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	<title>theorieblog.de &#187; In eigener Sache</title>
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	<description>Ein Forum für politische Theorie und Philosophie</description>
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		<title>Problem mit dem Newsletter behoben</title>
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		<pubDate>Fri, 29 Apr 2011 09:05:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>daniel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Einige von euch werden sich vielleicht darüber gewundert haben, dass sie schon seit einigen Tagen keine E-Mails mehr von uns bekommen haben. Das lag nicht daran, dass wir untätig waren, sondern dass es ein kleines Einstellungsproblem mit dem E-Mail-Server gab. Jetzt sollte aber alles wieder wie gewohnt laufen!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einige von euch werden sich vielleicht darüber gewundert haben, dass sie schon seit einigen Tagen keine E-Mails mehr von uns bekommen haben. Das lag nicht daran, dass wir untätig waren, sondern dass es ein kleines Einstellungsproblem mit dem E-Mail-Server gab. Jetzt sollte aber alles wieder wie gewohnt laufen!</p>
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		<title>Blogs in den Sozialwissenschaften</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Apr 2011 08:30:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>team</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein kollaborativer Bericht vom Berliner Theorieblog-Workshop am 9. April 2011 Wie wichtig sind Offline-Aktivitäten für Blogs? Das Ergebnis des Workshops, zu dem das Team des Theorieblogs am 9. April an die Humboldt-Uni eingeladen hatte, war eindeutig: Offline ist – trotz aller Blogeuphorie – unersetzbar. Rund 15 BloggerInnen (plus sieben TheoriebloggerInnen) folgten der Einladung, sich über [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Ein kollaborativer Bericht vom Berliner Theorieblog-Workshop am 9. April 2011<br />
</em></strong></p>
<p>Wie wichtig sind Offline-Aktivitäten für Blogs? Das Ergebnis des Workshops, zu dem das Team des Theorieblogs am 9. April an die Humboldt-Uni eingeladen hatte, war eindeutig: Offline ist – trotz aller Blogeuphorie – unersetzbar. Rund 15 BloggerInnen (plus sieben TheoriebloggerInnen) folgten der Einladung, sich über das eigene Tun auszutauschen und sich nicht nur virtuell, sondern auch ganz klassisch zu vernetzen. Drei thematische Blöcke – <strong>1) Was macht einen guten Blogbeitrag aus? 2) Blogs und ihre LeserInnen 3) Blogs und Öffentlichkeit</strong> – strukturierten den Tag. Doch in den Diskussionen zeigte sich schnell, dass die drei Themen kaum voneinander zu trennen sind und um eine übergreifende Fragestellung kreisen: Wie verorten sich (Wissenschafts-)Blogs im Spannungsfeld von Wissenschaft und Öffentlichkeit, wie und mit welchem Ziel bloggen wir?<span id="more-3379"></span></p>
<p><strong>Blogs zwischen Wissenschaft und politischem Kommentar</strong></p>
<p>Das geteilte Bedürfnis nach Selbstvergewisserung förderte jedoch ganz unterschiedliche Haltungen und Perspektiven zu Tage. Die eigene Verortung zwischen wissenschaftlichem und öffentlichem Diskurs wurde unterschiedlich definiert. <a href="http://www.theorieblog.de/index.php/author/ulrike/" target="_blank">Ulrike Spohn</a> (Theorieblog) eröffnete den ersten Part mit dem Vorschlag, wissenschaftliches Bloggen als wissenschaftsaffines Bloggen zu begreifen und dabei sehr bewusst zwischen der eigenen Rolle als WissenschaftlerIn und BloggerIn zu unterscheiden. Sie plädierte dafür, Wissenschaftsblogs nicht als Plattform zur Veröffentlichung wissenschaftlicher Texte im Internet zu verstehen, sondern als Chance, das anspruchsvolle Schreiben jenseits wissenschaftlicher Standards zu erproben. Dabei könne und solle es durchaus das Ziel eines Wissenschaftsblogs sein, zwischen wissenschaftlicher Strenge und essayistischer Kreativität zu vermitteln, doch das funktioniere nur, solange die Welten getrennt blieben.</p>
<p>Max Steinbeis (<a href="http://verfassungsblog.de/" target="_blank">Verfassungsblog</a>) unterstützte dieses Trennungsgebot, machte sich aber für die Brückenfunktion von Blogs stark. <strong>Das freiere und kreative Schreiben könne durchaus einen direkten Beitrag zum wissenschaftlichen Fortschritt leisten. </strong>Als Bild: Blogs verhielten sich zur Wissenschaft womöglich so wie das Gespräch in der Hotelbar zum eigentlichen Geschehen im Rahmen einer Konferenz. Andersherum könnten Blogs jedoch auch von der Wissenschaft in die Öffentlichkeit hinein wirken und wissenschaftliches Expertenwissen für eine breitere Öffentlichkeit übersetzen und so verfügbar machen. Eine wieder andere Position vertrat Leonhard Dobusch (<a href="http://governancexborders.com/" target="_blank">governance across borders</a>): Das Schaffen von/Hineinwirken in Öffentlichkeit sei nicht unbedingt ein notwendiges Ziel eines Wissenschaftsblogs. Wissenschaftsblogs könnten auch einfach dazu da sein, die eigenen Gedanken zu erproben und damit einem rein innerwissenschaftlichen Ziel folgen. Wünschenswert sei demnach eine Vielfalt der Formate auch innerhalb des Genres Wissenschaftsblogs.</p>
<p>Zur Systematisierung kann eine Typologie beitragen, die Cord Schmelzle und Daniel Voelsen (beide Theorieblog) anhand von Blogs in der Politischen Theorie vorstellten. Sie unterscheiden drei Idealtypen von Wissenschaftsblogs – 1) Wissenschaftliches Feuilleton (à la Crooked Timber), 2) Dienstleistungsblog (à la Pea Soup), 3) „bewusst persönlich gehaltenes“ Tagebuch (à la The Philosophy Smoker). Der Theorieblog selbst stellt hierbei eine Mischform dar, wie Cord weiter ausführte.</p>
<p><strong>Blogs in der Fachdiskussion</strong></p>
