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	<title>Kommentare für theorieblog.de</title>
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	<description>Ein Forum für politische Theorie und Philosophie</description>
	<lastBuildDate>Sat, 04 Feb 2012 12:15:02 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Kommentar zu Honneth-Lesekreis (9): Freiheit nine to five? von susanne</title>
		<link>http://www.theorieblog.de/index.php/2012/01/honneth-lesekreis-9-freiheit-nine-to-five/comment-page-1/#comment-2474</link>
		<dc:creator>susanne</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 12:15:02 +0000</pubDate>
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		<description>sorry, prekariat natürlich...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>sorry, prekariat natürlich&#8230;</p>
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		<title>Kommentar zu Honneth-Lesekreis (9): Freiheit nine to five? von susanne</title>
		<link>http://www.theorieblog.de/index.php/2012/01/honneth-lesekreis-9-freiheit-nine-to-five/comment-page-1/#comment-2473</link>
		<dc:creator>susanne</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 11:30:56 +0000</pubDate>
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		<description>Vielen Dank an Lisa und die Kommentatoren. Leider hatte ich in letzter Zeit zu wenig Zeit (und zuviel Arbeit und Familie), aber kurz auch von mir ein Kommentar, der aber leider nicht die zuletzt von Lisa aufgeworfenen Fragen berücksichtigt, sondern auf andere eingeht.

@Lisa, du hast da ein paar sehr wichtige Punkte aufgeführt: 
ad 1: &quot;....die rechtlichen Absicherungen, die es den Individuen erlauben, sich auf Augenhöhe zu begegnen und gerade deshalb möglicherweise so etwas wie soziale Freiheit zu erfahren.&quot; Ich denke, dies ist vor allem in Zeiten des so genannten Präkariats und der &quot;Generation Praktikum&quot; von Belang, wo eine rechtliche Regelung mit adäquaten Lohnverhältnissen gefordert wäre.  

ad 2: &quot;...dass gerade mit der normativen Aufwertung von Erwerbsarbeit die Gefahr einhergeht, nicht-marktliche Formen von Arbeit (egal, von wem sie erbracht wird) implizit abzuwerten&quot; Ja, hier hätte Honneth wunderbar an das anknüpfen können, was er in den anderen Kapiteln (zur Familie) bereits angedeutet hat. Dass zB die Pflege in den Familien verrechtlich werden und &quot;belohnt&quot; werden sollte, sei es die Pflege von Kindern (was ja in Dtl. und anderen Ländern bereits finanziell anerkannt wird), sei es die Pflege von älteren Angehörigen; das sollte nicht bloss Ehrenamt sein, sondern ökonomisch als Arbeit anerkannt werden. Man sieht hier auch, wie die Kontexte sozialer Freiheit ineinander greifen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Vielen Dank an Lisa und die Kommentatoren. Leider hatte ich in letzter Zeit zu wenig Zeit (und zuviel Arbeit und Familie), aber kurz auch von mir ein Kommentar, der aber leider nicht die zuletzt von Lisa aufgeworfenen Fragen berücksichtigt, sondern auf andere eingeht.</p>
<p>@Lisa, du hast da ein paar sehr wichtige Punkte aufgeführt:<br />
ad 1: &#8220;&#8230;.die rechtlichen Absicherungen, die es den Individuen erlauben, sich auf Augenhöhe zu begegnen und gerade deshalb möglicherweise so etwas wie soziale Freiheit zu erfahren.&#8221; Ich denke, dies ist vor allem in Zeiten des so genannten Präkariats und der &#8220;Generation Praktikum&#8221; von Belang, wo eine rechtliche Regelung mit adäquaten Lohnverhältnissen gefordert wäre.  </p>
<p>ad 2: &#8220;&#8230;dass gerade mit der normativen Aufwertung von Erwerbsarbeit die Gefahr einhergeht, nicht-marktliche Formen von Arbeit (egal, von wem sie erbracht wird) implizit abzuwerten&#8221; Ja, hier hätte Honneth wunderbar an das anknüpfen können, was er in den anderen Kapiteln (zur Familie) bereits angedeutet hat. Dass zB die Pflege in den Familien verrechtlich werden und &#8220;belohnt&#8221; werden sollte, sei es die Pflege von Kindern (was ja in Dtl. und anderen Ländern bereits finanziell anerkannt wird), sei es die Pflege von älteren Angehörigen; das sollte nicht bloss Ehrenamt sein, sondern ökonomisch als Arbeit anerkannt werden. Man sieht hier auch, wie die Kontexte sozialer Freiheit ineinander greifen.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Eignet sich ein &#8220;Kindle&#8221; für den wissenschaftlichen Alltag? von Amplifix</title>
		<link>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/05/eignet-sich-ein-kindle-fur-den-wissenschaftlichen-alltag/comment-page-1/#comment-2471</link>
		<dc:creator>Amplifix</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 09:49:00 +0000</pubDate>
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		<description>Vielen Dank für den Review.
Ich nutze den Kindle Reader auf meinem Android-Tablet; bin ebenfalls begeistert vom Handling und dem eigentlichen Lesen.

Ich bin jedoch entsetzt, dass es auch jetzt noch keine gescheite (und vor allem wissenschaftlich tragfähige) Möglichkeit des Zitieren von Textpassagen gibt.
Es mag schon sein, dass irgendwann einmal &quot;locaction&quot; akzeptiert werden (insbesondere bei ausschließlich elektronisch veröffentlichten Werken), aber bis dahin ist diese Kindle-Lösung eine reine Sackgasse.
SCHADE SCHADE!

&gt;&gt; Oder hat jemand da etwas geeignetes gefunden? (Muß nicht kostenlos sein!)

