<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>theorieblog.de &#187; politische Philosophie</title>
	<atom:link href="http://www.theorieblog.de/index.php/tag/politische-philosophie/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.theorieblog.de</link>
	<description>Ein Forum für politische Theorie und Philosophie</description>
	<lastBuildDate>Tue, 07 Feb 2012 15:33:25 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2.1</generator>
		<item>
		<title>Raymond Geuss in Jena</title>
		<link>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/12/raymond-geuss-in-jena/</link>
		<comments>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/12/raymond-geuss-in-jena/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 02 Dec 2011 10:38:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>maike</dc:creator>
				<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Ideologiekritik]]></category>
		<category><![CDATA[Jena]]></category>
		<category><![CDATA[Laboratorium Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Moderne]]></category>
		<category><![CDATA[Moralphilosophie]]></category>
		<category><![CDATA[politische Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Raymond Geuss]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.theorieblog.de/?p=5251</guid>
		<description><![CDATA[In der kommenden Woche (5.-9.12.2011) ist Raymond Geuss zu Gast am Jenaer Forschungszentrum Laboratorium Aufklärung. Seine kritischen Thesen, die er insbesondere in der Streitschrift &#8216;Philosophy and Real Politics&#8216; vertritt, haben in der politischen Theorie und Philosophie große Resonanz erzeugt &#8211; zuletzt etwa auf der Herbsttagung der DVPW-Theoriesektion (wir berichteten). In Jena wird Geuss zwei Vorträge [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der kommenden Woche (5.-9.12.2011) ist <a href="http://www.phil.cam.ac.uk/teaching_staff/geuss/geuss_index.html" target="_blank">Raymond Geuss</a> zu Gast am Jenaer <a href="http://www.fzla.uni-jena.de/start.html" target="_blank">Forschungszentrum Laboratorium Aufklärung</a>. Seine kritischen Thesen, die er insbesondere in der Streitschrift &#8216;<a href="http://books.google.de/books?hl=de&amp;lr=&amp;id=_lNcnK1XvB0C&amp;oi=fnd&amp;pg=PA1&amp;dq=philosophy+and+real+politics&amp;ots=yF7YBtZXu9&amp;sig=27ExXygSbZverJGs_YVnYVDksEU#v=onepage&amp;q&amp;f=false" target="_blank">Philosophy and Real Politics</a>&#8216; vertritt, haben in der politischen Theorie und Philosophie  große Resonanz erzeugt &#8211; zuletzt etwa auf der Herbsttagung der DVPW-Theoriesektion (wir <a href="http://www.theorieblog.de/index.php/2011/10/politik-und-methode-bericht-vom-treffen-der-dvpw-theoriesektion-in-bremen-teil-2/" title="Politik und Methode. Bericht vom Treffen der DVPW-Theoriesektion in Bremen – Teil 2" target="_blank">berichteten</a>). In Jena wird Geuss zwei Vorträge halten, ein Seminar geben und an der internationalen Tagung &#8220;Die Bildung der Moderne&#8221; teilnehmen. Hier geht&#8217;s zum <a href="http://www.fzla.uni-jena.de/Aktuelles/Veranstaltungen/Raymond+Geuss+zu+Gast+im+FZLA.html" target="_blank" class="broken_link">Überblick über die Veranstaltungsreihe</a>. Auch kurzentschlossen Interessierte sind herzlich eingeladen, an den Veranstaltungen teilzunehmen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/12/raymond-geuss-in-jena/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Hannah Arendt in Raum und Zeit</title>
		<link>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/10/hannah-arendt-in-raum-und-zeit/</link>
		<comments>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/10/hannah-arendt-in-raum-und-zeit/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 20 Oct 2011 15:21:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>chris</dc:creator>
				<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Hannah Arendt]]></category>
		<category><![CDATA[Konferenz]]></category>
		<category><![CDATA[politische Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Raum]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.theorieblog.de/?p=4883</guid>
		<description><![CDATA[Am 10. und 11. November 2011 veranstaltet der Lehrstuhl für Politische Philosophie und Ideengeschichte der Uni Regensburg eine internationale Konferenz zum Thema &#8220;Raum und Zeit. Denkformen des Politischen bei Hannah Arendt&#8221;. Alle Infos zu Programm und Anmeldung findet ihr hier.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 10. und 11. November 2011 veranstaltet der Lehrstuhl für Politische Philosophie und Ideengeschichte der Uni Regensburg eine internationale Konferenz zum Thema &#8220;Raum und Zeit. Denkformen des Politischen bei Hannah Arendt&#8221;. Alle Infos zu Programm und Anmeldung findet ihr <a href="http://www.theorieblog.de/wp-content/uploads/2011/10/Programm-Regensburg-Raum-und-Zeit-2011.pdf">hier</a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/10/hannah-arendt-in-raum-und-zeit/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Neue Stellen in Übersee</title>
		<link>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/09/neue-stellen-in-ubersee/</link>
		<comments>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/09/neue-stellen-in-ubersee/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 05 Sep 2011 07:00:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>chris</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jobs & Stipendien]]></category>
		<category><![CDATA[Assistenzprofessur]]></category>
		<category><![CDATA[Kanada]]></category>
		<category><![CDATA[politische Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Postdoc]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.theorieblog.de/?p=4273</guid>
		<description><![CDATA[In den letzten beiden Monaten haben die nordamerikanischen Unis wieder jede Menge neuer Stellen &#8211; Postdocs &#38; Assistant Professor &#8211; ausgeschrieben. Für alle Interessierten haben wir hier eine kleine Auswahl zusammengestellt. Wir wünschen Euch viel Erfolg beim Bewerben und drücken die Daumen! Update 13.09.2011: Hier noch eine kleine Ergänzung. Die University of Toronto schreibt zwei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den letzten beiden Monaten haben die nordamerikanischen Unis wieder jede Menge neuer Stellen &#8211; Postdocs &amp; Assistant Professor &#8211; ausgeschrieben. Für alle Interessierten haben wir <a href="http://www.theorieblog.de/wp-content/uploads/2011/09/Stellen-in-Übersee.pdf">hier</a> eine kleine Auswahl zusammengestellt. Wir wünschen Euch viel Erfolg beim Bewerben und drücken die Daumen!<span id="more-4273"></span></p>
<p><strong>Update 13.09.2011:</strong> Hier noch eine kleine Ergänzung. Die University of Toronto schreibt zwei Assistant Professorships in den Bereichen Ethik und politische Philosophie aus. Die Details findet ihr, wenn ihr <a href="https://utoronto.taleo.net/careersection/10050/moresearch.ftl?lang=en" target="_blank">diesem Link</a> folgt und im Feld &#8220;Job Number&#8221; die Nummer <strong>1100861</strong> eintragt.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/09/neue-stellen-in-ubersee/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Messen, Befragen, Befreien &#8211; Oliver Flügel-Martinsens Replik auf die Kommentare im Theorieblog</title>
		<link>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/07/4021/</link>
		<comments>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/07/4021/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 13 Jul 2011 09:26:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Reflexionen]]></category>
		<category><![CDATA[Foucault]]></category>
		<category><![CDATA[Genealogie]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Kritische Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Normative Ordnungen]]></category>
