Normative Ordnungen des Digitalen – Ein Konferenzbericht

Digitale Technologien und ihre vielfältige Nutzung verändern normative Ordnungen auf politischer, rechtlicher und gesellschaftlicher Ebene. Das Internet bietet neue gesellschaftliche Räume, die soziale Interaktion strukturieren. Diese sind jedoch nur halb-öffentliche Räume, in denen die Dienstleistungsanbieter mit Verweis auf ihre AGBs die Möglichkeit haben, etwa politische Äußerungen zu zensieren oder gar zu löschen. Darüber hinaus kooperieren manche private Unternehmen auch mit Staaten in der Strafverfolgung, und treffen Entscheidungen darüber welche Daten sie weitergeben. Welche Normen stoßen im Rahmen der Digitalisierung aufeinander und inwieweit sollten und könnten diese per Gesetz reguliert werden? Können die Grundrechte der Nutzer/innen noch umfassend gewährleistet werden? Mit diesen hochaktuellen Fragen befasste sich am 06. und 07. Juli die interdisziplinäre Konferenz “Normative Orders of the Digital“ am Exzellenzcluster Normative Ordnungen der Goethe-Universität Frankfurt. (mehr …)

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Konferenz: Normative Orders of the Digital (Frankfurt)

Am 6. und 7. Juli findet in Frankfurt eine Konferenz mit dem Titel „Normative Orders of the Digital“ statt – organisiert vom Forschungsschwerpunkt Internet und Gesellschaft am Frankfurter Exzellenzcluster. Auch für Politische Theoretiker könnten einige interessante Panels dabei sein, etwa zum Ende der Knappheit, zu Regulierung durch Algorithmen oder zu Krisenperzeption und digitalem Aktivismus (full disclosure: letzteres ist von mir organisiert). Wer sich für das Thema interessiert, ist herzlich eingeladen zu kommen, Konferenzgebühren fallen keine an (wohl ist das Dinner kostenpflichtig), eine Anmeldung ist aber vonnöten: hofmann@jur.uni-frankfurt.de. Alle Infos zur Konferenz findet ihr hier im Programm als PDF oder in Kurzform auf dem Plakat.

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Blogs in der (politischen) Philosophie

Blogs und die Tätigkeit des Bloggens sind seit einigen Jahren ein essenzieller Bestandteil der Diskussion, wie das Internet Wissenschaft verändert. In den frühen 2000ern wurden Blogs hochgeschrieben. Sie galten als die neue Form wissenschaftlichen Austauschs, noch schneller als Journals (oder gar Bücher), noch diskursiver als das gute alte Kaffeehaus. Kein größerer Antrag auf Forschungsgelder kam ohne das Versprechen auf ein angeschlossenes Blog-Projekt aus. Ein Spuk, der so schnell kam wie er ging und von dem heute häufig nur noch ein verschämter Link auf die Ruinen alter Projektwebseiten zeugt. Die Karawane zog weiter, heute gilt der tweetende Wissenschaftler als Avantgarde und spezialisierte Research-Portale versuchen sich an einer noch viel intensiveren Vernetzung einer als schwer modernisierbar geltenden Klientel. Ohne den Hype aber und im Schatten der Fördergeldruinen entwickelte sich eine durchaus lebendige und mittlerweile konsolidierte Blogosphäre. In Deutschland nicht so groß wie in den USA, in den Sozial- und Geisteswissenschaften nicht so groß wie in den Naturwissenschaften, aber immerhin. Von dieser Blogosphäre soll im Folgenden die Rede sein, und dies aus drei Blickwinkeln: Zunächst will ich eine allgemeine Einordnung von Blogs und ihrer Bedeutung vornehmen; sodann eine kleine Safari durch die (philosophische) Blogosphäre anbieten. Abschließend noch einige konkrete Tipps geben, wie man das Bloggen anfängt – und wichtiger noch: beibehält. (mehr …)

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Internetforschung: Einige politikwissenschaftlich relevante Entwicklungen

Die Forschung zu Internet und Digitalisierung in Deutschland profiliert sich weiter, auch mit einigen politikwissenschaftlich relevanten Initiativen und Calls, die wir hier für euch zusammenfassen:

  1. In Düsseldorf wurde gestern das Institut für Internet und Demokratie gegründet. Dessen Homepage entsteht hier, eine Pressmitteilung fasst die Idee zusammen und einen Twitter-Account gibt es auch schon: @diid_hhu
  2. Berlin lässt sich da natürlich nicht lumpen und plant ein Einstein-Zentrum „Digitale Zukunft“. Eine Kollaboration der Berliner Hochschulstandorte soll es sein und 45-50 Professuren sind geplant. Zum aktuellen Stand hier.
  3. Noch eine Ecke größer dürfte das Deutsche Internet-Institut werden, welches vom BMBF ausgeschrieben ist und für welches noch fünf Standorte in der Endauswahl in Frage kommen: Pressemitteilung hier.
  4. Und schließlich sei noch auf einen CfP für die nächste Open Science Conference hingewiesen, die sich mit Fragen der Entwicklung von Foschung und Lehre auseinandersetzt und im März 2017 in Berlin stattfindet. Hier der Call als PDF.