<p><strong>Noch werden Blogs in den wissenschaftlichen Disziplinen wenig beachtet &#8211; zumal im deutschsprachigen Raum, dessen Blogger mit gutem Grund oft neidisch über den Atlantik schielen. </strong>Die Blogs sind vor allem nicht etabliert genug und die Skepsis überwiegt bisher: Blogs gelten, auch wegen eines fehlenden Standardverfahrens zur Sicherung der wissenschaftlichen Güte, (noch) nicht als zitierwürdig. Das ist einerseits vielleicht auch gar nicht unbedingt das Ziel, denn die Etablierung von Blogs als zusätzlicher, freierer Ebene des Wissenschaftsdiskurses würde möglicherweise eher gehemmt als gefördert, wenn jeder gebloggte Gedanke mit den gleichen wissenschaftlichen Maßstäben gemessen würde wie regulär Publiziertes. Andererseits: Solange Blogs in keiner anerkannten Form als wissenschaftliche Quelle dienen können, besteht ein gravierendes Problem für WissenschaftsbloggerInnen. Die gebloggten Gedanken und Erkenntnisse sind gewissermaßen vogelfrei, da sie unkontrolliert von Dritten geentert und als eigene ausgegeben  werden können. Einig war man sich darin, dass die Situation nur verbessert werden kann, indem auf längere Sicht das Vertrauen in die Qualität von Wissenschaftsblogs gestärkt wird. Schwieriger war jedoch die Frage zu beantworten, welche Möglichkeiten wir haben, dieses Vertrauen – der etwa durch Varianten eines „Gütesiegels“ – zu erzeugen. Die meisten dahingehenden Vorschläge, wie etwa ein Peer-Review-Verfahren, stellten sich als problematisch und kaum umsetzbar heraus – letzteres müsste zum Beispiel eine ohnehin oft mangelhafte Technik des Wissenschaftsbetriebs in eine völlig anders funktionierende Arena zu übertragen versuchen. Realisierbarer erscheint es, Vertrauen durch ein dem Medium Internet entstammende Praxis zu erzeugen: durch, wie könnte es anders sein, Vernetzung befreundeter und vertrauenswürdiger Blogs. Das gegenseitige Lesen und Kommentieren in einem Netzwerk aus Wissenschaftsblogs käme dann in gewisser Hinsicht auch einem Peer-Review-Verfahren nahe, ohne die Vorteile größerer Freiheit und höherer Geschwindigkeit zu opfern.</p>
<p><strong>Blogs und Gegenöffentlichkeit</strong></p>
<p>Können Blogs Gegenöffentlichkeit erzeugen und wie gelingt dies? Die Einschätzungen der versammelten BloggerInnen waren hier in der Regel positiv und optimistisch. Gerade Blogs seien viel besser dazu geeignet, die Öffentlichkeit zu erreichen als etwa ein kritischer Kommentar in einer wissenschaftlichen Zeitschrift. Dies liege zum einen daran, dass wissenschaftliche Artikel einer breiten Öffentlichkeit nicht zugänglich seien, zum anderen daran, dass Fachjargon und disziplinäre Diskussionen in der Regel für „Laien“ unverständlich bleiben würden. <strong>Kritik und Meinungsbildung seien jedoch ohne den Faktor Öffentlichkeit kaum zu denken</strong>, ergänzte Ulf Buermeyer (<a href="http://ijure.org" target="_blank">Ijure</a>).</p>
<p><a href="http://www.theorieblog.de/index.php/author/jens/" target="_blank">Jens Olesen </a>(Theorieblog) versprach sich vom Bloggen etwa die <strong>Wiederbelebung des philosophischen Essays </strong>als freier Form niedergeschriebenen Denkens, in Abgrenzung vom starren Korsett wissenschaftlichen Schreibens. Blogs erlauben es nicht nur, freier und kreativer zu schreiben, sondern auch, Wissenschaft als „Lebensform jenseits von Verwertungszwängen“ zu verwirklichen, wie Elmar Diederichs (<a href="http://www.brainlogs.de/blogs/blog/mind-at-work" target="_blank">Mind at Work</a>) betonte. Er wandte sich aber <a href="http://www.brainlogs.de/blogs/blog/mind-at-work/2011-04-18/scientific-or-research-blogging" target="_blank">gegen einen feuilletonistischen Stil</a>.</p>
<p>Mut zur spitzen Feder zu beweisen, lautete auch die Aufforderung von Max Steinbeis (Verfassungsblog) und <a href="http://superdemokraticos.com/author/nikola/" target="_blank">Nikola Richter</a> und <a href="http://superdemokraticos.com/author/rery/" target="_blank">Rery Maldonado</a> (von den Los Superdemokraticos). Blogs können und sollen Diskussion anregen, Gespräche entstehen lassen und Ideen hervorbringen – und stellen so Ressourcen bereit, die die Wissenschaft benötigt, aber nicht immer, und vielleicht nicht schnell genug, aus sich selbst heraus erzeugen kann. Gerade im Vermögen von Blogs, zeitnah auf aktuelle und relevante Themen einzugehen, ohne notwendigerweise unterkomplex oder verflachend über sie zu sprechen, könnte deren Beitrag nicht nur zu Wissenschaft, sondern zur öffentlichen Debatte liegen.</p>
<p>Das klingt als Anspruch wunderbar, ist jedoch nicht immer ganz so einfach einzulösen, wie die Erfahrung von <a href="http://superdemokraticos.com/" target="_blank">Los Superdemokraticos</a>, einem internationalen Blogprojekt, zeigt. Hier wird versucht kulturelle und sprachliche Hürden vor allem zwischen deutschen und südamerikanischen LeserInnen zu überwinden und somit eine interkulturelle Öffentlichkeit für die vom Blogprojekt publizierten Texte zu schaffen (die mittlerweile sogar in <a href="http://www.verbrecherverlag.de/buch/627" target="_blank">Buchform </a>veröffentlicht sind).</p>
<p>In diesem Zusammenhang drängte sich die Frage auf, was eigentlich Öffentlichkeit erzeuge und woran hier Erfolg ablesbar sei. Die direkte LeserInnenbeteiligung über die Kommentarfunktion wurde hier als ein gängiges Mittel diskutiert und problematisiert. Denn auch hier bietet sich weitestgehend unbekanntes Terrain, da es für den Prozess der teils schnellen Einbindung, kaum erprobte Standards gibt und die Kategorien von genuiner Autorschaft oder intervenierender Co-Autorschaft durch neue Praxen geprüft werden müssen.</p>
<p>So waren es am Ende <strong>zwei große Hoffnungen</strong>, die am Workshophorizont auftauchten: Die eine lautet, durch das Bloggen wissenschaftliches Schreiben, Publizieren und Kooperieren verändern, verbessern und wiederbeleben zu können. Die andere bewegt sich über den Rand der Wissenschaft hinaus und zielt darauf ab, einen neuen Ort für kritisches Engagement zu erschaffen. Das sind große Ansprüche und ein Workshop kann diese natürlich nicht einlösen, nur aufwerfen.</p>