		<category><![CDATA[Normativität]]></category>
		<category><![CDATA[politische Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Spinoza]]></category>
		<category><![CDATA[ZPTH]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.theorieblog.de/?p=4021</guid>
		<description><![CDATA[Letzte Woche haben wir den ZPTH-Beitrag “Die Normativität von Kritik – Ein Minimalmodell”  von Oliver Flügel-Martinsen als PDF-Download hier auf dem Theorieblog veröffentlicht &#8211; begleitet von einem Kommentar zu dem Artikel von Frieder Vogelmann. Heute antwortet Oliver auf Frieders Kritik sowie die weiteren Kommentare, die bisher zu dem Artikel veröffentlicht wurden. Lest selbst und diskutiert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Letzte Woche haben wir den ZPTH-Beitrag “Die Normativität von Kritik – Ein Minimalmodell”  von Oliver Flügel-Martinsen als <a href="http://www.theorieblog.de/wp-content/plugins/download-monitor/download.php?id=5">PDF-Download</a> hier auf dem Theorieblog veröffentlicht &#8211; begleitet von einem <a href="http://www.theorieblog.de/index.php/2011/06/messen-befragen-befreien-oliver-flugel-martinsens-zpth-artikel-in-der-diskussion/" target="_blank">Kommentar zu dem Artikel von Frieder Vogelmann</a>. Heute antwortet Oliver auf Frieders Kritik sowie die weiteren Kommentare, die bisher zu dem Artikel veröffentlicht wurden. Lest selbst und diskutiert fleißig weiter &#8211; nach dem Strich.<span id="more-4021"></span></p>
<p><strong>Replik von Oliver Flügel-Martinsen</strong></p>
<p>Liebe Theorieblogger, lieber Frieder, liebe Kommentatoren, an erster Stelle möchte ich mich bei Euch allen (ich duze der Einfachheit halber und hoffe auf Zustimmung) herzlich bedanken: Bei den Theoriebloggern für die Möglichkeit auf diese Weise einen Artikel zu diskutieren und bei den Kommentatoren für die <a href="http://www.theorieblog.de/index.php/2011/06/messen-befragen-befreien-oliver-flugel-martinsens-zpth-artikel-in-der-diskussion/" target="_blank">klugen, geduldigen und kritischen Kommentare</a>, durch die ich viel gelernt habe und durch die ich, wie sich gleich zeigen wird, auf eine ganze Reihe von Versäumnissen, Ungenauigkeiten und Problemen aufmerksam gemacht wurde, die mir vor den Kommentaren so nicht vor Augen gestanden haben. Dies allein zeigt schon, welche neuen Perspektiven eine solche Weise der Diskussion eines Artikels eröffnet: Selten ist es in den klassischen Formen wissenschaftlichen Austauschs, dass sich eine solch reichhaltige und intensive Diskussion ergeben kann – über sie freue ich mich sehr.</p>
<p>Nun zu meiner Erwiderung auf die Kommentare selbst. Eine unvermeidliche Bitte um Entschuldigung gleich vorab: Es wird mir angesichts der weit reichenden Fragen, die in den Kommentaren aufgeworfen wurden, leider unmöglich sein, zufriedenstellend zu antworten. Manches Versäumnis schuldet sich dem Umstand, dass ein Artikel einen begrenzten Umfang hat, manches aber lässt sich auch darauf zurückführen, dass ich bestimmte Schwierigkeiten selbst vor den Kommentaren nicht gesehen habe. In beiden Fällen werde ich mich darum bemühen, wenigstens Richtungen anzudeuten, wenn ich auch nicht in der Lage sein werde, meine Überlegungen hinlänglich auszuführen. Ich gehe grundsätzlich der Reihe nach durch die Kommentare; führe aber hier und da auch Gesichtspunkte zusammen; greife vor; wähle zuweilen notgedrungen aus. Das Ganze soll zudem eine dem Format angemessene lesbare Länge behalten (1000 Wörter etwa war die sinnvolle Anregung des blogs); also wird einiges nur angetippt werden können.</p>
<p>Zunächst also zu <em>Frieder</em>, beginnend mit der Frage der Sprache der Kritik: Es ist in der Tat so, dass ich in dem Text versuche einen zugleich analytischen und sinnkritischen Gebrauch einer bestimmten theoretischen Sprache zu machen, der den Sinn der verwendeten Begriffe durchaus in Frage stellen und verschieben soll: Das beste Beispiel dafür ist die Rede von der Normativität selbst, unter der in der Regel eine begründete Wertung verstanden wird. Hier benutze ich diese Attribute auch zunächst zur Beschreibung, versuche dann aber Stück für Stück zu zeigen, dass in der befragenden Öffnung, die eine kritische Distanzierung darstellt, ein mögliches anderes Verständnis normativer Kritik liegt. Das führt mich zum zweiten Punkt, zur Frage danach, wann und wodurch eine Befragung kritisch wird: Hier verweise ich auf dekonstruktive und genealogische Zugänge zur Hermeneutik und würde deshalb sagen, dass sich verschiedene Möglichkeiten ergeben, die Kontrolle jedenfalls nicht beim Autor oder so etwas wie der Autorintention liegen kann, sondern davon wie Texte in Kontexten, die sie bilden und zugleich verschieben, wirken. Beim letzten Punkt, der Frage nach der Befreiung (auch von der Vorgabe der Rechtfertigung), sehe ich eine große Affinität meiner Argumentation zu Frieders Kommentar, denn ich würde ihm in der Tat zustimmen, dass Kritik über die Frage ihrer eigenen Rechtfertigung hinauswuchert. Allerdings heißt das nicht, dass die Frage nach der Rechtfertigung sich nicht stellt: Wenn sie sich stellt, kommt es aber darauf an, wie sie aufgenommen wird. Ich versuche im Grunde zu sagen, dass aus der Frage nach der Rechtfertigung für die Kritik gerade nicht folgt, dass sie sich um eine umfassende Begründung bemühen muss: Sie gewinnt ihre spezifische „Normativität“ durch die Öffnung.</p>
<p>Von hier aus werde ich nun versuchen, die verschiedenen Einwände und Nachfragen abzutasten, die sich auf den Charakter, die Voraussetzungen und die Reichweite dieser befragenden Kritik beziehen: Auf <em>Cords</em> Einwand, dass ich mich mit der befragenden Kritik nicht auf einzelne Handlungen, sondern lediglich auf Überzeugungen beziehe, bin ich versucht zu erwidern, dass mir diese Unterscheidung nicht recht einleuchten will, denn grundsätzlich kann (und wird vielfach auch) jede Handlung im Kontext moderner Lebenswelten auf ihre Rechtfertigung hin befragt und damit verweisen (Einzel-)Handlungen und Überzeugungen aufeinander. Deshalb kann die befragende Kritik, indem sie nach Rechtfertigungsmustern fragt, durchaus auch einzelne Handlungen kritisch in den Blick nehmen. Dass diese Form der Kritik normativ bedeutsam in einem nicht-trivialen Sinne ist, zeigt sich, wenn man Cords Punkte 2 und 3 zusammenzieht: Der Nozick-Anhänger wird, wenn er insistent befragt wird, irgendwann an einen Punkt kommen, an dem sich zeigt, dass Nozicks Gerechtigkeitsmodell auf einer Theorie der Gerechtigkeit aufruht, die unveräußerliche besitzindividualistische Rechte annimmt – und deren Gültigkeit sich radikal befragen lässt. Das Schwert der befragenden Kritik erweist sich gerade hier als ausgesprochen scharf.</p>
<p>Vollkommen richtig ist aus meiner Sicht <em>Jens’</em> Überlegung, dass die befragende Kritik eine „’nur’ relative und vorübergehende“ sein kann – allerdings beansprucht sie auch gar nicht mehr. Ja, mehr noch: Ihre radikale Pointe liegt nicht zuletzt darin, die Möglichkeit von Kritiken, die mehr als vorübergehend zu sein beanspruchen, zu dementieren. Ihr eigentlicher kritischer Kern verdankt sich schließlich dem Umstand des steten Übergangs und der daraus folgenden Nötigung zur Selbstbefragung. Kurz gesagt: Die befragende Kritik verdankt ihre Möglichkeit dem Umstand, dass es keinem begrifflichen Feld gelingen kann, sich dauerhaft zu schließen – Derrida nennt das eine Autodekonstruktion, die die Dekonstruktion überhaupt erst ermöglicht. Und dieser Umstand wirkt natürlich auf die Kritik zurück, denn auch ihre eigenen Voraussetzungen werden im Zuge der Kritik kritikwürdig. Damit ist auch der Grund genannt, warum diese Kritik, wie Jens anmerkt, negativ verfährt: Sie übersieht keineswegs die konstruktive Kritik, bleibt ihr gegenüber aber skeptisch, greift die konstruktive Variante doch häufig auf Begründungen zurück, deren Möglichkeit aus der Perspektive einer negativen Kritik fragwürdig erscheinen muss. Zudem darf sich Kritik nicht, wie Raymond Geuss unlängst nochmals nachdrücklich unterstrichen hat, auf das Gebot des Konstruktiven verpflichten und damit in gewisser Weise handzahm machen lassen, indem sie diesem Gebot zufolge erst dann erfolgen dürfte, wenn eine bessere Alternative ausgewiesen werden könnte. Diese Zurückweisung des Konstruktivitätsgebots teile ich nachdrücklich.</p>
