Das Thema Wikileaks hat im letzten Jahr eine Menge Wirbel verursacht und man kann wahrlich nicht behaupten, dass es an meinungsstarken Beiträgen gefehlt hätte. Wahlweise wurde in der Whistleblowing-Plattform die Demokratisierung der Demokratie gesehen oder die Zerstörung des Fundaments friedlicher und verantwortlicher (Außen-)Politik. Mittlerweile hat sich der Pulverdampf etwas gelegt und es ist an der Zeit für seriöse Reflexionen auf das Phänomen Leaking und seine Wirkungen. In Frankfurt soll dies im Rahmen eines eintägigen Workshops geschehen, der vom Forschungsprojekt ”Sicherheitskultur im Wandel” und dem Exzellenzcluster “Die Herausbildung normativer Ordnungen” organisiert wird. Der Titel der Veranstaltung lautet “Leaking: Sicherheitsbedrohung oder subversive Demokratisierung?” und sie wird am 09. November stattfinden. Dem Thema sollen dann sowohl aus normativen wie empirischen Perspektiven Interessantes abgewonnen werden und es besteht auch kein Zwang sich allein auf Assange und Wikileaks zu konzentrieren. Derzeit seid ihr aufgefordert Abstracts (500-750 Wörter) einzureichen. Stichtag ist der 15. September. Bitte sendet die Abstracts an alle drei Organisatoren: Christopher Daase (christopher.daase@normativeorders.net), Nicole Deitelhoff (nicole.deitelhoff@normativeorders.net) und Thorsten Thiel (thorsten.thiel@normativeorders.net) – full disclosure: Der Verfasser dieses Hinweises ist also Mitorganisator der Veranstaltung – und hier noch der Link zur PDF mit einer ausführlicheren Version des Calls.
Beiträge mit dem Schlagwort ‘Demokratietheorie’
CfP: Sicherheitsbedrohung oder subversive Demokratisierung – Workshop zu Wikileaks
15. August 2011, thorstenRingvorlesung Komplexität und Demokratie in Darmstadt
30. Juni 2011, danielSchon seit Mai und noch bis nächsten Februar findet an der Uni Darmstadt eine Ringvorlesung mit dem Titel “Komplexität und Demokratie” statt. Nächster Termin ist der 7. Juli mit einem Vortrag von Hanspeter Kriesi zum Thema “Meinungsbildung der Bürger in direktdemokratischen Verfahren”. Für das Wintersemester sind als weitere Redner John-Erik Fossum, Beate Kohler, Arthur Benz, Fritz Scharpf und Michael Zürn angekündigt. Das gesamte Programm als pdf gibt es hier.
Dissertationsstipendien am Walther-Rathenau-Kolleg: Demokratie und Liberalismus
25. Mai 2011, thorstenIm Walther-Rathenau-Kolleg werden gerade Promotionsstipendien zum Thema “Liberalismus und Demokratie. Zur Genealogie und Rezeption politischer Bewegungen von der Aufklärung bis zur Gegenwart” vergeben. Das von der Friedrich-Naumann-Stiftung (FNF) und dem Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien (MMZ) getragene Kolleg ist zwischen Berlin und Potsdam angesiedelt und will mit dem bewusst interdisziplinär angelegten Thema die Möglichkeit der Bewerbung aus sehr unterschiedlichern Richtungen erlauben. Es werden Dissertationen gefördert, die im Zusammenhang mit Liberalismus und/oder demokratischen Bewegungen seit dem 18. Jahrhundert stehen. Derzeit gibt es besonders viele Arbeiten aus den Bereichen jüdische Studien, Geschichte, Literatur-, Kulturwissenschaft. Arbeiten zur politischen Theorie, politischen Philosophie und sogar den theoriebezogenen IB werden aber auch gesucht und es gibt auch schon Vorläufer und Gesprächspartner im Kolleg. Vielleicht wächst deren Kreis ja bald, Gestaltungsspielraum ist allemal gegeben.
Die Deadline für die kommende Auswahlrunde ist der 31. Mai. Dies ist zwar relativ bald, verlangt werden jedoch neben klassischen Bewebungsunterlagen für den ersten Auswahlgang zunächst nur ein Kurzexposé und die Angabe der Namen zweier Referenzpersonen. Mehr zur Ausschreibung findet sich auf der Seite der Stiftung.
CfP für eine studentische Fachtagung: Protest und Demokratie
17. Mai 2011, thorstenDie “Deutsche Nachwuchsgesellschaft für Politik- und Sozialwissenschaften” (DNGPS) – die sich Anfang des Jahres in Osnabrück gegründet hat (wir berichteten) – lädt zu einem ersten Kongress ein. Idee ist es, Studenten an die wissenschaftlichen Mechanismen und Gepflogenheiten heranzuführen und ein Forum zu bieten, in dem man schon früh Forschungsergebnisse vorstellen und diskutieren kann. Das Thema der Gründungstagung lautet: Protest und Demokratie. Ort ist die Universität Osnabrück und das Datum der 12. und 13. November. Es geht also hochaktuell her und als Ritterschlag für die Nachwuchsgesellschaft wird Hubertus Buchstein die Einführungsrede halten. Den Call for Paper (der zugleich ein Call for Posters ist) findet ihr hier und – dem studentischen Charakter des Unternehmens entgegenkommend, gibt es auch noch eine Gebrauchsanweisung, wie der disziplininternen Konferenzsprech zu verstehen ist. Wer sich bewerben möchte, muss bis zum 30. Juni 2011 den ausgefüllten Call mit dem Betreff “CfP Fachtagung” an info@dngps.de schicken.
