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	<title>theorieblog.de &#187; Lesenotizen</title>
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	<description>Ein Forum für politische Theorie und Philosophie</description>
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		<title>Inszenierung als Beruf – „Guttenbergen“ und „Wulffen“ als neuer Politikstil?</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 10:30:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eva</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In der Debatte um Fehlverhalten, Krisenmanagement und Wahrheitsbegriff unseres Bundespräsidenten erheben sich bekanntermaßen längst nicht alle Beiträge über das Niveau schaulustiger Empörung: Die Leistung von „Bild“ ist nicht die heroische Verteidigung der Pressefreiheit, sondern die Boulevardisierung auch gehobener deutscher Printmedien nach ihrem eigenen Vorbild. Nach den Gesetzen des Boulevardjournalismus, den in den letzten Wochen auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Debatte um Fehlverhalten, Krisenmanagement und Wahrheitsbegriff unseres Bundespräsidenten erheben sich bekanntermaßen längst nicht alle Beiträge über das Niveau schaulustiger Empörung: Die Leistung von „Bild“ ist nicht die heroische Verteidigung der Pressefreiheit, sondern die Boulevardisierung auch gehobener deutscher Printmedien nach ihrem eigenen Vorbild. Nach den Gesetzen des Boulevardjournalismus, den in den letzten Wochen auch FAZ, SZ, etc. gefolgt sind, musste die investigative Erregung freilich sukzessive abflauen. Was am Ende trotz der oft oberflächlichen Medienempörung bleibt, ist nicht nur Wulff im Amt, sondern im besten Falle auch ein paar grundlegendere Überlegungen und Erkenntnisse zum Verhältnis von Person, Staatsamt und Medienöffentlichkeit, und zur Selbst- und Fremdinszenierung in der Politik. Ganz ähnlich verlief die Guttenberg-Skandaldramaturgie vor nicht einmal einem Jahr. <span id="more-5502"></span><br />
Glücklicherweise setzte im Jahr 2011 schon zeitig, während der Entfaltung des Skandals und dann der Verschiffung des Freiherrn nach Amerika, die wissenschaftliche Aufarbeitung ein, so etwa durch einen <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/wissenschaftskolleg-berlin-verwegene-melange/4075398.html">Workshop am Wissenschaftskolleg Berlin,</a> der bereits im Spätsommer in einen kleinen <a href="http://www.suhrkamp.de/buecher/inszenierung_als_beruf-_6208.html">Suhrkamp-Sammelband</a> mündete. Auf dem Cover ist das berühmte Bild des Verteidigungsministers mit Hubschrauber zu sehen; der Buchtitel „Inszenierung als Beruf“  deutet bereits die Antwort auf jene Frage an, die im Laufe der öffentlichen Debatte gelegentlich gestellt wurde: Was ist eigentlich Guttenbergs Profession, und was seine Funktion in der deutschen Politik und Öffentlichkeit?<br />
„Inszenierung als Beruf“ versteht sich aus einem einfachen Grund nicht als dritte systemspezifische Berufsanalyse neben Max Webers Klassikern über Politik und Wissenschaft: Guttenberg ist beziehungsweise war ja Politiker, übte nie einen anderen Beruf als den des Politikers aus; und (Selbst-)Inszenierung ist nun einmal, abseits von Film und Theater, kein klassisches Berufsfeld. Der von Oliver Lepsius herausgegebene Band fragt also eigentlich nach der Verdrängung von Max Webers klassisch formulierten Anforderungen an den Politiker – Leidenschaft, Verantwortungsgefühl, Augenmaß – durch die  Schlüsselkompetenz der medialen Selbstdarstellung. Dass Guttenberg sich auch noch temporär als Wissenschaftler versuchte, aber eben nur dem Anschein nach, macht die Formel von der „Inszenierung als Beruf“ vollends zur Dekadenzthese, die eine Korrosion ehemaliger Wertegerüste diagnostiziert: Wo aus Webers Sicht Politik und Wissenschaft noch nach eigenen Logiken funktionieren und vom Einsteiger gewisse Anpassungsleistungen verlangen, sei die universelle, systemübergreifende Anforderung an Karrieristen jedes Berufsfeldes nun das Blendertum.</p>
<p>Durch drei Themenbereiche verfolgen die vierzehn Beiträge das Phänomen Guttenberg: Überlegungen zu Öffentlichkeit, Wissenschaft und Stilistik sollen Einsicht in das Geschehene bieten, und in der Tat sind viele der Texte konzise und detailgenaue Durchdringungen der rhetorischen und ikonographischen Strategien, des Spiels mit den Medien, und des defizitären Politik- und Moralbegriffs von KTG – wobei noch mehr Einordnung und Vergleich mit anderen Fällen sicher interessant gewesen wäre. Bemerkenswert und genau auf die (im Titel am deutlichsten formulierten) Leitthese des Bandes abzielend ist die Skizze des Frankfurter Soziologen Tilmann Allert. Der „kairos“, den Guttenberg in seinem berühmt gewordenen Vorwort anruft, sei tatsächlich dessen Leitmotiv: Wohlinszenierte „situative Präsenz“ anstatt kontinuierlicher, auch politikinhaltlicher Beständigkeit habe Guttenberg immer verkörpert. Die Inhaltsleere des politischen Handelns zugunsten symbolischer Evokation von Wert- und Worthülsen bestürzt auch andere Autoren des Bandes; besonders gelassen ist dagegen der Archäologe Luca Giuliani, der nüchtern nachweist, dass schon römische Feldherrn aus adligen Senatorenfamilien problemlos mit der bloßen Anrufung republikanischer Sitten durchkamen, ohne irgendwelche weiteren Leistungen zu vollbringen (und das Imperium Romanum daran ja dennoch nicht augenblicklich gescheitert sei).<br />
Diese Pointe weist indes auf die generellere Frage hin, ob es sich bei der Präsenz von Blendern und, neutraler ausgedrückt, vor allem rhetorisch und selbstdarstellerisch Begabten in der Politik tatsächlich um ein Novum handle. Skandale und ihre mediale Darstellung leben stets von der Behauptung, einen neuen Höhepunkt (oder Tiefpunkt) der Korruption, Unredlichkeit etc. zu erweisen; zudem ist es verführerisch, dergleichen schnell auf neue massenmediale Veränderungen oder etwa eine zunehmende Personalisierung („Amerikanisierung“) der Politik zurückzuführen. Doch die Nachfrage nach gut inszenierten politischen Gestalten ist – obgleich in massenmedial geprägten Demokratien sicherlich besonders ausgeprägt – kein sensationell neues Motiv der politischen Arena; verwunderlich wäre es eher, gäbe es plötzlich keine PolitikerInnen mehr, die nicht versuchten, ihr politisches Kapital durch PR-Tricks und Täuschung zu steigern. Nicht umsonst verorten Bildwissenschaftler Guttenbergs Bildsprache (Kampfanzug, Times Square etc.) in der Tradition der großen, also auch unter vormodernen Bedingungen erfolgreichen Herrscherportraits.<br />
Sind die medialen Enthüller, die Wahrheits- und Authentizitätsforderer, die Verfechter eines inhaltlich nicht völlig vakanten Politikstils also Spielverderber? Ist das Profil des Politikers, realistisch gesprochen, weniger das „langsame Bohren von harten Brettern“ (Weber) als gelungene Repräsentation im doppelten Wortsinne? Sollte der Band im Titel besser ein affirmatives Ausrufezeichen tragen – im Sinne: ja, Inszenierung ist ein essentieller Bestandteil der Politik? Diese These vertrat die Professorin für Neuere Geschichte <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/geisteswissenschaften/widerspruechliche-erwartungen-das-amt-die-wuerde-und-der-boulevard-11600403.html">Barbara Stollberg-Rilinger jüngst in der FAZ</a> und postulierte, das transhistorische Bedürfnis nach Inszenierung (nach „Außeralltäglichkeit und Autorität“) würde durch das eher neue, nicht immer einlösbare Verlangen nach permanenter Transparenz gestört; der Karlsruher Philosoph <a href="http://www.hfg-karlsruhe.de/lehrende/professoren/prof-dr-byung-chul-han.html">Byung-Chul Han</a> kanzelte unlängst – darin ebenfalls sicher zu weit gehend &#8211; <a href="http://www.zeit.de/2012/03/Transparenzgesellschaft">Transparenz </a>als überbewertete Mode ab.<br />