<p>Das führt mich schließlich <em>Grischas</em> Einwänden: Kann die befragende Kritik, so lautet die fundamentale Rückfrage, in der sich seine Bedenken bündeln lassen, normativ wirklich so zurückhaltend sein, wie sie es suggeriert? Ist nicht die Idee der Öffnung selbst mit der Behauptung normativer Richtigkeit verknüpft? Ja, allerdings, aber in einem sehr spezifischen Sinne. Die Normativität, die sich mit der durch eine kritische Befragung erzielten Öffnung verbindet, ist es ja gerade, die als minimale Normativität gerettet werden soll – allerdings verweist sie, wie ich meine, gerade nicht auf eine Begründung des richtigen Maßstabs. Wie das? Hier muss ich mich, an dieser Stelle wenigstens, auf Andeutungen beschränken, was durchaus problematisch ist, aber alles andere würde zu umfangreiche Argumentationen auf den Plan rufen. Nun also zumindest ein Richtungspfeil: Als Orientierungshilfe mag vielleicht eine Reversibilitätsidee dienen können, die sich im Anschluss an Leforts Überlegungen zu einer Demokratie(theorie) jenseits der Gewissheit formulieren lässt. Aus der Überlegung, dass wir in einem politisch-sozialen Raum jenseits von (letzten) Gewissheiten leben, folgt die normativ folgenreiche Idee, dass demokratisches Selbstregieren zu einem selbstbefragenden Abenteuer wird, das sich nicht durch letzte Werte legitimiert, sondern durch die prinzipielle Reversibilität und damit Offenheit seiner Entscheidungen. Die Öffnung, und auch ihre Normativität, ist so gesehen eine Implikation des Umstands, dass sich Gewissheit in zentralen Fragen nicht herstellen lässt. Für die Normativität der Öffnung und der kritischen Befragung gibt es deshalb keine Begründung, aber sie ist, auf ihre Gründe hin befragt, keineswegs sprachlos: Sie ist der Versuch einer verantwortungsvollen Weise des Umgangs mit dem Umstand der Ungewissheit.</p>
<p>Damit muss ich an dieser Stelle schließen, obwohl ich den kritischen Nachfragen und ihrem Anregungsreichtum nicht gerecht werden konnte. Vielleicht aber reichen die Andeutungen, die ich gegeben habe, zumindest aus, um Richtungen zu markieren und den gemeinsamen Streit um ein angemessenes Verständnis von Kritik fortzusetzen.</p>
<p><em>Oliver  Flügel-Martinsen, Philosoph und Politologe, lehrt Politische Theorie an  der Universität Bielefeld. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den  Feldern der Philosophie und Politischen Theorie der Moderne sowie der  Ideengeschichte. Jüngst hat er die Studie <a href="http://www.transcript-verlag.de/ts1601/ts1601.php" target="_blank"><em>Jenseits von Glauben und Wissen. Philosophischer Versuch über das Leben in der Moderne</em></a> veröffentlicht (Bielefeld: transcript 2011). Gemeinsam mit Andreas Hetzel gibt er im Nomos-Verlag (Baden-Baden) die Reihe <a href="http://www.nomos-shop.de/reihenpopup.aspx?reihe=401" target="_blank"><em>Zeitgenössische Diskurse des Politischen</em></a> heraus.</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/07/4021/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Messen, Befragen, Befreien &#8211; Oliver Flügel-Martinsens ZPTH-Artikel in der Diskussion</title>
		<link>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/06/messen-befragen-befreien-oliver-flugel-martinsens-zpth-artikel-in-der-diskussion/</link>
		<comments>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/06/messen-befragen-befreien-oliver-flugel-martinsens-zpth-artikel-in-der-diskussion/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 28 Jun 2011 07:00:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>frieder</dc:creator>
				<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Reflexionen]]></category>
		<category><![CDATA[Foucault]]></category>
		<category><![CDATA[Genealogie]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Kritische Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Normative Ordnungen]]></category>
		<category><![CDATA[Normativität]]></category>
		<category><![CDATA[politische Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Spinoza]]></category>
		<category><![CDATA[ZPTH]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.theorieblog.de/?p=3887</guid>
		<description><![CDATA[Die Zusammenarbeit des Theorieblogs mit der Zeitschrift für Politische Theorie geht in die zweite Runde. Soeben ist das zweite Heft der Zeitschrift erschienen. Es versammelt Beiträge von Kari Palonen zu Begriffsdebatten und Debattenbegriffen, von Thomas Schölderle zum Totalitarismusvorwurf gegenüber Platon, Raimund Ottow zur politischen Kultur Englands sowie Debattenbeiträge, Tagungsberichte und Review Essays. Ein weiterer Beitrag [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zusammenarbeit des Theorieblogs mit der <a href="http://zpth.de/" target="_blank">Zeitschrift für Politische Theorie</a> geht in die zweite Runde. Soeben ist das <a href="http://www.budrich-journals.de/index.php/zpth/issue/current" target="_blank">zweite Heft der Zeitschrift</a> erschienen. Es versammelt Beiträge von <a href="http://www.budrich-journals.de/index.php/zpth/article/view/5113" target="_blank">Kari Palonen zu Begriffsdebatten und Debattenbegriffen</a>, von <a href="http://www.budrich-journals.de/index.php/zpth/article/view/5114" target="_blank">Thomas Schölderle zum Totalitarismusvorwurf gegenüber Platon</a>, <a href="http://www.budrich-journals.de/index.php/zpth/article/view/5114" target="_blank">Raimund Ottow zur politischen Kultur Englands</a> sowie Debattenbeiträge, Tagungsberichte und Review Essays. Ein weiterer Beitrag ist von Oliver-Flügel Martinsen und diesen können wir an dieser Stelle <a href="http://www.theorieblog.de/wp-content/plugins/download-monitor/download.php?id=5" target="_blank">exklusiv als PDF-Download</a> anbieten. Bei dem &#8220;<a href="http://www.theorieblog.de/wp-content/plugins/download-monitor/download.php?id=5" target="_blank">Die Normativität von Kritik &#8211; Ein Minimalmodell</a>&#8221; überschriebenen Artikel handelt es sich um einen dichten, die Grundfragen politischer Theorie reflektierenden Beitrag. Wie schon bei der ersten Auflage &#8211; der <a href="http://www.theorieblog.de/index.php/2011/03/wurde-ist-nicht-nur-ein-wort-bernd-ladwigs-zpth-artikel-in-der-diskussion/" target="_blank">Diskussion von Bernd Ladwigs Beitrag</a> &#8211; wird die Veröffentlichung durch einen Kommentar begleitet. <a href="http://www.normativeorders.net/organisation/mitarbeiter-a-z/frieder-vogelmann" target="_blank">Frieder Vogelmann</a> (Frankfurt/Main) setzt sich in diesem kritisch mit Oliver Flügel-Martinsens Minimalmodell einer normativen Kritik auseinander. Dabei blickt er von den Schlussfolgerungen des Artikel auf dessen Argumentationsgang zurück. Wer Genaueres wissen will, lese unter dem Strich weiter.</p>
<p>Wir freuen uns auf eine lebhafte Diskussion und werden voraussichtlich in ein bis zwei Wochen eine Replik von Oliver Flügel-Martinsen auf die bis dahin eingegangene Kritiken veröffentlichen. Aber nun zu Frieders Kommentar.<span id="more-3887"></span></p>
<p><strong>Messen, Befragen, Befreien. Zu <a href="http://www.theorieblog.de/wp-content/plugins/download-monitor/download.php?id=5" target="_blank">Oliver Flügel-Martinsens Aufsatz »Die Normativität von Kritik«</a></strong></p>
