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	<title>theorieblog.de &#187; Politische Theorie</title>
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	<description>Ein Forum für politische Theorie und Philosophie</description>
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		<title>W2-Professur für Politische Theorie in Kassel</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 13:15:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thorsten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jobs & Stipendien]]></category>
		<category><![CDATA[Kassel]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Universität Kassel]]></category>
		<category><![CDATA[W2 Professur]]></category>

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		<description><![CDATA[An der Uni Kassel ist derzeit eine W 2 Professur für Politische Theorie mit Schwerpunkt auf modernen politischen Theorien ausgeschrieben. Bewerbungsschluss ist der 15.03.2012. Alle Infos unter dem Strich. &#160; W 2-Professur Politische Theorie &#8211; im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften &#8211; baldmöglichst Kennziffer: 17797 Folgende Stelle  mit der Stellen-Nr.:20500381 ist zu besetzen: Im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften &#8211; baldmöglichst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>An der <a href="http://www.uni-kassel.de/fb05/?id=27922" target="_blank">Uni Kassel</a> ist derzeit eine W 2 Professur für Politische Theorie mit Schwerpunkt auf modernen politischen Theorien ausgeschrieben. Bewerbungsschluss ist der 15.03.2012. Alle Infos unter dem Strich.</p>
<p><span id="more-5624"></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>W 2-Professur Politische Theorie &#8211; im Fachbereich</p>
<p>Gesellschaftswissenschaften &#8211; baldmöglichst</p>
<p>Kennziffer: 17797</p>
<p>Folgende Stelle  mit der Stellen-Nr.:20500381 ist zu besetzen:</p>
<p>Im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften &#8211; baldmöglichst</p>
<p>*W 2 – Professur Politische Theorie*</p>
<p>Der/Die Stelleninhaber/in soll den Bereich Politische Theorie in den BA-<br />
und MA-Studiengängen der Politikwissenschaft und für den<br />
Lehramtsstudiengang „Politik &amp; Wirtschaft“ in ganzer Breite vertreten.<br />
In der Forschung wird eine Schwerpunktsetzung im Bereich der modernen<br />
politischen Theorien erwartet. Die Mitwirkung an der akademischen<br />
Selbstverwaltung gehört zu den Dienstaufgaben.</p>
<p>Es gelten die Einstellungsvoraussetzungen und die Leistungsanforderungen<br />
gemäß §§ 61, 62 des Hessischen Hochschulgesetzes. Die Stelle steht<br />
unbefristet zur Verfügung.</p>
<p>Bewerbungsfrist: 15.03.2012</p>
<p>Die Universität Kassel ist im Sinne der Chancengleichheit bestrebt,<br />
Frauen und Männern die gleichen Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten und<br />
bestehenden Nachteilen entgegenzuwirken. Angestrebt wird eine deutliche<br />
Erhöhung des Anteils von Frauen in Forschung und Lehre. Qualifizierte<br />
Frauen werden deshalb ausdrücklich aufgefordert, sich zu bewerben.<br />
Schwerbehinderte Bewerber/-innen erhalten bei gleicher Eignung den<br />
Vorzug. Bewerbungen sind *unter* *Angabe der Kennziffer* gern auch in<br />
elektronischer Form an den Präsidenten der Universität Kassel, 34109<br />
Kassel bzw. <a href="mailto:bewerbungen@uni-kassel.de" target="_blank">bewerbungen@uni-kassel.de</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>CfP: Politische Theorie und das Denken Martin Heideggers</title>
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		<comments>http://www.theorieblog.de/index.php/2012/01/cfp-politische-theorie-und-das-denken-martin-heideggers/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 08:29:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>maike</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Taylor]]></category>
		<category><![CDATA[Jena]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Heidegger]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Theorie]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 4. und 5. Mai 2012 wird in Jena ein Workshop zur Rezeption Martin Heideggers in der politischen Theorie und Philosophie stattfinden. Der Call richtet sich vornehmlich an DoktorandInnen und Post-Docs, gefragt wird nicht nur nach Anknüpfungspunkten, sondern auch nach kritischen Auseinandersetzungen mit Heideggers Denken. Gerahmt wird der Workshop, der von Paul Sörensen und Nikolai [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 4. und 5. Mai 2012 wird in Jena ein Workshop zur Rezeption Martin Heideggers in der politischen Theorie und Philosophie stattfinden. Der <a href='http://www.theorieblog.de/wp-content/uploads/2012/01/CfP_Heidegger_PolPhil.pdf'>Call</a> richtet sich vornehmlich an DoktorandInnen und Post-Docs, gefragt wird nicht nur nach Anknüpfungspunkten, sondern auch nach kritischen Auseinandersetzungen mit Heideggers Denken. Gerahmt wird der Workshop, der von <a href="http://www.soziologie.uni-jena.de/PaulSoerensen.html">Paul Sörensen</a> und <a href="http://www.dsla.uni-jena.de/DoktorandInnen/Nikolai+M%C3%BCnch.html">Nikolai Münch</a> organisiert wird, von zwei Vorträgen (u.a. von <a href="http://www.chbeck.de/productview.aspx?product=8527771">Florian Grosser</a>). Ein besonderes Schmankerl: Charles Taylor wird sich vom 21. April bis zum 17. Mai als <a href="http://www.fzla.uni-jena.de/Aktuelles/Mitteilungen/Charles+Taylor+ist+der+Schiller_Professor+2012.html">Schillerprofessor in Jena</a> aufhalten &#8211; die Chancen stehen nicht schlecht, dass er sich auf dem Workshop blicken lässt. Der <a href='http://www.theorieblog.de/wp-content/uploads/2012/01/CfP_Heidegger_PolPhil.pdf'>Call</a> endet am 15. Februar 2012.</p>
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		<title>Podcasts der Konferenz &#8220;The Politics of Interpretation and the Interpretation of Politics&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Jan 2012 12:00:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jens</dc:creator>
				<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Dekonstruktion]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Ideengeschichte]]></category>
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		<category><![CDATA[Oxford]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Quentin Skinner]]></category>