Stollberg-Rilinger und Han schreiben freilich nicht über den Neubrüsseler Guttenberg, sondern über Christian Wulff und die Amtsautorität des Präsidenten; und sicherlich sind die Hochglanzporträts des ehemaligen Verteidigungsministers als politische Inszenierung von ganz anderer Art als das Dekor und Dekorum des Insassen von Schloss Bellevue: Die individuelle PR-Strategie als Wähler- und Parteigenossenverführung ist etwas anderes als die verfassungsmäßige Rolle des Integrators und Rückgrats der Bundesrepublik. Doch trotz dieses Unterschieds und trotz der sehr unterschiedlichen Selbstinszenierungen beider Politiker lassen sich zwei verschiedene Konstellationen des Scheiterns politischer Inszenierung, ihres peinlichen Wegbröckelns in Echtzeit beobachten. Die neue Tendenz in der Politik ist vielleicht nicht die Allgegenwart der Inszenierung, sondern deren immer häufigere Dekonstruktion in der Öffentlichkeit – also nicht die Tatsache des  Politikerskandals, sondern dessen Häufigkeit und Absehbarkeit, denn wenige Inszenierungen bleiben unangetastet. Die paradoxe Entwicklung unter den Bedingungen massenmedialer Steuerung bei gleichzeitiger Internetschwarmintelligenz ist die Forderung nach perfekter Inszenierung – nach stets moralischen Präsidenten und angeblichen Lichtgestalten mit blonden, als solche dargestellten „trophy wives“ – , trotz  ihrer immer deutlicher werdenden Unmöglichkeit. Ein Verlust ist die Entlarvung der extremsten Blender sicher nicht, ganz im Gegenteil!, doch die aus den Skandalen und Enthüllungen erwachsenden Reibungsverluste sind beträchtlich: Nicht nur Ämter werden beschädigt und Vertrauensstrukturen zerstört, sondern die Medien lenken, im Sinne der eingangs genannten Boulevardsierung, die öffentliche Aufmerksamkeit von anderen, auch nicht eben unwichtigen Themen ab.</p>
<p><em>Der erwähnte Sammelband ist: Oliver Lepsius &amp; Reinhart Meyer-Kalkus: Inszenierung als Beruf. Der Fall Guttenberg, Suhrkamp 2011.</em></p>
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		<title>Honneth-Lesekreis (6): Pro Familia &#8211; Die Bedeutung der Familie für Subjekt und Gesellschaft</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jan 2012 14:06:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>susanne</dc:creator>
				<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Lesenotizen]]></category>
		<category><![CDATA[Reflexionen]]></category>
		<category><![CDATA[Axel Honneth; Freiheit; Recht; Lesekreis; Familie;]]></category>

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		<description><![CDATA[Teil C, III.1 (Das „Wir“ persönlicher Beziehungen: c) Familien (S. 277-317) Eine Familie, so heißt es in dem Film &#8220;Der Eissturm&#8221; von Ang Lee, ist wie die eigene Anti-Materie: Sie sei das Nichts &#8220;aus dem du kommst und der Ort, an den du zurückkehrst, wenn du stirbst&#8221;. Auch wenn Honneth die Familie wohl weder als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Teil C, III.1 (Das „Wir“ persönlicher Beziehungen: c) Familien (S. 277-317)</p>
<p>Eine Familie, so heißt es in dem Film <a href="http://www.imdb.com/title/tt0119349/">&#8220;Der Eissturm&#8221; von Ang Lee</a>, ist wie die eigene Anti-Materie: Sie sei das Nichts &#8220;aus dem du kommst und der Ort, an den du zurückkehrst, wenn du stirbst&#8221;. Auch wenn Honneth die Familie wohl weder als persönliche Anti-Materie noch als negative Zone (wie es im Film weiter heißt) bezeichnen würde &#8211; denn seine normativ-rekonstruktive Darstellung der Familie ist wesentlich optimistischer &#8211; so würde er sicherlich den zyklischen Charakter der Familie bestätigen. Denn auch nach Honneth ist die Familie unter anderem dadurch charakterisiert, dass sich ihre Mitglieder als eine zwischen Geburt und Tod verbundene Solidargemeinschaft verstehen (315). Eine der Leistungen von Familien ist es, dass sie &#8220;säkularen Trost&#8221; spenden, den &#8220;Kreislauf des Lebens&#8221; erfahrbar machen und von &#8220;Einsamkeit und Todesfurcht&#8221; entlasten (310). Freiheit, so lautet eine der zentralen Thesen, wird in der Familie dadurch verwirklicht, dass die heutige Familie a) frei ist von traditionellen Rollenverteilungen, und stattdessen die <em>Person als Ganze</em> in den Blick genommen wird (304) und b) frei ist von Altersgrenzen, insofern, als Kinder Eltern und Eltern Kinder sein können (307).<span id="more-5455"></span></p>
<p>Die Familie ist die dritte Sphäre persönlicher Beziehungen. Im Unterschied zur Freundschaft und zur Liebe ist die Familie durch eine Triangularität gekennzeichnet, grob gesagt: Vater, Mutter, Kind (278). Diese formale Struktur galt früher wie heute; davon abgesehen aber hat sich in den vergangenen 250 Jahren viel verändert. Das Kapitel lässt sich in fünf grobe Abschnitte gliedern: 1) Geschichte und Wandel der Familie vom 18. Jahrhundert bis heute (277-288), 2) Konsequenzen für die heutige Familie (288-294), 3) Normative Implikationen der Familie (294-302), soziale Freiheit durch Familie (302-310), Politik und Familie.</p>
<p>Zu 1) Geschichte und 2) Folgen: Entscheidend für die Definition der Familie ist das Kind. Ihm gelten in der historischen Familie die Fürsorge durch die Mutter und die finanzielle Absicherung durch den Vater. Die historische Familie ist denn auch noch durch strikte Rollenverteilungen gekennzeichnet. Bei Hegel und Schleiermacher gelten diese Rollen als Verwirklichungsbedingungen der sozialen Freiheit, indem man sich über die Rollen wechselseitig ergänzte und die je spezifische Bestimmung garantierte (280). Diese konservativen Rollenverteilungen haben sich über Kämpfe um Anerkennung der Frauen verschoben, vor allem seit etwa den 1960er Jahren (vgl. die Serie <a href="http://www.amctv.com/shows/mad-men">Mad Men</a>). Kindererziehung wird delegiert, Frauen gehen zunehmend arbeiten, Väter sehen sich nicht nur als Ernährer, sondern auch als fürsorgende Bezugsperson (vgl. jüngst die <a href="http://www.emma.de/hefte/ausgaben-2009/emma-das-heft-2009-1/neue-vaeter-2009-1/">&#8220;neuen Väter&#8221;</a>), &#8220;Gehorsam&#8221; und Autorität sind abgeschafft. Das Kind wird in seiner Persönlichkeitsstruktur und seinem freien Willen anerkannt (284-285). Die Triangularität wird hier zu einer echten Einheit, zu einem &#8220;für sich&#8221;(285).<br />