Enjoy
Christian</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Vielen Dank für den Review.<br />
Ich nutze den Kindle Reader auf meinem Android-Tablet; bin ebenfalls begeistert vom Handling und dem eigentlichen Lesen.</p>
<p>Ich bin jedoch entsetzt, dass es auch jetzt noch keine gescheite (und vor allem wissenschaftlich tragfähige) Möglichkeit des Zitieren von Textpassagen gibt.<br />
Es mag schon sein, dass irgendwann einmal &#8220;locaction&#8221; akzeptiert werden (insbesondere bei ausschließlich elektronisch veröffentlichten Werken), aber bis dahin ist diese Kindle-Lösung eine reine Sackgasse.<br />
SCHADE SCHADE!</p>
<p>&gt;&gt; Oder hat jemand da etwas geeignetes gefunden? (Muß nicht kostenlos sein!)</p>
<p>Enjoy<br />
Christian</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Honneth-Lesekreis (9): Freiheit nine to five? von Lisa</title>
		<link>http://www.theorieblog.de/index.php/2012/01/honneth-lesekreis-9-freiheit-nine-to-five/comment-page-1/#comment-2468</link>
		<dc:creator>Lisa</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 16:08:29 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.theorieblog.de/?p=5593#comment-2468</guid>
		<description>Hallo Amir und Simon,
zu Euren Punkten: 
- ich wollte mit dem Label &quot;soziologisch&quot; Honneth in keinster Weise absprechen, philosophisch zu arbeiten, aber die Art des philosophischen Zugriffs auf das Material scheint mir stark aus einer soziologischen Ecke zu kommen - auch aufgrund der Autoren, die er diskutiert. Ein klarer Gegensatz dazu wäre z.B. die Homann&#039;sche Wirtschaftsethik, die ebenfalls an einer philosophischen Betrachtung und ethischen Einhegung von Märkten interessiert ist, aber mit einer ökonomischen Brille auf die Realität schaut. 
- &quot;systemisch&quot;: damit meinte ich, dass von der gelebten Wirklichkeit relativ stark abstrahiert wird und modelltheoretisch (wie Simon ja auch schreibt) die Effekte aggregierten Verhaltens betrachtet werden. Besonders werden dabei die indirekten Effekte auf Dritte und die Eigendynamik des Systems beachtet (zumindest beansprucht man das). Um es an einem Beispiel klar zu machen: wenn zwei Konkurrenten sich eine Preisschlacht liefern, ist das für die Anerkennungsverhältnisse zwischen ihnen vermutlich schlecht bestellt, und mit der soziologischen Brille sehe ich möglicherweise recht viele unerfreuliche Dinge (die sicherlich auch normativ höchst relevant sind). Für die Kunden kann es aber in materieller Hinsicht ganz wunderbar sein, und das &quot;sieht&quot; sozusagen der Ökonom in erster Linie.
- Was ist dann mit Begriffen wie &quot;Macht&quot; (Amir)? - diese kann man dann auch entweder systemisch &quot;übersetzen&quot;, oder anderweitig fassen - und an vielen solchen Punkten wird man feststellen, dass Soziologen und Ökonomen (schematisch gesprochen) einiges an gegenseitiger Übersetzungsleistung erbringen müssen. Denn: die jeweils andere Seite sieht Dinge, die die Aussagekraft der eigenen Modelle einschränkt und die potentiell erhellend sind. Inwieweit andere Theoretiker dabei hilfreich sind, ist eine interessante Frage, würde hier aber wohl zu weit führen (ließe sich evtl. in Berlin diskutieren, wenn Ihr da seid?)
- zu Simons letztem Punkt: das ist eine interessante Unterscheidung: die normativen Erwartungen der Teilnehmer an die Märkte und die der Märkte an die Teilnehmer. Bei ersterem stellt sich die Frage, ob die Teilnehmer diese Erwartungen tatsächlich haben, oder ob sie die Märkte im wesentlichen als Instrument zur Wohlfahrtssteigerung sehen, das entsprechend politisch eingehegt werden sollte. Bei letzterem ist die Frage, ob man noch von einer normativen RE-Konstruktion sprechen kann, oder ob es mehr ist: ein alternativer Ansatz, wie Märkte philosophisch gedacht werden könnten. Dann sind wir aber im Grunde auf einer sehr hohen Ebene idealer Theorie, oder? Und das will Honneth ja eigentlich vermeiden. Was meint Ihr?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Amir und Simon,<br />
zu Euren Punkten:<br />
- ich wollte mit dem Label &#8220;soziologisch&#8221; Honneth in keinster Weise absprechen, philosophisch zu arbeiten, aber die Art des philosophischen Zugriffs auf das Material scheint mir stark aus einer soziologischen Ecke zu kommen &#8211; auch aufgrund der Autoren, die er diskutiert. Ein klarer Gegensatz dazu wäre z.B. die Homann&#8217;sche Wirtschaftsethik, die ebenfalls an einer philosophischen Betrachtung und ethischen Einhegung von Märkten interessiert ist, aber mit einer ökonomischen Brille auf die Realität schaut.<br />
- &#8220;systemisch&#8221;: damit meinte ich, dass von der gelebten Wirklichkeit relativ stark abstrahiert wird und modelltheoretisch (wie Simon ja auch schreibt) die Effekte aggregierten Verhaltens betrachtet werden. Besonders werden dabei die indirekten Effekte auf Dritte und die Eigendynamik des Systems beachtet (zumindest beansprucht man das). Um es an einem Beispiel klar zu machen: wenn zwei Konkurrenten sich eine Preisschlacht liefern, ist das für die Anerkennungsverhältnisse zwischen ihnen vermutlich schlecht bestellt, und mit der soziologischen Brille sehe ich möglicherweise recht viele unerfreuliche Dinge (die sicherlich auch normativ höchst relevant sind). Für die Kunden kann es aber in materieller Hinsicht ganz wunderbar sein, und das &#8220;sieht&#8221; sozusagen der Ökonom in erster Linie.<br />
- Was ist dann mit Begriffen wie &#8220;Macht&#8221; (Amir)? &#8211; diese kann man dann auch entweder systemisch &#8220;übersetzen&#8221;, oder anderweitig fassen &#8211; und an vielen solchen Punkten wird man feststellen, dass Soziologen und Ökonomen (schematisch gesprochen) einiges an gegenseitiger Übersetzungsleistung erbringen müssen. Denn: die jeweils andere Seite sieht Dinge, die die Aussagekraft der eigenen Modelle einschränkt und die potentiell erhellend sind. Inwieweit andere Theoretiker dabei hilfreich sind, ist eine interessante Frage, würde hier aber wohl zu weit führen (ließe sich evtl. in Berlin diskutieren, wenn Ihr da seid?)<br />
- zu Simons letztem Punkt: das ist eine interessante Unterscheidung: die normativen Erwartungen der Teilnehmer an die Märkte und die der Märkte an die Teilnehmer. Bei ersterem stellt sich die Frage, ob die Teilnehmer diese Erwartungen tatsächlich haben, oder ob sie die Märkte im wesentlichen als Instrument zur Wohlfahrtssteigerung sehen, das entsprechend politisch eingehegt werden sollte. Bei letzterem ist die Frage, ob man noch von einer normativen RE-Konstruktion sprechen kann, oder ob es mehr ist: ein alternativer Ansatz, wie Märkte philosophisch gedacht werden könnten. Dann sind wir aber im Grunde auf einer sehr hohen Ebene idealer Theorie, oder? Und das will Honneth ja eigentlich vermeiden. Was meint Ihr?</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Honneth-Lesekreis (9): Freiheit nine to five? von simon_d</title>
		<link>http://www.theorieblog.de/index.php/2012/01/honneth-lesekreis-9-freiheit-nine-to-five/comment-page-1/#comment-2466</link>
		<dc:creator>simon_d</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 15:48:50 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.theorieblog.de/?p=5593#comment-2466</guid>
		<description>Amir,
die Frage nach der Unterscheidung zwischen &quot;systemisch&quot; und &quot;soziologisch&quot; habe ich mir auch schon gestellt. Mein Versuch einer Deutung wäre (ohne dabei dir, Lisa, die Deutungshoheit über deinen eigenen Text absprechen zu wollen. Korrigiere mich also bei Bedarf) folgender: 