<p>Am Ende des ersten Absatzes, in dem die Wiederkehr der Kapitalismuskritik konstatiert wird, fragt Oliver Flügel-Martinsen, woran die Kritiker Anstoß nehmen – „und vor allem: Was erlaubt ihnen, Anstoß zu nehmen?“(140) Es ist die erste Formulierung der grundlegenden Frage des Artikels: Muss Kritik normativ sein, und wenn ja, welche Art der Normativität nimmt sie in Anspruch?</p>
<p>Dass Kritik normativ ist, steht dabei von Anfang an fest, schließlich beinhaltet sie eine Wertung, und sei es zu sagen: „So ist es falsch“ (140). Flügel-Martinsens Ziel ist – wie sein Untertitel bereits verrät –, ein Minimalmodell von Kritik zu entwerfen, in dem Normativität sich als unverzichtbar erweist und das doch keine eigene Konzeption der Normativität artikulieren muss, ehe sie zu kritisieren beginnen darf. Er wählt dazu die Strategie, der Normativität von Kritik durch Befragen jener Positionen auf die Schliche zu kommen, die sich selbst als anormativ verstehen; gesucht wird also nach den notwendigen Restbeständen von Normativität in jenen Kritiken, die sich jeder Normativität entziehen wollen.</p>
<p>Doch was ist eigentlich Normativität? Normativ ist, was eine „wertende Einschätzungen“ (143) ist. (Und Normativität? Die Quelle von Wertungen? Die Gründe für Wertungen?) Während ein ganzer Strang der Philosophie – Flügel-Martinsen nennt Korsgaard, Habermas, Forst und Gosepath – sich gegenwärtig darum müht, die dabei zum Einsatz kommenden Maßstäbe zu rechtfertigen und sich so erneut mit Lust dem Bau immer größerer Systeme widmet, will der Autor des Artikels mit einem „bescheideneren Verständnis von Normativität“ auskommen.</p>
<p>Anhand von Augustinus, Machiavelli und Spinoza zeigt Flügel-Martinsen, wie gerade jene Kritiken, die keine ausgearbeitete Konzeption von Normativität vortragen, sondern eine „normativ enthaltsame Forscherhaltung“ (148) einnehmen, eine radikale Befragung dessen ermöglichen, was Gegenstand ihrer Kritik ist. Ihre Normativität liegt in der „kritischen Distanznahme“ (148), nicht im Begründen positiver Maßstäbe, an denen das Kritisierte scheitert.</p>
<p>Da weder Augustinus, noch Machiavelli oder Spinoza diese befragende Haltung reflektierend zum Programm erheben, nimmt Flügel-Martinsen einen vierten Autor hinzu: Michel Foucault. Dessen genealogische Kritik wird als Verunsicherung des Bestehenden durch rückhaltlose Befragung vorgestellt. „Ihre Normativität speist die Kritik nicht aus Begriffen und Konzeptionen, auf die sie sich stützt, sondern die minimale Normativität der Kritik, die ihr aber gerade starke Züge verleihen können soll, verdankt sich dem Umstand, dass sie eine befragende Infragestellung dessen ist, was uns selbstverständlich zu sein scheint und damit häufig der Kritik enthoben bleibt.“ (151)</p>
<p>So wandelt sich am Ende, was unter Normativität zu verstehen ist: Nicht das Begründen eines Sollens, nicht die Rechtfertigung eines Maßstabs, sondern die Infragestellung des Bestehenden ist normativ. Sie wertet als falsch, was unveränderlich sich gibt und muss dafür die Möglichkeit des Anders-werdens erweisen. Es braucht zur Kritik keine neuen philosophischen Systeme, sondern eine kühle Analyse dessen, was sich als alternativlos ausgibt. Mehr nicht, und auch nicht weniger.</p>
<p>Sind damit jedenfalls die wichtigsten Stationen dieses dichten und interessanten Texts wiedergegeben, sollen im Folgenden drei Fragen oder Kommentare formuliert werden, die die Ergebnisse nutzen, um die Ausgangslage zu kritisieren. Das ist der Tatsache geschuldet, dass ich mit vielen Schlussfolgerungen zwar übereinstimme, jedoch Probleme mit dem Gang der Argumentation sehe. (Sollte ich damit die performative Dimension des Artikels unterschätzen, der sich ganz gemäß des vorgestellten Kritikmodells von den zu Beginn formulierten Selbstverständlichkeiten so weit distanziert, dass sie fraglich werden, ziehe ich angesichts dieser schönen Kongruenz von Wort und Tat meinen virtuellen Hut.)</p>
<p><em>1. Messen.</em> Eine erste Nachfrage betrifft die Sprache des Texts. Insofern Kritik eine nicht zu vernachlässigende rhetorische Dimension besitzt, was gerade die von Flügel-Martinsen besprochenen Autoren demonstrieren, stellt sich die Frage, ob nicht auch das theoretische Sprechen über Kritik – ihr Theoretisieren – großen Einfluss auf die Kritik selbst hat. Wird dieser Punkt zugestanden, so kann man feststellen, dass der dominante Theoretisierungsmodus von Kritik eine ganz bestimmte Sprache spricht: Kritik „wertet“, sie verfügt über „Maßstäbe“ mit denen sie das Gegebene „misst“ und die ihr „erlauben“, es als falsch, verzerrend, schlecht etc. zu denunzieren. Diese Art des Theoretisierens von Kritik und das Kritikmodell, das ihr vor Augen steht, nenne ich „vermessend“; mir scheint damit ein auf der theoretischen Ebene eminent kraftvolles „Bild“ bezeichnet zu sein, das uns „gefangen hält“. Schuld hieran ist in hohem Maße die Sprache, in der wir über Kritik nachdenken. Schließlich beendet Wittgenstein seine Sentenz zum Bild, das uns gefangenhält, mit dem Satz: „Und heraus konnten wir nicht, denn es lag in unsrer Sprache, und sie schien es uns nur unerbittlich zu wiederholen.“</p>
<p>Flügel-Martinsens Vorschlag einer befragenden Kritik setzt dieser vermessenden Kritik ein anderes Modell entgegen. Befragen ist eine andere Tätigkeit als Messen, die Normativität der Kritik entsteht hier aus dem Nachweis von Alternativen zu dem sich als alternativlos Gerierenden, nicht aus der Begründung der in der Kritik verwandten Maßstäbe. Dennoch bleibt Flügel-Martinsen auf der theoretischen Ebene der vom vermessenden Modell geprägten Sprache treu. Das führt zu Irritationen. Ist es nicht irreführend, von der Normativität dieser Kritik zu sprechen, wenn Normativität als ein „Werten“ eingeführt wird, die Wertung der befragenden Kritik jedoch kaum Anteil an ihrem Erfolg hat? Die befragende Kritik bezieht ihre Kraft aus dem Verfremdungseffekt, mit dem sie das Bekannte neu beschreibt und so für alternative Betrachtungsweisen „öffnet“. Dass sie dabei zu einer Wertung kommt, mag richtig sein, scheint aber gerade bei den von Flügel-Martinsen untersuchten Autoren nicht diskutiert zu werden, da diese Wertung nur ein Nebeneffekt der befragenden Kritik ist.</p>
<p><em>2. Befragen.</em> Eine zweite Frage betrifft die Rekonstruktion der befragenden Kritik bei Augustinus, Machiavelli und Spinoza. Woran macht sich bei diesen Autoren fest, dass ihre Beschreibungen auch Infragestellungen sind? Man könnte auch formulieren: Wer hört eigentlich die Befragung? Unter welchen Umständen führt eine „normativ enthaltsame Methodik“ (145) zu einer Beschreibung, die von ihren Rezipient_innen als kritische Befragung verstanden wird? Die Bedingungen dafür sind deswegen wichtig zu skizzieren, weil ansonsten die befragende Kritik ein extrem weiter, ja formloser Begriff zu werden droht. Ließen sich etwa die Naturwissenschaften nicht gerade als Paradebeispiele einer befragenden Kritik begreifen,?</p>
<p>Daran schließt sich das allgemeine Problem an, was eine Kritik – in all den hier diskutierten Fällen: ein kritischer Text – zur Kritik macht: ihr_e Autor_in, ihre Leser_innen oder die historische Tatsache, dass sie als Kritik Effekte gezeitigt hat? Und sind diese Kriterien nicht selbst wiederum abhängig von der Art der Kritik? Wären sie für die vermessende Kritik daher nicht andere als für die befragende?</p>
<p><em>3. Befreien.</em> Mein letzter Punkt betrifft die Autoritätsverhältnisse im Wissen. „Was erlaubt es [den Kritikern; F.V.], Anstoß zu nehmen?“ (140), so formuliert Flügel-Martinsen seine Grundfrage, und man ist versucht, polemisch zu antworten: Darum muss sich die befragende Kritik nicht kümmern. Sie erfolgt nicht erst, wenn sie autorisiert wurde; die befragende Kritik müsste ihrer eigenen Normativität nach, gerade dort fragen, wo die scheinbare Alternativlosigkeit (zum Kapitalismus, zur Verantwortung, zum Umweltschutz, zur Gerechtigkeit,…) keine Frage zulässt. Deshalb spricht Foucault davon, dass die Kritik sich selbst das Recht herausnimmt, die Wahrheit auf ihre Machteffekte und die Macht auf ihre Wahrheitseffekte hin zu befragen (vgl. <em>Was ist Kritik</em>?, 15).</p>