Konsequenz dieser Entwicklungen sind zum einen die wechselsetige Anerkennung als ganzheitliche Personen sowie die geteilte Verantwortung der Eltern für das Kindeswohl (290-291). Zum anderen gehören dazu aber auch Konflikte und Scheidungen sowie die Zunahme von Patchworkfamilien und geteiltem Sorgerecht (ebd.). Ferner gebe es eine Tendenz von der sesshaften Kleinfamilie hin zu einer mobilen und über Distanz bestehenden Großfamilie, deren Mitglieder emotional miteinander verbunden blieben. Der moralische Kern der Beziehungen &#8211; unabhängig davon, ob die Eltern zusammenleben oder neue Bindungen eingehen &#8211; sei die verantwortungsbewusste Elternschaft.</p>
<p>Kritik: Hier ist die idealtypische und scherenschnittartige Darstellung und die mangelnde Berücksichtigung gegeläufiger Tendenzen zu kritisieren; so werden Werte wie Disziplin und Gehorsam in der Öffentlichkeit wieder zunehmend diskutiert, man denke an Bücher wie &#8220;Lob der Disziplin&#8221; von Bernhard Bueb (2006) oder jüngst <a href="http://www.zeit.de/2011/05/China-Erziehung">&#8220;Die Mutter des Erfolgs&#8221; von Amy Chua</a>. Auch die Rollenverschiebung ist in Frage zu stellen: Welche Familien hat Honneth hier im Blick, welche gesellschaftlichen Schichten? Doch vor allem die westliche Mittelstandsfamilie, die sich zeitlich und finanziell neue Väter leisten kann (oder sind diese nur ein <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,792900,00.html">Mythos</a>?). Hier wie an vielen anderen Stellen zwingt sich die Frage auf, ob Honneth <em>be</em>schreibt, wie es ist, oder schon normativ <em>vor</em>schreibt, wie es idealiter aussehen sollte (vgl. 230); es besteht der Verdacht, dass der gesellschaftliche beziehungsweise familiale Ist-Zustand idealisiert und verklärt wird.<br />
Auch die Konsequenzen sind schablonenhaft und überoptimistisch gezeichnet. Die Zunahme von Scheidungen und Patchworkfamilien könnte man im Gegenteil auch als Fehlentwicklungen familialer Beziehungen analysieren, mitverschuldet über gesellschaftliche Strukturen, die den Anforderungen heutiger Familien (Stichwort: Flexibilität, Mobilität) (noch) nicht gerecht werden. Honneth deutet dies später an, man vermisst es aber bereits hier. Ferner erstaunt die Diagnose der &#8220;multilokalen Mehrgenerationenfamilie&#8221; (292), Tendenzen wie familienindependente Mehrgenerationen<em>häuser</em> sprechen dagegen.</p>
<p>3) Normen: Normativ ist die Familie eine Solidargemeinschaft und geprägt durch das implizite Versprechen, dass jedes Mitglied in der Besonderheit seiner Subjektivität gleichberechtigt mit einbezogen wird, eine seinen spezifischen Bedürfnissen entsprechende Fürsorge erhält (295 f.) und als ganze Person geliebt und anerkannt wird (301) (s.o.). Die besondere Moralität der Familie (vgl. <a href="http://www.suhrkamp.de/buecher/von_person_zu_person-_29356.html">Honneth/Rössler</a>, 2008, 9 ff. u. 279 ff.) besteht in nichtvertraglichen Pflichten, die sich situationspezifisch und flexibel an der jeweiligen Lage und dem Alter der Mitglieder verschieben.</p>
<p>Kritik: Leider fehlt auch hier &#8211; wie <a href="http://www.theorieblog.de/index.php/2011/12/honneth-lesekreis-4-axel-honneth-kommunitarist/">Andreas bereits</a> bemängelt hat &#8211; eine Querverbindung zur rechtlichen und moralischen Freiheit. In der Familie (ebenso wie Freundschaft und Liebe) gelten nicht nur besondere Verpflichtungen, sondern diese Sphären unterliegen m.E. auch universellen Normen wie dem der moralischen Achtung der Selbstzweckhaftigkeit (195), Autonomie, Handlungsfreiheit und Würde der Person. Eine Verschränkung der drei Sphären &#8211; Liebe, Achtung, Wertschätzung &#8211; wie sie in <a href="http://www.suhrkamp.de/buecher/kampf_um_anerkennung_28729.html">Kampf um Anerkennung</a> dargestellt werden, kommt hier ebenso zu kurz wie die konstitutive Bedeutung der (Nicht-)Anerkennung für Selbstvertrauen, Selbstachtung und Selbstwertschätzung.</p>
<p>4) Freiheit: Die soziale Freiheit geht in der heutigen Familie in der Zurückspiegelung existenzieller Lebensvollzüge auf (s.o. Einleitung). Dabei spielt die Gegenwärtigkeit der Leiblichkeit eine entscheidende Rolle (306). &#8220;Kinder und Eltern sind sich wechselseitig ein Spiegel der Lebensphasen, die entweder noch vor ihnen oder bereits hinter ihnen liegen; insofern können sie hier am jeweils anderen ein Verständnis nicht nur für die Periodizität des menschlichen Lebens insgesamt gewinnen, sondern auch für die unverfügbare Seite an ihrem je eigenen, biologisch bestimmten Leben&#8221;.</p>
<p>Kritik: Auch hier verschwimmt wieder Deskriptives und Normatives. Zudem ist die &#8220;organische Rhythmizität&#8221; (306), der &#8220;säkulare Trost&#8221; etc., die Honneth für die Familie reserviert, auch in generationenübergreifenden Freundschaften und Lieben zu finden (z.B. <a href="http://www.imdb.com/title/tt0067185/">Harold and Maude</a>). Was Honneth mit Verweis auf Autoren wie Franzen oder Roth optimistisch stimmt, kann man auch anders lesen: Die Optionenvielfalt, Beschleunigungs- und Fleixbilitätstendenzen werden den Familien dort (<a href="http://www.rowohlt.de/buch/2759292">Franzen</a>) fast zum Verhängnis, Roths Protagonisten sind im Alter einsam (z.B. <a href="http://www.rowohlt.de/buch/Philip_Roth_Jedermann.2062397.html">Jedermann</a>). Überhaupt geht in der überaus positiven Perspektive der Blick für die Konflikthaftigkeit und die konstitutive Kraft des <em>Kampfes</em> verloren, wie man ihn in negativistischen Anerkennungstheorien (z.B. Sartre) findet. Die heutige Familie wird bei Honneth idealistisch verklärt (310).</p>
<p>5) Was die Politik betrifft, so sieht Honneth diese den Entwicklungen der Familie hinterherhinkend: Sie erkenne nicht die für die Demokratie notwendige reproduktive und politisch-moralische Kraft der Familie, die Zeit bräuchte für die Interaktion mit den Kindern (311/313). Dies wäre nur durch eine &#8220;Reform der Sicherungssysteme aufzuheben, deren Ziel eine gesellschaftliche Unterstützung derjenigen wäre, die einen Teil der Erwerbsarbeit der Erziehung und Betreuung ihrer Kinder oder Enkel geopfert haben&#8221; (311).</p>
<p>Kritik: Hier kann ich seiner Diagnose und Forderungen zustimmen.</p>
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		<title>Lesenotiz: Neues von alten Imperien</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Oct 2011 13:19:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eva</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kolonialen Strukturen und ihren Verwerfungen nähert sich die Politische Theorie und Ideengeschichte seit rund einem Jahrzehnt nicht nur von den Postcolonial Studies aus, sondern auch von Seiten der Imperientheorie.  Die Fragestellungen jener, von Historikern wie Politikwissenschaftlern unternommenen, Versuche der Theoriebildung sind dabei grundlegend andere als die der postkolonialen Ansätze: Makrostrukturen und -dynamiken imperialer Ordnungen, Herrschaftslogiken [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kolonialen Strukturen und ihren Verwerfungen nähert sich die Politische Theorie und Ideengeschichte seit rund einem Jahrzehnt nicht nur von den <a href="../index.php/2011/06/post-sakulares-post-koloniales-frankfurt-ein-tagungsruckblick/">Postcolonial Studies</a> aus, sondern auch von Seiten der Imperientheorie.  Die Fragestellungen jener, von Historikern wie Politikwissenschaftlern unternommenen, Versuche der Theoriebildung sind dabei grundlegend andere als die der postkolonialen Ansätze: Makrostrukturen und -dynamiken imperialer Ordnungen, Herrschaftslogiken<del cite="mailto:Daniel%20Jacob" datetime="2011-10-31T09:56"> </del>, Formen der Machtdurchsetzung und Gründe für den <em>rise, decline and</em> <em>fall</em> großer Reiche stehen im Vordergrund, verallgemeinernd gesprochen, genuin politikwissenschaftliche und nicht so sehr soziologische oder kulturgeschichtliche Fragestellungen.  Für Politiktheoretiker, die sich für die Verknüpfung von Geschichtsanalyse und Theoriebildung im Hinblick auf Imperien interessieren, gibt es nun mit „Empires in World History“ aus der Feder zweier US-Historiker eine neue Einführung in die Materie, die versucht, den Nutzen und die Plausibilität des Imperienkonzepts direkt anhand des geschichtlichen Gegenstands zu demonstrieren, und dabei trotz ihres Einführungscharakters (keine Fußnoten!) durchaus theoretisch auf der Höhe der Zeit ist.<span id="more-4927"></span></p>