Die moderne Wirtschaftswissenschaft verfährt seit der entwicklung der Grenznutzentheorie insofern &quot;systemisch&quot; als die Verhaltensweisen auf Märkten über ein System von Modellannhahmen abgebildet werden (Rationalität, Eigeninteresse etc.). Diese Form der Modellbildung bedeutet, neben einer Reihe von Vorteilen, zunächst einen Rückschritt hinter die Gesellschaftstheorie der Zeit, weil ein wesentlicher Teil des Verstehens oder Nachvollziehens gesellschaftlicher Prozesse in der Modellierung des Zusammenspiels individueller eigeninteressierter Akteure aus dem Blick gerät. Eine soziologische Theorie der Wirtschaft könnte zunächst das normative Selbstverständnis, dem in der adäquaten Beschreibung von Marktteilnehmern Rechnung getragen werden muss, einbeziehen. Dies dient jedoch gleichemaßen einem besseren Verständnis des faktischen Verhaltens auf Märkten. 

Honneth scheint hier jedoch noch einen weiteren Schritt zu tun, indem er darüber hinaus begründet, welche normativen Erwartungen Märkte an wirtschaftliche Akteure herantragen. Dabei handelt es sich um normative Anforderungen, die einem Markt als einem sozialen Verhältnis der Kooperation implizit eingeschrieben sind und die Märkte und die Teilnehmer auf Märkten verfehlen können. Dies scheint in der Tat eine philosophische These zu sein.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Amir,<br />
die Frage nach der Unterscheidung zwischen &#8220;systemisch&#8221; und &#8220;soziologisch&#8221; habe ich mir auch schon gestellt. Mein Versuch einer Deutung wäre (ohne dabei dir, Lisa, die Deutungshoheit über deinen eigenen Text absprechen zu wollen. Korrigiere mich also bei Bedarf) folgender: </p>
<p>Die moderne Wirtschaftswissenschaft verfährt seit der entwicklung der Grenznutzentheorie insofern &#8220;systemisch&#8221; als die Verhaltensweisen auf Märkten über ein System von Modellannhahmen abgebildet werden (Rationalität, Eigeninteresse etc.). Diese Form der Modellbildung bedeutet, neben einer Reihe von Vorteilen, zunächst einen Rückschritt hinter die Gesellschaftstheorie der Zeit, weil ein wesentlicher Teil des Verstehens oder Nachvollziehens gesellschaftlicher Prozesse in der Modellierung des Zusammenspiels individueller eigeninteressierter Akteure aus dem Blick gerät. Eine soziologische Theorie der Wirtschaft könnte zunächst das normative Selbstverständnis, dem in der adäquaten Beschreibung von Marktteilnehmern Rechnung getragen werden muss, einbeziehen. Dies dient jedoch gleichemaßen einem besseren Verständnis des faktischen Verhaltens auf Märkten. </p>
<p>Honneth scheint hier jedoch noch einen weiteren Schritt zu tun, indem er darüber hinaus begründet, welche normativen Erwartungen Märkte an wirtschaftliche Akteure herantragen. Dabei handelt es sich um normative Anforderungen, die einem Markt als einem sozialen Verhältnis der Kooperation implizit eingeschrieben sind und die Märkte und die Teilnehmer auf Märkten verfehlen können. Dies scheint in der Tat eine philosophische These zu sein.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Honneth-Lesekreis (9): Freiheit nine to five? von Amir</title>
		<link>http://www.theorieblog.de/index.php/2012/01/honneth-lesekreis-9-freiheit-nine-to-five/comment-page-1/#comment-2463</link>
		<dc:creator>Amir</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 15:15:05 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.theorieblog.de/?p=5593#comment-2463</guid>
		<description>Hallo Lisa, 
nur kurz ein paar Nachfragen zu Deinem vierten Punkt. Du klassifizierst Honneths Betrachtungsweise als soziologische. Er würde dieser Einordnung sicher widersprechen, oder? Soll sich seine Verfahrensweise nicht insgesamt dadurch auszeichnen, dass sie philosophische Begriffsarbeit mit empirischer Wirklichkeitsauffassung kombiniert? Würdest sagen, er hat hier ein falsches Verständnis von der Qualifikation seiner eigenen Verfahrensweise? In Deinem Kommentar zur Konsumsphäre hast Du seine Arbeit noch als Philosophie bezeichnet – dies nämlich insofern, als der Philosoph doch berechtigt sei, explizit zu machen, was implizit ist. Hier wird insgesamt offenbar klar, wie wenig Honneths neues Buch sich explizit der Frage nach dem wissenschaftstheoretischen Status seiner Argumentation widmet – das hatten wir ja auch schon bei der Frage nach der Berechtigung des Rückgriffs auf Literatur und Film angesprochen. Möglicherweise ist die Suche nach klaren Labels („dies ist Philosophie, jenes aber schon Soziologie“) unfruchtbar und möglicherweise sollte man sich völlig frei jeweils derjenigen wissenschaftlichen Mittel bedienen, die man für die Lösung der jeweils gestellten Aufgabe für nötig erachtet. Dann wäre aber wenigstens auch über diese wissenschaftstheoretische Entscheidung eindeutige Auskunft zu geben; ich denke, dass ist hier im „Recht der Freiheit“ zu wenig der Fall. 