		<category><![CDATA[Strauss]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit einigen Jahren stoßen innerhalb der Politischen Theorie geführte Methodendiskussionen in Deutschland und anderenorts auf großes Interesse. Nachwuchs-Workshops in Hamburg und Manchester sowie die letzte DVPW-Tagung in Bremen (wir berichteten) sind hierfür beispielhaft. Selten werden Bezüge zu Ansätzen in Nachbardisziplinen gezogen und die Frage, ob die gängigen Methoden selbst politisch motiviert sind, wird kaum diskutiert. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit einigen Jahren stoßen innerhalb der Politischen Theorie geführte Methodendiskussionen in Deutschland und anderenorts auf großes Interesse. Nachwuchs-Workshops in <a href="http://www.theorieblog.de/index.php/2011/07/nachwuchsworkshop-zu-fragen-der-methode-politischer-theorie/">Hamburg</a> und <a href="http://www.theorieblog.de/index.php/2011/03/cfp-mancept-workshop-methods-of-interpretation-and-the-politics-of-hermeneutics-manchester/">Manchester</a> sowie die letzte <a href="http://www.theorieblog.de/index.php/2011/10/politik-und-methode-bericht-vom-treffen-der-dvpw-theoriesektion-in-bremen-teil-1/">DVPW-Tagung in Bremen</a> (wir berichteten) sind hierfür beispielhaft. Selten werden Bezüge zu  Ansätzen in Nachbardisziplinen gezogen und die Frage, ob die gängigen Methoden selbst politisch motiviert sind, wird kaum diskutiert. Eine im letzten Herbst in Oxford stattfindende Konferenz setzte sich zum Ziel, genau diese Fragen in den Blick zu nehmen (einen Bericht über die Konferenz mit weiteren Informationen findet man <a href="http://cpi.politics.ox.ac.uk/events/interpretationconference_jens_sept/Report/CPI_Conference_reportandphotos.pdf">hier</a>). Zu den namhaften Sprechern gehörten u.a. Terence Ball, Mark Bevir, John G. Gunnell und Stanley Rosen. Diskutiert wurden hermeneutische und feministische Ansätze ebenso wie die von Quentin Skinner und Leo Strauss. Nun wurden die Podcasts der Konferenz veröffentlicht. Die entsprechenden Links gibt es <a href="http://itunes.apple.com/itunes-u/politics-international-relations/id381702823">hier</a> und <a href="http://www.politics.ox.ac.uk/index.php/podcasts/the-politics-of-interpretation-a-the-interpretation-of-politics.html">hier</a>. Viel Spaß beim Zuhören!</p>
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		<title>CfP: Zeitschrift dis&#124;kurs sucht Beiträge</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 09:57:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>susanne</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jobs & Stipendien]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Call for Papers]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Theorie]]></category>
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		<description><![CDATA[Für die Ausgabe 1-2012 sucht die Zeitschrift dis&#124;kurs noch Beiträge. Im Unterschied zu früheren Ausgaben, handelt es sich dieses Mal um ein thematisch &#8220;offenes Heft&#8221;, demnach sind Beiträge aus dem gesamten Spektrum der Geistes- und Sozialwissenschaften willkommen. Einsendeschluss für Artikelvorschläge ist der 15. April 2012. Nach Angabe der Herausgeber (Daniel Kuchler, Bastian Walter, Ines Weber) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für die Ausgabe 1-2012 sucht die Zeitschrift <a href="http://www.politik.uni-kiel.de/index.php?ac=diskurs">dis|kurs</a> noch Beiträge. Im Unterschied zu früheren Ausgaben, handelt es sich dieses Mal um ein thematisch &#8220;offenes Heft&#8221;, demnach sind Beiträge aus dem gesamten Spektrum der Geistes- und Sozialwissenschaften willkommen. Einsendeschluss für Artikelvorschläge ist der 15. April 2012.<br />
<span id="more-5442"></span></p>
<p>Nach Angabe der Herausgeber (Daniel Kuchler, Bastian Walter, Ines Weber) versteht sich dis|kurs als eine Schnittstelle zwischen geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen auf theoretischer, methodischer und inhaltlicher Ebene. Das Magazin veröffentlicht Artikel, die sich epochenübergreifend mit praktisch-philosophischen, politisch- und sozialtheoretischen, politisch-geschichtlichen oder methodischen Fragestellungen auseinandersetzen beziehungsweise in ihren Implikationen theoretisch oder methodisch relevant sind.</p>
<p>Bisherige Themen der Zeitschrift, die seit 2005 erscheint, waren unter anderem: Bildung, Identität, Europa, Demokratie, 60 Jahre Bundesrepublik und Wahlen.</p>
<p>dis|kurs ist peer-reviewed und erscheint ab der Ausgabe 1-2012 sowohl als Printausgabe als auch als Open Access Online-Zeitschrift.</p>
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		<item>
		<title>Publizieren, aber wie? – Ein Interview mit Rainer Schmalz-Bruns</title>
		<link>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/12/publizieren-aber-wie-ein-interview-mit-rainer-schmalz-bruns/</link>
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		<pubDate>Wed, 14 Dec 2011 08:20:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thorsten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reflexionen]]></category>
		<category><![CDATA[Peer Review]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Theorie]]></category>
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		<category><![CDATA[Wissenschaftsjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitschrift für politische Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitschriften]]></category>

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		<description><![CDATA[“Publish or perish“ ist eine Losung, mit der Nachwuchswissenschaftler_innen Tag für Tag konfrontiert werden. Aber wo publiziert man eigentlich am besten? Und wie sieht ein aussichtsreicher Beitrag aus? Wir vom Theorieblog haben Rainer Schmalz-Bruns, Professor für Politische Theorie und Ideengeschichte in Hannover, darum gebeten, zu erörtern, was eine gute Publikationsstrategie ist und wie sich für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>“<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Publish_or_perish" target="_blank">Publish or perish</a>“ ist eine Losung, mit der Nachwuchswissenschaftler_innen Tag für Tag konfrontiert werden. Aber wo publiziert man eigentlich am besten? Und wie sieht ein aussichtsreicher Beitrag aus? Wir vom Theorieblog haben <a href="http://www.ipw.uni-hannover.de/rsb.html" target="_blank">Rainer Schmalz-Bruns</a>, Professor für Politische Theorie und Ideengeschichte in Hannover, darum gebeten, zu erörtern, was eine gute Publikationsstrategie ist und wie sich für ihn die Entwicklung am Journalmarkt für Politische Theoretiker_innen darstellt. Was Rainer Schmalz-Bruns für ein solches Interview noch zusätzlich qualifiziert: Er ist geschäftsführender Leiter der <a href="http://www.pvs.nomos.de/" target="_blank">Politischen Vierteljahresschrift</a> (PVS), dem zentralen Publikationsorgan der <a href="https://www.dvpw.de/" target="_blank">Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft</a> (DVPW).<span id="more-5349"></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Theorieblog: Wie schätzen Sie die Publikationsmöglichkeiten und die Entwicklung der Publikationsmöglichkeiten für Politische Theoretiker_innen – speziell in Bezug auf den deutschsprachigen Markt – ein?</em></p>