<p>Deutlich wird die Gefahr, sich zu viel von jener theoretischen Sprache vorgeben zu lassen, die doch verlassen werden soll. Das Bild der vermessenden Kritik legt nahe, erst unsere Maßstäbe zu rechtfertigen und hierdurch die Genehmigung zur Kritik zu erhalten. Doch eine nicht an diese Vorstellung gebundene Kritik tut gut daran, sich klar zu werden, ob sie eine solche Frage überhaupt beantworten muss. Ihre Kraft mag nämlich auch darin liegen, sich von dem Bild zu befreien, in dem Kritik als Vermessung der verwalteten Welt deren Produktionsweise von Erkenntnissen übernehmen muss.</p>
<p><em>Frieder Vogelmann</em> ist Mitglied der Nachwuchsgruppe »Variationen des Neoliberalismus«, die im Exzellenzclusters »Die Herausbildung normativer Ordnungen« an der Goethe-Universität Frankfurt am Main angesiedelt ist. Derzeit arbeitet er an einer Dissertation zur Kritik des Verantwortungsbegriffs. Seine Interessensgebiete umfassen politische Philosophie, Poststrukturalismus, sowie Sprach- und Wissenschaftsphilosophie.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/06/messen-befragen-befreien-oliver-flugel-martinsens-zpth-artikel-in-der-diskussion/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Adorno Lecture 2011: Pippin über Kunst als Philosophie</title>
		<link>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/05/adorno-lecture-2011-pippin-uber-kunst-als-philosophie/</link>
		<comments>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/05/adorno-lecture-2011-pippin-uber-kunst-als-philosophie/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 19 May 2011 18:00:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thorsten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Adorno]]></category>
		<category><![CDATA[Ästhetik]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt am Main]]></category>
		<category><![CDATA[Hegel]]></category>
		<category><![CDATA[Heidegger]]></category>
		<category><![CDATA[Institut für Sozialforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Pippin]]></category>
		<category><![CDATA[politische Philosophie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.theorieblog.de/?p=3554</guid>
		<description><![CDATA[Vom 6. bis zum 8. Juni steht in Frankfurt die diesjährige Adorno-Lecture an, diesmal mit Robert Pippin als Vortragendem. An den drei Abenden geht es jeweils von 18:30 bis 20:00 Uhr um &#8220;Kunst als Philosophie&#8221; (und ganz viel um Hegel und Heidegger wie der Beschreibung zu entnehmen ist). Ort ist der Hörsaal 1 in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vom 6. bis zum 8. Juni steht in Frankfurt die diesjährige Adorno-Lecture an, diesmal mit <a href="http://home.uchicago.edu/~rbp1/" target="_blank">Robert Pippin</a> als Vortragendem. An den drei Abenden geht es jeweils von 18:30 bis 20:00 Uhr um &#8220;Kunst als Philosophie&#8221; (und ganz viel um Hegel und Heidegger wie der Beschreibung zu entnehmen ist). Ort ist der Hörsaal 1 in der Mertonstr. 17-21 (mehr Infos: <a href="http://www.ifs.uni-frankfurt.de/veranstaltungen/2011/adorno_vorlesungen2011.htm">hier</a>). Man darf gespannt sein, ob Pippin &#8211; der zuletzt sogar <a href="http://ndpr.nd.edu/review.cfm?id=21388" target="_blank">über Western in ihrem Zusammenhang zur Philosophie publiziert</a> hat, in die großen Fußstapfen treten kann &#8211; nicht nur denen von Adorno, sondern auch die der Vortragenden der vergangenen Jahre wie  <a href="http://www.ifs.uni-frankfurt.de/doc/adorno_vl.htm" target="_blank">Luc Boltanski, Horst Bredekamp oder Quentin Skinner</a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/05/adorno-lecture-2011-pippin-uber-kunst-als-philosophie/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Anstatt eines Konferenzberichts: Gedanken zu G.A. Cohen, Menschenrechten und dem praktischen Wert von Kritik</title>
		<link>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/04/anstatt-eines-konferenzberichts-gedanken-zu-g-a-cohen-menschenrechten-und-dem-praktischen-wert-von-kritik/</link>
		<comments>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/04/anstatt-eines-konferenzberichts-gedanken-zu-g-a-cohen-menschenrechten-und-dem-praktischen-wert-von-kritik/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 20 Apr 2011 11:51:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>martin_e</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tagungsberichte]]></category>
		<category><![CDATA[G. A. Cohen]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Oxford]]></category>
		<category><![CDATA[politische Philosophie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.theorieblog.de/?p=3371</guid>
		<description><![CDATA[In Frankfurt a.M. fand am 8. und 9. April ein spannender Workshop mit dem Titel  „G.A. Cohen and Socialism“ statt. Statt eines klassischen Workshopberichts möchte ich an dieser Stelle einige Gedanken zur Diskussion stellen, die sich mir im Anschluss an den Workshop gebildet haben. Diese münden am Ende  in einen Vorschlag, Cohen neu zu lesen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Frankfurt a.M. fand am 8. und 9. April ein spannender Workshop mit dem Titel  „<a href="http://www.theorieblog.de/index.php/2011/03/konferenz-g-a-cohen-und-der-sozialismus/">G.A. Cohen and Socialism</a>“ statt. Statt eines klassischen Workshopberichts möchte ich an dieser Stelle einige Gedanken zur Diskussion stellen, die sich mir im Anschluss an den Workshop gebildet haben. Diese münden am Ende  in einen Vorschlag, Cohen neu zu lesen.<span id="more-3371"></span></p>
<p>Angestoßen wurden diese Gedanken von Kasper Lippert-Rasmussens Vortrag  ‘Human Rights and Cohen’s Anti-Statism’ und einem Kommentar von Zofia Stemplowska in der abschließenden Paneldiskussion. In  seinem Vortrag hat Lippert-Rasmussens  auf eine interessante Weise Pogges Argumente für einen (<em>moral) statism about human rights</em> mit Cohens <em>anti-statism about the difference principle </em>in einer Symmetriethese<em> </em>verknüpft, um schließlich unter Rückgriff auf Cohens Argumente Pogges These zurückzuweisen. Die Symmetriethese besagt dabei grob, dass dieselben Überlegungen in Bezug auf Menschenrechte und Verteilungsgerechtigkeit greifen, um wiederum in Bezug auf beide entweder einen <em>statitism</em> oder einen <em>anti-statism </em>zu unterfüttern.</p>
<p>Statt einer detaillierten Zusammenfassung, möchte ich mich hier auf einen Punkt konzentrieren, den Lippert-Rasmussen zur Zurückweisung von Pogges <em>moral statism about human rights</em> ins Feld führte.</p>
<p>Das Folterbeispiel: Stellen wir uns einen Fall vor, in dem eine Person gefoltert wird &#8211; und stellen uns dann folgende Frage: Macht es einen Unterschied für die Bestimmung des moralisches Übels, ob diese Person von einer offiziellen Vertreterin des Staates gefoltert wird oder von einer Privatperson?</p>
<p>Der <em>moral statist</em> (und Pogge) wird diese Frage bejahen. Lippert-Rasmussen aber verneint sie und weist dabei die Gründe zurück, die bspw. Pogge für seine Position anführt. Dazu gehören, dass Menschenrechtsverletzungen, die durch den Staat begangen werden 1.) einen Angriff auf die <em>Idee </em>der Gerechtigkeit (oder von Rechten) überhaupt darstellen; 2.) (unter Umständen) im Namen anderer begangen werden; und 3.) als eine Maskerade der Gerechtigkeit auftreten können.</p>