<p><strong>Befreundete Blogs in den Sozialwissenschaften</strong></p>
<p>Und weil jede Revolution – auch eine kleine – einer guten Organisation bedarf, schloss die Tagung mit einer Runde zur künftigen Zusammenarbeit. Ins Auge gefasst ist eine Vernetzung sozialwissenschaftlicher Blogs: zur Schaffung von kritischen Öffentlichkeiten und als Instrument zur (Weiter-)Entwickung genuin wissenschaftlicher Arbeitsformen. Wenn dies gelingt, berichten wir bald mehr davon. Dieser gemeinschaftlich verfasste Tagungsbericht darf dabei durchaus als erster Schritt in diese Richtung gelesen werden.</p>
<p>Chris (berlinergazette.de)<br />
Leonhard (governancexborders.com)<br />
Philipp (sicherheitskultur.org)<br />
Eva, Maike, Jens, Thorsten (theorieblog.de)<br />
Max (verfassungsblog.de)</p>
<p><em>Dieser Text erscheint parallel auf dem Theorieblog, <a href="http://blog.sicherheitskultur.org">blog.sicherheitskultur.org</a>, <a href="http://blogmacherei.de">Blogmacherei.de</a>, <a href="http://www.brainlogs.de/blogs/blog/mind-at-work">Mind at Work, </a></em><a href="http://governancexborders.com/2011/04/26/blogs-in-the-social-sciences-a-collaborative-workshop-report/" target="_blank">Governance across borders </a>(englische Version), dem <a href="http://www.soziologiemagazin.de/blog/2011/04/30/blogs-in-den-sozialwissenschaften/">Soziologiemagazin</a><em> und dem <a href="http://verfassungsblog.de">Verfassungsblog</a>.</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Diesen Samstag: Diskutiert mit uns über Blogs und Wissenschaft!</title>
		<link>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/04/diesen-samstag-diskutiert-mit-uns-uber-blogs-und-wissenschaft/</link>
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		<pubDate>Wed, 06 Apr 2011 18:51:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eva</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Sozialwissenschaften]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie bereits angekündigt, betätigen wir uns am kommenden 9. April ausnahmsweise einmal nicht nur virtuell, sondern laden ein zu einem Workshop zum Thema &#8220;Blogs in den Sozialwissenschaften&#8221; an der HU Berlin. Für Kurzentschlossene sind noch ein paar wenige Plätze frei; eine vorherige Anmeldung bei uns (team@theorieblog.de) ist nötig. Hier nochmals das Programm (mit einem geringfügig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie bereits <a href="http://www.theorieblog.de/index.php/2011/03/der-theorieblog-ladt-ein-blogs-in-den-sozialwissenschaften-9-april-berlin/">angekündigt</a>, betätigen wir uns am kommenden 9. April ausnahmsweise einmal nicht nur virtuell, sondern laden ein zu einem Workshop zum Thema &#8220;Blogs in den Sozialwissenschaften&#8221; an der HU Berlin. Für Kurzentschlossene sind noch ein paar wenige Plätze frei; eine vorherige Anmeldung bei uns (team@theorieblog.de) ist nötig. Hier nochmals das Programm (mit einem geringfügig korrigierten Zeitplan):<span id="more-3155"></span></p>
<p><strong>Blogs in den Sozialwissenschaften – Stand und Perspektiven</strong><br />
Workshop am 9. April 2011<br />
Humboldt-Universität zu Berlin<br />
Institut für Sozialwissenschaften (Universitätsstr. 3b, Raum 002)</p>
<p><strong>10:30 Uhr:         Begrüßung und Vorstellung</strong></p>
<p><strong>11.00 – 12:45 Uhr:      Zwischen Aktualität, Reflexivität und Polarisierung – Was macht einen guten Blogbeitrag aus?</strong></p>
<p><em>Leitfragen:     Was heißt wissenschaftlich bloggen?<br />
Fußnoten und Reaktionszeiten: Blogs zwischen Feuilleton, wissenschaftlichem Beitrag und spontaner Äußerung?<br />
Der richtige Stil: Leseransprache, aber wie?</em></p>
<p>12.45 – 13:30 Uhr:     Mittagssnack</p>
<p><strong>13:30 – 15:15 Uhr:     Blogs und ihre Leser – Von den Schwierigkeiten der Kommunikation</strong></p>
<p><em>Leitfragen:         Welche LeserInnen, welche Öffentlichkeit?  Wissenschaftsblogs vernetzen: Soziale   Netzwerke, Wissenschaftsportale,  Blogroll?<br />
Des Lesers Meinung: Der richtige Umgang mit Kommentaren?<br />
Der schöne Blog: Die Bedeutung von visuellen Elementen?</em></p>
<p><strong>15:30 – 17:30 Uhr:     Blogs als Mittler, Blogs als Foren, Blogs als Sprachrohr – Wissenschaftsblogs und ihre Öffentlichkeit</strong></p>
<p><em>Leitfragen:         Die Rolle von Blogs in der Fachdiskussion?<br />
Blogs und das politische Element: Wie viel Meinung, wie viel Abstand?<br />
Verändern Blogs die Wissenschaft, wissenschaftliches Schreiben, wissenschaftliche Kommunikation?</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Theorieblog lädt ein: Blogs in den Sozialwissenschaften (9.April, Berlin)</title>
		<link>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/03/der-theorieblog-ladt-ein-blogs-in-den-sozialwissenschaften-9-april-berlin/</link>
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		<pubDate>Wed, 23 Mar 2011 15:20:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>team</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Blogs dienen der Kommunikation: Sie erlauben den reziproken Austausch von Neuigkeiten und Argumenten, werden immer wichtiger in der Koordination von Wissenschaft und erlauben es, akademische Welt und weite Öffentlichkeit zeitnah und auf hohem Niveau in Kontakt zu bringen – doch eines fehlt: die Möglichkeit, sich einmal von Angesicht zu Angesicht zu begegnen. Doch selbst hierfür [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Blogs dienen der Kommunikation: Sie erlauben den reziproken Austausch von Neuigkeiten und Argumenten, werden immer wichtiger in der Koordination von Wissenschaft und erlauben es, akademische Welt und weite Öffentlichkeit zeitnah und auf hohem Niveau in Kontakt zu bringen – doch eines fehlt: die Möglichkeit, sich einmal von Angesicht zu Angesicht zu begegnen. Doch selbst hierfür gibt es eine Lösung: Ein Workshop. Noch besser: Ein Workshop, wo über die Rolle von Blogs in den Sozialwissenschaften debattiert wird. Eben einen solchen planen wir vom Theorieblog für Samstag, den 09. April. Ort ist die HU Berlin (Institut für Sozialwissenschaft, Raum 002).</p>
