So ist das Interesse an republikanischen Denkfiguren vor dem Hintergrund nachlassender Überzeugungskraft des Liberalismus jüngst wieder neu entfacht. Auch weil das Feld republikanischer Theoriebildung in den letzten Jahren gewachsen ist, wird gleichzeitig aber zunehmend unklar, was das Paradigma genau ausmacht. Ziel der Konferenz war daher, wie es der erste Redner Martin Saar ausdrückte, eine „Landkarte“ des Republikanismus zu zeichnen. (mehr …)

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Mouffe als Liberale? – Vincent Rzepka und Grit Straßenbergers ZPTH-Artikel in der Diskussion

In der zweiten Ausgabe 2014 widmet sich die Zeitschrift für Politische Theorie (ZPTH) im Rahmen eines Themenschwerpunktes dem Denken Chantal Mouffes. Vincent Rzepka und Grit Straßenberger stellen in ihrem Beitrag die politische Theorie Mouffes entgegen der gängigen Lesart in die Tradition eines „konfliktiven Liberalismus”. Im Rahmen unserer Kooperation mit der ZPTH (alle bereits diskutierten Artikel sind hier zu finden) bieten wir den Artikel von Rzepka und Straßenberger, der pünktlich zur Aachener DVPW-Frühjahrstagung auch zu einer Neulektüre des Verhältnisses von Liberalismus und Republikanismus einlädt, exklusiv zum Download an. Als Auftakt für die Diskussion hat Nina Elena Eggers den Artikel unter dem Strich kommentiert. Wir sind gespannt auf Eure Kommentare, Fragen und Anregungen. (mehr …)

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Programm zur Aachener Republikanismustagung 11.-13. März

Mit den besten Neujahrswünschen melden wir uns zurück – und mit dem nun erschienenen Programm zur DVPW-Frühjahrstagung, die zum Thema “Zur Lage republikanischer Politiktheorie” vom 11. bis zum 13. März 2015 in Aachen stattfindet. Das vollständige Programm – inklusive Nachwuchs- und Mitgliederversammlung – findet sich nach dem Klick. (mehr …)

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Republicanism of Fear – Karsten Malowitz und Veith Selks ZPTH-Artikel in der Diskussion

Republikanische Theorie ist derzeit schwer en vogue und so überrascht es nicht, dass auch die Zeitschrift für Politische Theorie (ZPTh) dem Thema ein Sonderheft gewidmet hat. Nach der Einleitung der Heftherausgeber Emanuel Richter und Andreas Niederberger folgt eine Sortierung der Debatte durch Philip Hölzing, eine Untersuchung von Montesquieus Stellung zwischen Liberalismus und Republikanismus durch Karsten Malowitz und Veith Selk, ein Artikel über die Wandlungen der Mischverfassung von Oliver Lembcke und Florian Weber, ein Beitrag zur Autoritätskonzeption insbesondere bei Arendt von Grit Straßenberger und schließlich ein Artikel zu der veränderten Konzeption von Selbstregierung von James Bohman (zum Inhaltsverzeichnis hier). Auch bei dieser Ausgabe möchten wir unsere schöne Tradition der Zusammenarbeit mit der ZPTh fortsetzen und Euch hier den Artikel von Malowitz/Selk zum kostenlosen Download anbieten. Eine ausführliche Besprechung des Artikels findet ihr unter dem Strich. Wir laden herzlich ein, mitzudiskutieren. Karsten Malowitz und Veith Selk werden dann in einem separaten Beitrag in naher Zukunft auf alle Fragen und Anmerkungen eingehen. (mehr …)

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Freiheit, Recht, Demokratie? „Kant and Republicanism“ in Hamburg

Sofern es in der zeitlosen Welt Politischer Theorie so etwas wie „trendige“ Themen gibt, ist der Republikanismus sicherlich eines davon. Im deutschen Sprachraum (vor allem durch Arendts Erbe) nie so ganz von der Bildfläche verschwunden, waren es im anglo-amerikanischen Raum zunächst die ideengeschichtlichen Arbeiten John Pococks und Quentin Skinners, dann aber natürlich vor allem der Einfluss der Neo-Republikanischen Freiheitstheorie Philipp Pettits, die über die letzten zwei Jahrzehnte eine anhaltende Renaissance auslösten. Das Thema scheint mittlerweile einen solchen Beliebtheitsgrad erreicht zu haben, dass manch einer bereits einen grassierenden „Republikanismusneid“ (Peter Niesen) zu erkennen meint: Die Tendenz auch noch den letzten Denker zum Republikaner zu küren, seien die inhaltlichen Anhaltspunkte auch noch so dünn. Zu diskutieren, inwieweit dieses Urteil auch auf Immanuel Kants politisches Denken zutrifft, war das Ziel der Konferenz „Kant and Republicanism“, die von 8. bis 10. April in Hamburg stattfand. Die Organisatoren Peter Niesen und Marcus Willaschek hatten ein beachtliches Aufgebot an politiktheoretischer Prominenz in der Hansestadt versammelt, um drei Tage lang über die Verbindungen von republikanischer und Kantianischer Denktradition zu diskutieren. Peter Niesen identifizierte einleitend drei republikanische Grundmotive, an denen sich die wichtigsten Debattenstränge der Konferenz schwerpunktmäßig nachvollziehen lassen: ein spezieller Freiheitsbegriff, eine bestimmte Vorstellung republikanischer Institutionen und Regierungsweise, sowie die Idee einer republikanische Friedensordnung zwischen, und über die Staaten hinaus. (mehr …)

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