Beiträge in der Rubrik ‘Tagungsberichte’

Tagungsbericht „Das Politische Imaginäre“ in Frankfurt/Main

23. November 2011, jan

Die Bedeutung imaginativer Prozesse für die Konstitution politischer Ordnungen stand im Mittelpunkt eines Workshops, der im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Freiheit und Gesetz“ an der Goethe-Universität Frankfurt/Main stattfand. Unterstützt wurde die Veranstaltung (21.-22- Oktober) von dem ansässigen Exzellenzcluster „Normative Orders“. Das Imaginäre, welches von den Teilnehmern vor allem als ästhetisch-schöpferisches Moment der Einbildungskraft zugeordnet wurde, entfaltet dabei seine Wirkung jenseits der Dichotomie von Wirklichkeit und Vorstellung. (weiterlesen…)

Politik und Methode. Bericht vom Treffen der DVPW-Theoriesektion in Bremen – Teil 2

20. Oktober 2011, kathrin_m

Nachdem am ersten Tag die Verbindung von politischer Theorie und empirischen Methoden diskutiert worden war, stand am zweiten Tag der Tagung die andere Komponente des von Dirk Jörke zu Beginn aufgezeigten Spannungsfeldes im Mittelpunkt, nämlich das Verhältnis von politischer Theorie und Moralphilosophie. Im Focus der vier durchaus kontroversen Panels standen dabei vornehmlich die Positionen von Raymond Geuss, John Rawls und Amartya Sen. (weiterlesen…)

Politik und Methode. Bericht vom Treffen der DVPW-Theoriesektion in Bremen – Teil 1

19. Oktober 2011, nabila

Gegenstand und Methoden politischer Theorie sind innerhalb der Disziplin keineswegs unkontrovers, sondern unterliegen einer ständigen Diskussion. Vor allem die Frage, ob es Sinn mache, in der politischen Theorie überhaupt von „Methoden“ zu sprechen, wird immer wieder thematisiert. Eine solche Diskussion fand vom 28. bis zum 30. September auf der Herbsttagung 2011 der DVPW-Sektion Politische Theorie und Ideengeschichte in Bremen statt (Link zum Programm). Während am ersten Tag das Verhältnis von politischer Theorie zu empirischen Methoden diskutiert wurde, standen am zweiten Tag und dritten Tag das Verhältnis von politischer Theorie zur Moralphilosophie und zu Bereichstheorien im Mittelpunkt der Debatte. Im folgenden Bericht wird der erste Tag bestehend aus zwei Panels und einer Podiumsdiskussion skizziert, der zweite Teil des Berichts folgt morgen. (weiterlesen…)

Völkerrecht im Kontext. Ein Rückblick auf die Konferenz “Lauterpacht and Beyond” “

26. September 2011, karin

Dass bei der Entstehung des modernen Völkerrechts zahlreiche deutsch-jüdische Autoren federführend wirkten, untersuchte eine Konferenz mit dem Titel “Lauterpacht and Beyond – Jewish-German Authorship and the History of International Law“, die am 12. September an der Berliner Humboldt-Universität stattfand und einen historischen Blick auf völkerrechtliche Diskussionen vom Ende des 19. bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts warf. Ungewöhnlich ist diese Perspektive, herrscht doch an juristischen Fakultäten oft eine unzureichende historische Kontextualisierung juristischer Traditionen vor. Dem setzte die Konferenz, organisiert von der Rechtswissenschaftlerin Reut Y. Paz (Berlin), eine detailgenaue Analyse einzelner Akteure, ihrer Rechtstheorien und Biografien entgegen. (weiterlesen…)

Die DVPW-Themengruppe “Transkulturell vergleichende Politische Theorie” hat ihre Arbeit aufgenommen

20. September 2011, ulrike

Am 16./17. September hat sich die DVPW-Themengruppe „Transkulturell vergleichende Politische Theorie“ im Zuge einer Gründungstagung in Göttingen offiziell konstituiert. Die Themengruppe möchte zukünftig denjenigen WissenschaftlerInnen, in deren Arbeit der transkulturelle Theorievergleich im Mittelpunkt steht, eine Plattform innerhalb der deutschen Politikwissenschaft bieten. Inhaltlich bildete die Beschäftigung mit „westlichen Konzepten im nicht-westlichen Diskurs“ den Auftakt für die Arbeit in der Themengruppe. (weiterlesen…)

Theorie und Methode – Ein Rückblick auf das Berliner Methodentreffen

18. August 2011, vincent

Bereits zum siebenten Mal trafen sich im Juli ca. 450 SozialwissenschaftlerInnen zum jährlich an der Freien Universität stattfindenden Berliner Methodentreffen. Die politische Theorie und Ideengeschichte aber stehen in einem schwierigen Verhältnis zur sozialwissenschaftlichen Methodenlehre. Selbst wenn man Statistik nicht als „die mathematische Manipulation der Wirklichkeit“ (Hannah Arendt), sondern als berechtigten Teil sozialwissenschaftlichen Nachdenkens versteht, so sind statistische Sozialwissenschaft und politische Theorie und Ideengeschichte sich eher fremd. Dies mag seine Wurzeln in der eher zahlenaffinen naturwissenschaftlichen Orientierung des einen und der mehr wortaffinen geisteswissenschaftlichen Orientierung des anderen haben. Aber auch jenseits dieses schwierigen Verhältnisses gibt es international zwar Ansätze wie die Cambridge School um Skinner und Pocock oder die interpretativ-hermeneutischen Verfahren Strauss‘, Voegelins oder Arendts, die hinterfragen, wie Ideengeschichte und Theorie zu betreiben seien – wie Herfried Münkler und Grit Straßenberger aber konstatieren, fehlt trotz verstärkter Bemühungen in Deutschland eine kontinuierliche Methodendiskussion und –tradition. (weiterlesen…)