<p><span id="more-3017"></span>Unsere Idee ist es, im Kreis anderer Blogschaffender, solcher, die es werden wollen, oder jenen, die ein Interesse am Thema haben, zu diskutieren: Was macht einen guten Blog-Beitrag aus? Wie lässt sich mehr Aufmerksamkeit für Wissenschaftsblogs schaffen, wie die deutsche Blogosphäre besser vernetzen? Aus drei Teilen setzt sich der Workshop zusammen: Zunächst wollen wir über das Schreiben von Blogeinträgen, dann über das Erreichen des Lesers und schließlich über den Nexus von Internet, Akademia und Öffentlichkeit debattieren. Das Format ist bewusst offen und diskursiv, kurze Impulse werden aber am Anfang der Sektionen dem Austausch von Erfahrungen und Einschätzungen Richtung geben. Einige Zusagen für solche Impulse haben wir von sehr geschätzten Kollegen aus der Blogosphäre und verwandten Galaxien bereits erhalten.</p>
<p>Wer an unserem Workshop teilnehmen will, schicke bitte eine Mail mit seinem Namen (und ggf. dem Namen des eigenen Blogs/Webseite) an <a href="mailto:team@theorieblog.de">team@theorieblog.de</a>. Bitte habt Verständnis, dass wir die Teilnehmerzahl auf 30 begrenzen, wir würden gerne jeden der TeilnehmerInnen gleichermaßen einbeziehen. Als Hinweis: Die Veranstaltung dient stärker der praktischen Reflexion als der theoretischen Erörterung. Und hier unser Programm und die Leitfragen (<a href="http://www.theorieblog.de/wp-content/uploads/2011/03/Workshop_Blogs-in-den-Sozialwissenschaften.pdf">oder hier als PDF)</a>:</p>
<p><strong>Blogs in den Sozialwissenschaften – Stand und Perspektiven</strong><br />
Workshop am 9. April 2011<br />
Humboldt-Universität zu Berlin<br />
Institut für Sozialwissenschaften (Universitätsstr. 3b, Raum 002)</p>
<p><strong>10:30 Uhr:         Begrüßung und Vorstellung</strong></p>
<p><strong>11.00 – 12:45 Uhr:      Zwischen Aktualität, Reflexivität und Polarisierung – Was macht einen guten Blogbeitrag aus?</strong></p>
<p><em>Leitfragen:     Was heißt wissenschaftlich bloggen?<br />
Fußnoten und Reaktionszeiten: Blogs zwischen Feuilleton, wissenschaftlichem Beitrag und spontaner Äußerung?<br />
Der richtige Stil: Leseransprache, aber wie?</em></p>
<p>12.45 – 13:30 Uhr:     Mittagssnack</p>
<p><strong>14.00 – 15:45 Uhr:     Blogs und ihre Leser – Von den Schwierigkeiten der Kommunikation</strong></p>
<p><em>Leitfragen:         Welche LeserInnen, welche Öffentlichkeit? Wissenschaftsblogs vernetzen: Soziale   Netzwerke, Wissenschaftsportale, Blogroll?<br />
Des Lesers Meinung: Der richtige Umgang mit Kommentaren?<br />
Der schöne Blog: Die Bedeutung von visuellen Elementen?</em></p>
<p><strong>16.00 – 18:00 Uhr:     Blogs als Mittler, Blogs als Foren, Blogs als Sprachrohr – Wissenschaftsblogs und ihre Öffentlichkeit</strong></p>
<p><em>Leitfragen:         Die Rolle von Blogs in der Fachdiskussion?<br />
Blogs und das politische Element: Wie viel Meinung, wie viel Abstand?<br />
Verändern Blogs die Wissenschaft, wissenschaftliches Schreiben, wissenschaftliche Kommunikation?</em></p>
<p>Ein kleines P.S: Wer es nicht zu unserer Konferenz schafft, sich aber fürs Thema interessiert, der findet eine schriftliche Reflexion drüben bei <a href="http://www.rsozblog.de/">rsozblog</a>, wo mittlerweile fünf Postings in einer <a href="http://www.rsozblog.de/?p=1473">Serie über Wissenschaftsblogs</a> erschienen sind.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Würde ist nicht nur ein Wort&#8221; – Bernd Ladwigs ZPTH-Artikel in der Diskussion</title>
		<link>http://www.theorieblog.de/index.php/2011/03/wurde-ist-nicht-nur-ein-wort-bernd-ladwigs-zpth-artikel-in-der-diskussion/</link>
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		<pubDate>Tue, 22 Mar 2011 11:40:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>susanne</dc:creator>
				<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[Reflexionen]]></category>
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		<category><![CDATA[Bernd Ladwig]]></category>
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		<description><![CDATA[Wie in der letzten Woche angekündigt gibt es nun einen Kommentar zu Bernd Ladwigs Aufsatz „Menschenwürde als Grund der Menschenrechte? Eine Kritik an Kant und über Kant hinaus“, der in der ersten Ausgabe der neuen Zeitschrift für Politische Theorie (ZPTH) erschienen ist. Angesichts der Komplexität des Textes von Bernd Ladwig ist auch der Kommentar etwas [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie in der letzten Woche <a href="http://www.theorieblog.de/index.php/2011/03/neues-format-auf-dem-theorieblog/" target="_blank">angekündigt</a> gibt es nun einen Kommentar zu Bernd Ladwigs Aufsatz „<a href="http://www.theorieblog.de/wp-content/plugins/download-monitor/download.php?id=1" target="_blank">Menschenwürde als Grund der Menschenrechte? Eine Kritik an Kant und über Kant hinaus</a>“, der in der ersten Ausgabe der neuen <a href="http://zpth.de/" target="_blank">Zeitschrift für Politische Theorie (ZPTH) </a> erschienen ist. </p>
<p>Angesichts der Komplexität des Textes von <a href="http://userpage.fu-berlin.de/~ladwig/" target="_blank">Bernd Ladwig</a> ist auch der Kommentar etwas länger als der übliche Blog-Beitrag geworden. Vielleicht lohnt sich an dieser Stelle noch mal der Hinweis, dass ihr über einen Klick auf das Drucker-Symbol rechts unter der Überschrift (<img src="http://www.theorieblog.de/wp-content/plugins/wp-print/images/print.gif" width="14" height="14">) aller Blog-Beiträge eine für den Druck optimierte Version des Textes abrufen könnt.</p>
