Politik, ‚wie sie ist‘: Status Quo und Desiderata der realistischen politischen Theorie

Politische Theorie sollte realistisch sein. So allgemein formuliert wird diese These wohl kaum auf Widerspruch stoßen. Was nützt schon eine politische Theorie, die unrealistisch ist, weil sie Konzepte und Argumente entwirft, die mit der Realität wenig zu tun haben – dem werden vermutlich viele politische Theoretiker*innen zustimmen. Jenen Theoretiker*innen aber, die in jüngerer Zeit die Forderung nach einer realistischen politischen Theorie stark machen, geht es um eine grundsätzlichere Debatte über Agenda und Selbstverständnis der politischen Theorie. Ich möchte im Folgenden einige Eckpunkte dieser Debatte beschreiben und zwei Thesen vertreten. Erstens: Das Spannende an der realistischen politischen Theorie ist, dass sie versucht, einen Platz zwischen politischen Moralkonzeptionen und der bloßen Deskription von Politik zu besetzen. ‚Realistische‘ Legitimitätstheorien zeigen, wie sich normative Kriterien im Rahmen einer stärker politischen als moralischen Logik begründen lassen. Zweitens: Realistische politische Theoretiker*innen haben bisher zu wenig geliefert, um dem Verdacht entgegenzutreten, dass die Distanz zum ‚politischen Moralismus‘ mit einer unkritischen Haltung gegenüber Machtasymmetrien und Herrschaftsverhältnissen erkauft wird. Das ist ein Defizit der Debatte, das mehr Aufmerksamkeit finden sollte. Denn der Impuls, den realistische politische Theorien der politiktheoretischen Debatte geben können, verspricht umso wertvoller zu sein, je deutlicher wird, dass sie normative politische Theorie auf eine neue Weise denken, anstatt die normativen Ansprüche politischer Theorie bloß zu reduzieren. (mehr …)

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CfA: Fellow am Centre for Global Cooperation Research

Das Duisburger Käthe Hamburger Kolleg/Centre for Global Cooperation Research sucht derzeit nach Fellows für den Herbst 2015 (Fellowships können für 6-12 Monate gewährt werden. Das Oberthema in 2015 lautet „Micro-Politics and Patterns of Legitimation in International Negotiation Arenas“. Erfolgreiche Bewerber erhalten dann in Duisburg einen Arbeitsplatz, Freiheit zum Forschen und ein gutes Diskussionsforum. Eine genauere Beschreibung der Ausschreibung und Bedingungen erhaltet ihr hier auf der Webseite oder hier als PDF. Bewerben kann man sich bis zum 04. Januar 2015.

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DVPW-Kongress CfP: Was rechtfertigt Sicherheit?

Der nächste DVPW-Kongress findet vom 21. bis 25. September 2015 in Duisburg zum Thema „Vorsicht Sicherheit“ statt – und die Sektion „Politische Theorie und Ideengeschichte“ veranstaltet zwei Panels zur Fragestellung  „Was rechtfertigt Sicherheit?“. Thema sind die politische Dimensionen und Funktionen von  Sicherheit und das Spannungsverhältnis zwischen Legitimation und Sicherheit.  PolitiktheoretikerInnen und IdeenhistorikerInnen sind eingeladen, bis zum 15. Januar 2015 Vorschläge einzureichen. Den vollständigen Call gibt es hier.

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DVPW-Kongress 2015: Vorsicht Sicherheit!

Der 26. DVPW-Kongress wird unter dem Titel „Vorsicht Sicherheit! Legitimationsprobleme der Ordnung von Freiheit“ stehen. Er findet vom 21. bis 25. September 2015 an der Uni Duisburg statt. Die allgemeine Themenbeschreibung ist nun veröffentlicht. In dieser werden auch abstrakt die Zugänge der Teildisziplinen und die Konzeption der Plenumgsveranstaltungen vorgestellt. Für zwei der Plenarveranstaltungen – „Ordnung von Freiheit – Architekturen von Sicherheit“ und „Soziale Sicherheit als Legitimationsstrategie?“ ist ein offener CfP veröffentlicht. Alle bisher verfügbaren Infos zum Kongress findet ihr hier.

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CfA: Drei Postdocs in Oslo gesucht

Bis zum 3. März habt ihr noch die Chance euch auf eine von drei Postdoc-Positionen in Oslo zu bewerben. Das Thema der norwegischen Variante des Exzellenzcenters lautet: PluriCourts – Centre for the Study of the Legitimate Roles of the Judiciary in the Global Order.  Thematisch geht es also um Recht, Politik, Legitimität und die postnationale Konstellation. Eine der Stellen ist als politikwissenschaftlich, eine als rechtswissenschaftlich, eine explizit als Politische Theorie/Philosophie ausgeschrieben. Losgehen soll die Forschung spätestens am 1. September, drei Jahre soll sie dauern und Teaching und Verwaltung sind mit je 10% angegeben. Alle Infos zur Bewerbung finden sich: hier.

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Workshop: Justice and Legitimacy in Global Governance (St. Gallen)

Am 13. und 14. September findet an der Universität St. Gallen ein Workshop zu Gerechtigkeit und Legitimation in Global Governance statt. Auf dem von Andrew Walton organisierte Workshop wird es unter anderem Beiträge von Sofia Näsström zu Demokratieanforderungen, Miriam Ronzoni zu transnationalem politischen Handeln und Leif Wenar zum (Mis-)Governance geben. Wer teilnehmen will, findet hier oder unter dem Strich alle Informationen. Eine Anmeldung ist erforderlich. (mehr …)

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Konferenz in Dresden: Verfassung und Transzendenz

Am 25. und 26. November 2011 findet an der TU Dresden – im Rahmen des SFB 804 und der DVPW-Themengruppe „Verfassung und Politik“ eine Tagung zu „Verfassung und Transzendenz“ statt. Erörtert werden soll die in Konstitutionen angelegte Spannung zwischen Verfügbarkeit und Unverfügbarkeit. Es geht also sowohl um die symbolische Dimension von Verfassungen wie um deren Geltungsgründe und Stabilisierungsmechanismen. Tagungsort ist die Bibliothek des SFB  und Interessenten werden gebeten,  sich vorab bei Daniel Schulz (daniel.schulz@tu-dresden.de) anzumelden. Das Programm mit Beschreibung, Vortragenden (u.a. Samuel Salzborn, Sabrina Zucca, Oliver Lembcke und Joachim Bühler) und weiteren Infos findet ihr hier.

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CfP: Sonderheft des Leviathans zu Legitimitätspolitik

Christopher Daase, Anna Geis und Frank Nullmeier kuratieren ein Sonderheft der Zeitschrift Leviathan zum Thema „Der Aufstieg der Legitimitätspolitik. Rechtfertigung und Kritik politisch-ökonomischer Ordnungen“. Wer sich für das Thema interessiert und versuchen möchte, einen Beitrag einzureichen, hat zunächst bis zum 31. März 2011 Zeit, die Skizze für seinen geplanten Beitrag beim Herausgeberteam einzureichen. Im Fall einer Einladung  wird dann eine erneute Frist bis Ende Oktober gewährt, um eine vollständige Fassung zu erstellen, welche anschließend dann nochmal ein double-blind peer-review Verfahren durchläuft. Den sehr schönen Call, der detailliert den zu untersuchenden Aufstieg der Legitimitätspolitik skizziert, die deskriptiven, normativen und empirischen Aspekte des geplanten Hefts herausarbeitet und auch bereits explizit mögliche Themenvorschläge macht, findet ihr unter dem Strich – dort dann auch die Adressen für die Einsendung von Beiträgen.

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