<p><a href="http://press.princeton.edu/titles/9161.html">„Empires in World History. Power and the Politics of Difference“</a> von Jane Burbank und Frederick Cooper, erschienen im vergangenen Jahr, liefert eine <em>tour de force </em>durch die Weltgeschichte. Ein solches Unterfangen mag zunächst Misstrauen wecken, doch die beiden Historiker von der New York University – <a href="http://history.as.nyu.edu/object/janeburbank">Burbank</a> ist Russlandexpertin, <a href="http://history.as.nyu.edu/object/frederickcooper">Cooper</a> ein renommierter Afrikahistoriker – verlieren sich nicht in Rundumschlägen. Mit der Ordnungsform des  Imperiums verfolgen sie zielsicher eine spezifisch definierte Staatsform, die sie von national- oder territorialstaatlichen <em>polities </em>abgrenzen. Dass die vergleichende Abfolge von Fallstudien im Resultat aussieht wie eine einbändige Universalgeschichte erklärt sich dadurch, dass die Ordnungsform des Imperiums plausibel in allen historischen Phasen bis in die amerikanisch dominierte Gegenwart identifizierbar ist – eine Studie der wichtigsten Imperien ist insofern immer auch Universalhistorie.<br />
Neben den in der theoretischen Debatte schon seit längerem kursierenden Imperiumskriterien (Großräumigkeit; hegemoniale internationale Stellung; hierarchisches Zentrum-Peripherie-Herrschaftsgefälle; abgestufte Grenzverläufe; Heterogenität der Bevölkerungen; oft nicht-konsensuale Herrschaftsverhältnisse; formale und informale Herrschaft) führen Burbank und Cooper vor allem ein sehr einleuchtendes spezifisches Merkmal ein, das die genannten in sich einschließt und ergänzt: das der „layered sovereignty“. Hiermit meinen sie die Tatsache der abgestuften, überlappenden Souveränitätsregimes politischer, ökonomischer, ideologischer etc. Art, die Imperien und ihre unklare, vieldeutige Reichweite idealtypisch gesprochen von Nationalstaaten und ihren klaren Begrenzungen unterscheidet.<br />
Der Inhalt der 528 Seiten, die Betrachtung der imperialen Strukturen in Rom, im Mongolenreich, islamischer Reiche, des Russischen Imperiums etc., soll hier nicht wiedergegeben werden. Aus theoretischer Perspektive möchte ich aber drei Aspekte anführen, auf die das Buch hinweist, und die meiner Auffassung nach besonders interessante Bereiche der Imperientheorie berühren:</p>
<p>1)      Das Bild vom monolithischen Imperium ist antiquiert und falsch. Anders als im Star-Wars-Universum hat es historisch stets koexistierende (teilweise dann kooperierende oder kollidierende) Imperien gegeben. Entscheidend für großräumige politische Entwicklungen ist dementsprechend nicht die solitäre Agenda eines alleinigen Weltreiches, sondern die Interaktion von mehreren großräumlichen, ausfransenden Ordnungen.</p>
<p>2)      Die auffällige morphologische Ähnlichkeit vieler Imperien (strukturell wie in der Rhetorik ihrer Eliten) ist kein Zufall, denn Imperien versuchen – so abstrakt dies klingt –, voneinander zu lernen. Das imperialen Eliten gemeinsame exzeptionalistische Selbstverständnis, aber auch die den Reichen gemeinsamen strukturellen Konstellationen, provoziert Referentialisierungen vor allem auf andere einflussreiche Imperien der Weltgeschichte. Lektionen vergangener Reiche gehen in transepochal tradierte <em>repertoires of power</em> ein – in Repertoires des Herrschaftswissens also, beispielsweise die Integration oder Unterwerfung kolonialer Völker betreffend, das imperiale Eliten voneinander übernehmen.</p>
<p>3)      Wie Burbank und Cooper demonstrieren, ist es durchaus möglich, über strukturelle Merkmale von Imperien zu sprechen, ohne ihre moralischen Abgründe zu verharmlosen. Nicht jede Imperientheorie ist automatische Imperienapologetik á la <a href="http://www.niallferguson.com/site/FERG/Templates/Home.aspx?pageid=1&amp;cc=GB">Niall Ferguson</a>s <a href="http://www.penguin.co.uk/nf/Book/BookDisplay/0,,9780141007540,00.html">Empire</a> oder <a href="http://www.penguin.co.uk/nf/Book/BookDisplay/0,,9780141017006,00.html?strSrchSql=colossus/Colossus_Niall_Ferguson">Colossus</a>. Cooper hat eminente Beiträge zur postkolonialen Theorie geleistet, und obgleich das vorliegende Buch keine Gerechtigkeitsfragen in den Mittelpunkt stellt, zeigt es, dass <em>postcolonialism </em>und <em>empire theory</em> nicht verfeindet sein müssen, sondern sich wertvoll ergänzen können.</p>
<p>„Empires in World History“ ist sicherlich mit einem zu umfassenden, nicht einzulösenden Anspruch auf Fall-Vollständigkeit angelegt; die Lektüre lohnt sich aber allemal – für Imperien- oder postkolonial Interessierte und solche, die es werden wollen. Als Einstieg hat Princeton University Press das <a href="http://press.princeton.edu/chapters/s9161.pdf">erste Kapitel</a>, in dem die grundlegenden theoretischen Konzepte vorgestellt werden, online zur Verfügung gestellt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em> Jane Burbank &amp; Frederick Cooper: Empires in World History. Power and the Politics of Difference, Princeton Unversity Press 2010.</em></p>
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		<title>Kein Anspruch auf Nächstenliebe? Eine offene E-Mail an Daniel Bahr</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Jul 2011 15:35:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cord</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Den folgenden Text habe ich heute als E-Mail an den Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr geschickt. Anlass war dieses Interview mit Bahr in der Süddeutschen Zeitung. Es geht um die von den Landesgesundheitsministern geplante Neuregelung der Organspende (Details im verlinkten Interview), eine der sinnvollsten politischen Initiativen seit gefühlten Jahrzehnten. Überraschenderweise ist die FDP dagegen&#8230; &#8220;Sehr geehrter Herr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Den folgenden Text habe ich heute als E-Mail an den Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr geschickt. Anlass war <a href="http://www.sueddeutsche.de/wissen/gesundheitsminister-bahr-ueber-organspenden-kein-anspruch-auf-naechstenliebe-1.1117562">dieses Interview</a> mit Bahr in der Süddeutschen Zeitung. Es geht um die von den Landesgesundheitsministern geplante Neuregelung der Organspende (Details im verlinkten Interview), eine der sinnvollsten politischen Initiativen seit gefühlten Jahrzehnten. Überraschenderweise ist die FDP dagegen&#8230;</p>