Damit hängt dann auch ein weiterer Aspekt Deines vierten Punktes zusammen. Du stellst die „systemische“ Betrachtungsweise der „soziologischen“ gegenüber. Was meinst Du mit &quot;systemisch&quot;? Wie kann die systemische Betrachtung frei von denjenigen begrifflichen Ressourcen sein, die wir sonst so als typisch „soziologisch“ oder gar „philosophisch“ bezeichnen würden? Du schreibst: „Eine systemische (ökonomische?!) würde ganz andere Dinge in den Vordergrund stellen – z.B. den Wettbewerb als einen Mechanismus, der Macht unterminieren kann […]“ Was ist dann „Macht“ für ein Begriff? Sind solche Schwierigkeiten nicht gerade Honneths Motiv dafür, selbst nur für ein adäquates Verständnis (Kritik mal beiseite) von wichtigen gesellschaftlichen Feldern (wie etwa Markt) immer schon die normativen Aspekte als gegenstandskonstitutiv auszuweisen? 
Dass es, so verstehe ich Deine Schlussbemerkung in Punkt 4, irgendeine Fusion von normfreier Strukturanalyse und normativer Subjektivität geben muss, sehe ich genauso. „Aber wie kann das theoretisch geleistet werden?“ – fragst Du. Was ist denn mit Marx zum Beispiel? Oder mit Bourdieu oder Elias? Es gibt derartige Theorietypen; aber über diese zu diskutieren, führt sicherlich hier zu weit. Hab ohnehin schon zu viel geschrieben. Sorry.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Lisa,<br />
nur kurz ein paar Nachfragen zu Deinem vierten Punkt. Du klassifizierst Honneths Betrachtungsweise als soziologische. Er würde dieser Einordnung sicher widersprechen, oder? Soll sich seine Verfahrensweise nicht insgesamt dadurch auszeichnen, dass sie philosophische Begriffsarbeit mit empirischer Wirklichkeitsauffassung kombiniert? Würdest sagen, er hat hier ein falsches Verständnis von der Qualifikation seiner eigenen Verfahrensweise? In Deinem Kommentar zur Konsumsphäre hast Du seine Arbeit noch als Philosophie bezeichnet – dies nämlich insofern, als der Philosoph doch berechtigt sei, explizit zu machen, was implizit ist. Hier wird insgesamt offenbar klar, wie wenig Honneths neues Buch sich explizit der Frage nach dem wissenschaftstheoretischen Status seiner Argumentation widmet – das hatten wir ja auch schon bei der Frage nach der Berechtigung des Rückgriffs auf Literatur und Film angesprochen. Möglicherweise ist die Suche nach klaren Labels („dies ist Philosophie, jenes aber schon Soziologie“) unfruchtbar und möglicherweise sollte man sich völlig frei jeweils derjenigen wissenschaftlichen Mittel bedienen, die man für die Lösung der jeweils gestellten Aufgabe für nötig erachtet. Dann wäre aber wenigstens auch über diese wissenschaftstheoretische Entscheidung eindeutige Auskunft zu geben; ich denke, dass ist hier im „Recht der Freiheit“ zu wenig der Fall.<br />
Damit hängt dann auch ein weiterer Aspekt Deines vierten Punktes zusammen. Du stellst die „systemische“ Betrachtungsweise der „soziologischen“ gegenüber. Was meinst Du mit &#8220;systemisch&#8221;? Wie kann die systemische Betrachtung frei von denjenigen begrifflichen Ressourcen sein, die wir sonst so als typisch „soziologisch“ oder gar „philosophisch“ bezeichnen würden? Du schreibst: „Eine systemische (ökonomische?!) würde ganz andere Dinge in den Vordergrund stellen – z.B. den Wettbewerb als einen Mechanismus, der Macht unterminieren kann […]“ Was ist dann „Macht“ für ein Begriff? Sind solche Schwierigkeiten nicht gerade Honneths Motiv dafür, selbst nur für ein adäquates Verständnis (Kritik mal beiseite) von wichtigen gesellschaftlichen Feldern (wie etwa Markt) immer schon die normativen Aspekte als gegenstandskonstitutiv auszuweisen?<br />
Dass es, so verstehe ich Deine Schlussbemerkung in Punkt 4, irgendeine Fusion von normfreier Strukturanalyse und normativer Subjektivität geben muss, sehe ich genauso. „Aber wie kann das theoretisch geleistet werden?“ – fragst Du. Was ist denn mit Marx zum Beispiel? Oder mit Bourdieu oder Elias? Es gibt derartige Theorietypen; aber über diese zu diskutieren, führt sicherlich hier zu weit. Hab ohnehin schon zu viel geschrieben. Sorry.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Honneth-Lesekreis (8): Divide et impera – Wie der manipulierende Unternehmer den vereinzelten Konsumenten abserviert von simon_d</title>
		<link>http://www.theorieblog.de/index.php/2012/01/honneth-lesekreis-8-divide-et-impera-wie-der-manipulierende-unternehmer-den-vereinzelten-konsumenten-abserviert/comment-page-1/#comment-2460</link>
		<dc:creator>simon_d</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 19:43:32 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.theorieblog.de/?p=5574#comment-2460</guid>
		<description>Noch ein Nachtrag zur Diskussion um die Verwirklichung sozialer Freiheit am Markt durch die Stärkung der Position von Konsumenten durch rechtliche Vorschriften, Kommunikation zwischen den Verbrauchern oder Konsumgenossenschaften etc., die Amirs dritten und vor allem den vierten Punkt betrifft: 