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Im Netz der Marktstaaten – Workshop zu Souveränität und Internet in New York

Die Erosion nationalstaatlicher Souveränität ist in kaum einem Politikfeld derart ersichtlich wie in der Internet Governance. Die (zwischen-)staatliche und transnationale Regulierung des Internets ist eine schwierige Aufgabe, da die stetig an Volumen zunehmenden Informations- und Kommunikationsflüsse im „Netz der Netze“ geographische, politische, juristische und kulturelle Grenzen überschreiten. Wie kann der Nationalstaat seine Kernaufgaben in einem dezentralisiert organisierten Netzwerk erfüllen? Haben territorial gebundene Strukturen überhaupt eine legitime Daseinsberechtigung im Cyberspace oder sollte das Netz möglichst frei von nationalstaatlichen Einflüssen sein, so wie es frühe Internetutopisten forderten? Dem Spannungsverhältnis zwischen traditionellen Souveränitätskonzepten und den Herausforderungen der Internet Governance widmete sich der interdisziplinäre Workshop On Sovereignty, National Security, and Internet Governance, der am 11./12. Dezember 2014 auf Einladung von Milton Mueller in New York City stattfand. (mehr …)

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CfP: Sonderheft der Zeitschrift für Vergleichende Politikwissenschaft zum Thema „Web 2.0 – Demokratie 2.0“

Für ein Sonderheft der Zeitschrift für Vergleichende Politikwissenschaft zum Thema „Web 2.0 – Demokratie 2.0“ bitten die Herausgeber Marianne Kneuer und Samuel Salzborn um (auch politiktheoretische) Beiträge. Das Heft soll Anfang 2016 erscheinen, Proposals dazu sind bis 15. Dezember 2014 einzureichen (Skizzen von 1-2 Seiten). Die Deadline für die Einreichung der Beiträge, die den formalen Vorgaben der ZfVP folgen sollen und den üblichen Double blind Peer-Review-Prozess durchlaufen werden, liegt am 01. April 2014. Alle Information auf einen Blick gibt es hier.

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Ringvorlesung: Wer regiert das Internet? (Heidelberg)

Im WiSe 2014/15 findet in Heidelberg eine äußert attraktive und hochkarätig besetzte Ringvorlesung zum Thema „Wer regiert das Internet?“ statt. Das Thema wird hauptsächlich aus politik- und rechtwissenschaftlichen Blickwinkeln angegangen, hat aber auch eine Vielzahl von politiktheoretischen Implikationen – beispielsweise, wenn es um die Zukunft staatlicher Souveränität oder die Veränderung des Krieges geht. Unter anderem sprechen Markus Beckedahl zu Netzpolitik, Jeanette Hofmann zu Internet Governance, Milton Mueller zu Souveränität, Michael Froomkin zu Anonymität und Myriam Dunn Cavelty zum Cyber-Krieg. Die Vorlesungen sind jeweils Donnerstag, von 18-20 Uhr im Hörsaal 7 (Neue Universität). Das ganze Programm könnt ihr euch hier ansehen.

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CfP: Politisches Handeln in digitalen Öffentlichkeiten

Am 28. und 29. November findet in Göttingen eine Tagung zu politischem Handeln in digitalen Öffentlichkeiten statt. Unter anderem soll es um netzbasierte Formen politischen Handelns gehen, um Subjektivierungs- und Sozialisationsprozesse und um sich verändernde Rahmenbedingungen politischen Engagements. Wer an der Tagung teilnehmen will, ist aufgefordert bis zum 20. Juni einen Abstract einzusenden. Einen ausführlichen Call findet ihr hier, generell Infos zur Tagung auf der Homepage

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Schweizer Philosophen diskutieren große Fragen

So große wie unterschiedliche Fragen wie „Was ist Wahrheit?“ oder „Soll man belehrend in fremde Kulturkreise eingreifen, deren Praktiken man ablehnt?“ werden derzeit in einer Serie „Die grossen Fragen“ des Schweizer Portals philosophie.ch gestellt. Die Inputs kommen von Schweizer PhilosophInnen, vor allem dem wissenschaftlichen Nachwuchs. Die zweiwöchige Reihe, die Orientierungswissen bieten soll, geschieht in Kooperation mit dem Online-Auftritt der Zürcher Zeitung tagesanzeiger.de. Martino Mona, Professor für Strafrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Bern widmet sich etwa der Frage „Warum ist Recht ungleich Gerechtigkeit?“ und unser ehemaliges Redaktionsmitglied Susanne Schmetkamp fragt nach der Erkenntnis von (filmischen) Fiktionen.

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