<p><strong>&#8220;Sehr geehrter Herr Minister Bahr,</strong></p>
<p>mit großem Interesse habe ich heute ihr Interview mit der Süddeutschen Zeitung zu der Debatte über die Neuregelung der Organspende gelesen. Darin erklären Sie, dass es nach ihrem Werteverständnis &#8220;keinen Anspruch auf einen Akt der Nächstenliebe geben&#8221; kann. Das scheint mir auch aus philosophischer Perspektive eine vollkommen plausible Position zu sein. Allerdings hat sie mit der Debatte um die Neuregelung der Organspende wenig zu tun.<span id="more-3992"></span><br />
Zunächst gilt es zu verstehen, was mit einem &#8220;Akt der Nächstenliebe&#8221; gemeint ist. Die natürlichste Erklärung scheint mir zu sein, dass ein Akt der Nächstenliebe eine Handlung ist, die aus einer bestimmten Motivation, nämlich der der Nächstenliebe, erfolgt. Wenn Sie sagen, dass es keinen Anspruch auf solche Handlungen gibt, stimme ich Ihnen zu. Unsere liberale Rechtsordnung beschränkt sich zum Glück darauf nur bestimmte Handlungen von den Bürgerinnen und Bürgern zu verlangen und nicht auch noch den dazu passenden motivationalen Zustand. Solange man etwa seine Steuern zahlt, ist es der Rechtsordnung einerlei, ob man dies aus Überzeugung (&#8220;der Sozialstaat ist ein Gebot der Menschenwürde&#8221;), oder zähneknirschend (&#8220;spätrömische Dekadenz&#8221;) tut. Insofern tut ihr Wertverständnis hinsichtlich einer Pflicht zur Nächstenliebe hier erstmal nichts zur Sache. Es geht nicht darum, dass sich Bürger aus Nächstenliebe dazu bereiterklären über ihren Spenderstatus Auskunft zu geben, sondern dass sie es überhaupt tun. Von mir aus auch gerne aufgrund von staatlichem Zwang. Schließlich zwingt mich der Staat auch zu deutlich sinnloseren Handlungen (etwa die Attrappe eines Hohenzollern-Schlosses mit meinen Steuergeldern zu finanzieren). Deswegen denke ich, dass Sie etwas anderes gemeint haben müssen. Zwei Alternativen sind denkbar:</p>
<p>1. Mit dem Begriff des &#8220;Akts der Nächstenliebe&#8221; haben Sie nicht Handlungen gemeint, die aus Nächstenliebe vorgenommen werden, sondern das, was Philosophen supererogatorische Handlungen nennen. Das sind Handlungen, die über das geschuldete Maß hinausgehen. Man denke nur an die Taten von Mutter Teresa. Auf solche Handlung gibt es per Definition keinen Anspruch. Sollten Sie das gemeint haben, wäre diese Argumentation ein klassischer Fall von &#8220;question begging&#8221;: Sie hätten dann argumentiert, dass es keinen Anspruch auf Handlungen gibt, auf die es keinen Anspruch gibt. Hier fehlt offensichtlich ein substanzielles Argument, warum eine Pflicht zur Entscheidung hinsichtlich einer Organspende über das geschuldete Maß hinausgeht. Warum sollte es unzumutbar sein, einmal in seinem Leben ein Kreuzchen bei ja/nein/weiß nicht zu machen, wenn damit Menschenleben gerettet werden können? Dass dies unzumutbar ist, lässt sich nur argumentieren, wenn Sie der letzten denkbaren Interpretation von &#8220;Akt der Nächstenliebe&#8221; anhängen.</p>
<p>2. Ein Argument, das von libertären Philosophen vorgebracht wird, um Gerechtigkeitspflichten (auf die ein Anspruch besteht) von Handlungen der Nächstenliebe (auf die kein Anspruch besteht) zu unterscheiden, besteht darin, dass Gerechtigkeitspflichten lediglich ein Unterlassen erfordern, während Handlungen aus Nächstenliebe ein aktives Tun verlangen. Ersteres könne gefordert werden, Letzteres nicht. Diese Auffassung halte ich für moralisch verwerflich (und mit dem Menschenwürdegebot des Grundgesetzes für nicht vereinbar), aber diese Überzeugung müssen Sie nicht teilen. Falls Sie diese Interpretationen von &#8220;Akt der Nächstenliebe&#8221; im Sinn hatten, würde ich Sie aber auch bitten, sich aktiv für die Abschaffung des <a href="http://dejure.org/gesetze/StGB/323c.html">§323c StGB</a> (&#8220;Unterlassene Hilfeleistung&#8221;) einzusetzen. Hier wird schließlich nicht nur verlangt ein Kreuzchen auf einem Spenderausweis zu machen, sondern sich ggf. die Finger schmutzig zu machen, etwa um einen Schwerverletzten zu versorgen oder ein Kind vor dem Ertrinken zu retten. Wenn Sie eine Pflicht zur Entscheidung für unzumutbar halten, sollten sie Himmel und Hölle in Bewegung setzen, dass in diesem Land niemand mehr gezwungen wird, schmutzige Finger oder nasse Kleidung für das Leben anderer Personen zu opfern. Falls Sie diesen Vorschlag absurd finden (was ich sehr hoffe), sollten sie ihre Position zur Neuregelung der Organspende vielleicht noch einmal überdenken. Hier wird ein sehr kleines Opfer (nur eine Entscheidung!!!), für einen sehr großen Nutzen verlangt.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen&#8221;</p>
<p>P.S.: <a href="http://www.organspendeausweis.org/">Organspendeausweise können hier heruntergeladen werden!</a></p>
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		<title>Bin Ladens Tötung gerechtfertigt?</title>
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		<pubDate>Tue, 03 May 2011 16:32:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>susanne</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Avishai Margalit schreibt in seiner &#8220;Politik der Würde&#8221;, dass selbst der schlimmste Verbrecher noch moralische Rechte und das Recht auf Achtung seiner Würde besitzt. Begründen tut er dies u.a. mit der These der &#8220;radikalen Freiheit&#8221;, sein Leben doch noch zum Guten zu wenden. Osama Bin Laden hat diese Möglichkeit nun nicht mehr, es ist allerdings [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Avishai Margalit schreibt in seiner &#8220;Politik der Würde&#8221;, dass selbst der schlimmste Verbrecher noch moralische Rechte und das Recht auf Achtung seiner Würde besitzt. Begründen tut er dies u.a. mit der These der &#8220;radikalen Freiheit&#8221;, sein Leben doch noch zum Guten zu wenden. Osama Bin Laden hat diese Möglichkeit nun nicht mehr, es ist allerdings auch fraglich, ob er diese &#8220;Freiheit&#8221; genutzt hätte&#8230; aber das ist hier nicht die Frage, sondern: Ist die Tötung Bin Ladens eigentlich ethisch gerechtfertigt oder hätte man ihn vor ein Strafgericht stellen müssen, um &#8211; nach Margalit &#8211; anständig oder gerecht zu sein? Unsere Philosophie-Kollegin Anna Goppel vom <a href="http://www.ethik.uzh.ch/index.html">Ethikzentrum Zürich</a>, die sich mit Terrorismus befasst, wurde zur ethischen Rechtfertigbarkeit der Tötung auf <a href="http://bit.ly/kUTKW2" target="_blank">NZZ Online</a> befragt.</p>
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		<title>Presseschau 1/2011</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Apr 2011 11:01:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>chris</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Blick in die nationalen und internationalen Fachzeitschriften verrät – es hat sich einiges getan seit unserer letzten Presseschau. Political Theory Beginnen wir mit der Zeitschrift Political Theory. In der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift (Vol. 38, No. 6) formuliert Larx Vinx unter dem Titel &#8220;Constitutional Indifferentism and Republican Freedom&#8221; mit und über Hobbes eine Kritik an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Blick in die nationalen und internationalen Fachzeitschriften verrät – es hat sich einiges getan seit unserer <a title="letzten Presseschau" href="http://www.theorieblog.de/index.php/2010/12/zeitschriftenschau-novemberdezember-2010/">letzten Presseschau</a>.<span id="more-3269"></span></p>