<p><em>Rainer Schmalz-Bruns</em>: Nun, zunächst scheint der Markt, nimmt man nur die auf Politische Theorie spezialisierten Zeitschriften wie die <a href="http://zpth.de/" target="_blank">Zeitschrift für Politische Theorie</a> (ZPTh) oder den <a href="http://www.vsjournals.de/index.php?do=viewmag&amp;site=lev&amp;sid=15389537434ee757439f071543686771&amp;lng=de&amp;area=soz" target="_blank">Leviathan</a>, recht übersichtlich. Doch dieses Bild ändert sich sehr schnell, wenn man mindestens dreierlei berücksichtigt: Zum einen sollte die disziplinäre Differenzierung der Theorielandschaft im Blick behalten werden. Zum anderen versuchen die nationalen politikwissenschaftlichen Zeitschriften (also im deutschsprachigen Raum neben der PVS vor allem die <a href="http://www.oezp.at/" target="_blank">Österreichische</a> und die <a href="http://onlinelibrary.wiley.com/journal/10.1002/%28ISSN%291662-6370" target="_blank">Schweizerische Zeitschrift für Politikwissenschaft</a>) in der Regel, das Fach in seiner ganzen Breite, also unter ausdrücklichem Einschluss der Politischen Theorie und Ideengeschichte, zu repräsentieren. Und schließlich muss man damit rechnen, dass auch teildisziplinär ausgerichtete Journale immer wieder auch zu Theoriedebatten einladen und für entsprechende Beiträge offen sind.</p>
<p>Kurz, die Publikationsmöglichkeiten sind eher gut – und die Nachfrage nach Artikeln in vielen Fällen sogar größer als das Angebot. Es gibt ein lebhaftes Interesse – insbesondere auch der PVS – an Einreichungen aus dem Bereich Theorie, nur muss selbstverständlich auch die Qualität stimmen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Theorieblog: Wie wichtig ist es für die Erfolgschancen eines Theorieaufsatzes, dass er sich auf eine &#8220;deutsche&#8221; Diskussion bezieht? Plakativ formuliert, sind Beiträge die sich mit Habermas auseinandersetzen für die PVS interessanter als solche, die sich mit Raz beschäftigen?</em></p>
<p><em>Rainer Schmalz-Bruns</em>: Ich würde einfach davon ausgehen, dass keine Redaktion gut beraten wäre, sich programmatisch auf so etwas wie eine Selbstprovinzialisierung festzulegen – einerseits müssen und wollen wir uns etwa mit der PVS also durchaus auf die Diskussionen beziehen, die international geführt werden. Und andererseits würde ich es eher als einen glücklichen Umstand werten, wenn wir ausnahmsweise auch einmal eine „deutsche“ Debatte mit einer gewissen internationalen Ausstrahlungswirkung führen können. Und hier kann man autoren-, aber selbstverständlich auch themenbezogen denken und sich etwa an die Entwicklung der <a href="http://www.zib.nomos.de/" target="_blank">Zeitschrift für Internationale Beziehungen</a> (ZIB) erinnern.</p>
<p>Um eine plakative Antwort auf Ihre plakative Frage zu geben, so scheint sie mir einfach falsch gestellt und eine falsche Spur auszulegen: Letztlich stehen nicht dogmatische, sondern analytische und praktische Fragen im Vordergrund.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Theorieblog: Und was ist mit der Sprache und den Entwicklungen am akademischen Jobmarkt? Sind Nachwuchswissenschaftler_innen Ihrer Meinung nach den überhaupt noch gut beraten, in deutschsprachigen Zeitschriften zu veröffentlichen?</em></p>
<p><em>Rainer Schmalz-Bruns</em>: Hier wäre meine Gegenfrage, ob es – bei aller Internationalisierung – wirklich eine gute Idee wäre, Deutsch als Wissenschafts- und speziell als Theoriesprache ganz fallen zu lassen? Und was den karrierestrategischen Einschlag dieser Frage angeht, so handelt es sich denke ich nicht um eine ausschließende Kategorie, sondern die Antwort müsste lauten: Publizieren sollte man sowohl international, ohne sich dabei ausschließlich an Impact-Faktoren zu orientieren (weil nach meiner Erfahrung in Berufungsverfahren z.B. nicht nur bibliometrisch gerechnet, sondern durchaus auch gelesen wird) als auch national, weil man den Umstand nicht unterschätzen sollte, dass Theoretiker_innen in Deutschland in der Regel von Politikwissenschaftler_innen berufen werden, die keine Spezialisierung für Politische Theorie aufweisen.</p>
<p>In diesem Zusammenhang kommt nun auch der PVS eine für den Nachwuchs interessante zusätzliche Funktion zu: Die PVS ist für die Deutsche Politikwissenschaft immer noch der Ort, an dem die wechselseitige Wahrnehmung der Teildisziplinen, ihrer Themen und Vertreter_innen organisiert wird, und die Bedeutung dieses Umstandes kann man kaum überschätzen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Theorieblog: Werden wir etwas konkreter mit Blick auf den Veröffentlichungsprozess: Welche Art von politiktheoretischen Beiträgen sind für die PVS interessant? Wie sehr sollen Artikel sich nur auf die Fachöffentlichkeit richten, wie sehr spielt Relevanz für eine breitere Öffentlichkeit eine Rolle? </em></p>
<p><em>Rainer Schmalz-Bruns</em>: Die Aufgabe der PVS ist es, das Fach in seiner teildisziplinären Breite und paradigmatischen Differenzierung darzustellen – und was interessant ist, wird uns von der Diskussion im Fach respektive den Teildisziplinen vorgegeben. Und das gilt selbstverständlich auch für die Politische Theorie und die interne Verzweigung ihrer Fragestellungen in philosophische, rechts- und sozialphilosophische, soziologische, gesellschaftstheoretische und ideenhistorische Richtungen: Die PVS möchte diesen Diskussionen selbstverständlich als Forum dienen. Leider ist die Zahl der letztlich veröffentlichten Theoriebeiträge in den letzten Jahren regelmäßig weit hinter diesem Anspruch zurückgeblieben. Das liegt primär an der sehr geringen Zahl an Einreichungen, was darauf schließen lässt, dass wir ganz offensichtlich immer noch große Schwierigkeiten haben, gerade Theoretiker_innen für die PVS zu interessieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Theorieblog: Wie läuft bei der PVS der Review-Prozess ab und wie viele Wochen nimmt dieser im Durchschnitt in Anspruch? Wie hoch ist schließlich die Annahmequote von Beiträgen?</em></p>
<p><em>Rainer Schmalz-Bruns</em>: Das Review-Verfahren (u.d.h. unter Einschluss von revise and resubmit) dauert im Regelfall so etwa sechs Monate. Letztlich weist die PVS dann zwar eine durchschnittliche Ablehnungsquote von ca. 70% auf, aber die Chancen eines Beitrags, zur Veröffentlichung angenommen zu werden, steigen in der Regel deutlich, wenn er von der Redaktion wie den Gutachter_innen als grundsätzlich geeignet akzeptiert ist. Aber selbstverständlich gibt es auch im Revise-and-Resubmit-Verfahren keine Garantie, und das Risiko der letztlichen Ablehnung steigt mit Art, Umfang und Gewicht der redaktionsinternen wie gutachterlichen Einwände – aber das wird in aller Regel von den Redaktionen auch entsprechend kommuniziert</p>