<p>Betrachten wir nun die zweite These und die Gründe etwas genauer, die  Lippert-Rasmussen dazu bewegen, sie zurückzuweisen. Sein Argument ist im Wesentlichen, dass die Person in unserem Folterbeispiel in beiden Fällen das gleiche Übel erleidet, weil das während der Folter empfundene Leid in beiden Fällen gleich intensiv ist &#8211; ganz unabhängig davon, in welchen Kontext die Folter stattfindet.</p>
<p>Dieses Argument möchte ich zurückweisen und im Anschluss zeigen, warum wir damit  einen neuen Blick auf den Wert der von Cohen an Rawls geübten Kritik gewinnen können. Mit anderen Worten – und hier kommt der Kommentar von  Zofia Stemplowska ins Spiel – eröffnet es einen Blick auf den Wert von Kritik auch unter solchen Bedingungen, in denen wir nicht davon ausgehen können, das kritisierte Übel beseitigen zu können.</p>
<p>Die These, die ich vertreten möchte, kann man vielleicht am besten als <em>moral communitarianism </em>bezeichnen. Sie lässt sich unter Umständen auf die Ebene des Staates übertragen, sollte aber unabhängig von der Existenz der Institution des  Staates gelten. Die These lautet:</p>
<p><em>Wenn eine Gemeinschaft dem Zufügen eines moralischen Übels an einem Mitglied der Gemeinschaft zustimmend gegenübersteht, ist es für dieses Mitglied nicht unvernünftig eine Entfremdung von dieser Gemeinschaft zu erleben.</em></p>
<p><em>Moral  communitarianism </em>wäre dann auf das obige Folterbeispiel angewandt die These, dass es sich bei der Menschenrechtsverletzung durch die Vertreterin des Staates deshalb unter Umständen um ein größeres Übel handeln <em>kann, </em>weil der physischen Leiderfahrung eine weitere Dimension der Verletzung hinzukommt. Sie zerstört die Möglichkeit der gefolterten Person sich in ihrer Gemeinschaft (z.B. in der Familie, der peer group, oder eben dem Staat) auf eine bestimmte Weise<em> zu Hause</em> zu fühlen.</p>
<p>Es ist nun genau diese Idee der Entfremdung von der Gemeinschaft und des Bedürfnisses, sich in einer gewissen Weise als Gleiche respektiert zu fühlen, die das Folterbeispiel mit dem Kommentar von Zofia Stemplowska verbindet, in dem sie Cohens Insistieren verteidigte, dass der Kritik an moralischen Übeln ein Wert zukommt, <em>auch wenn wir diese Übel nicht beseitigen können und wollen. </em></p>
<p>Dabei kann sein, dass wir sie nicht beseitigen wollen, weil wir wie Cohen der Meinung sein könnten, dass zwar die richtigen <em>rules of regulation</em> in Kraft sind, das darin enthaltene Verfehlen eines strengen Maßstabs egalitärer Gerechtigkeit aber immer noch ein moralisches Übel darstellt. Ob dies eine kohärente Position ist, möchte ich hier offen lassen. Es ist für mich nicht sofort einsichtig, wie wir in der moralisch <em>insgesamt</em> geforderten Einrichtung der Gesellschaft entsprechend den besten <em>rules of regulation </em>gleichzeitig und quasi automatisch ein moralisches Übel begehen können. Hier scheint das Problem durch, dass Cohen zwar einerseits die den Begriff der Gerechtigkeit retten will, ihn andererseits aber in seiner Anwendung so einschränkt, dass ihm letztendlich selbst die begrifflichen Ressourcen fehlen, um den moralischen Wert zu fassen, der durch die besten <em>rules of regulation </em>verwirklicht wird.</p>
<p>Mein Vorschlag, den ich an dieser Stelle zur Diskussion stellen möchte, ist, Cohen so zu lesen, dass die Kritik, die wir üben, wenn wir die <em>bestmögliche</em> Gesellschaft, die aber doch gegen einen <em>unmöglichen</em> (weil nicht zu realisierenden) strengegalitären Gerechtigkeitsstandard verstößt, durchaus einen praktischen Wert haben kann, auch wenn sie nicht zur Minderung des angeprangerten Übels führt. Der praktische Wert der Kritik könnte in der Minderung des davon unterschiedenen Übels der Entfremdung von einer in großen Teilen nicht (mehr) von reinen Gerechtigkeitsüberlegungen motivierbaren Gesellschaft bestehen. Eine Gesellschaft, die aber genau über diesen Umstand ein Maß an reflexivem Bewusstsein erlangt hat, das es ihr ermöglicht, zumindest im Zursprachebringen der eigenen Unzulänglichkeit den Respekt zu bekunden, den die einzelnen Mitglieder in ihren Handlungen allzu oft vermissen lassen.</p>
<p><em>Martin Ebeling ist Doktorand  am Frankfurter Exzellenzcluster „ Die Herausbildung normativer Ordnungen“. In seiner Dissertation beschäftigt er sich mit Demokratietheorien und Gerechtigkeitsfragen.</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/04/anstatt-eines-konferenzberichts-gedanken-zu-g-a-cohen-menschenrechten-und-dem-praktischen-wert-von-kritik/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Presseschau 1/2011</title>
		<link>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/04/presseschau-12011/</link>
		<comments>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/04/presseschau-12011/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 18 Apr 2011 11:01:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>chris</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenotizen]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Arendt]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Locke]]></category>
		<category><![CDATA[politische Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Rawls]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialwissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Staatsphilosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitschriften]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.theorieblog.de/?p=3269</guid>
		<description><![CDATA[Ein Blick in die nationalen und internationalen Fachzeitschriften verrät – es hat sich einiges getan seit unserer letzten Presseschau. Political Theory Beginnen wir mit der Zeitschrift Political Theory. In der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift (Vol. 38, No. 6) formuliert Larx Vinx unter dem Titel &#8220;Constitutional Indifferentism and Republican Freedom&#8221; mit und über Hobbes eine Kritik an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Blick in die nationalen und internationalen Fachzeitschriften verrät – es hat sich einiges getan seit unserer <a title="letzten Presseschau" href="http://www.theorieblog.de/index.php/2010/12/zeitschriftenschau-novemberdezember-2010/">letzten Presseschau</a>.<span id="more-3269"></span></p>
<p><a title="Political Theory" href="http://ptx.sagepub.com/" target="_blank">Political Theory</a></p>
<p>Beginnen wir mit der Zeitschrift Political Theory. In der <a title="Dezember-Ausgabe der Zeitschrift" href="http://ptx.sagepub.com/content/38/6.toc" target="_blank">Dezember-Ausgabe der Zeitschrift</a> (Vol. 38, No. 6) formuliert Larx Vinx unter dem Titel &#8220;Constitutional Indifferentism and Republican Freedom&#8221; mit und über Hobbes eine Kritik an der neorepublikanischen Verfassungstheorie. Horacio Spector geht mit seinen Überlegungen zu den vier Begriffen der Freiheit sowohl über die Berlinsche Einteilung von negativer und positiver Freiheit als auch über Pettit und Skinners Unterscheidung in liberale und republikanische Freiheit hinaus. Über eine Auseinandersetzung mit Hobbes und Locke führt Spector den Unterschied zwischen „natural liberty“ und „civil liberty“ und kombiniert diese dann jeweils mit dem Konzept der negativen bzw. positiven Frieheit. Lesenwert in dieser Ausgabe ist auch der Rezensionsessay von Sharon  Krause zum Thema „Beyond Capitalism“.</p>
<p>Sowohl die <a title="Februar (Vol. 39, No.1) " href="http://ptx.sagepub.com/content/39/1.toc" target="_blank">Februar (Vol. 39, No.1) </a>als auch die <a title="April-Ausgabe (Vol. 39, No. 2)" href="http://ptx.sagepub.com/content/39/2.toc" target="_blank">April-Ausgabe (Vol. 39, No. 2)</a> stehen ganz im Zeichen von Sondersektionen (Special Sections). Insgesamt vier an der Zahl:</p>