<p><a title="Political Theory" href="http://ptx.sagepub.com/" target="_blank">Political Theory</a></p>
<p>Beginnen wir mit der Zeitschrift Political Theory. In der <a title="Dezember-Ausgabe der Zeitschrift" href="http://ptx.sagepub.com/content/38/6.toc" target="_blank">Dezember-Ausgabe der Zeitschrift</a> (Vol. 38, No. 6) formuliert Larx Vinx unter dem Titel &#8220;Constitutional Indifferentism and Republican Freedom&#8221; mit und über Hobbes eine Kritik an der neorepublikanischen Verfassungstheorie. Horacio Spector geht mit seinen Überlegungen zu den vier Begriffen der Freiheit sowohl über die Berlinsche Einteilung von negativer und positiver Freiheit als auch über Pettit und Skinners Unterscheidung in liberale und republikanische Freiheit hinaus. Über eine Auseinandersetzung mit Hobbes und Locke führt Spector den Unterschied zwischen „natural liberty“ und „civil liberty“ und kombiniert diese dann jeweils mit dem Konzept der negativen bzw. positiven Frieheit. Lesenwert in dieser Ausgabe ist auch der Rezensionsessay von Sharon  Krause zum Thema „Beyond Capitalism“.</p>
<p>Sowohl die <a title="Februar (Vol. 39, No.1) " href="http://ptx.sagepub.com/content/39/1.toc" target="_blank">Februar (Vol. 39, No.1) </a>als auch die <a title="April-Ausgabe (Vol. 39, No. 2)" href="http://ptx.sagepub.com/content/39/2.toc" target="_blank">April-Ausgabe (Vol. 39, No. 2)</a> stehen ganz im Zeichen von Sondersektionen (Special Sections). Insgesamt vier an der Zahl:</p>
<p>1. Freedom and the Feminine in Locke (Vol. 39, No.1) mit einem Beitrag von Timothy Stanton über Autorität und Frieheit in Lockes Politischer Theorie. 2. Freedom and the Fool in Hobbes (Vol. 39, No.1). 3. Reading James Tully, Public Philosophy in a New Key (Vol. 39, No.1) mit Beiträgen von Rainer Forst, Bonnie Honig und James Tully. 4. Enlightenments (Vol. 39, No. 2)  mit Beiträgen zu Montesquieu, Hume, dem kategorischen Imperativ und einem langen Rezensionessay zum Stand der gegenwärtigen Kant-Forschung. Steven Smith rundet die Ausgabe ab mit einer Rezession zum Thema Secularization and Its Discontents.</p>
<p><a title="European Journal of Political Theory" href="http://ept.sagepub.com/" target="_blank">European Journal of Political Theory</a></p>
<p>Im European Journal of Political Theory sind dieses Jahr bereits zwei Ausgaben publisiziert worden. Während die <a title="jüngste Ausgabe " href="http://ept.sagepub.com/content/current" target="_blank">jüngste Ausgabe </a>mit einer Reihe ideengeschichtlicher Abhandlungen aufwartet – Abhandlungen zu David Hume und Konservativismus, zu Tariq Ramadan und Ethik, zu Rosa Luxemburg und Enttäuschung, zu Heideggers Aristoteles –, findet man im <a title="Januarheft " href="http://ept.sagepub.com/content/10/1.toc" target="_blank">Januarheft</a> vermehrt politiktheoretisch-systematische Abhandlungen. So schließt Oliver Sensen Aufsatz zu „Human dignity in historical perspective“ unmittelbar unsere Diskussion mit Bernd Ladwig an; Christian F. Rostbøll  versucht sich an einer Demokratietheorie, deren Grundpfeiler Meinungsfreiheit, Deliberation, Autonomie und Respekt sind. Andrew Schaap erklärt uns, warum Rancière die Problematik der Menschenrechte und des „Rechts auf Rechte“ besser versteht bzw. verstanden hat als Arendt.</p>
<p><a title="Philosophy and Social Criticism" href="http://psc.sagepub.com/" target="_blank">Philosophy and Social Criticism</a></p>
<p>In der <a title="Januarausgabe der Zeitschrift" href="http://psc.sagepub.com/content/37/1.toc" target="_blank">Januarausgabe der Zeitschrift</a> „Philosophy and Social Criticism“ finden sich eine Reihe von Aufsätzen zu „großen Denkern“. Elizabeth Frazer und Kimberly Hutchings schreiben über Gewalt bei Derrida und Foucault, Bob Plant über Levinas und die „Tierfrage“, Charlotte Baumann über Hegel, Adorno und das konkret Universale und Miriam Bankovsky erklärt uns, warum Honneths Einwände gegen Rawls Gerechtigkeitstheorie ins Leere laufen.</p>
<p>Das <a title="Februarheft" href="http://psc.sagepub.com/content/37/2.toc" target="_blank">Februarheft</a> hat sich dann zum Großteil dem geistigen Erbe Paul Ricoeurs verpflichtet. In der „Special Section“ werden Ricoeurs Figurs des Anderen diskutiert, seine Ausführungen zur narrativen und poetischen Einbildung, sein Verhältnis zu Derrida und sein Nachdenken über Leben und Tod. Dagegen ist die <a title="jüngste Ausgabe vom März" href="http://psc.sagepub.com/content/37/3.toc" target="_blank">jüngste Ausgabe vom März</a> thematisch eher unverbunden. Nichtsdestotrotz finden sich auch darin eine Reihe interessanter Abhandlungen. Gérard Raulet argumentiert dort beispielsweise, dass auch vor dem Hintergrund der Finanzkrise Habermas’ Abhandlung zu den Legitimitätsproblemen im Spätkapitalismus ein „very useful key“ seien, um die „irreducibility of social policy and the way the post-Fordist capitalism assumes the mediation between the economic and the social sphere“ zu verstehen. Paul Healy ist der Ansicht, es sei an der Zeit, das Konzept der deliberativen Demokratie noch einmal gründlich zu durch- und überdenken. Und Annelies Degryse sieht in Kants sensus communis die foundation for men as political beings – zumindest dann, wenn man sich durch Arendts Interpretation der Kantschen Überlegungen durchgearbeitet hat.</p>
<p><a title="Zeitschrift für Politik" href="http://www.zfp.nomos.de/?id=1048" target="_blank">Zeitschrift für Politik</a></p>
<p>Die Zeitschrift für Politik hat sich für ihre <a title="erste Ausgabe im Jahr 2011 " href="http://www.zfp.nomos.de/archiv/2011/heft-1/" target="_blank">erste Ausgabe im Jahr 2011 </a>ebenfalls einen Schwerpunkt ausgesucht: Theoretische Grundlagen des Staates. Frauke Höntzsch weist dabei nach, dass sämtliche Varianten des neuzeitlichen moralischen Kosmopolitismus (egal ob naturrechtlicher, kantischer oder utilitaristischer Prägung) aufgrund der sie einenden anthropologischen Begründung durch eine Ambivalenz zwischen moralischem Ideal und politischer Wirklichkeit gekennzeichnet sind. Die Kosmopolis wird zwar aufgrund des gemeinsamen moralischen Potentials eines jeden Menschen als politische Alternative postuliert, muss aber angesichts der individuellen Triebnatur notwendig scheitern. Thomas Schölderle geht der Fehlperzeptionen der staatsphilosophischen Vertragstheorie nach. Seiner Meinung nach aber ist die wirkungsmächtig Tradition des staatsphilosophische Kontraktualismus von auffallenden vielen Missdeutungen begleitet. Eine davon sei, den Doppelvertrag aus Gesellschafts- und Herrschaftsvertrag als vorbildliche Normgestalt der Vertragslehre zu werten. In seinem Beitrag plädiert er für eine Lesart der kontraktualistischen Theorie, die den vorbildlichen Normtypus in einem einstufigen und rein hypothetischen Gesellschaftsvertrag verortet. Zudem versammelt das Heft Beiträge von Alois Riklin, der sich die Entstehungsgeschichte der athenischen Polis ansieht, und Klaus Hornung, der die Kurskorrekturen der amerikanischen Außenpolitik nach 1945 analysiert.</p>