<p>Es liegt mir aber daran, darauf hinzuweisen, dass die Gutachterinnen und Gutachter in aller Regel eher wohlwollend und sehr konstruktiv eingestellt sind: Vor diesem Hintergrund könnte man die Veröffentlichungen im Bereich Politische Theorie in der PVS ganz unabhängig von Annahmequoten einfach durch eine Erhöhung der nach wie vor viel zu geringen Zahl an  Einreichungen steigern.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Theorieblog: Welche Empfehlungen würden Sie Nachwuchswissenschaftler_innen für die Erarbeitung ihrer Manuskripte mit auf den Weg geben? Was macht einen guten politiktheoretischen Aufsatz aus?</em></p>
<p><em>Rainer Schmalz-Brun</em>s: „Irgendwie“ sollte er interessant sein, und es ist bemerkenswert, dass man sich darüber ebenso schnell einig ist wie man in der Regel außerstande ist, ein Rezept zu benennen. Deswegen möchte ich meiner Antwort eine etwas andere Wendung geben: Gerade Nachwuchswissenschaftler_innen würde ich ermutigen, im Gespräch mit Redaktionen und Gutachter_innen herauszufinden, wie diese Frage je konkret beantwortet werden kann. Und dies zumal, da Redaktionen ja heute davon ausgehen können, dass die zu einer Einreichung bei einer Fachzeitschrift bestimmten Manuskripte bereits eine Reihe professioneller Filter (etablierte Forschungs- und Diskussionszusammenhänge, Kolloquien usw.) durchlaufen haben – und auch durchlaufen haben sollten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Theorieblog: Wir danken für das Gespräch!</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Postdoc-Stellen in Frankfurt oder Lecturer in London?</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 08:49:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thorsten</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Globale Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Justitia Amplificata]]></category>
		<category><![CDATA[Lecturer]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Stellenausschreibungen]]></category>
		<category><![CDATA[UCL]]></category>

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		<description><![CDATA[Für das Studienjahr 2012/13 sind an der Forscher-Kollegsgruppe Justitia Amplificata in Frankfurt drei Postdoc-Stellen ausgeschrieben. Man beginnt am 01. September oder 01. Oktober und hat dann ein ganzes Jahr Zeit, seine Forschung in einem sehr anregenden Umfeld voranzutreiben. Die Bewerbungen müssen bis zum 01. Februar vorliegen, ein Forschungsschwerpunkt  im weiten Feld der Gerechtigkeitsforschung wird erwartet. Alle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für das Studienjahr 2012/13 sind an der Forscher-Kollegsgruppe <a href="http://www.justitia-amplificata.de/" target="_blank">Justitia Amplificata</a> in Frankfurt drei Postdoc-Stellen ausgeschrieben. Man beginnt am 01. September oder 01. Oktober und hat dann ein ganzes Jahr Zeit, seine Forschung in einem sehr anregenden Umfeld voranzutreiben. Die Bewerbungen müssen bis zum 01. Februar vorliegen, ein Forschungsschwerpunkt  im weiten Feld der Gerechtigkeitsforschung wird erwartet. Alle Infos <a href="http://www.justitia-amplificata.de/en/postdoctoral-fellowship-programme/call-for-applications.html" target="_blank">hier</a>.</p>
<p>Wenn es nicht Frankfurt, sondern London sein soll, ist sicherlich die Stelle eines Lecturers in Political Theory am <a href="http://www.ucl.ac.uk/spp/" target="_blank">University College London (UCL)</a> von großem Interesse. Auch dort erwartet einen ein ganzes wunderbares Arbeitsumfeld, auch dort ist der Beginn der 01. September. Die Bewerbungen müssen aber bereits bis zum 16. Januar vorliegen. Alle Infos und eine ausführlichere Beschreibung <a href="http://www.ucl.ac.uk/spp/spp-news-important/081211 " target="_blank">hier</a>.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Leibniz-Preis für Rainer Forst</title>
		<link>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/12/leibniz-preis-fuer-rainer-forst/</link>
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		<pubDate>Fri, 09 Dec 2011 11:01:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>susanne</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Reflexionen]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt am Main]]></category>
		<category><![CDATA[Normative Ordnungen]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Rainer Forst]]></category>

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		<description><![CDATA[Frankfurt tut viel für die Geisteswissenschaften, und das macht sich offenbar bezahlt: Rainer Forst, Philosoph und Politikwissenschaftler, hat den renommierten Leibniz-Preis erhalten. Die Auszeichnung der Deutschen Forschungsgemeinschaft gilt als die angesehenste für deutsche Wissenschaftler_innen und ist mit 2,5 Millionen Euro dotiert. Das ist nicht nur eine Menge Fördergeld für die geisteswissenschaftliche Forschung, sondern beweist auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Frankfurt tut viel für die Geisteswissenschaften, und das macht sich offenbar bezahlt: Rainer Forst, Philosoph und Politikwissenschaftler, hat den renommierten Leibniz-Preis erhalten. Die Auszeichnung der Deutschen Forschungsgemeinschaft gilt als die <a href="http://www.dfg.de/gefoerderte_projekte/wissenschaftliche_preise/leibniz-preis/index.html">angesehenste für deutsche Wissenschaftler_innen</a> und ist mit 2,5 Millionen Euro dotiert. Das ist nicht nur eine Menge Fördergeld für die geisteswissenschaftliche Forschung, sondern beweist auch deren Wertschätzung in Zeiten, in denen die humanistischen Disziplinen an vielen Unis um ihr <a href="http://www.theorieblog.de/index.php/2010/05/middlesex-und-wir/">Existenzrecht</a> kämpfen: In Konkurrenz mit Natur- und Wirtschaftswissenschaften.<br />
<span id="more-5300"></span></p>
<p>Die Uni Frankfurt tritt bereits seit einigen Jahren mit dem Exzellenzcluster <a href="http://www.normativeorders.net/">&#8220;Die Herausbildung normativer Ordnungen&#8221;</a> in Erscheinung, dessen Sprecher Forst ist. Mit diesem und mit den Projekten Axel Honneths vom <a href="http://www.ifs.uni-frankfurt.de/people/honneth/">Institut für Sozialforschung</a> hat sich Frankfurt erneut zu einem Zentrum der Philosophie, Politischen Theorie und Gesellschaftskritik entwickelt. (Auf dem Theorieblog findet derzeit ein <a href="http://www.theorieblog.de/index.php/2011/12/honneth-lesekreis-3-das-negative-der-negativen-freiheit/">Lesekreis</a> zum neuen Buch von Honneth statt). Im Rahmen des Clusters &#8220;normative Ordnungen&#8221; finden regelmässig spannende Vorlesungsreihen, Vorträge und Workshops mit international renommierten Wissenschaftler_innen statt. Frankfurt könnte anderen Unis dabei durchaus als Vorbild dahingehend dienen, wie die Geisteswissenschaften, darunter die Philosophie, gestützt und gefördert werden können.</p>