<p>Der Kommentar soll einen Auftakt für die Diskussion liefern. Bernd Ladwig wird dann im Laufe der nächsten Tage auf den Kommentar sowie auf eure hoffentlich zahlreichen Fragen und Anmerkungen reagieren. Und damit zum Text:<span id="more-2974"></span><br />
<br />&#160;<br />
<strong>Susanne Schmetkamp: Würde ist nicht nur ein Wort</strong></p>
<p>Als Mensch ein würdevolles Leben zu führen heißt, ein Leben in Selbstachtung zu führen. Selbstachtung und Würde sind in dieser Hinsicht normativ miteinander verbunden. Konstituiert werden sie durch die Achtung, die Menschen anderen Menschen oder Lebewesen entgegenbringen sollen. Achtung ist die dabei normative Bedingung der Selbstachtung. Doch Achtung meint nicht eine Form der <em>Hochachtung</em> oder anerkennenden Wertschätzung, die man jemandem aufgrund empirischer partikularer Eigenschaften, Fähigkeiten oder Leistungen entgegenbringt; sondern sie bedeutet ein basales normatives Prinzip, das dem moralischen Handeln und der Haltung gegenüber dem moralischen Status des anderen überhaupt zugrunde liegt: eine grundlegende Einstellung der Rücksicht. Und nur wer sich auf der Adressatenseite des moralischen Handelns in dieser Weise als vollwertiges Mitglied der moralischen Gemeinschaft  anerkannt und ernst genommen fühlt (oder gute Gründe hätte, sich als solches zu erfahren), nimmt sich selbst wahr als ge- und beachtetes Wesen, dessen Recht, ein würdevolles Leben führen zu können, <em>zählt</em>. </p>
<p>Man sieht schon anhand dieser kurzen, thesenartigen Aufstellung, wie komplex das Verhältnis zwischen Würde, Selbstachtung und Achtung ist. Dass dies nicht nur konzeptuelle und konzeptionelle Fragen evoziert, zeigt sich an Fällen, in denen genau dies nicht gewährleistet ist und die deshalb immer wieder die Debatte um Menschenrechte und ihre Begründung auf den Plan rufen, Fälle, in denen Lebewesen <em>nicht</em> als Mitglieder der moralischen Gemeinschaft zählen (vgl. Margalit, Avishai, 1999: <em>Politik der Würde</em>, Frankfurt am Main: Campus): Ungerechtigkeit, Diskriminierung, Folter ebenso wie Hunger und Armut sind grundlegende Verletzungen, die durch die Menschenrechte verhindert werden sollten. Diese sind erklärt worden, „da“, wie es in der Präambel der UN-Menschenrechtscharta heißt, „die Anerkennung der allen Mitgliedern der menschlichen Familie innewohnenden Würde und ihrer gleichen und unveräußerlichen Rechte die Grundlage der Freiheit, der Gerechtigkeit und des Friedens in der Welt bildet“. </p>
<p>Nun stellt Bernd Ladwig in seinem so beeindruckend kenntnisreichen wie dichten Artikel „Menschenwürde als Grund der Menschenrechte?“ zu Recht die dringende Frage, was bei den Menschenrechten eigentlich geschützt respektive verletzt wird: Würde oder Interessen, wie etwa das Interesse, keine Schmerzen zu leiden? Und <em>warum</em> überhaupt <em>haben</em> wir als Menschen diese Rechte, die dies – Würde oder grundlegende Bedürfnisse – schützen, und aus welchen Gründen sollten Menschen einsehen, sie zu bewahren? Ladwig wendet sich hier gegen das dominierende Konzept der Menschenwürde als <em>menschenrechtsbegründend</em>. „Würde“ sei zwar ein wichtiger Begriff, der den moralischen Status des Menschen bezeichne. Für eine Begründung der Menschenrechte tauge er aber nicht. Denn er erfülle nicht die Bedingungen der Allgemeinheit und Gleichheit: Würde (nach Kantischer Lesart) tragen nicht alle Lebewesen, nicht einmal alle menschlichen Lebewesen. Und sie tragen sie nicht alle gleichermaßen. Ladwig schlägt dagegen eine Begründung der Menschenrechte auf der Grundlage einer <em>interessenorientierten</em> Konzeption vor. </p>
<p>Angesichts der hohen Komplexität des Textes kann an dieser Stelle nicht mehr als nur ein ausschnitthafter Kommentar angeboten werden. Im Mittelpunkt werden der Begriff der Würde und die Moral der Achtung stehen. Mein Alternativvorschlag gegen Ladwigs Entwurf lautet: Wir brauchen einen multikriteriellen Ansatz, der a) die Verzahnung zwischen Interessen, Würde, Autonomie und Selbstachtung verdeutlicht, b) das Konzept der Kantischen moralischen Achtung stärker macht und c) die Bedeutung darüber hinausgehender partikularer Rücksichtnahme und Anerkennung hervorhebt. Aufgeben sollten wir das Konzept der Würde aber nicht.</p>
<p>Vorab möchte ich einige dieser und darüber hinausgehender Diskussionspunkte nennen, die zur weiteren Debatte Anregungen geben könnten:</p>
<li> Bei einer Begründung der Menschenrechte über die menschliche Würde nach Kant gilt es, sauber zwischen dem moralischen Akteur und dem Adressaten moralischen Handelns zu unterscheiden – das lässt der Artikel vermissen, die beiden Gruppen werden vermengt. </li>
<li>Es muss zwischen empirischen und überempirischen Kriterien unterschieden werden: nicht, ob jemand <em>tatsächlich</em> vernünftig ist, ist relevant für die Zuschreibung von Würde, sondern sein Anspruch, in seinem moralischen Status anerkannt zu werden.</li>
<li>Ferner ist zwischen der basalen und universellen moralischen Achtung und einer partikularen Hochachtung und Wertschätzung zu differenzieren. </li>
<li>Kants Konzeption ist wegen seines Monismus und Rigorismus zu Recht zu hinterfragen. „Würde“ ist aber mehr als nur ein rhetorischer Kniff.</li>
<li>Eine Begründung der Menschenrechte <em>allein</em> über die Bedürftigkeit ist ebenso wenig plausibel wie eine Begründung der Menschenrechte bloß über den Würdebegriff.</li>
<li>Bezüglich der moralischen Dilemmata im praktischen und vor allem politischen Leben (Beispiel: Verrechnung Leben gegen Leben) vertritt Ladwig gegen einen praxisuntauglichen und rigoristischen Absolutismus eine Abwägungsmoral (65 ff.). Hier ist aber zwischen einem „absoluten Wert“ und einer „absoluten Achtung“ zu unterscheiden.