Ich habe mich auch gefragt, ob die Vereinbarkeit von Markt und sozialer Freiheit sich darin zeigen muss, dass in den jeweiligen Transaktionen jede Partei die Freiheit der anderen als Voraussetzung der eigenen Freiheit versteht. Denn das scheinen mir die meisten Bändigungen der Marktwirtschaft nicht zu beinhalten. In den meisten Fällen lassen sich die beschriebenen Fortschritte gleichermaßen als Beseitigung von Marktversagen durch die Abschaffung von Informationsasymmetrien oder Machtungleichheiten beschreiben. Solche Fortschritte sind jedoch vereinbar mit dem eigeninteressierten Auftreten individueller oder kollektiver Akteure am Markt. Die veränderten Rahmenbedingungen sorgen lediglich dafür, dass das eigeninteressierte Handeln aller Parteien andere Folgen hat. 

Es ist allerdings fraglich, hier von sozialer Freiheit zu sprechen, wenn diese Freiheit mit einer besonderen Einstellung verbunden sein muss. Die Konsumgenossenschaft etwa tritt auf dem Markt den Produzenten als eigeninteressierter Akteur gegenüber, der im Sinne der Angehörigen der Genossenschaft handelt. Nun könnte man noch innerhalb der Solidargemeinschaft einer Genossenschaft, in der Güter zu fairen Preisen verteilt werden, die für soziale Freiheit relevante Einstellung auffinden. Hier scheint mir allerdings einerseits neben einer genuinen Solidarität, die den Beitritt in die Genossenschaft erklärt, auch das Motiv einer instrumentellen Solidarität zur Sicherung der jeweils eigenen Interessen der Angehörigen denkbar zu sein. Andererseits scheint mir fraglich, ob das Handeln innerhalb der Genossenschaft als Handeln am Markt zu begreifen ist. Die Solidarität der Genossenschaft wäre dann dem Markt als mögliche Sphäre sozialer Freiheit extern.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Noch ein Nachtrag zur Diskussion um die Verwirklichung sozialer Freiheit am Markt durch die Stärkung der Position von Konsumenten durch rechtliche Vorschriften, Kommunikation zwischen den Verbrauchern oder Konsumgenossenschaften etc., die Amirs dritten und vor allem den vierten Punkt betrifft: </p>
<p>Ich habe mich auch gefragt, ob die Vereinbarkeit von Markt und sozialer Freiheit sich darin zeigen muss, dass in den jeweiligen Transaktionen jede Partei die Freiheit der anderen als Voraussetzung der eigenen Freiheit versteht. Denn das scheinen mir die meisten Bändigungen der Marktwirtschaft nicht zu beinhalten. In den meisten Fällen lassen sich die beschriebenen Fortschritte gleichermaßen als Beseitigung von Marktversagen durch die Abschaffung von Informationsasymmetrien oder Machtungleichheiten beschreiben. Solche Fortschritte sind jedoch vereinbar mit dem eigeninteressierten Auftreten individueller oder kollektiver Akteure am Markt. Die veränderten Rahmenbedingungen sorgen lediglich dafür, dass das eigeninteressierte Handeln aller Parteien andere Folgen hat. </p>
<p>Es ist allerdings fraglich, hier von sozialer Freiheit zu sprechen, wenn diese Freiheit mit einer besonderen Einstellung verbunden sein muss. Die Konsumgenossenschaft etwa tritt auf dem Markt den Produzenten als eigeninteressierter Akteur gegenüber, der im Sinne der Angehörigen der Genossenschaft handelt. Nun könnte man noch innerhalb der Solidargemeinschaft einer Genossenschaft, in der Güter zu fairen Preisen verteilt werden, die für soziale Freiheit relevante Einstellung auffinden. Hier scheint mir allerdings einerseits neben einer genuinen Solidarität, die den Beitritt in die Genossenschaft erklärt, auch das Motiv einer instrumentellen Solidarität zur Sicherung der jeweils eigenen Interessen der Angehörigen denkbar zu sein. Andererseits scheint mir fraglich, ob das Handeln innerhalb der Genossenschaft als Handeln am Markt zu begreifen ist. Die Solidarität der Genossenschaft wäre dann dem Markt als mögliche Sphäre sozialer Freiheit extern.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Honneth-Lesekreis (8): Divide et impera – Wie der manipulierende Unternehmer den vereinzelten Konsumenten abserviert von Volker Heins</title>
		<link>http://www.theorieblog.de/index.php/2012/01/honneth-lesekreis-8-divide-et-impera-wie-der-manipulierende-unternehmer-den-vereinzelten-konsumenten-abserviert/comment-page-1/#comment-2459</link>
		<dc:creator>Volker Heins</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 15:27:17 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.theorieblog.de/?p=5574#comment-2459</guid>
		<description>Nochmal kurz zum Problemkreis Markt und negative Freiheit. Mir scheint wichtig zu sein, daran zu erinnern, dass Honneth gegen die „Idee einer Planwirtschaft“ ist und nur solche sozialen Bewegungen hochschätzt, die „auf eine bloß interne Korrektur“ (384) von Märkten drängen. Eine solche interne Korrektur kann, wie Andreas schreibt, vor allem durch gesteigerte Transparenz von Herstellungs- und Bewertungsprozessen erreicht werden. Ein Beispiel ist das Online-Agrarprojekt des Berliner Studenten Dennis Buchmann, bei dem man die wichtigsten Daten zu dem Tier einsehen kann, das zur Schlachtung bereit steht, sowie dieses Tier selbst auf einem Bauernhof in Brandenburg. Buchmann erklärt, was das Resultat dieser internen Korrektur des Marktes ist: „Gutes Karma steht für ein gutes Gefühl, für gute Vibrations. Wenn ich weniger Fleisch esse, das aber mit mehr Respekt, fühle ich mich gut, und das Tier auch, weil es aus Freilandhaltung kommt“ („Der Wurst ein Gesicht geben“, FAZ, 24.01.2012, http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/internet-metzger-buchmann-im-gespraech-der-wurst-ein-gesicht-geben-11621867.html). Mir scheint, dass es zu hoch gegriffen wäre, für solche und vergleichbare Innovationen, über die ich mich gar nicht lustig machen will (obwohl ich keine toten Tiere esse), den Begriff der sozialen Freiheit zu verwenden. Ich sehe nicht den Aspekt der „individuellen Selbstbeschränkung“ mit Blick auf ein Anderes, die für Honneth (227) soziale Freiheit begründet. Das in dem Interview verwendete Vokabular des „Respekts“ ändert nichts daran, dass der Markt eine Handlungssphäre ist, die allenfalls reflexive Freiheit (hier gehe ich etwas über Lisa und Andreas hinaus), nicht jedoch moralische Freiheit erlaubt. – Ich finde übrigens auch die Ablehnung von „Luxus“ (bei Montesquieu eine wichtige aufklärerische Kategorie) analytisch wenig hilfreich. Der Preis und die Qualität der Güter, die auf Märkten gehandelt werden, stehen zunächst in gar keinem Verhältnis zur Frage der Freiheit.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Nochmal kurz zum Problemkreis Markt und negative Freiheit. Mir scheint wichtig zu sein, daran zu erinnern, dass Honneth gegen die „Idee einer Planwirtschaft“ ist und nur solche sozialen Bewegungen hochschätzt, die „auf eine bloß interne Korrektur“ (384) von Märkten drängen. Eine solche interne Korrektur kann, wie Andreas schreibt, vor allem durch gesteigerte Transparenz von Herstellungs- und Bewertungsprozessen erreicht werden. Ein Beispiel ist das Online-Agrarprojekt des Berliner Studenten Dennis Buchmann, bei dem man die wichtigsten Daten zu dem Tier einsehen kann, das zur Schlachtung bereit steht, sowie dieses Tier selbst auf einem Bauernhof in Brandenburg. Buchmann erklärt, was das Resultat dieser internen Korrektur des Marktes ist: „Gutes Karma steht für ein gutes Gefühl, für gute Vibrations. Wenn ich weniger Fleisch esse, das aber mit mehr Respekt, fühle ich mich gut, und das Tier auch, weil es aus Freilandhaltung kommt“ („Der Wurst ein Gesicht geben“, FAZ, 24.01.2012, <a href="http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/internet-metzger-buchmann-im-gespraech-der-wurst-ein-gesicht-geben-11621867.html" rel="nofollow">http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/internet-metzger-buchmann-im-gespraech-der-wurst-ein-gesicht-geben-11621867.html</a>). Mir scheint, dass es zu hoch gegriffen wäre, für solche und vergleichbare Innovationen, über die ich mich gar nicht lustig machen will (obwohl ich keine toten Tiere esse), den Begriff der sozialen Freiheit zu verwenden. Ich sehe nicht den Aspekt der „individuellen Selbstbeschränkung“ mit Blick auf ein Anderes, die für Honneth (227) soziale Freiheit begründet. Das in dem Interview verwendete Vokabular des „Respekts“ ändert nichts daran, dass der Markt eine Handlungssphäre ist, die allenfalls reflexive Freiheit (hier gehe ich etwas über Lisa und Andreas hinaus), nicht jedoch moralische Freiheit erlaubt. – Ich finde übrigens auch die Ablehnung von „Luxus“ (bei Montesquieu eine wichtige aufklärerische Kategorie) analytisch wenig hilfreich. Der Preis und die Qualität der Güter, die auf Märkten gehandelt werden, stehen zunächst in gar keinem Verhältnis zur Frage der Freiheit.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Honneth-Lesekreis (8): Divide et impera – Wie der manipulierende Unternehmer den vereinzelten Konsumenten abserviert von Amir</title>
		<link>http://www.theorieblog.de/index.php/2012/01/honneth-lesekreis-8-divide-et-impera-wie-der-manipulierende-unternehmer-den-vereinzelten-konsumenten-abserviert/comment-page-1/#comment-2457</link>
		<dc:creator>Amir</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 12:16:01 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.theorieblog.de/?p=5574#comment-2457</guid>
		<description>@ Lisa: 

