Die Ambivalenz politischer Stabilität – Tagungsbericht: Politische Stabilität. Ordnungsversprechen, Demokratiegefährdung, Kampfbegriff

In Zeiten der Krise und der gesellschaftlichen Umbrüche wächst das Bedürfnis nach Stabilität. Trotz einer langen Tradition des Nachdenkens über politische Stabilität von Aristoteles bis Rawls ist es schwierig anzugeben, was politische Stabilität ist, was sie ausmacht und wie sie hergestellt werden kann. Woran messen wir politische Stabilität? Wie viel (In)stabilität können Demokratien aushalten? Ist Stabilität überhaupt eine erkenntnisfördernde analytische Kategorie oder lediglich ein politischer Kampfbegriff? (mehr …)

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E.-Richter-Buchforum (4) – Replik: „Demokratischer Symbolismus und demokratische Haltungen“

— Abschließender Teil unseres Buchforums zu Emanuel Richters „Demokratischer Symbolismus“. Teil 1 gestalteten Luzia Sievi und Marcel Vondermaßen, den zweiten Teil 2 lieferte Anna Meine, den dritten Grit Straßenberger. Hier nun die Replik des Autors. Selbstverständlich sind Kommentare dazu und zur gesamten Diskussion weiter willkommen!  

 

Ich danke Anna Meine, Luzia Sievi, Grit Straßenberger und Marcel Vondermaßen sehr für ihre gründliche Auseinandersetzung mit meinem Buch. Dem normativen Demokratietheoretiker kann nichts Besseres passieren als eine solche tiefenscharfe Lektüre. In der sorgfältigen Interpretation meiner Gedanken finde ich mich durchaus verstanden. Die skeptischen Nachfragen und die Kritik, die sie üben, kann ich nachvollziehen, sie machen Klarstellungen erforderlich.

Ich sehe die Notwendigkeit, zu zwei grundlegenden, bei allen Rezensenten wiederkehrenden Einwürfen Stellung zu nehmen: einerseits zu der dort gehegten Skepsis gegenüber der normativen Intention, die ich mit meinem „demokratischen Symbolismus“ verfolge, andererseits zu der Ratlosigkeit darüber, wie man sich denn eine realpolitische Wirksamkeit des demokratischen Symbolismus vorzustellen habe. (mehr …)

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E.-Richter-Buchforum (3): Demokratie ohne Stabilität?

— Teil 3 unseres Buchforums zu Emanuel Richters „Demokratischer Symbolismus“. Teil 1 gestalteten Luzia Sievi und Marcel Vondermaßen, den zweiten Teil 2 lieferte Anna Meine. Eine Gesamtreplik des Autors folgt in Kürze.

 

Was ist Demokratie? Diese alte Frage diskutiert und beantwortet Emanuel Richter im Modus einer hermeneutischen Suchbewegung. „Vorhandene[] Erscheinungsformen der Demokratie in der Praxis wie auch in der Modelltheorie“, von Richter Demokratie „erster Ordnung“ genannt, werden auf eine „allgemeine Funktionsbestimmung“ hin re-interpretiert (22). Richter bringt die hermeneutische Suchbewegung und das Ergebnis dieser Demokratietheorie „zweiter Ordnung“ (22) – den „Sinn der Demokratie“ (68) – auf den Begriff „demokratischer Symbolismus“ (23). Er steht damit in der Tradition einer politischen Hermeneutik, die auf die Trias von Verstehen, Erfahrung und Demokratie abstellt. (mehr …)

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Workshop: Democracy and Forms of Life (Berlin)

Am Dienstag, den 24. April, findet am Centre Marc Bloch in Berlin ein ganztägiger internationaler Workshop zu „Democracy and Forms of Life“ statt. Der von Estelle Ferrarese und Roberto Frega organisierte Workshop wird unter anderem Beiträge von Francesca Raimondi (The time of democracy), Sandra Laugier (Radical democracy, self-reliance, and the new age of disobedience) und Dirk Jörke (The Rationality of the Irrational. Voting and Non-Voting in Post-Democratic Times) enthalten. Alle weiteren Infos und Sprecher entnehmt bitte dem Programm als PDF. Wer teilnehmen möchte, muss sich vor dem 12. April kostenlos anmelden (s. PDF).