</li>
<p><strong>Würde und Achtung</strong><br />
Eine bis heute verbreitete Position der Begründung der Menschenrechte ist jene im Anschluss an Kant: Dem Menschen stehen Rechte zu, weil er eine Würde hat (vgl. <a href="http://www.theorieblog.de/wp-content/plugins/download-monitor/download.php?id=1" target="_blank">Ladwig</a>, 51 (im Folgenden werden nur die Seitenzahlen angegeben)). Diese Würde bestimmt seinen moralischen Status, zu dessen Schutz er ein Recht hat, dessen Achtung ihm geschuldet ist. </p>
<p>Würde meint, dass jemand einen intrinsischen Wert – kein Preis, kein Äquivalent, wie es bei Kant heißt (AA IV, 434) – verkörpert. Würde meint, dass jemand dem Vermögen nach sich selbst bestimmen, seine Zwecke selbst setzen kann: autonom ist. Negativ gewendet meint das, dass er/sie nicht Opfer seiner bloßen Neigungen und nicht der Willkür und bloßen Instrumentalisierung durch andere ausgesetzt ist oder sein darf. Akteursbezogen meint das außerdem, dass Würde die moralische Einsicht impliziert, auch andere Wesen zu achten. Eingesehen wird dies, so Kant, qua Vernunft, welche das moralische Gesetz in sich vorfindet, welches wiederum – ganz grob wiedergegeben – das besondere  „selbstgewirkte“ Gefühl der moralischen Achtung hervorruft. Dieses Gefühl wird wiederum dem moralischen Gesetz und der menschlichem Fähigkeit, danach zu handeln, entgegengebracht. Die Achtung wird zur Triebfeder des moralischen Handelns (vgl. Köhl, Harald, 1990: <em>Kants Gesinnungsethik</em>, Berlin/New York: De Gruyter, 115 ff.). </p>
<p>Hierbei (vor allem wie es in der <em>Grundlegung zur Metaphysik der Sitten</em> formuliert ist) handelt es sich um die nomologische Seite der Achtung: Gegenstand der Achtung ist das moralische Gesetz: „Alle Achtung für eine Person“, so schreibt Kant, „ist eigentlich nur Achtung fürs Gesetz (der Rechtschaffenheit etc.), wovon jene uns das Beispiel giebt“ (Kant, AA IV, 401). Die moralisch handelnde Person gibt ein Beispiel ab für die Achtung für das Gesetz. Indem sie danach handelt, erweist sie sich als autonom. Später, in der Selbstzweckformel des Kategorischen Imperativs, erweitertet Kant die Achtung um ihre personale Komponente: „Handle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst.“ (Kant, AA IV, 429). Die Achtung ist der eigenen Person und dem anderen geschuldet und fordert, sich selbst und den anderen als Zweck an sich anzuerkennen und nicht als Tauschwert zu betrachten und bloß zu instrumentalisieren. </p>
<p>Ladwig hat Recht, wenn er kritisiert, dass dabei aber nur die vernünftige Person gemeint ist, die eben das Beispiel für das moralische Gesetz, das man qua Vernunft in sich vorfindet, abgibt: Wenn wir Personen achten, achten wir ihre Autonomie und ihren Anspruch, frei von Willkür und Neigungen, vernünftig moralisch zu handeln (vgl. Köhl, a.a.O., 142). Demnach sieht es so aus, als ob die Adressaten der Selbstzweckformal tatsächlich nur vernünftige Wesen sind. „Nur wer als Vernunftwesen sich selbst das (Sitten-)Gesetz geben kann, hat einen direkten moralischen Status.“ (54)</p>
<p><strong>Akteure und Adressaten</strong><br />
Es ist aber sinnvoll – mit oder über Kant hinaus, je nachdem wie weit man die Interpretation treiben will – zwischen moralischen Akteuren und Adressaten schärfer zu unterscheiden als Ladwig dies tut. Wer einsehen soll, dass moralisches Handeln geschuldet und Menschenrechte begründet sind, der muss zu den moralischen Akteuren gehören: der weiß und versteht, warum andere Menschen oder Lebewesen ein Recht auf moralische und Menschen-Rechte haben. Ohne diese Zurechnungsfähigkeit, so schreibt Ladwig, „wäre Moral nicht möglich“ (53). Die Gruppe der Adressaten ist indes größer, zu ihnen gehören auch Lebewesen – Menschen, Tiere, die Natur –, die selbst möglicherweise nicht moralische Akteure sind (Kleinkinder, die noch keine Begriff davon haben; Tote, die keinen Begriff mehr davon haben sowie geistig schwer behinderte Menschen, die womöglich nie einen Begriff davon hatten und haben werden, was Moral und Vernunft sind, sind nicht selbst als moralische Akteure zu bezeichnen; auch sind Tiere nicht selbst moralische Akteure.). </p>
<p>Aber sie alle sind schutzbedürftig und Adressaten moralischer Rücksicht. Adressaten sind diejenigen, die von dem moralischen Handeln anderer profitieren bzw. Schaden davontragen. Sie haben einen moralischen Status, indem sie von einem Second-Person-Standpoint aus berechtigte Ansprüche stellen (vgl. Darwall, Stephen, 2006: <em>The Second-Person-Standpoint</em>, Harvard: UP). Darwall setzt den moralischen Status mit dem Würdestatus und einer „normative authority“ gleich (eine ähnliche Position vertritt auch Peter Schaber). Dies ist ein von Kant beeinflusster, diesen aber aktualisierender Ansatz. Die darin vertretene Achtungskonzeption („Recognition Respect“) ist mit einem Universalismus verbunden. Zugegeben, er ist auf Menschen beschränkt; tatsächlich glaube ich, dass wir Menschenrechte anders begründen können oder sollten als Tierrechte, auch wenn ich für diese ebenso plädieren möchte.</p>
<p>Aber wie können wir den Anspruch von Menschen begründen? Der moralische Status wird meines Erachtens von den Adressaten <em>eingefordert</em> und von den Akteuren <em>zugeschrieben</em>, <em>anerkannt</em>. Ein Tier dagegen schreibt mir keinen moralischen Status zu. Ich aber kann einem Tier einen moralischen Status zuschreiben, indem ich es als Mitglied der moralischen Gemeinschaft anerkenne, das Rechte hat – ohne dass damit Reziprozität normativ geboten wäre. </p>