<p><a title="Leviathan" href="http://www.vsjournals.de/index.php;do=viewmag/sid=088911dfba0700ab01c9b7f0fdc62c57/site=lev/lng=de/area=soz/id=1/alloc=175" target="_blank">Leviathan</a></p>
<p>Im <a title="Levi 1/2011" href="http://www.vsjournals.de/index.php;do=viewmag/sid=088911dfba0700ab01c9b7f0fdc62c57/site=lev/lng=de/area=soz/id=1/alloc=175" target="_blank">Levi 1/2011</a> versucht sich Katrin Meyer an einer Kritik der Postdemokratie. Dabei vergleicht Rancières Konzept der Postdemokratie mit Arendts Kritik der parlamentarisch-repräsentativen Mehrheits-Demokratie. Es wird gezeigt, dass beide ein Verständnis von Demokratie im Sinne einer souveränen, konsensorientierten Volksherrschaft ablehnen, das dem politischen Streit keinen Eigenwert bemisst. Meyer kommt dabei zu dem Ergebnis, dass jedes Demokratieverständnis postdemokratisch ist, das die paradoxen und selbstlimitierenden Effekte der Machtteilung negiert und das Modell souveräner Volksherrschaft als in sich grenzenlos verabsolutiert. Detlev Schöttker, der sich unter anderem als sorgfälltiger Herausgeber, Kommentator und exzellenter Kenner der Schriften Walter Benjamins hervorgetan hat, beschäftigt sich mit der Ausgrenzung der Architektur aus den Sozial- und Kulturwissenschaften nach 1945. Behandelt werden die Ursachen der Architekturvergessenheit in kritischen und strukturalistischen Theorien und Sloterdijks Entwurf einer architektonisch orientierten Kulturtheorie der Moderne. Ziel des Beitrags ist es, auf das Defizit hinzuweisen, das entsteht, sobald soziale Faktoren aus der Architekturtheorie ausgegrenzt werden. Des Weiteren geht es in der neuen Ausgaben ums Klima – ums Integrationsklima (sowohl bei Dirk Halm / Martina Sauer als auch bei Heinz Fassmann) und ums Weltklima (Bernd Sommer) und ums Bankenklima (Sighard Neckel). Paul und Schwalb schauen sich an, wie organisiert das organisierte Verbrechen ist und Eva-Maria Ziege skizziert die klassische und neuere Modesoziologien im Kontext der Gesellschaftstheorie.</p>
<p><a title="Mittelweg 36" href="http://www.his-online.de/zeitschrift/aktuellesheft.html" target="_blank">Mittelweg 36</a></p>
<p>Die Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung startet mit einem Heft zum Thema &#8220;Einsamkeit und Freundschaft im Kommunikationszeitalter&#8221; in das Jahr 2011 und versammelt zu diesem Schwrpunkt Beiträge von Aleida Assmann und Janosch Schobin. Daneben spielt in dieser Ausgabe das Thema Krieg wieder eine Rolle. In Dierk Walters Abhandlung geht es um Schlachtniederlage in Imperialkriegen. Walters untersucht sechs der spektakulärsten Desaster, die reguläre Armeen je in Imperialkriegen erlitten haben. Truppen, Bewaffnung, Taktik, Natur, Raum und Kriegführung, vor allem aber die Geistesverfassung der westlichen Kommandeure, werden zur Erklärung dieser taktischen Niederlagen herangezogen. Klaus Naumann deckt in seinem Beitrag die Widersprüche auf, in die sich Deutschland in und mit dem Afghanistan-Krieg begeben hat. Und für alle Arendt-Liebhaber ist auch dieses Mal wieder was dabei: Steven Aschheim, der die einst legendäre Arendt-Tagung in Jerusalem (Arendt in Jerusalem) veranstaltet hat, schaut sich den jüngst herausgegebenen Briefwechsel zwischen Scholem und Arendt noch einmal an.</p>
<p>Die aktuelle Ausgabe (April/Mai) hat die Ungerechtigkeitstheorie des französischen Soziologen François Dubet und seiner Methode der &#8220;soziologischen Intervention&#8221; zum Thema. In einem dokumentierten Gespräch unterhalten sich Dubet und Robert Castel über die signifikante Zunahme von Ungleichheiten heute. In seinem Artikel zur &#8220;Kritik des Verteilungsparadigmas&#8221; vergleicht Martin Hartmann die Theorie Dubets mit der Anerkennungstheorie Axel Honneths. Weitere Artikel zu Dubet stammen von Hans J. Pongratz (&#8220;Das Subjekt der Kritik. Ein arbeitssoziologischer Kommentar zu Dubets &#8216;Ungerechtigkeiten&#8217;&#8221;) und Jörg Potthast (&#8220;Soziologie der ausbleibenden Kritik&#8221;). Nikola Tietze untersucht in der Literaturbeilage &#8220;Erfahrung, Institution und Kritik in der postindustriellen Gesellschaft&#8221; bei Dubet. Abgerundet wird der Schwerpunkt von einem Werksüberblick. Zum Auftakt einer Reihe über die Konstruktion der EU haben Nikola Tietze und Ulrich Bielefeld ein Gespräch mit Jaques Delors, dem ehemaligen Präsidenten der EU-Kommission, über die Frage nach einer europäischen Gesellschaft geführt.</p>
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		<title>Andrew Arato als Gastblogger beim Verfassungsblog</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Apr 2011 09:16:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cord</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenotizen]]></category>
		<category><![CDATA[Andrew Arato]]></category>
		<category><![CDATA[Max Steinbeis]]></category>
		<category><![CDATA[Verfassungsgericht]]></category>

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		<description><![CDATA[Andrew Arato, Professor für Politische Theorie an der New School for Social Research, hat einen Gastbeitrag auf dem Verfassungsblog von Max Steinbeis veröffentlicht. Es geht um die neue ungarische Verfassung, einem Thema mit dem sich Steinbeis schon seit längerem kritisch befasst und ihm bereits absurde Plagiatsvorwürfe von ungarischen Nationalisten eingebracht hat. Sehr lesenswert!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Andrew_Arato">Andrew Arato</a>, Professor für Politische Theorie an der New School for Social Research, hat einen <a href="http://verfassungsblog.de/orbns-counter-revolution-voting-booth/">Gastbeitrag auf dem Verfassungsblog</a> von Max Steinbeis veröffentlicht. Es geht um die <a href="http://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2011/03/Draft-of-Fundamental-Law-of-14-March-2011_RP.pdf">neue ungarische Verfassung</a>, einem Thema mit dem sich Steinbeis schon seit längerem kritisch befasst und ihm bereits <a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/budapester-zeitung-gegen-faz-autor-total-national-1.1085150">absurde Plagiatsvorwürfe</a> von ungarischen Nationalisten eingebracht hat. Sehr lesenswert!</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Und er twittert doch: Die Habermas-Merkel Klickstrecke in der SZ</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Apr 2011 14:20:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cord</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Nachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie meets Popkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Angela Merkel]]></category>
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		<category><![CDATA[Habermas]]></category>
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		<category><![CDATA[Twitter]]></category>