Also sprach Konfuzius- Ein Rückblick auf den Workshop „Methodische und konzeptionelle Fragen der vergleichenden politischen Theorie und inter- und transkulturellen Ideengeschichte“ in Hamburg

17. August 2011, stefan und jens

Vom 15. bis 16. Juli fand sich am Institut für Politikwissenschaft der Universität Hamburg zum zweiten Mal eine Gruppe von NachwuchswissenschaftlerInnen zusammen, um über Methoden der Politischen Theorie zu diskutieren. Anders als im vorigen Jahr (wir berichteten) lag der Fokus diesmal auf den Schwierigkeiten, die aus der Anwendung einschlägiger Ansätze und Konzepte auf nicht-westliche Ideenbestände resultieren. Die Organisatoren, Alexander Weiß (Hamburg) und Andreas Busen (Hamburg), konnten neben Walter Reese-Schäfer (Göttingen), Holger Zapf (Göttingen) und Manuela Boatcǎ (Berlin) mit Fred Dallmayr (Notre Dame) zudem einen der Pioniere der Comparative Political Theory gewinnen, der in zwei Vorträgen über den Stand der Forschung, vor allem mit Blick auf die USA, berichtete. (weiterlesen…)

Rückblick: Die EIUC-Sommerakademie „Human Rights and the Cosmopolitan Idea(l)“ in Venedig

25. Juli 2011, ulrike

Vom 11. bis 16. Juli veranstaltete das European Inter-University Centre for Human Rights and Democratisation (EIUC) in Venedig zum zweiten Mal die Venice Academy of Human Rights. Rund 40 TeilnehmerInnen aus der ganzen Welt diskutierten hier unter der Überschrift „Human Rights and the Cosmopolitan Idea(l)“ mit Abdullahi Ahmed An-Na’im, David Held, Onuma Yasuaki und Boavaentura de Sousa Santos sowie mit Mary Robinson, ehemals Staatspräsidentin Irlands und UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, die Problematik der Universalität der Menschenrechte. Ein Thema, das die Vorträge und Diskussionen über die ganze Woche hinweg prägte, war die Doppelmoral westlicher Länder im Hinblick auf die Skandalisierung von Menschenrechtsverletzungen, und eine der wichtigsten Botschaften in dieser Woche war: „The understanding of the world by far exceeds the Western understanding of the world“ (B. de Sousa Santos). (weiterlesen…)

Tagungsrückblick: “Colonial Legacies, Postcolonial Contestations”

6. Juli 2011, karin

Die Sozial- und Humanwissenschaften zu dekolonisieren, so lautete das Motto der Graduiertenkonferenz Colonial Legacies, Postcolonial Contestations, die zwischen dem 16. und 18. Juni 2011 unter der Leitung von Prof. Dr. Nikita  Dhawan und angesiedelt am Frankfurt Research Center for Postcolonial Studies und dem Exzellenzcluster Normative Orders stattfand. In 24 Panels arbeiteten sich über 100 Vortragende durch einen Parcours von Disziplinen, Theorietraditionen und geographischen Räumen. Meine Wanderung als interessierte Beobachterin führte mich von Korruptionsfällen in Indien, über Fraueneinsatztruppen der USA in Afghanistan, über E-Health Programme in Afrika hin zur Abschluss-Keynote des Historikers Dipesh Chakrabarty (Chicago, USA), der eine Zusammenschau der disparaten Theorien, Räume und Zeiten präsentierte. (weiterlesen…)

(Post-)säkulares, (post-)koloniales Frankfurt: Ein Tagungsrückblick

22. Juni 2011, ulrike

Die Pfingstwoche an der Uni Frankfurt stand im Zeichen des (Post-)Säkularismus und des (Post-)Kolonialismus. Zeitgleich zu der groß aufgezogenen internationalen Graduiertenkonferenz des Frankfurt Research Center for Postcolonial Studies auf dem Campus Westend (“Colonial Legacies, Postcolonial Contestations. Decolonizing the Social Sciences and the Humanities”) fand im Gästehaus der Universität im kleinen Kreis eine Arbeitstagung des Exzellenzclusters Normative Orders zum Thema “A Secular Age or a Postsecular Constellation?” statt. Beide Events sorgten mit Charles Taylor, José Casanova und Dipesh Chakrabarty für internationale Prominenz auf dem Campus. Der folgende Rückblick befasst sich in erster Linie mit der letztgenannten Konferenz, welche die aktuellen Diskussionen über die Säkularisierungsthese, die Rolle von Religion in der Moderne und das Verhältnis von Politik und Religion in pluralistischen Gesellschaften aus soziologischen, politiktheoretischen, philosophischen und theologischen Blickwinkeln sowie unter besonderer Berücksichtigung des Werks Charles Taylors bearbeitete. (weiterlesen…)