Wenn der Nachbar auf dem iPad surft (der Linke wie der Rechte), die Zuhörer beim Vortrag den Blick immer abwechselnd zwischen Laptop und Smartphone pendeln lassen und man beim Verlassen des Saals über Club-Mate-Flaschen stolpert, dann ist man wohl kaum auf einer klassischen wissenschaftlichen Konferenz gelandet. Weit wahrscheinlicher ist, dass man sich auf der re:publica befindet, Deutschlands größter Bloggerkonferenz. Denn auch Blogger, Twitterer, Netzaktivisten, Digital Natives und Social-Media-Nerds wissen den face2face Austausch zu schätzen und treffen sich dazu im großen Rahmen jährlich in Berlin. Organisiert wird die re:publica von den Größen der deutschen Netzpolitik – Spreeblick, newthinking und Netzpolitik.org. Warum das politische Theoretiker interessieren sollte? Ganz einfach: Auf der re:publica wird nicht nur (genauer: überhaupt nicht) Quellcode ausgetauscht, sondern es findet ein offener, sehr politischer Austausch über die Chancen und Risiken der digitalen Gesellschaft statt. Und deshalb nun ein kurzer Überblick über trendige Themen und interessante Einsichten für politische Theoretiker in vier Hashtags. (weiterlesen…)
Beiträge mit dem Schlagwort ‘Internet’
Diesen Samstag: Diskutiert mit uns über Blogs und Wissenschaft!
6. April 2011, evaWie bereits angekündigt, betätigen wir uns am kommenden 9. April ausnahmsweise einmal nicht nur virtuell, sondern laden ein zu einem Workshop zum Thema “Blogs in den Sozialwissenschaften” an der HU Berlin. Für Kurzentschlossene sind noch ein paar wenige Plätze frei; eine vorherige Anmeldung bei uns (team@theorieblog.de) ist nötig. Hier nochmals das Programm (mit einem geringfügig korrigierten Zeitplan): (weiterlesen…)
Konf.: Intellektuelle, Wissenschaft und das Internet
27. Januar 2011, evaAm Kulturwissenschaftlichen Institut der Universität Essen findet vom 14. bis 15. Februar die Tagung “Öffentlichkeit, Medien und Politik – Intellektuelle Debatten und Wissenschaft im Zeitalter digitaler Kommunikation” statt. Besprochen werden sollen folgende spannenden Fragen:
Auf welche Weise beeinflussen und verändern jedoch die sich gegenwärtig herausbildenden digitalen Medien die gesellschaftliche Bedeutung der “public intellectuals”? Gelingt es diesen, sich auch in den neuen Medien als einflussreiche Interpreten herausfordernder Problemlagen zu etablieren, oder aber mindern die kommunikativen Strukturen der Blogs und Foren die Chancen ihrer öffentlichen Einflussnahme? Macht sich in ihnen vielleicht sogar ein unterschwelliger Anti-Intellektualismus breit, der die historisch tradierte Rolle von Intellektuellen als Akteure der Zivilgesellschaft infragestellt bzw. zugunsten neuer Formen der Wissenskommunikation unterläuft? (weiterlesen…)
Digitale Demokratie am WZB
18. Januar 2011, evaFür Kurzentschlossene gibt es morgen eine weitere Veranstaltung am WZB: Pünktlich zum 10. Geburtstag von Wikipedia, zur Facebook-Adelung durch Goldman Sachs und Golden Globes, zu den ersten privatwirtschaftlichen Konsequenzen von Wikileaks, aber auch nicht unpassend zu unserer jüngsten Wikipediadebatte, spricht der Politikwissenschaftler John Keane über “Democracy in the Age of Google, Wikileaks and Facebook”. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr, Anmeldung ist erwünscht. Alle weiteren Infos gibt es hier.
Wikipedia: freies Wissen oder Wahnsinn?