<p>Moralfähige Menschen schreiben anderen Menschen und Lebewesen einen moralischen Status und damit einen Adressatenstatus moralischer Rechte zu, weil sie <em>einsehen</em>, was die notwendigen Bedingungen eines würdevollen Lebens in Selbstachtung sind – frei und autonom von Willkür sowie versorgt mit den anderen Grundlagen des würdevollen Lebens zu sein. Dies ist aber eine Einsicht, dass es nicht nur des anderen, sondern auch der <em>eigenen</em> Würde und Selbstachtung (der Menschheit in der eigenen Person) geschuldet ist, so zu handeln. Das scheint zu einer Denkart zu führen, die ebenfalls bei Kant zu finden ist, aber, wie Ladwig zu Recht hervorhebt, problematisch ist: Grausamkeit gegen andere nichtvernünftige Lebewesen scheint demnach nicht an sich schlecht, sondern weil wir Vernunftwesen dabei gegen unsere Selbstachtung verstoßen, indem wir uns selbst würdelos verhalten. Tatsächlich – und hier bin ich mit Ladwig d`accord – liegt hier die Krux der Kantischen Konzeption. Hier haben wir es mit einem problematischen Anthropozentrismus zu tun, der andere nicht um ihrer selbst Willen schützt, sondern weil der Mensch es als seine moralische Selbstachtungspflicht ansieht. </p>
<p>Aber wie können wir anders jemanden davon abhalten, der Tiere quält und Spaß dabei hat? Der also gerade Gefallen an der Grausamkeit hat und gar nicht einsieht, warum es nicht sein sollte? Wie können wir jemanden überzeugen, dass die Interessen anderer Menschen zählen, die nach Kant nicht in die Klasse der vernünftigen, moralfähigen Wesen zählen? Warum sollte er etwas gegen den Hunger anderer in der Welt tun (und damit seiner „Selbstliebe“, seinem Egoismus Abbruch tun)? Muss es nicht doch über eine Einsicht und darüber hinaus Formen der Empathie und des Mitgefühls verlaufen, welche Menschen dazu motiviert, nicht grausam zu sein, weil es einfach nicht mit dem menschlichen Würde- und Achtungskonzept zu verbinden ist? Müssen demnach, mit anderen Worten, die moralischen Akteure doch anhand einer Würdekonzeption überzeugt oder über andere „Methoden“ moralisch kultiviert werden? </p>
<p><strong>Von der Achtung zur Anerkennung zum würdevollen Leben in Selbstachtung</strong><br />
Die <em>Vielfalt der Interessen </em>(vgl. 58) fordert auch eine Anerkennung der partikularen Bedürfnisse: Ein gutes Leben geht nicht allein darin auf, autonom und frei von der Willkür anderer zu leben, sondern impliziert mehr. Ebenso wenig sollte aber unsere Würdekonzeption in Autonomie und Vernunft aufgehen, sondern von Kant etwas weg hin zu einer Konzeption der „normative authority“ (vgl. Darwall, Schaber) oder einer Konzeption der „Selbstachtung durch Achtung und Anerkennung“ führen. Hier kommen die Care-, Interesse- oder Bedürfniskonzeptionen ins Spiel: Jemanden in seiner Würde und seiner Autonomie zu achten heißt auch, ihn in allen Belangen zu achten, die ihm ein Leben in Selbstachtung ermöglichen (vgl. z.B. Schaber, Peter, 2004: „Menschenwürde und Selbstachtung: Ein Vorschlag zum Verständnis der Menschenwürde“, in: Studia Philosophica). Und dies ist nur möglich, wenn jemand nicht nur frei ist von der Willkür anderer, sondern auch von anderen darin <em>anerkannt</em>, dass er berechtigterweise Ansprüche stellt. Das impliziert auch, dass er darin allgemein und partikular <em>berücksichtigt</em> wird, Bedürfnisse zu haben, demnach frei auch von anderen das gute Leben einschränkenden Hindernissen ist – wie Schmerzen, Obdachlosigkeit, Hunger etc.. Wir müssen also über die Würdekonzeption und die Konzeption der basalen Achtung, auch wenn sie die normative Grundlage bilden, noch hinausgehen und eine Ethik der Rücksichtnahme und Anerkennung von grundlegenden und partikularen Interessen und Bedürfnissen etablieren – hier kommen wir aber von einem Universalismus zu einem differenzierten Kontextualismus oder Partikularismus.</p>
<p>Plausibel halte ich einen multikriteriellen, mehrdimensionalen Ansatz aus Achtung und Anerkennung, Würde und Interessen, der die Achtung als moralisch basales Prinzip und das Gut der Würde und Selbstachtung als Grundlage des moralischen Handelns hervorhebt. Zugleich ist dieser aber um eine Interessenkonzeption zu erweitern, die berücksichtigt, dass Menschen nur dann ein würdevolles Leben führen können, wenn sie frei sind von der Willkür anderer und wenn sie in den Bedingungen ihres Lebens so unterstützt werden, dass es ein würdevolles und gutes Leben sein kann. Die Frage ist, wie weit die Menschenrechte hier reichen (können). </p>
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		<title>Neues Format auf dem Theorieblog</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Mar 2011 14:05:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>chris</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bernd Ladwig]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenwürde]]></category>