<p>Werner Müller-Esterl, Präsident der Uni Frankfurt, <a href="http://www.muk.uni-frankfurt.de/news/hp/289_Leibniz-Preis/index.html">bezeichnete den Leibniz-Preis für Forst</a> als „hocherfreuliche Auszeichnung für einen Wissenschaftler, der die Profilbildung der Geistes- und Sozialwissenschaften an der Goethe-Universität in den vergangenen Jahren entscheidend vorangebracht hat. Forst gehört zu den wichtigsten politischen Philosophen Deutschlands und hat sich durch seine Arbeiten ein herausragendes internationales Renommee erworben.“</p>
<p><a href="http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb03/institut_2/rforst/">Forst</a> ist seit 2004 Professor für Philosophie und Politische Theorie an der Goethe-Universität. Neben seiner Sprechertätigkeit beim Exzellenzcluster ist er stellvertretender Sprecher der Kollegforschergruppe <a href="http://www.justitia-amplificata.de/">„Iustitia Amplificata“</a> und Mitglied des Direktoriums des Forschungskollegs Humanwissenschaften in Bad Homburg. Zugleich leitet er den von ihm aufgebauten internationalen MA-Studiengang &#8220;Politische Theorie&#8221;. In den eigenen Disziplinen bekannt geworden ist er bereits früh durch seine sehr kenntnisreiche und dichte Dissertation &#8220;Kontexte der Gerechtigkeit&#8221; (1996), in der sich mit Theorien des Liberalismus und des Kommunitarismus auseinandersetzt. Seine Habilitation zur Geschichte und zu Theorien der Toleranz (&#8220;Toleranz im Konflikt&#8221;, 2003) hat dann ein Konzept, das im ersten Buch schon angelegt war, weiter vorangetrieben: Nämlich das Recht auf Rechtfertigung, mit dem der Kantianer Forst an Habermas und Rawls anknüpft. Spätestens seit seiner eigenständigen Publikation dazu (<a href="http://www.suhrkamp.de/buecher/das_recht_auf_rechtfertigung-rainer_forst_29362.html">&#8220;Das Recht auf Rechtfertigung&#8221;</a>, 2007), ist sein Name mit diesem Konzept verbunden, das besagt, dass Menschen in Rechtfertigungspraktiken eingebettet sind und dass die moralische Achtung diesem grundlegenden Recht auf Rechtfertigung geschuldet ist. Ein Ansatz, der zudem im jüngst erschienen Band &#8220;<a href="http://www.suhrkamp.de/buecher/kritik_der_rechtfertigungsverhaeltnisse_29562.html" target="_blank">Kritik der Rechtfertigungsverhältnisse</a>&#8220;, gegen Kritiken verteidigt und weiter ausgebaut wurde.</p>
<p>Der Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft wurde bislang knapp 140 Wissenschaftler_innen vergeben, darunter allerdings nur neun Frauen. Vorherige Preisträger waren unter anderem Jürgen Habermas, also auch ein Frankfurter, sowie Manfred G. Schmidt. Den <a href="http://www.tagesschau.de/inland/leibniz110.html">Preis 2012</a> erhielten jetzt insgesamt elf Wissenschaftler_innen, darunter neun Männer und zwei Frauen. Von den elf Preisträgern kommen fünf aus den Lebenswissenschaften, drei aus den Naturwissenschaften, zwei aus den Geistes- und Sozialwissenschaften und einer aus den Ingenieurwissenschaften. Verliehen werden die Preise am 27. Februar in Berlin. Ziel des Leibniz-Programms, das 1985 eingerichtet wurde, ist es laut Selbstbeschreibung der DFG, &#8220;die Arbeitsbedingungen herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu verbessern, ihre Forschungsmöglichkeiten zu erweitern, sie von administrativem Arbeitsaufwand zu entlasten und ihnen die Beschäftigung besonders qualifizierter jüngerer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu erleichtern.&#8221; <a href="http://www.leibniz-publik.de/de/fs1/awardee_str-index/static.html" class="broken_link">Hier</a> können übrigens Publikationen der Leibniz-Preiträger abgerufen werden.</p>
<p>Der &#8220;Theorieblog&#8221; gratuliert Rainer Forst auf diesem Wege!</p>
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<p>P.S.: Wer jetzt neugierig geworden ist, auf das Werk Rainer Forsts, dem seien drei ganz aktuell erschienene und im Netz frei verfügbare Artikel ans Herz gelegt:</p>
<p><a href="http://psc.sagepub.com/content/37/9/965.full.pdf+html" target="_blank">Forst, Rainer (2011): “The Grounds of Critique. On the Concept of Human Dignity in Social Orders of Justification”, in Philosophy and Social Criticism 37 (9), 965-976.</a></p>
<p><a href="http://spptx.highwire.org/content/39/1/118.full.pdf+html" target="_blank">Forst, Rainer (2011): “The Power of Critique”, in Political Theory 39:1, 2011, S. 118-123. </a></p>
<p><a href="http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/volltexte/2010/8073/pdf/ForstGuentherDie_Herausbildung_normativer_Ordnungen._Zur_Idee_eines_interdisziplinaeren_Forschungsprogramms.pdf" target="_blank">Forst, Rainer; Günther, Klaus (2011): Die Herausbildung normativer Ordnungen. Zur Idee eines interdisziplinären Forschungsprogramms, in: dies. (Hg.): Die Herausbildung normativer Ordnungen: Interdisziplinäre Perspektiven, Frankfurt am Main: Campus, S.11-30.</a></p>
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		<title>Erinnerung und Gedächtnis in Zeiten der (Post)Souveränität?</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Dec 2011 10:22:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>chris</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reflexionen]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Verhältnis von Politik und Gedächtnis ist in den vergangenen 15 Jahren in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt. Zu den aktuell wohl spektakulärsten Ereignissen in diesem Kontext gehörte in diesem Jahr zum einen die Auslieferung von Ratko Mladic an das Haager Tribunal und zum anderen der Prozessauftakt gegen Nuon Chea, einem der Chefideologen der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Verhältnis von Politik und Gedächtnis ist in den vergangenen 15 Jahren in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt. Zu den aktuell wohl spektakulärsten Ereignissen in diesem Kontext gehörte in diesem Jahr zum einen die Auslieferung von <a title="Ratko Mladic" href="http://justiceinconflict.org/2011/05/27/pursuing-and-serving-justice-fairly-is-mladic-fit-to-stand-trial/" target="_blank">Ratko Mladic </a>an das Haager Tribunal und zum anderen der Prozessauftakt gegen <a title="Nuon Chea" href="http://www.sueddeutsche.de/politik/prozess-gegen-rote-khmer-fuehrung-pol-pots-vize-verteidigt-terrorherrschaft-1.1196735" target="_blank">Nuon Chea</a>, einem der Chefideologen der Roten Khmer. Wie sich an Mladic oder Chea sehr gut nachvollziehen lässt, drängt sich infolge von Systemtransitionen, nach Genoziden, nach Kriegen und Bürgerkriegen, die Frage auf, wie mit der (einstigen) Gewaltgeschichte umzugehen ist. Die Antworten reichen von internationaler Strafverfolgung über Wahrheits- und Versöhnungskommissionen bis hin zu einer ausgeprägten öffentlichen Gedenkkultur, die das begangene Unrecht erinnert. In diesem kleinen Einwurf möchte ich eine mögliche Verbindung zwischen Erinnerungspraxis und Politikverständnis vorschlagen.<span id="more-5260"></span></p>