27. Oktober 2010, danielBis jetzt hatte ich mir Wikipedia immer als einen Ort vorgestellt, an dem grosso modo “der zwanglose Zwang des besseren Arguments” herrscht. Weit gefehlt. Was folgt, ist der Bericht eines verstörenden, dabei aber nicht wenig unterhaltsamen Selbstversuchs, der mich in die Untiefen von Wikipedia geführt hat. Anlass war der Versuch, einen Link zu unserer Liste von von “Professuren im Bereich der politischen Theorie und Philosophie” zu setzen. Dies löste einen Prozess aus, der über eine Reihe von Eskalationsstufen zu einem wahrlich bizarren Ergebnis führte… (weiterlesen…)
Neuer Blog: What is it like to be a Woman in Philosophy
7. Oktober 2010, cordWir haben zwar schon kurz via Twitter auf diesen neuen Blog hingewiesen, das Projekt lohnt aber in jedem Fall noch einmal eine ausführlichere Würdigung. What is it like to be a Woman in Philosophy veröffentlichte ausschließlich kurze Beobachtungen und Anekdoten der Leserinnen und Leser, die die Position von Frauen im philosophischen Betrieb sehr persönlich und pointiert reflektieren. Die Macherinnen fassen ihr Vorhaben selber wie folgt zusammen: (weiterlesen…)
Liste der Professuren für politische Theorie und Philosophie im deutschsprachigen Raum
5. Oktober 2010, danielAuf einer eigens dafür eingerichteten Seite haben wir für euch eine Liste aller uns bekannten Professuren für politische Theorie und Philosophe im deutschsprachigen Raum zusammengestellt. Die Liste ist zunächst grob nach Ländern (Deutschland, Österreich, Schweiz) und dann nach Städten sortiert. Über Hinweise zu Ergänzungen, Korrekturen oder Veränderungen würden wir uns sehr freuen. Dafür könnt ihr entweder das Kommentarfeld am Ende der Seite nutzen oder uns eine E-Mail an team@theorieblog.de schicken.
Neu im Netz II: Beiträge zur Staatsdiskussion
24. August 2010, maikeDer digitale Gründungsboom in der deutschen Politikwissenschaft setzt sich fort: Mit www.staatsdiskussion.de ist soeben ein weiteres Projekt online gegangen. Auf der Website werden die Working Papers der von Samuel Salzborn und Rüdiger Voigt herausgegebenen Reihe “Staat – Souveränität – Nation. Beiträge zur aktuellen Staatsdiskussion” im Volltext zur Verfügung gestellt. Ziel und Anliegen des Projekts ist es, die staats- und souveränitätstheoretische Diskussion zu intensivieren und einem breiteren Publikum vorzustellen. Das erste Paper ist bereits online und hier abrufbar.
Großartig: Philosopher’s Digest
24. August 2010, cordHabe gerade beim sinnlosen surfen zum Nachmittagskaffee bei einer für meine Arbeit essentiellen Internetrecherche dieses großartige Portal gefunden: Philosopher’s Digest. Auf der Website werde aktuelle Aufsätze aus den großen philosophischen Fachzeitschriften von verschiedenen RezensentInnen zusammengefasst und kritisch diskutiert. Per Kommentarfunktion können sich die LeserInnen an der Diskussion beteiligen. Es handelt sich also quasi um ein interaktives Rezensionsportal für philosophische Paper. Zwar ist relativ wenig aus der politischen Philosophie dabei, aber für die Ethik sieht es schon besser aus und wer sich für theoretische Philosophie interessiert, wird seine helle Freude haben. Insgesamt scheint das Projekt noch relativ am Anfang zu stehen (d.h. relativ wenig Content), die Idee und die Umsetzung finde ich aber bereits jetzt sehr gelungen!
Neu im Netz: Portal Ideengeschichte und PW-Portal
12. August 2010, cordIn der deutschen Politikwissenschaft lässt sich in den letzten Wochen eine Art digitaler Gründungsboom beobachten: Auf einer Domain der Universität Marburg betreibt das Team um Thomas Noetzel, Jörg Probst und Remko Leemhuis seit Kurzem ein interdisziplinäres Portal für ideengeschichtliche Politikforschung, auf dem neben Rezensionen und Essays auch eine Bilddatenbank zur politischen Ideengeschichte angeboten werden soll. Außerdem gibt es eine Rubrik “Zombie des Monats“, was sich auf jeden Fall vielversprechend anhört, auch wenn mir noch nicht ganz klar ist, welchen Zombiebegriff die Autoren vertreten (nach der Typologie von David Chalmers kann man zwischen dem klassisch-haitianischen, dem Hollywood- und dem philosophischen Zombie unterscheiden…). Noch findet sich zwar relativ wenig Content auf der Seite, das Projekt sieht aber bereits jetzt sehr spannend aus. (weiterlesen…)