<p>1. Freedom and the Feminine in Locke (Vol. 39, No.1) mit einem Beitrag von Timothy Stanton über Autorität und Frieheit in Lockes Politischer Theorie. 2. Freedom and the Fool in Hobbes (Vol. 39, No.1). 3. Reading James Tully, Public Philosophy in a New Key (Vol. 39, No.1) mit Beiträgen von Rainer Forst, Bonnie Honig und James Tully. 4. Enlightenments (Vol. 39, No. 2)  mit Beiträgen zu Montesquieu, Hume, dem kategorischen Imperativ und einem langen Rezensionessay zum Stand der gegenwärtigen Kant-Forschung. Steven Smith rundet die Ausgabe ab mit einer Rezession zum Thema Secularization and Its Discontents.</p>
<p><a title="European Journal of Political Theory" href="http://ept.sagepub.com/" target="_blank">European Journal of Political Theory</a></p>
<p>Im European Journal of Political Theory sind dieses Jahr bereits zwei Ausgaben publisiziert worden. Während die <a title="jüngste Ausgabe " href="http://ept.sagepub.com/content/current" target="_blank">jüngste Ausgabe </a>mit einer Reihe ideengeschichtlicher Abhandlungen aufwartet – Abhandlungen zu David Hume und Konservativismus, zu Tariq Ramadan und Ethik, zu Rosa Luxemburg und Enttäuschung, zu Heideggers Aristoteles –, findet man im <a title="Januarheft " href="http://ept.sagepub.com/content/10/1.toc" target="_blank">Januarheft</a> vermehrt politiktheoretisch-systematische Abhandlungen. So schließt Oliver Sensen Aufsatz zu „Human dignity in historical perspective“ unmittelbar unsere Diskussion mit Bernd Ladwig an; Christian F. Rostbøll  versucht sich an einer Demokratietheorie, deren Grundpfeiler Meinungsfreiheit, Deliberation, Autonomie und Respekt sind. Andrew Schaap erklärt uns, warum Rancière die Problematik der Menschenrechte und des „Rechts auf Rechte“ besser versteht bzw. verstanden hat als Arendt.</p>
<p><a title="Philosophy and Social Criticism" href="http://psc.sagepub.com/" target="_blank">Philosophy and Social Criticism</a></p>
<p>In der <a title="Januarausgabe der Zeitschrift" href="http://psc.sagepub.com/content/37/1.toc" target="_blank">Januarausgabe der Zeitschrift</a> „Philosophy and Social Criticism“ finden sich eine Reihe von Aufsätzen zu „großen Denkern“. Elizabeth Frazer und Kimberly Hutchings schreiben über Gewalt bei Derrida und Foucault, Bob Plant über Levinas und die „Tierfrage“, Charlotte Baumann über Hegel, Adorno und das konkret Universale und Miriam Bankovsky erklärt uns, warum Honneths Einwände gegen Rawls Gerechtigkeitstheorie ins Leere laufen.</p>
<p>Das <a title="Februarheft" href="http://psc.sagepub.com/content/37/2.toc" target="_blank">Februarheft</a> hat sich dann zum Großteil dem geistigen Erbe Paul Ricoeurs verpflichtet. In der „Special Section“ werden Ricoeurs Figurs des Anderen diskutiert, seine Ausführungen zur narrativen und poetischen Einbildung, sein Verhältnis zu Derrida und sein Nachdenken über Leben und Tod. Dagegen ist die <a title="jüngste Ausgabe vom März" href="http://psc.sagepub.com/content/37/3.toc" target="_blank">jüngste Ausgabe vom März</a> thematisch eher unverbunden. Nichtsdestotrotz finden sich auch darin eine Reihe interessanter Abhandlungen. Gérard Raulet argumentiert dort beispielsweise, dass auch vor dem Hintergrund der Finanzkrise Habermas’ Abhandlung zu den Legitimitätsproblemen im Spätkapitalismus ein „very useful key“ seien, um die „irreducibility of social policy and the way the post-Fordist capitalism assumes the mediation between the economic and the social sphere“ zu verstehen. Paul Healy ist der Ansicht, es sei an der Zeit, das Konzept der deliberativen Demokratie noch einmal gründlich zu durch- und überdenken. Und Annelies Degryse sieht in Kants sensus communis die foundation for men as political beings – zumindest dann, wenn man sich durch Arendts Interpretation der Kantschen Überlegungen durchgearbeitet hat.</p>
<p><a title="Zeitschrift für Politik" href="http://www.zfp.nomos.de/?id=1048" target="_blank">Zeitschrift für Politik</a></p>
<p>Die Zeitschrift für Politik hat sich für ihre <a title="erste Ausgabe im Jahr 2011 " href="http://www.zfp.nomos.de/archiv/2011/heft-1/" target="_blank">erste Ausgabe im Jahr 2011 </a>ebenfalls einen Schwerpunkt ausgesucht: Theoretische Grundlagen des Staates. Frauke Höntzsch weist dabei nach, dass sämtliche Varianten des neuzeitlichen moralischen Kosmopolitismus (egal ob naturrechtlicher, kantischer oder utilitaristischer Prägung) aufgrund der sie einenden anthropologischen Begründung durch eine Ambivalenz zwischen moralischem Ideal und politischer Wirklichkeit gekennzeichnet sind. Die Kosmopolis wird zwar aufgrund des gemeinsamen moralischen Potentials eines jeden Menschen als politische Alternative postuliert, muss aber angesichts der individuellen Triebnatur notwendig scheitern. Thomas Schölderle geht der Fehlperzeptionen der staatsphilosophischen Vertragstheorie nach. Seiner Meinung nach aber ist die wirkungsmächtig Tradition des staatsphilosophische Kontraktualismus von auffallenden vielen Missdeutungen begleitet. Eine davon sei, den Doppelvertrag aus Gesellschafts- und Herrschaftsvertrag als vorbildliche Normgestalt der Vertragslehre zu werten. In seinem Beitrag plädiert er für eine Lesart der kontraktualistischen Theorie, die den vorbildlichen Normtypus in einem einstufigen und rein hypothetischen Gesellschaftsvertrag verortet. Zudem versammelt das Heft Beiträge von Alois Riklin, der sich die Entstehungsgeschichte der athenischen Polis ansieht, und Klaus Hornung, der die Kurskorrekturen der amerikanischen Außenpolitik nach 1945 analysiert.</p>
<p><a title="Leviathan" href="http://www.vsjournals.de/index.php;do=viewmag/sid=088911dfba0700ab01c9b7f0fdc62c57/site=lev/lng=de/area=soz/id=1/alloc=175" target="_blank">Leviathan</a></p>
<p>Im <a title="Levi 1/2011" href="http://www.vsjournals.de/index.php;do=viewmag/sid=088911dfba0700ab01c9b7f0fdc62c57/site=lev/lng=de/area=soz/id=1/alloc=175" target="_blank">Levi 1/2011</a> versucht sich Katrin Meyer an einer Kritik der Postdemokratie. Dabei vergleicht Rancières Konzept der Postdemokratie mit Arendts Kritik der parlamentarisch-repräsentativen Mehrheits-Demokratie. Es wird gezeigt, dass beide ein Verständnis von Demokratie im Sinne einer souveränen, konsensorientierten Volksherrschaft ablehnen, das dem politischen Streit keinen Eigenwert bemisst. Meyer kommt dabei zu dem Ergebnis, dass jedes Demokratieverständnis postdemokratisch ist, das die paradoxen und selbstlimitierenden Effekte der Machtteilung negiert und das Modell souveräner Volksherrschaft als in sich grenzenlos verabsolutiert. Detlev Schöttker, der sich unter anderem als sorgfälltiger Herausgeber, Kommentator und exzellenter Kenner der Schriften Walter Benjamins hervorgetan hat, beschäftigt sich mit der Ausgrenzung der Architektur aus den Sozial- und Kulturwissenschaften nach 1945. Behandelt werden die Ursachen der Architekturvergessenheit in kritischen und strukturalistischen Theorien und Sloterdijks Entwurf einer architektonisch orientierten Kulturtheorie der Moderne. Ziel des Beitrags ist es, auf das Defizit hinzuweisen, das entsteht, sobald soziale Faktoren aus der Architekturtheorie ausgegrenzt werden. Des Weiteren geht es in der neuen Ausgaben ums Klima – ums Integrationsklima (sowohl bei Dirk Halm / Martina Sauer als auch bei Heinz Fassmann) und ums Weltklima (Bernd Sommer) und ums Bankenklima (Sighard Neckel). Paul und Schwalb schauen sich an, wie organisiert das organisierte Verbrechen ist und Eva-Maria Ziege skizziert die klassische und neuere Modesoziologien im Kontext der Gesellschaftstheorie.</p>
<p><a title="Mittelweg 36" href="http://www.his-online.de/zeitschrift/aktuellesheft.html" target="_blank">Mittelweg 36</a></p>