<p>Historisch gesehen ist das sich hier abzeichnende Zusammenspiel von Politik, Recht und Erinnerung neu: die Strafverfolgung und Rechtssprechung hat sich aus dem Griff nationaler Verfügbarkeit herausgelöst, die staatliche Vorgabe eines Erinnerungsnarratives ist einem pluralen Diskurs unterschiedlichster Akteure gewichen, und der Rechtfertigungszwang bei Gedenkpraktiken hat sich internationalisiert. Wie ist diese Verschiebung von einem nationalen „<em>régime d’historicité</em>“<em> </em>(François Hartog)<em> </em>hin zu einem „<a title="postnationalen Gedächtnis" href="http://www.perlentaucher.de/buch/31850.html" target="_blank">postnationalen Gedächtnis</a>“ (Helmut König), das man in Teilen der westlichen Welt antrifft, zu erklären? Woraus resultiert diese Verschiebung und was motiviert politische Gemeinwesen zu einer solchen Art der Selbstreflexion? Eine Antwort könnte sein, dass das „postnationale Gedächtnis“ der deutlichste Hinweis auf ein postsouveränes Politik- und Staatsverständnis ist.</p>
<p>Wie eng Erinnerung und Gedächtnis mit dem in einer Epoche vorherrschenden Verständnis vom Politischen zusammenhängen, zeigt sich daran, dass im Zeitalter der Staatsidee des klassischen Rationalismus des 17.Jahrhunderts <em>öffentliche</em> Erinnerungs- und Gedenkpraktiken keinen Platz hatten. Unter einer Verständnisweise des Politischen, die ganz im Sinne der Machiavellischen oder Hobbesschen Staatsräson Politik als „Macht-Schachspiel“ betrachtet, galten Erinnerung und Gedenken als irrationale Faktoren. Allenfalls als Ausdruck persönlicher Gefühle im Privaten erlaubt, standen sie stets in der Gefahr, das Ideal eines rational-strategischen politischen Agierens zu unterwandern. Ganz in diesem Sinne enthielten die Friedensverträge jener Zeit, wie zum Beispiel die berühmten Friedensverträge von Münster und Osnabrück, die Formel des <em>perpetua oblivio et amnestia</em> und verpflichteten alle Parteien dazu, die geschehenen Grausamkeiten zu vergeben und zu vergessen.</p>
<p>Im Gegensatz dazu machte fast 270 Jahre später der <a title="Kriegsschuldartikel des Versailler Friedensvertrages " href="http://de.wikipedia.org/wiki/Friedensvertrag_von_Versailles" target="_blank">Kriegsschuldartikel des Versailler Friedensvertrages</a> „Deutschland und seine Verbündeten als Urheber für alle Verluste und Schäden verantwortlich“. Die Erinnerung und das Gedenken an den Ersten Weltkrieg im Allgemeinen und die Frage nach der Kriegsschuld im Besonderen waren zentrale Streitthemen der europäischen Zwischenkriegszeit. Von einem Vergeben und Vergessen konnte gar keine Rede mehr sein. An die Stelle der Machiavellischen oder Hobbesschen Staatsräson als Paradigma des Politischen ist mit der Französischen Revolution Rousseaus <em>volonté générale</em> getreten – und mit ihr die ganze Welt der Volkssouveränitätsidee. Damit aber stellte sich die Frage, wie man aus einer Vielzahl an Menschen eine homogene Einheit formt. Auf diese Weise wurde eine nationale Erinnerungs- und Gedenkkultur, die die Heldentaten der eigenen Nation betont und die eigenen Opfer verklärt, zum Stützpfeiler des „Gemeinsamkeitsglaubens“ (Max Weber).</p>
<p>Die postnationale Gedenkkultur hat sich in den letzten 25 Jahren in Teilen Europas und der Welt herausgebildet und zeichnet sich dadurch aus, dass die dunklen Seiten der eigenen Geschichte aufgearbeitet und dargestellt werden. So hat man in Spanien nach Jahrzehnten von politischer Amnestie und öffentlicher Amnesie damit begonnen, sich mit der Franco-Zeit auseinanderzusetzen. Frankreich hat mit der Illusion gebrochen, dass es sich bei jedem Franzosen um einen Anhänger der <em>Résistance</em> gehandelt habe und konfrontiert sich selbst mit Faktum des Vichy-Regimes sowie mit der Rolle der eigenen politischen Eliten im Algerien-Krieg. In Deutschland dauerte es bis weit in die 60er Jahre hinein bis man sich allmählich an die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit machte. Mittlerweile sind Begriffe wie „Historikerstreit“ oder die Debatte um den Bau – und der Bau selbst – des „Denkmals für die ermoderten Juden Europas“ zum Wahrzeichen des postnationalen Gedächtnisses der Bundesrepublik geworden.</p>
<p>Eine solche Verschiebung vom nationalen auf das postnationale Gedächtnis kommt nicht von ungefähr. Sie beruht auf der Voraussetzung, dass die Erinnerungs- und Gedenkinhalte nicht mehr von einer Zentralinstanz vorgegeben werden können, sondern sich eine Vielzahl von Akteuren am erinnerungspolitischen Diskurs beteiligen und neue, oft gegenläufige Narrative aufbringen. Nicht umsonst nennt die Gedächtnisforschung Generationswechsel, Migration, Systemzusammenbrüche oder ähnliches – also Entwicklungen und Ereignisse, die die Anzahl unterschiedlicher politischer Stimmen im öffentlichen Raum erhöhen – als Hauptgründe für Veränderungen am kulturellen Gedächtnis eines politischen Gemeinwesens. Dies scheint die These zu bestärken, dass eine postnationale Gedächtniskultur Ausdruck und Resultat eines neuen Paradigmas des Politischen ist. Denn ganz offensichtlich korrespondiert das postnationale Gedächtnis mit einem Verständnis vom Politischen, das das „Faktum der Pluralität“ (Arendt) ernst nimmt und bearbeitbar macht. Nicht die Idee einer <em>union sacrée</em>, sondern weit eher die des <em>e pluribus unum</em> scheint mit diesem Gedächtnisbegriff einherzugehen.</p>
