„Religion in Public Life“ lautete das Thema der diesjährigen IWM International Summer School in Philosophy and Politics des Wiener Instituts für die Wissenschaften vom Menschen (IWM). Zwei Wochen lang, vom 4. bis 17. Juli, diskutierten 40 DoktorandInnen, Postdocs und ProfessorInnen aus aller Welt in Cortona (Italien) über die Zusammenhänge von Politik, Religion, Öffentlichkeit, Demokratie und Moderne. Für die vier thematisch spezialisierten Seminare lässt sich im Rückblick neben dem offiziellen Thema der Summer School eine weitere übergeordnete Fragestellung formulieren: Wieviel historische und soziologische Empirie verträgt die politische Philosophie? Besonders deutlich wurde das in dieser Frage zum Ausdruck kommende Spannungsverhältnis zwischen universellen Prinzipien einerseits und partikularen kulturellen, historischen und sozialen Kontexten andererseits in Debatten über die Kritik an der Vorstellung einer einheitlichen Moderne, das Verhältnis von Religion und Demokratie und die demokratische Auseinandersetzung in der Öffentlichkeit pluralistischer Gesellschaften. (weiterlesen…)
Beiträge mit dem Schlagwort ‘Religion’
„Contextual turn“ in der politischen Philosophie? Rückblick auf die IWM International Summer School „Religion in Public Life“
26. Juli 2010, ulrikeKonferenz: Religion in der Weltpolitik (Berlin)
17. Juni 2010, thorstenDer Berliner Arbeitskreis “Religion und Politik” veranstaltet am 28. Juni 2010 von 15-18 Uhr eine kleine Konferenz zur Frage des Zusammenhangs von Religion und Weltpolitik. Die Tagung hat den Titel “Religion in World Affairs: Transatlantic Perspectives”, wird in englischer Sprache gehalten und findet im Reutersaal (Seminargebäude am Hegelplatz, Dorotheenstraße 24) statt. Das erste Panel mit José Casanova, Craig Calhoun und Esra Özyürek diskutiert Fragen zu “Religious Pluralism, Immigration, and Politics”, das zweite Panel mit Thomas Banchoff, Peter Katzenstein und Marcia Pally setzt sich mit “Religion and Foreign Policy” auseinander.
Liberté, Egalité, Fraternité. Charles Taylor über Laizismus und Anerkennung in liberalen Demokratien
14. Juni 2010, janina und wulf“Der Name des Philosophen Charles Taylor ist eigentlich ein Garant für Aufmerksamkeit und volle Hörsäle….” Janina und Wulf mit einem Bericht über Charles Taylor’s Vortrag in der Vortragsreihe „Und jetzt – Richtungen der Zukunft“, die von der Humboldt-Universität zu Berlin und der Siemens Stiftung veranstaltet wird.
Für Kurzentschlossene: Charles Taylor morgen an der HU
25. Mai 2010, danielLeider bin ich erst gerade darauf gestoßen: Morgen um 19.00h hält Charles Taylor im Kinosaal der Humboldt Universität einen Vortrag zum Thema „Two Directions for Secular Societies”. Alle weiteren Infos dazu gibt es hier.