<p>Die Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung startet mit einem Heft zum Thema &#8220;Einsamkeit und Freundschaft im Kommunikationszeitalter&#8221; in das Jahr 2011 und versammelt zu diesem Schwrpunkt Beiträge von Aleida Assmann und Janosch Schobin. Daneben spielt in dieser Ausgabe das Thema Krieg wieder eine Rolle. In Dierk Walters Abhandlung geht es um Schlachtniederlage in Imperialkriegen. Walters untersucht sechs der spektakulärsten Desaster, die reguläre Armeen je in Imperialkriegen erlitten haben. Truppen, Bewaffnung, Taktik, Natur, Raum und Kriegführung, vor allem aber die Geistesverfassung der westlichen Kommandeure, werden zur Erklärung dieser taktischen Niederlagen herangezogen. Klaus Naumann deckt in seinem Beitrag die Widersprüche auf, in die sich Deutschland in und mit dem Afghanistan-Krieg begeben hat. Und für alle Arendt-Liebhaber ist auch dieses Mal wieder was dabei: Steven Aschheim, der die einst legendäre Arendt-Tagung in Jerusalem (Arendt in Jerusalem) veranstaltet hat, schaut sich den jüngst herausgegebenen Briefwechsel zwischen Scholem und Arendt noch einmal an.</p>
<p>Die aktuelle Ausgabe (April/Mai) hat die Ungerechtigkeitstheorie des französischen Soziologen François Dubet und seiner Methode der &#8220;soziologischen Intervention&#8221; zum Thema. In einem dokumentierten Gespräch unterhalten sich Dubet und Robert Castel über die signifikante Zunahme von Ungleichheiten heute. In seinem Artikel zur &#8220;Kritik des Verteilungsparadigmas&#8221; vergleicht Martin Hartmann die Theorie Dubets mit der Anerkennungstheorie Axel Honneths. Weitere Artikel zu Dubet stammen von Hans J. Pongratz (&#8220;Das Subjekt der Kritik. Ein arbeitssoziologischer Kommentar zu Dubets &#8216;Ungerechtigkeiten&#8217;&#8221;) und Jörg Potthast (&#8220;Soziologie der ausbleibenden Kritik&#8221;). Nikola Tietze untersucht in der Literaturbeilage &#8220;Erfahrung, Institution und Kritik in der postindustriellen Gesellschaft&#8221; bei Dubet. Abgerundet wird der Schwerpunkt von einem Werksüberblick. Zum Auftakt einer Reihe über die Konstruktion der EU haben Nikola Tietze und Ulrich Bielefeld ein Gespräch mit Jaques Delors, dem ehemaligen Präsidenten der EU-Kommission, über die Frage nach einer europäischen Gesellschaft geführt.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/04/presseschau-12011/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Assistenzstellen in Zürich</title>
		<link>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/04/assistenzstellen-in-zurich/</link>
		<comments>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/04/assistenzstellen-in-zurich/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 06 Apr 2011 07:53:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>susanne</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jobs & Stipendien]]></category>
		<category><![CDATA[CfA]]></category>
		<category><![CDATA[Doktorandenstelle]]></category>
		<category><![CDATA[Ideengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[politische Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Postdoc]]></category>
		<category><![CDATA[Zürich]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.theorieblog.de/?p=3143</guid>
		<description><![CDATA[An der Universität Zürich sind derzeit gleich mehrere Assistenz-Stellen (50%) ausgeschrieben: Am Lehrstuhl für Geschichte der Philosophie sowie am Lehrstuhl für Politische Philosophie. Einsendeschluss ist der 30. April bzw. der 1. Juni. Der Sommer, das akademische, das soziale und das natürliche Umfeld von Zürich sind sehr zu empfehlen. Am Lehrstuhl für Geschichte der Philosophie am [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>An der Universität Zürich sind derzeit gleich mehrere Assistenz-Stellen (50%) ausgeschrieben: Am Lehrstuhl für Geschichte der Philosophie sowie am Lehrstuhl für Politische Philosophie. Einsendeschluss ist der 30. April bzw. der 1. Juni. Der Sommer, das akademische, das soziale und das natürliche Umfeld von Zürich sind sehr zu empfehlen.<span id="more-3143"></span></p>
<p>Am <a href="http://www.philosophie.uzh.ch/institut/lehrstuehle/geschichte.html">Lehrstuhl für Geschichte der Philosophie</a> am Philosophischen Seminar der Universität Zürich ist ab 1. Mai eine  Assistenzstelle (50%) neu zu besetzen: Erwartet werden u.a. selbstständige Forschung (Promotions- oder Habilitationsprojekt im Bereich der Philosophiegeschichte oder der theoretischen Philosophie) und Lehre. Die Bewerbungsunterlagen (ohne Schriften) sind bis spätestens 30. April 2011 an das Sekretariat des Philosophischen Seminars zu senden (nicht per E-Mail!). Mehr Infos siehe <a href="http://www.philosophie.uzh.ch/news/allgemein/assistenzstelle-fs11.html" class="broken_link">hier</a>.</p>
<p>Auch am <a href="http://www.philosophie.uzh.ch/institut/lehrstuehle/politische.html">Lehrstuhl für Politische Philosophie</a> ist ab 1. August 2011 eine Assistenzstelle (50%) neu zu besetzen. (Zwei weitere Stellen waren zum 1.5. ausgeschrieben, hier ist der Einsendeschluss aber schon vorbei). Die Assistenz ist dem Lehrstuhl von <a href="http://www.philosophie.uzh.ch/institut/lehrstuehle/politische/ma/cheneval.html">Prof. Dr. Francis Cheneval</a> zugeordnet. Den Ausschreibungstext dazu findet Ihr <a href="http://www.philosophie.uzh.ch/news/allgemein/assistenz-cheneval.html" class="broken_link">hier</a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/04/assistenzstellen-in-zurich/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Assistenz (50%) Philosophie in Basel</title>
		<link>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/02/assistenz-50-philosophie-in-basel/</link>
		<comments>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/02/assistenz-50-philosophie-in-basel/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 25 Feb 2011 15:32:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>susanne</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jobs & Stipendien]]></category>
		<category><![CDATA[Assistenz]]></category>
		<category><![CDATA[Ästhetik]]></category>
		<category><![CDATA[Basel]]></category>
		<category><![CDATA[CfA]]></category>
		<category><![CDATA[politische Philosophie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.theorieblog.de/?p=2823</guid>
		<description><![CDATA[Das Philosophische Seminar der Universität Basel vergibt zum 1.7.2011 eine Assistentenstelle. Die Assistenz ist dem Lehrstuhl Praktische Philosophie bei Prof. Dr. Angelika Krebs zugewiesen und sollte sich thematisch im Bereich Politische Philosophie, Ethik und / oder Ästhetik bewegen. Besonders gefragt sind Forschungsthemen aus den Bereichen Kunstphilosophie, Ästhetik und Ethik, Philosophie und Literatur, Natur- und Landschaftsästhetik, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das <a href="http://philsem.unibas.ch/seminar/">Philosophische Seminar der Universität Basel</a> vergibt zum 1.7.2011 eine Assistentenstelle. Die Assistenz ist dem Lehrstuhl Praktische Philosophie bei Prof. Dr. Angelika Krebs zugewiesen und sollte sich thematisch im Bereich Politische Philosophie, Ethik und / oder Ästhetik bewegen. Besonders gefragt sind Forschungsthemen aus den Bereichen Kunstphilosophie, Ästhetik und Ethik, Philosophie und Literatur, Natur- und Landschaftsästhetik, Philosophie der Liebe und Gefühle, aber auch aus den Bereichen Gerechtigkeitstheorie, Arbeit und Anerkennung oder Umweltethik. Die Assistenz liegt bei 50 Prozent, was aber beim Schweizer Gehalt finanziell immer noch weit besser ist als in Deutschland. Auf der Stelle, die zunächst auf zwei Jahre befristet, aber verlängerbar ist, sollte ein Forschungsprojekt &#8211; entweder Promotion oder Habilitation &#8211; verfolgt werden.<br />
Einsendeschluss: 28. März.<br />
Mehr Infos gibt es <a href="http://philsem.unibas.ch/seminar/offene-stellen/">hier</a> oder auch bei mir, denn die/der neue Assistent(in) wäre dann mein(e) Kollegin/Kollege Kollegin des oder der neuen Assistenten(in) bin.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/02/assistenz-50-philosophie-in-basel/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