<p>Doch so offensichtlich die Gefahren eines nationalen <em>régime d’historicité</em> auf der Hand liegen, so wenig resistent scheint auch das postnationale Gedächtnis gegen eigentümliche Verzerrungen zu sein. Gerade beim Blick auf Deutschland, das gemeinhin als Paradebeispiel für eine gelungene Vergangenheitsbewältigung angesehen wird, drängt sich vielerorts der Verdacht auf, dass die Geschichte dieser Vergangenheitsbewältigung selbst zum Fetisch werden könnte, der leerläuft, zu Selbsthuldigungsgestiken und einer missionarischen Selbstgewissheit verführt: „Wir haben unsere Vergangenheit vorbildlich aufgearbeitet! Uns braucht keiner mehr einen Vorwurf machen! Kehrt mal ebenso gründlich vor eurer eigenen Haustür!“ Obendrein lässt er einem die gegenläufigen und antagonistischen Narrative osteuropäischer Staaten nur widerwillig zur Kenntnis nehmen. Vor dem Hintergrund eines vereinten Europas liegt hierin (erinnerungs-)politischer Zündstoff. Dieses sich seltsame Verschließen bei allen Bekenntnissen für den offenen erinnerungspolitischen Diskurs korrespondiert mit dem Trend, Erinnerungs- und Gedenkinhalte mit Hilfe so genannter „<a href="http://www.theorieblog.de/wp-content/uploads/2011/12/Timothy-Garton-Ash_-The-freedom-of-historical-debate-is-under-attack-by-the-memory-police-Comment-is-free-The-Guardian1.pdf">memory laws</a>“ rechtlich festzulegen. Frankreich ist in dieser Hinsicht sehr offensiv: gesetzlich festgeschrieben und in die Lehrpläne an Schulen aufgenommen wurde beispielsweise die „positiven Rolle“ des französischen Kolonialismus; gesetzlich festgeschrieben wurde, dass Sklavenhandel seit dem 15.Jahrhundert ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit sei; gesetzlich festgeschrieben und unter Strafe gestellt ist es, wenn man den Verbrechen der türkischen Armee an den Armeniern den Status eines Genozids abspricht und mit Blick auf die im internationalen Recht verankerten definitorischen Merkmale eine andere Bezeichnung wählt. All diese Gesetze wurden von der Vereinigung <a title="“Liberté pour l’Histoire”" href="http://www.lph-asso.fr/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=54&amp;Itemid=19&amp;lang=en" target="_blank">“Liberté pour l’Histoire”</a>, der Pierre Nora vorsitzt, dokumentiert und kritisiert. Autorinnen und Autoren, die zu Themen von Erinnerung, Gedenken und Geschichte arbeiten, wie Aleida Assmann, Jan Assmann, Heinrich August Winkler, Eric Hobsbawm u.v.m. haben gegen diesen generellen Trend 2008 einen „<a title="Appel de Blois" href="http://www.lemonde.fr/idees/article/2008/10/10/appel-de-blois_1105436_3232.html" target="_blank">Appel de Blois</a>“ in Le Mond publiziert.  So sehr man in manchen Fällen, wie beispielsweise der Holocaust-Leugnung, mit Strafverfolgung sympathisiert – was ich tue –, sollte man sich klar machen, dass diese Art des Umgangs mit Erinnern und Gedenken strukturell der souveränen Instrumentalisierung von Gedenkinhalten verwandt ist, die geschichtswissenschaftliche Aufarbeitung behindern kann und einen notwendigen gesellschaftspolitischen Diskurs – möglicherweise – im Keim erstickt.</p>
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		<title>Tagungsbericht „Das Politische Imaginäre“ in Frankfurt/Main</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Nov 2011 13:00:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tagungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt am Main]]></category>
		<category><![CDATA[Normative Ordnungen]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Bedeutung imaginativer Prozesse für die Konstitution politischer Ordnungen stand im Mittelpunkt eines Workshops, der im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Freiheit und Gesetz“ an der Goethe-Universität Frankfurt/Main stattfand. Unterstützt wurde die Veranstaltung (21.-22- Oktober) von dem ansässigen Exzellenzcluster „Normative Orders“. Das Imaginäre, welches von den Teilnehmern vor allem als ästhetisch-schöpferisches Moment der Einbildungskraft zugeordnet wurde, entfaltet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Bedeutung imaginativer Prozesse für die Konstitution politischer Ordnungen stand im Mittelpunkt eines Workshops, der im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Freiheit und Gesetz“ an der Goethe-Universität Frankfurt/Main stattfand. Unterstützt wurde die Veranstaltung (21.-22- Oktober) von dem ansässigen Exzellenzcluster „Normative Orders“. Das Imaginäre, welches von den Teilnehmern vor allem als ästhetisch-schöpferisches Moment der Einbildungskraft zugeordnet wurde, entfaltet dabei seine Wirkung jenseits der Dichotomie von Wirklichkeit und Vorstellung.<span id="more-5173"></span> Zu unscharf, um empirisch als bildhafte Repräsentation dauerhaft festgehalten zu werden und doch wirkmächtig in seinem Verhältnis zu den materiellen Reproduktionsverhältnissen einer Gesellschaft, verläuft das Imaginäre quer zu den Differenzen von Wahrheit und Fiktion. Folgt man Castoriadis, Lefort und Rancière, die mit ihren Überlegungen zu einer neuen theoretischen Ernsthaftigkeit des Imaginären in der politischen Philosophie beigetragen haben, so geht das imaginative Moment im Politischen nicht in der Sichtbarkeit von Repräsentationsverhältnissen auf, sondern schwankt zwischen Sichtbarkeit und Nicht-Sichtbarkeit und hat damit wesentlichen Anteil am Schwanken politischer Ordnungen. Politische Umbrüche sind daher nicht als Freimachen von Illusionen und Aufdecken der „wirklichen“ Verhältnisse zu verstehen, sondern sind selbst stets imaginär angeordnet. Da in demokratischen Verhältnissen die Besetzung und strukturelle Ordnung politischer Macht dauerhaft oder zumindest periodisch zur Disposition steht (Leforts „leerer Ort der Macht“), rückt hier die Bedeutung des Imaginären in eine prominente Position, insofern sich für die Erscheinungsweisen politischer Artikulation neue Beschreibungsformen eröffnen.</p>
<p>Ethel Matala de Mazza (Berlin) leitete in die Arbeiten des französischen Semiotikers Louis Marins über den Fabeldichter Jean de La Fontaine und die bildhaften Verkörperungsstrategien der Macht im politischen Repräsentationsverhältnis des Absolutismus ein. Sie machte dabei anhand der Fontaineschen Fabelkönige deutlich, dass Illusionierung und Desillusionierung von Allmacht unweigerlich zusammengehören. Das schöne Bild der Macht korrespondiert mit dem hässlichen Bild des königlichen Exempels, beschrieben als Coup oder Eklat. Dabei stehen sich nicht Fiktion und Wirklichkeit, göttliche Allmacht und sterblicher Körper gegenüber, sondern beide Bilder sind als Bilder imaginativ und real zugleich. Offen blieb bisweilen, wie diese nahezu „perfekte Logik“ des Absolutismus durchbrochen werden kann und welche Rolle das Imaginäre in der Neukonstituierung der Gesellschaft durch die Französische Revolution spielt.<br />
Hier setzte Oliver Marchart (Luzern) in seinem Vortrag über das „David´sche Moment“ der Revolution in Frankreich an. Der neoklassische Maler Jacques-Louis David kann als revolutionärer Repräsentant in doppelter Hinsicht verstanden werden: Als aktiver Revolutionär und „Parteikünstler“ sowie malender Kommentator der politischen Verhältnisse zwischen Terror und Neu-Konstitution. Die Enthauptung des Königs versinnbildlicht die unumkehrbare „Mutation“ der politischen Repräsentationsverhältnisse: Die Gesellschaft verbleibt kopflos, die Stelle der Macht bleibt latent leer und entzieht sich durch das demokratische Dispositiv einer permanenten Neubesetzung. Vereinheitlichende Momente sind nur noch imaginär, als „Repräsentation der Anwesenheit der Abwesenheit“ eines letzten Grundes des Sozialen möglich – und zwar, so Marcharts These, als ästhetisches Moment. </p>