1. Besten Dank für Deinen Hinweis auf das „Rousseau-Problem“ und der Frage nach der „Grenze“ zwischen grundlegenden und, wenn man so will, „uneigentlichen“ Bedürfnissen. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass Honneth die Linie nicht so sehr auf der inhaltlichen Ebene der Bedürfnisse ziehen würde, sondern auf der Eben der verschiedenen Verfahren zu ihrer Etablierung und somit den verschiedenen Graden der Reflexion über Bedürfnisse. Geht’s in diesem Verfahren diskursiv zu, dann Ok; geht’s atomistisch zu, dann ist die Gefahr für Manipulation akut.
 
2. Nachvollziehbar finde ich auch Deinen „Denker-Paternalismus“-Einwand mit Bezug auf die Deutung der praktischen Bewegungen in der Konsumsphäre. Man führe sich nur vor Augen, wie weit der Philosoph hier „methodisch“ abstrahiert: Er betrachtet ein multifaktorielles Ganzes (Markt) aus der Perspektive von zwei Aspekten (Produktion und Konsumtion), die er dann als Gruppen (Unternehmen vs. Konsumenten) gegenüberstellt und, jetzt kommt Dein Punkt, bestimmte gesellschaftspolitische Entwicklungen (wie etwa Hungerstreiks, Studentenbewegungen) als Träger dieser Abstrakta deutet und ihnen normative Überzeugungen zuschreibt („ihr wollt soziale Freiheit“); und dies teilweise nicht bloß indem er explizit macht, was implizit sein soll, sondern den Gehalt der tatsächlich aufgestellten Forderungen umdeutet – manchmal sogar bis zur Verkehrung der eigentlich ausgesprochenen Forderung. Das muss alles nicht notwendigerweise schlechte Philosophie sein, ganz im Gegenteil. Allerdings müsste klarer artikuliert werden, dass diese Schritte vollzogen werden und dass dies aus guten, zu nennenden Gründen geschieht.