 

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Über Rechte reden: Lesenotiz zu Dirk Jörkes und Veith Selks „Theorien des Populismus“

Über (Rechts-)Populismus wird heftig diskutiert, in der öffentlichen Debatte, wie auch in der politischen Theorie. Wenn Theoretiker eher akademische  Populismusdebatten zugänglich aufbereiten, ist dies also hochaktuell und besonders begrüßenswert für alle, die sich eine enge Verzahnung von wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Debatten und eine nicht schon sprachlich abgekoppelte Demokratietheorie wünschen. Selbstredend bleibt das zu besprechende Projekt nicht deskriptiv, sondern ist eine Fortsetzung von dem, was auf diesem Blog begonnen hat: Dirk Jörke und Veith Selk nutzen die Einführung (Dirk Jörke/Veith Selk, Theorien des Populismus zur Einführung, Hamburg: Junius 2017, 192 S.), um ihre Kritik an der liberalen, übermäßig moralisierenden Populismus-Verdammung zu untermauern.

Das Buch geht der Reihe nach auf das Phänomen Populismus, auf die Entstehungsursachen von Populismus, und auf die theoretischen Bewertungen von dem gegenwärtigen Populismus ein. Kurz zusammengefasst schlagen Jörke und Selk vor, Populismus als Reaktion auf die nicht eingehaltenen Versprechen der Demokratie zu interpretieren. (mehr …)

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„Politische Stabilität“ in Bonn vom 14.-16. März

 

Update: Das vollständige Programm findet sich hier!

Die Frühjahrstagung der Sektion „Politischen Theorie und Ideengeschichte“ findet vom 14. – 16. März in Bonn statt; nun ist das vorläufige Programm öffentlich. Zum Thema „Politische Stabilität. Ordnungsversprechen, Demokratiegefährdung, Kampfbegriff“ und dessen demokratietheoretischen, internationalen, ideengeschichtlichen und normativen Dimensionen werden under anderem Regina Kreide, Frank Decker und Reinhard Mehring sprechen; den Abendvortrag zur „Stabilität durch Bewegung“ hält Philip Manow.

Anmeldungen an stabilitaet2018@uni-bonn.de sind bis zum 23. Februar erbeten. Es gibt auch die Möglichkeit zur Teilnahme an einer Führung durch den Kanzlerbungalow nach Anmeldung. Das Programm mit allen Infos findet sich hier, außerdem gibt es eine Hotelliste für die Unterkunft in Bonn. Das Tagungskonzept ist im abgelaufenen Call for Papers nachzulesen.

 

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CfA: Professur für Politische Theorie in Zürich

Die Universität Zürich (UZH) sucht zum 1. August 2018 eine neue_n Professor_in für Politische Theorie (full/associate professorship oder assistant professorship with tenure track). Inhaltlich ist ein Schwerpunkt in politischer Institutionenforschung und Demokratiefragen erwünscht. Bewerbungsschluss ist der 10. September 2017. Alle weiteren Informationen gibt es im Ausschreibungstext online (hier und hier) oder nach dem Klick.

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Wien: Anticipating Democratic Alternatives

Am 8. und 9. Juni findet an der Universität Wien eine Konferenz zu demokratischen Alternativen statt. Unter dem Titel „Anticipating Democratic Alternatives. The Demise of Futurity and the Future of Critique“ werden unter anderem die Organisatoren Oliver Marchart und Linda Zerilli, aber auch Regina Kreide, Florian Grosser u.a. diskutieren.

Das vollständige Programm findet sich hier, eine Anmeldung ist erbeten.

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