<p>Eine materialistische Perspektive des Imaginären nahm Martin Saar (Frankfurt/Main) mit einem Beitrag über Politik und die Einbildungskraft bei Spinoza ein. Im Anschluss an Deleuze und Balke zeigte er Spinozas Vorreiterrolle für die Theorien des Unbestimmbaren des Sozialen auf. Trotz ihrer mechanistischen Prämissen lässt Spinozas Theorie der „epistemischen Psychodynamik“ Raum für Fehler, Ungenauigkeiten und Unschärfen. Dieses imaginäre Potential entfaltet sich dann in der Gesellschaft als Aufeinandertreffen von Körpern und verbindet sich mit der Möglichkeit reflexiver Mäßigung der eigenen Affektivität durch „epistemische Arbeit an sich selbst“. Es wurde anschaulich, wie Spinozas Erkenntnistheorie ins Praktisch-Politische gewendet werden kann, doch kam die Frage auf, ob dieser Übergang bei Übernahme der erkenntnistheoretischen Prämissen Spinozas schlüssig ist. </p>
<p>Weniger vermögenstheoretisch als „archäologisch“ trat Friedrich Balke (Weimar) dem Übergang von der Figur der fiktiven Person des Königs zur imaginären Gesellschaft entgegen. Die doppelte Figuration der königlichen Körpers bei Kantorowicz weicht der „Gesellschaft als imaginäre Institution“ bei Castoriadis. Im historischen Übergang von der fiktionalen Allmacht des Königs zur Fiktion der „unkonditionierten Dogmatik“ der Gesellschaft löst sich das Imaginäre aus seinen fundierungstheoretischen Fesseln und radikalisiert sich in einer Artistik von Symbolsprachen. Die fragile Dauerhaftigkeit instituierter Macht kann damit nicht mehr als staunend hingenommen werden.</p>
<p>Castoriadis stand auch im Zentrum des Beitrags von Gerhard Gamm (Darmstadt). Als neuzeitlicher Denker weiß Castoriadis um die Kontingenz theoretischer Erkenntnis und den Pragmatismus praktischer Erfahrung. Dennoch hält er an der Hoffnung auf eine revolutionäre Gesellschaft fest, allerdings ohne dabei den marxistischen Geschichtsdeterminismus aufzunehmen. Die „Autonomie Aller“, Bedingung und Ziel jeder revolutionären Praxis, bewahrt die Gesellschaft vor dem Zerfall in reine Kontingenz. Die Diskutanten waren sich weitestgehend einig, dass sich Castoriadis mit dem emphatischen Autonomie-Begriff eine begründungstheoretische Last aufhalst, unter der seine Konstruktion zusammenzubrechen droht. </p>
<p>Ähnlichen Begründungsschwierigkeiten sah sich auch Waltraud Meints-Stender (Hannover) in ihrem Vortrag über den Zusammenhang von politischer Freiheit und Einbildungskraft bei Hannah Arendt ausgesetzt. Schwierig ist hier weniger die transzendentale Begründung der Freiheit durch die Prinzipien der Natalität und Pluralität, sondern der Übergang vom präpolitischen Gründungsakt zur politischen Freiheit als Artikulation im öffentlichen Raum. Die Praxis der politischen Freiheit scheint von einer Ethik des Blickwechsels eingeschlossen, was jene zu voraussetzungsvoll erscheinen lässt, um die Exklusion derer, die vom Erscheinungsraum des Kommunikativen ausgeschlossen bleiben, zu vermeiden. </p>
<p>Einen Versuch, die Unangemessenheit bezüglich des Politischen bei Arendt zu überwinden, stellte Juliane Rebentischs (Offenbach) Vortrag über Erscheinungsweisen des Politischen dar. Der „Erscheinungsraum des Miteinander“ wird dabei einer möglichen Transformation geöffnet, in der Umverteilungen der Anerkennung politischer Subjekte nicht ausgeschlossen werden. Diese Volte gelang Rebentisch unter Heranziehung der Theorie des Politischen von Jacques Rancière. Dessen Trennung von „Polizei“ als Ordnungsregime des Sichtbaren und „Politik“ als Moment der Neustrukturierung der Sichtbarkeitsregime ermöglichen die Problematisierung des öffentlichen Raums und dessen Veränderbarkeit. </p>
<p>Isolde Charim (Wien) beschloss den Workshop mit ihren Überlegungen zum „demokratischen Glauben“ im Anschluss an Claude Lefort. Charim fragte, wie ein demokratisches Subjekt möglich ist, wenn es keine identitätsstiftende Mitte der Gesellschaft gibt, auf das sich das Subjekt beziehen kann. Ihre Antwort: Durch einen Glauben an etwas Imaginäres, an eine Bühne, auf der sich die gesellschaftlichen Konflikte darstellen, ohne auf Dauer gelöst zu werden. Dieser demokratische Glaube ist säkularer Glaube an eine Instanz, die so wenig göttlich wie allmächtig ist. Das hat zur Folge, dass das demokratische Subjekt ein Weniger an Identität aber ein Mehr an Möglichkeitssinn besitzt, eine Figuration, die an Rortys „liberale Ironikerin“ erinnert. </p>
<p><em>Jan Obracaj ist Doktorand am Konstanzer Exzellenzcluster “Kulturelle Grundlagen von Integration”. Er promoviert zum Verhältnis von Kontingenzbewusstsein und Demokratie.</em></p>
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		<title>W3-Professur für politische Theorie in Hamburg</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Nov 2011 14:46:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thorsten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jobs & Stipendien]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Th. Greven]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Theorie]]></category>

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		<description><![CDATA[In Hamburg ist derzeit die Nachfolge für die Professur von Michael Th. Greven ausgeschrieben. Eine W3-Stelle für Politikwissenschaft, insbesondere politische Theorie. Der Ausschreibungstext ist recht weit, politische Theorie zudem kleingeschrieben. Ein Schwerpunkt wird aber auf Grundlagen und Perspektiven von Politik sowie auf Regieren und Demokratie in der Gegenwart gelegt. Bewerbungsschluss ist der 08.12. Alle Infos [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Hamburg ist derzeit die Nachfolge für die Professur von <a href="http://www.wiso.uni-hamburg.de/institute/ipw/individualseiten/michael-th-greven/">Michael Th. Greven</a> ausgeschrieben. Eine <a href="http://www.academics.de/jobs/w3_universitaetsprofessur_fuer_politikwissenschaft_insbesondere_politische_theorie_66961.html" target="_blank">W3-Stelle für Politikwissenschaft</a>, insbesondere politische Theorie. Der Ausschreibungstext ist recht weit, politische Theorie zudem kleingeschrieben. Ein Schwerpunkt wird aber auf Grundlagen und Perspektiven von Politik sowie auf Regieren und Demokratie in der Gegenwart gelegt. Bewerbungsschluss ist der 08.12. Alle Infos finden sich <a href="http://www.academics.de/jobs/w3_universitaetsprofessur_fuer_politikwissenschaft_insbesondere_politische_theorie_66961.html" target="_blank">hier</a>, Interessenten gibt es sicher eine Menge. Allen viel Erfolg!</p>
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