3. Deine „Frage nach der Verteilung und dem Zugang dazu“ stellt sich in der Tat. Der alte Hegel hatte darauf keine gute Antwort – im Grunde ist für ihn der ungleiche Zugang zum Markt durch Talente, Geschicklichkeit etc. zu begründen. Wir wissen heute, dass es bessere Erklärungen gibt. Ich hätte nur gerne gewusst, wie Honneth zu dieser Frage steht.

4. Deinen Punkt mit der negativen Freiheit, den ja auch Andreas aufgreift, finde ich plausibel. Da bin ich mal auf die Meinung der anderen gespannt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ Lisa: </p>
<p>1. Besten Dank für Deinen Hinweis auf das „Rousseau-Problem“ und der Frage nach der „Grenze“ zwischen grundlegenden und, wenn man so will, „uneigentlichen“ Bedürfnissen. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass Honneth die Linie nicht so sehr auf der inhaltlichen Ebene der Bedürfnisse ziehen würde, sondern auf der Eben der verschiedenen Verfahren zu ihrer Etablierung und somit den verschiedenen Graden der Reflexion über Bedürfnisse. Geht’s in diesem Verfahren diskursiv zu, dann Ok; geht’s atomistisch zu, dann ist die Gefahr für Manipulation akut.</p>
<p>2. Nachvollziehbar finde ich auch Deinen „Denker-Paternalismus“-Einwand mit Bezug auf die Deutung der praktischen Bewegungen in der Konsumsphäre. Man führe sich nur vor Augen, wie weit der Philosoph hier „methodisch“ abstrahiert: Er betrachtet ein multifaktorielles Ganzes (Markt) aus der Perspektive von zwei Aspekten (Produktion und Konsumtion), die er dann als Gruppen (Unternehmen vs. Konsumenten) gegenüberstellt und, jetzt kommt Dein Punkt, bestimmte gesellschaftspolitische Entwicklungen (wie etwa Hungerstreiks, Studentenbewegungen) als Träger dieser Abstrakta deutet und ihnen normative Überzeugungen zuschreibt („ihr wollt soziale Freiheit“); und dies teilweise nicht bloß indem er explizit macht, was implizit sein soll, sondern den Gehalt der tatsächlich aufgestellten Forderungen umdeutet – manchmal sogar bis zur Verkehrung der eigentlich ausgesprochenen Forderung. Das muss alles nicht notwendigerweise schlechte Philosophie sein, ganz im Gegenteil. Allerdings müsste klarer artikuliert werden, dass diese Schritte vollzogen werden und dass dies aus guten, zu nennenden Gründen geschieht.</p>
<p>3. Deine „Frage nach der Verteilung und dem Zugang dazu“ stellt sich in der Tat. Der alte Hegel hatte darauf keine gute Antwort – im Grunde ist für ihn der ungleiche Zugang zum Markt durch Talente, Geschicklichkeit etc. zu begründen. Wir wissen heute, dass es bessere Erklärungen gibt. Ich hätte nur gerne gewusst, wie Honneth zu dieser Frage steht.</p>
<p>4. Deinen Punkt mit der negativen Freiheit, den ja auch Andreas aufgreift, finde ich plausibel. Da bin ich mal auf die Meinung der anderen gespannt.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
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		<title>Kommentar zu Honneth-Lesekreis (8): Divide et impera – Wie der manipulierende Unternehmer den vereinzelten Konsumenten abserviert von andreas</title>
		<link>http://www.theorieblog.de/index.php/2012/01/honneth-lesekreis-8-divide-et-impera-wie-der-manipulierende-unternehmer-den-vereinzelten-konsumenten-abserviert/comment-page-1/#comment-2456</link>
		<dc:creator>andreas</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 10:51:09 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.theorieblog.de/?p=5574#comment-2456</guid>
		<description>Ich schließe direkt an Lisas Punkt zur negativen Freiheit als Alternative zu &quot;vollständiger&quot; sozialer Freiheit im Markt an. Die Nachfrage, inwiefern soziale Freiheit im Markt überhaupt gesamtgesellschaftlich verwirklichbar ist, finde ich sehr berechtigt. Um sie aber beantworten zu können, so scheint mir, müssten wir tatsächlich genauer wissen, wie gelingende Beziehungen im Markt aussehen - denn erst dann können wir uns ja darüber unterhalten, welche (individuellen, gesellschaftlichen bzw. strukturellen) Ressourcen dafür notwendig sind und inwiefern diese ggf. ungleich verteilt sind bzw. ungleiche Beteiligungschancen konstituieren (und inwiefern dem schließlich abgeholfen werden könnte). Aufschlussreich mit Blick auf Honneths Position finde ich in dieser Hinsicht S. 390-392, wo er Maßnahmen zum Verbraucherschutz aus den 60er Jahren diskutiert. Diese Maßnahmen, so Honneth, waren zwar durchaus in der Lage, den Verbraucher im Sinne rechtlicher Freiheit in einem bestimmtem Umfang zu schützen, allerdings hätte dieser rein auf den individuellen Verbraucher ausgerichtete Schutz eben nicht zur Herstellung sozialer Freiheit beitragen können. Ich erlaube mir hier ein längeres Zitat:

&quot;Alles das ist natürlich nicht dazu angetan, diskursive Mechanismen innerhalb der marktvermittelten Konsumsphäre zu schaffen, wie sie erforderlich wären, wenn die Interessenlage der Unternehmer selbst beeinflusst werden sollten; hier ist nicht die Rede von Mitspracherechten der Verbraucher, ja, es wird nicht einmal auf die Möglichkeit einer kollektiven Repräsentation ihrer Anliegen Bezug genommen, vielmehr bleiben diese Rechtsvorschriften gänzlich auf den einzelnen Konsumenten bezogen, so als würde er viele seiner Interessen nicht auch mit anderen Akteuren teilen.&quot; (S. 391)

Hier kann man, denke ich, zumindest ein paar Punkte herauslesen, die offenbar für eine Verwirklichung sozialer Freiheit notwendig wären: die Regulierung der marktvermittelten Beziehungen zwischen Unternehmern und Verbrauchern müsste demnach als &lt;em&gt;Diskurs &lt;/em&gt;sowohl &lt;em&gt;zwischen &lt;/em&gt;den einzelnen Verbraucher als auch &lt;em&gt;zwischen &lt;/em&gt;Verbrauchern und Unternehmern stattfinden, so dass zwischen ihnen ein echter - konsenstorientierter? - Austausch über ihre jeweiligen Interessen stattfinden kann. Wie könnte so etwas aber konkret aussehen?