“Wie säkular ist die Welt?” Charles Taylor am KWI Essen
19. Mai 2010, ulrikeAm 14. und 15. Juni diskutiert Charles Taylor am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) sein Buch “A Secular Age” u.a. mit Otto Kallscheuer, Navid Kermani und Volkhard Krech. Die Moderation übernimmt Claus Leggewie. Die Veranstaltung am Montagabend ist öffentlich, für die Teilnahme an einem Workshop mit Taylor am darauffolgenden Tag bedarf es einer Anmeldung. Mehr Infos dazu gibts in diesem Flyer: Taylor am KWI 2010
Europas Furcht vor dem Fremden: Das belgische Burka-Verbot
6. Mai 2010, ulrikeDas belgische Parlament hat ein Gesetz beschlossen, welches das Tragen von Ganzkörperschleiern künftig verbietet. Wie Zeit Online zusammen mit den Agenturen dpa und AFP berichtet, stellt das Gesetz „das Tragen jedes Kleidungsstücks, welches das Gesicht ganz oder hauptsächlich verhüllt”, unter Strafe. Darunter fallen die Burka, die ein Stoffgitter vor die Augen setzt, und der Nikab, bei dem ein Sehschlitz frei bleibt. Ein Verstoß soll ein Bußgeld von bis zu 250 Euro oder sieben Tage Gefängnis nach sich ziehen. Der Beschluss hat auch in der Blogszene für Reaktionen gesorgt. Die Mädchenmannschaft und fxneumann sind sich einig, dass die Regelung weniger auf das Wohl der Betroffenen als auf die Behaglichkeit der Mehrheitsgesellschaft zielt. In der Tat bedeutet das Verbot eine einseitige Einschränkung der Religionsfreiheit und ist nach dem Schweizer Minarettverbot ein weiteres Beispiel für die in Europa grassierende Islamophobie. (weiterlesen…)
Peter L. Berger in Karlsruhe
3. Mai 2010, ulrikeAm 12. Mai ist Peter L. Berger am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zu Gast. Im Zentrum der Veranstaltung mit dem Titel “Zwischen Relativismus und Fundamentalismus” steht Bergers neues Buch “Lob des Zweifels. Was ein überzeugender Glaube braucht”. Aus dem Ankündigungstext des Lehrstuhls für Soziologie des KIT: “Prof. Dr. Peter L. Berger, der weltbekannte Religionssoziologe und Direktor des Institute on Culture, Religion and World Affairs (Boston) stellt mit seinem neuen Buch ‘Lob des Zweifels. Was ein überzeugender Glaube braucht’ (gemeinsam mit Anton Zijderveld) grundlegende Fragen an die Religionen und plädiert für einen mittleren Weg zwischen Fundamentalismus und Relativismus. Im Mai 2010 erhält der Begründer einer neueren Religionssoziologie jenseits des Säkularisierungs-Paradigmas den Leopold-Lucas-Preis der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Im Dialog mit verschiedenen Perspektiven wird Peter L. Berger seine religionssoziologisch profilierte Sicht auf Religionen im Allgemeinen und das Christentum im Besonderen vorstellen.” Mehr Infos zu Zeit und Ort gibt es hier.
Kultureller Pluralismus am WZB (7.-9. April)
29. März 2010, thorstenDrei öffentliche Vorlesungen beschließen auch in diesem Jahr den von der Irmgard Coninx Stiftung ausgerichteten Roundtable on Transnationality. Das Oberthema der Veranstaltung lautet: ‘Cultural Pluralism Revisited: Religious and Linguistic Freedom’. Mit Paul Gilroy (Sozialwissenschaftler, LSE, Thema: Postcolonial Pluralities), Feridun Zaimoglu (Schriftsteller, Thema: Kanak Attack Reloaded) und Susanne Baer (Rechtswissenschaftlerin, HU Berlin, Thema: Human Rights Revisited) konnten drei ziemlich unterschiedliche, aber allesamt spannende Vortragende gewonnen werden. Verspricht eine spannende Veranstaltung zu werden.
Die Vorträge werden im Wissenschaftszentrum Berlin gehalten und zwar an den Abenden des 7., 8. und 9. April jeweils um 18 Uhr. Ein Überblick über das Programm findet sich: hier
Minarettverbot: Soll der EGMR entscheiden? Die Schweiz im Spannungsfeld von Demokratie und richterlicher Normenkontrolle
16. März 2010, ulrikeNach dem Volksentscheid über das Bauverbot von Minaretten in der Schweiz am 29. November letzten Jahres wurde Artikel 72 der Bundesverfassung, der das Verhältnis zwischen Kirche und Staat regelt, um den folgenden Satz ergänzt: „Der Bau von Minaretten ist verboten“. Die 2007 lancierte, vor allem von Mitgliedern der rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP) und der evangelikal-konservativen Eidgenössisch-Demokratischen Union (EDU) unterstützte Volksinitiative „Gegen den Bau von Minaretten“ hat ihr Ziel erreicht. 57,5 Prozent der Schweizer stimmten für die Regelung.
Der Schweizer Minarettstreit ist ein paradigmatisches Beispiel für eine große Kontroverse in der politischen Theorie, die das Spannungsverhältnis von Demokratie und richterlicher Normenkontrolle thematisiert. (weiterlesen…)