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		<description><![CDATA[Unter dem Titel &#8220;Merkels von Demoskopie geleiteter Opportunismus&#8221; rechnet Jürgen Habermas in der SZ mit der schwarz-gelben Koalition ab. Sehr lesenswert. Weniger erfreulich ist allerdings, dass Süddeutsche.de den Gastbeitrag von Habermas quasi als Klickstrecke gestaltet hat. Auf acht (!) Seiten wird ein Text von ca. 2800 Wörtern gestreckt, d.h. ganze 350 Wörter werden dem Leser [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unter dem Titel &#8220;<a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/europapolitik-merkels-von-demoskopie-geleiteter-opportunismus-1.1082536">Merkels von Demoskopie geleiteter Opportunismus</a>&#8221; rechnet Jürgen Habermas in der SZ mit der schwarz-gelben Koalition ab. Sehr lesenswert. Weniger erfreulich ist allerdings, dass Süddeutsche.de den Gastbeitrag von Habermas quasi als Klickstrecke gestaltet hat. Auf acht (!) Seiten wird ein Text von ca. 2800 Wörtern gestreckt, d.h. ganze 350 Wörter werden dem Leser im Schnitt pro Seite gegönnt. Ein Abschnitt ist gar nur 180 Wörter lang. Das ist noch nicht ganz <a href="http://www.theorieblog.de/index.php/2010/01/kommunikatives-handeln-in-140-zeichen/">Twitter-Format</a>, aber es nähert sich bedenklich an. Der Rest der Seite wird von Anzeigen und &#8211; richtig &#8211;  Klickstrecken gefüllt: Die schönsten Schnappschüsse vom schwarz-gelben Niedergang. Liebe SZ, ich hoffe die Werbemillionen fließen reichlich!<br />
P.S.: Zum Vergleich: Dieser Beitrag besteht aus 123 Wörtern. </p>
]]></content:encoded>
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		<title>Ethik-Podcast an der Uni-Zürich</title>
		<link>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/03/ethik-podcast-uni-zurich/</link>
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		<pubDate>Mon, 14 Mar 2011 15:48:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>daniel</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Theorie meets Popkultur]]></category>
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		<description><![CDATA[Susanne hatte ja vor längerem schon mal etwas über Philosophie in Radio und TV geschrieben. Vom Ethik-Zentrum der Uni-Zürich gibt es nun ein weiteres, sehr vielversprechendes Format mit dem Titel &#8220;Hinterfragt &#8211; Der Ethik-Podcast&#8221;. In der ersten Folge geht es um zivilen Ungehorsam; mehr dazu gibt es hier.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Susanne hatte ja vor längerem schon mal etwas über <a href="http://www.theorieblog.de/index.php/2010/04/philosophie-in-radio-und-tv-bringt-das-was-2/" target="_blank">Philosophie in Radio und TV</a> geschrieben. Vom Ethik-Zentrum der Uni-Zürich gibt es nun ein weiteres, sehr vielversprechendes Format mit dem Titel &#8220;Hinterfragt &#8211; Der Ethik-Podcast&#8221;. In der ersten Folge geht es um zivilen Ungehorsam; mehr dazu gibt es <a href="http://www.ethik.uzh.ch/hinterfragt.html" target="_blank">hier</a>.</p>
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		<title>Neues Format auf dem Theorieblog</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Mar 2011 14:05:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>chris</dc:creator>
				<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[Lesenotizen]]></category>
		<category><![CDATA[Bernd Ladwig]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenwürde]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Diskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag Barbara Budrich]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitschrift für politische Theorie]]></category>

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		<description><![CDATA[In Zusammenarbeit mit der Zeitschrift für Politische Theorie (ZPTH) und dem Verlag Barbara Budrich starten wir ab nächster Woche mit einem neuen Format auf unserem Blog: der Besprechung, Diskussion und Kommentierung eines Artikels aus der ZPTH. Bei der ZPTH handelt es sich um eine von André Brodocz, Marcus Llanque und Gary Schaal neu gegründete politiktheoretische Zeitschrift, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Zusammenarbeit mit der <a title="Zeitschrift für Politische Theorie" href="http://zpth.de/" target="_blank">Zeitschrift für Politische Theorie</a> (ZPTH) und dem <a title="Verlags Barbara Budrich" href="http://www.budrich-verlag.de/">Verlag Barbara Budrich</a> starten wir ab nächster Woche mit einem neuen Format auf unserem Blog: der Besprechung, Diskussion und Kommentierung eines Artikels aus der ZPTH.<span id="more-2904"></span></p>
<p>Bei der ZPTH handelt es sich um eine von André Brodocz, Marcus Llanque und Gary Schaal neu gegründete politiktheoretische Zeitschrift, die sich als Diskursraum der Teildisziplin und als Brücke über die Grenzen der Politischen Theorie hinaus versteht. Anfang Januar ist die <a title="erste Ausgabe der Zeitschrift" href="http://www.budrich-journals.de/index.php/zpth/issue/view/318">erste Ausgabe der Zeitschrift </a>mit Aufsätzen, Rezensionsessays, Tagungsberichten und einem Streifzug der beiden Theorieblogger <a title="Daniel und Cord" href="http://www.theorieblog.de/index.php/idee-team-disclaimer-impressum/" target="_blank">Daniel und Cord</a> durch die Webblogs unserer Disziplin erschienen. Eine ausführliche und sehr lesenwerte Kritik der ersten Ausgabe findet ihr bei <a title="Don Gomez" href="http://dongomez.wordpress.com/2011/01/24/review-zeitschrift-fur-politische-theorie/" target="_blank">Don Gomez</a>.</p>
<p>In dieser Ausgabe hat <a title="Bernd Ladwig" href="http://userpage.fu-berlin.de/~ladwig/" target="_blank">Bernd Ladwig</a> einen Aufsatz mit dem Titel „<em>Menschenwürde als Grund der Menschenrechte? Eine Kritik an Kant und über Kant hinaus</em>“ veröffentlicht. In Anlehnung an Vorbildern aus dem englischsprachigen Raum – man nehme bspw. die Kooperation zwischen dem Blog <a title="PEA Soup und der Zeitschrift Ethics " href="http://peasoup.typepad.com/" target="_blank">PEA Soup und der Zeitschrift Ethics </a>– wollen wir in den nächsten Tagen und Wochen den Aufsatz mit euch und dem Autor zusammen lebhaft und intensiv diskutieren. Dafür stellt die Zeitschrift zusammen mit dem Verlag den Aufsatz von Bernd Ladwig frei und für alle online zugängig zur Verfügung.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Zum genauen Ablauf: </span></strong></p>
<p>Den Aufsatz &#8220;<em>Menschenwürde als Grund der Menschenrechte? Eine Kritik an Kant und über Kant hinaus</em>“ findet ihr <a href="http://www.theorieblog.de/wp-content/plugins/download-monitor/download.php?id=1" target="_blank"><strong>hier</strong></a>. Anfang nächster Woche startet dann die Diskussion mit einem Auftaktkommentar von Susanne Schmetkamp – und ab dann ist die Bühne frei für eure Kommentare und Diskussionsbeiträge. Auch Bernd Ladwig selbst freut sich auf die Diskussion und wird sich online einklinken.</p>
<p>Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlichen beim Verlag Barabara Budrich, bei den Herausgebern der ZPTH sowie bei Bernd Ladwig für die Kooperationsbereitschaft bedanken und freuen uns auf eine anregende Diskussion!</p>
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