Zudem sei darauf hingewiesen, dass die DNGPS auch über eine Facebookseite verfügt und nach wie vor daran interessiert ist, sich mit weiteren Studenten zu vernetzen und die Initiative weiter auszubauen.
Vom Kreuz mit der radikalen Demokratie – Bericht von einem Workshop mit Andreas Kalyvas
13. Mai 2011, matthias_lDie Technische Universität Darmstadt wurde am 9. Mai 2011 zum ‚Austragungsort’ eines halbtägigen Workshops mit Andreas Kalyvas von der New School for Social Research in New York. Die Bezeichnung ‚Austragungsort’ ist zur Beschreibung der von Peter Niesen organisierten, zweigleisigen Veranstaltung, bestehend aus einem Vortragsteil und einer Podiumsdiskussion, mit Bedacht gewählt – denn das Thema „Constituent Power and Radical Democracy“ (hier unsere Ankündigung) entpuppte sich als ein mit Vehemenz vorgetragenes Plädoyer für eine demokratische und vor allem praktische Revitalisierung moderner Gesellschaften. Deren postdemokratisches Dahinvegetieren scheint seit Colin Crouch oder Jacques Rancière ja fast schon zu einem gegenwartsdiagnostischen Grundkonsens der Politischen Theorie geronnen zu sein. (weiterlesen…)
János Kis spricht über Krise in Ungarn
3. Mai 2011, ulrikeIm Januar hat der theorieblog bereits über Repressalien gegen PhilosophInnen in Ungarn und die bedenkliche Entwicklung des EU-Landes berichtet. Am 12. Mai ist nun der Philosoph János Kis (CEU Budapest/New York University) auf Einladung von Mattias Kumm (NYU/WZB) an der HU Berlin zu Gast und spricht zur aktuellen Verfassungskrise in Ungarn. János Kis war eine der zentralen Figuren des ungarischen Untergrunds und Chefredakteur der Untergrundzeitung „Beszélő“. In der Veranstaltung wird es um die Besonderheiten der (neuen) „Osterverfassung“ gehen, der die Aufgabe zugeschrieben wird, ein neues Ungarn einzuleiten. Schließlich soll diskutiert werden, welche Auswirkungen die Verfassungsänderung auf die Beziehungen zur EU hat. Ein umfangreiches Interview mit János Kis mit dem Titel „Ungarns Rechte ist nicht das Vaterland“ von Ende März findet sich auf den Seiten der FAZ. Die Veranstaltung an der HU beginnt um 14 Uhr – mehr Details nach dem Klick.
Prantl und die Apfelbaum-Demokratie
2. Mai 2011, susanneDie repräsentative Demokratie in Deutschland lasse sich mit einem Apfelbaum vergleichen, sagt Heribert Prantl, bekannt für seine herausragenden Leitartikel in der Süddeutschen Zeitung: Über die Jahre recht gut gewachsen, erweise sie sich an der einen oder anderen Stelle als verdorrt und krankheitsanfällig. Was das heißt und wie man dagegen angehen kann, darüber spricht der be- und anerkannte Journalist am Freitag, 13. Mai, am Philosophischen Seminar der Uni Basel. Prantl, der seit 2010 auch Honorarprofessor an der Rechtsfakultät der Universität Bielefeld ist, will unter dem Titel “Die Apfelbaum-Demokratie. Lob der Unruhe: Wie die Bürger neu politisiert werden” diskutieren, wie Demokratien leistungsfähiger gemacht werden können und wie sich Legitimitätslücken schliessen lassen. Zu den neuen Elementen gehörten neben Schlichtung und Mediation auch direktdemokratische Instrumente wie Bürgerentscheide. Hier gibt es den entsprechenden Flyer_Vortrag_Prantl.
Radikale Demokratie mit Andreas Kalyvas in Darmstadt
7. April 2011, cordAm 09.05.2011 findet an der TU-Darmstadt ein Workshop zu “Constituent Power and Radical Democracy” mit Andreas Kalyvas von der New School for Social Research statt. Organisiert wird die Veranstaltung von Peter Niesen (Darmstadt), als Discussants nehmen U.K. Preuß (Hertie School), Ellen Kennedy (Pennsylvania), Robin Celikates (Amsterdam), Martin Saar (Frankfurt) und Andreas Hetzel (Darmstadt) teil. Alle Details finden sich hier. Interessierte mögen sich bitte per Mail bei Peter Niesen anmelden.
CfP Democracy and Its Critics: Ancient and Modern (Oxford)
17. März 2011, jensDie Political Thought Specialist Group der Political Studies Association
veranstaltet am 22. Oktober in Oxford eine Konferenz zum Thema “Democracy and Its Critics: Ancient and Modern”. Abstracts sollten bis zum 30. April bei Dr. Evangelia Sembou (evangelia.sembou@hotmail.com) und Dr. Zenon Stavrinides (z.stavrinides@leeds.ac.uk) eingegangen sein. Genauere Informationen zur Konferenz erfahrt ihr nach dem Strich. (weiterlesen…)
Juniorprofessur Politische Theorie in Trier
3. März 2011, evaDon Gomez hat bereits auf die aktuelle Ausschreibung einer Juniorprofessur für Politische Theorie in Trier hingewiesen. Erwünscht sind Bezüge zum Thema “Öffentlichkeit und Demokratie” sowie zu “praktischen Fragen der Politikgestaltung” – der Phantasie sind also keine Grenzen gesetzt; der Laufzeit dank Tenure-Track-Option auch nicht. Alles weitere hier oder unter dem Strich