Eine vieldiskutierte Entwicklung der letzten Jahre sind ja Online-Foren, in denen Verbraucherinnen und Verbraucher Produkte oder auch Anbieter bewerten können - von der Qualität oder Funktionalität des Produkts bis hin zum Service von Hersteller und Verkäufer (wobei diese Bewertungen selbst wieder von anderen kommentiert werden können, und hier teilweise dann auch die betreffenden Hersteller/Verkäufer zu Bewertungen Stellung nehmen). Nun könnte man argumentieren, dass hier ein Diskurs - zumindest zwischen Verbraucherinnen - stattfindet, der zu einem aufgeklärteren, kritischeren und vor allem auch kollektiv informierten Konsum führt. Wenn man jetzt noch davon ausgeht, dass die betreffenden Hersteller sich die dort geäußerte Kritik ggf. zu Herzen nehmen, handelt es sich dann an dieser Stelle um eine Verwirklichung von sozialer Freiheit im Markt? Wenn man aber andererseits sieht, dass solche Produkt-Diskussionen besonders ausgeprägt z.B. in der Elektro-/Technik-Abteilung von amazon.de sind (sich also in besonderem Maße um Luxusgüter drehen), könnte man natürlich genau so gut annehmen, dass die eingeräumten &quot;Beteiligungsmöglichkeiten&quot; nicht notwendig zu tatsächlich kritischem Konsumverhalten führen - insofern hier zwar die Qualität einzelner Luxusgüter kritisch diskutiert wird, nicht aber der Konsum der entsprechenden Luxusgüter selbst.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich schließe direkt an Lisas Punkt zur negativen Freiheit als Alternative zu &#8220;vollständiger&#8221; sozialer Freiheit im Markt an. Die Nachfrage, inwiefern soziale Freiheit im Markt überhaupt gesamtgesellschaftlich verwirklichbar ist, finde ich sehr berechtigt. Um sie aber beantworten zu können, so scheint mir, müssten wir tatsächlich genauer wissen, wie gelingende Beziehungen im Markt aussehen &#8211; denn erst dann können wir uns ja darüber unterhalten, welche (individuellen, gesellschaftlichen bzw. strukturellen) Ressourcen dafür notwendig sind und inwiefern diese ggf. ungleich verteilt sind bzw. ungleiche Beteiligungschancen konstituieren (und inwiefern dem schließlich abgeholfen werden könnte). Aufschlussreich mit Blick auf Honneths Position finde ich in dieser Hinsicht S. 390-392, wo er Maßnahmen zum Verbraucherschutz aus den 60er Jahren diskutiert. Diese Maßnahmen, so Honneth, waren zwar durchaus in der Lage, den Verbraucher im Sinne rechtlicher Freiheit in einem bestimmtem Umfang zu schützen, allerdings hätte dieser rein auf den individuellen Verbraucher ausgerichtete Schutz eben nicht zur Herstellung sozialer Freiheit beitragen können. Ich erlaube mir hier ein längeres Zitat:</p>
<p>&#8220;Alles das ist natürlich nicht dazu angetan, diskursive Mechanismen innerhalb der marktvermittelten Konsumsphäre zu schaffen, wie sie erforderlich wären, wenn die Interessenlage der Unternehmer selbst beeinflusst werden sollten; hier ist nicht die Rede von Mitspracherechten der Verbraucher, ja, es wird nicht einmal auf die Möglichkeit einer kollektiven Repräsentation ihrer Anliegen Bezug genommen, vielmehr bleiben diese Rechtsvorschriften gänzlich auf den einzelnen Konsumenten bezogen, so als würde er viele seiner Interessen nicht auch mit anderen Akteuren teilen.&#8221; (S. 391)</p>
<p>Hier kann man, denke ich, zumindest ein paar Punkte herauslesen, die offenbar für eine Verwirklichung sozialer Freiheit notwendig wären: die Regulierung der marktvermittelten Beziehungen zwischen Unternehmern und Verbrauchern müsste demnach als <em>Diskurs </em>sowohl <em>zwischen </em>den einzelnen Verbraucher als auch <em>zwischen </em>Verbrauchern und Unternehmern stattfinden, so dass zwischen ihnen ein echter &#8211; konsenstorientierter? &#8211; Austausch über ihre jeweiligen Interessen stattfinden kann. Wie könnte so etwas aber konkret aussehen?</p>
<p>Eine vieldiskutierte Entwicklung der letzten Jahre sind ja Online-Foren, in denen Verbraucherinnen und Verbraucher Produkte oder auch Anbieter bewerten können &#8211; von der Qualität oder Funktionalität des Produkts bis hin zum Service von Hersteller und Verkäufer (wobei diese Bewertungen selbst wieder von anderen kommentiert werden können, und hier teilweise dann auch die betreffenden Hersteller/Verkäufer zu Bewertungen Stellung nehmen). Nun könnte man argumentieren, dass hier ein Diskurs &#8211; zumindest zwischen Verbraucherinnen &#8211; stattfindet, der zu einem aufgeklärteren, kritischeren und vor allem auch kollektiv informierten Konsum führt. Wenn man jetzt noch davon ausgeht, dass die betreffenden Hersteller sich die dort geäußerte Kritik ggf. zu Herzen nehmen, handelt es sich dann an dieser Stelle um eine Verwirklichung von sozialer Freiheit im Markt? Wenn man aber andererseits sieht, dass solche Produkt-Diskussionen besonders ausgeprägt z.B. in der Elektro-/Technik-Abteilung von amazon.de sind (sich also in besonderem Maße um Luxusgüter drehen), könnte man natürlich genau so gut annehmen, dass die eingeräumten &#8220;Beteiligungsmöglichkeiten&#8221; nicht notwendig zu tatsächlich kritischem Konsumverhalten führen &#8211; insofern hier zwar die Qualität einzelner Luxusgüter kritisch diskutiert wird, nicht aber der Konsum der entsprechenden Luxusgüter selbst.</p>
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