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		<description><![CDATA[In Zusammenarbeit mit der Zeitschrift für Politische Theorie (ZPTH) und dem Verlag Barbara Budrich starten wir ab nächster Woche mit einem neuen Format auf unserem Blog: der Besprechung, Diskussion und Kommentierung eines Artikels aus der ZPTH. Bei der ZPTH handelt es sich um eine von André Brodocz, Marcus Llanque und Gary Schaal neu gegründete politiktheoretische Zeitschrift, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Zusammenarbeit mit der <a title="Zeitschrift für Politische Theorie" href="http://zpth.de/" target="_blank">Zeitschrift für Politische Theorie</a> (ZPTH) und dem <a title="Verlags Barbara Budrich" href="http://www.budrich-verlag.de/">Verlag Barbara Budrich</a> starten wir ab nächster Woche mit einem neuen Format auf unserem Blog: der Besprechung, Diskussion und Kommentierung eines Artikels aus der ZPTH.<span id="more-2904"></span></p>
<p>Bei der ZPTH handelt es sich um eine von André Brodocz, Marcus Llanque und Gary Schaal neu gegründete politiktheoretische Zeitschrift, die sich als Diskursraum der Teildisziplin und als Brücke über die Grenzen der Politischen Theorie hinaus versteht. Anfang Januar ist die <a title="erste Ausgabe der Zeitschrift" href="http://www.budrich-journals.de/index.php/zpth/issue/view/318">erste Ausgabe der Zeitschrift </a>mit Aufsätzen, Rezensionsessays, Tagungsberichten und einem Streifzug der beiden Theorieblogger <a title="Daniel und Cord" href="http://www.theorieblog.de/index.php/idee-team-disclaimer-impressum/" target="_blank">Daniel und Cord</a> durch die Webblogs unserer Disziplin erschienen. Eine ausführliche und sehr lesenwerte Kritik der ersten Ausgabe findet ihr bei <a title="Don Gomez" href="http://dongomez.wordpress.com/2011/01/24/review-zeitschrift-fur-politische-theorie/" target="_blank">Don Gomez</a>.</p>
<p>In dieser Ausgabe hat <a title="Bernd Ladwig" href="http://userpage.fu-berlin.de/~ladwig/" target="_blank">Bernd Ladwig</a> einen Aufsatz mit dem Titel „<em>Menschenwürde als Grund der Menschenrechte? Eine Kritik an Kant und über Kant hinaus</em>“ veröffentlicht. In Anlehnung an Vorbildern aus dem englischsprachigen Raum – man nehme bspw. die Kooperation zwischen dem Blog <a title="PEA Soup und der Zeitschrift Ethics " href="http://peasoup.typepad.com/" target="_blank">PEA Soup und der Zeitschrift Ethics </a>– wollen wir in den nächsten Tagen und Wochen den Aufsatz mit euch und dem Autor zusammen lebhaft und intensiv diskutieren. Dafür stellt die Zeitschrift zusammen mit dem Verlag den Aufsatz von Bernd Ladwig frei und für alle online zugängig zur Verfügung.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Zum genauen Ablauf: </span></strong></p>
<p>Den Aufsatz &#8220;<em>Menschenwürde als Grund der Menschenrechte? Eine Kritik an Kant und über Kant hinaus</em>“ findet ihr <a href="http://www.theorieblog.de/wp-content/plugins/download-monitor/download.php?id=1" target="_blank"><strong>hier</strong></a>. Anfang nächster Woche startet dann die Diskussion mit einem Auftaktkommentar von Susanne Schmetkamp – und ab dann ist die Bühne frei für eure Kommentare und Diskussionsbeiträge. Auch Bernd Ladwig selbst freut sich auf die Diskussion und wird sich online einklinken.</p>
<p>Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlichen beim Verlag Barabara Budrich, bei den Herausgebern der ZPTH sowie bei Bernd Ladwig für die Kooperationsbereitschaft bedanken und freuen uns auf eine anregende Diskussion!</p>
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		<title>Clap your hands say Yeah – Ein Jahr Theorieblog</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Jan 2011 09:30:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>team</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Unglaublich, gerade mal ein Jahr ist er alt, unser Kleiner, und schon hat er 568 Freunde und 110 Follower und überhaupt ganz viele Fans – um genau zu sein: Mehr als 113.000 Theorieblog-Seiten wurden bis zum heutigen Tag angeklickt, das sind durchschnittlich 309, an seinen besten Tagen auch mal weit über 1.000 Klicks am Tag, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unglaublich, gerade mal ein Jahr ist er alt, unser Kleiner, und schon hat er <a href="http://www.facebook.com/pages/Theorieblog/340980110785">568 Freunde</a> und <a href="http://twitter.com/theorieblog">110 Follower</a> und überhaupt ganz viele Fans – um genau zu sein: Mehr als 113.000 Theorieblog-Seiten wurden bis zum heutigen Tag angeklickt, das sind durchschnittlich 309, an seinen besten Tagen auch mal weit über 1.000 Klicks am Tag, im Oktober und November letzten Jahres gar mehr als 17.000 besuchte Seiten im Monatsschnitt. Als wir vor genau einem Jahr – am 21.01.2010 – das erste Mal Blogosphärenluft schnupperten und den Theorieblog <a href="http://www.theorieblog.de/index.php/2010/01/willkommen-beim-theorie-blog/">die ersten vorsichtigen Schritte im Netz</a> machen ließen, haben wir gar nicht mit einer solch überwältigenden Resonanz gerechnet. Doch die Zeit scheint reif für einen digitalen Tummelplatz gewesen zu sein, der all den deutschsprachigen Politischen Theoretikern und Philosophen als Schwarzes Brett und Forum dient.<span id="more-2571"></span><br />
Der Blog entwickelte sich rasant: Die drei Redakteure, die das Kind aus der Taufe hoben, werden heute von sechs weiteren ergänzt. Wir sind nicht mehr nur Berlin, sondern Deutschland, ja, Europa; auch sind wir nicht mehr nur männlich, sondern hatten lange Zeit Parität (aktuell steht es allerdings 5:4 für die Jungs). Zu den festen RedakteurInnen gesellen sich mittlerweile 26 GastautorInnen (ein großes Dankeschön nochmal, alle Namen findet ihr auf unserer <a href="http://www.theorieblog.de/index.php/idee-team-disclaimer-impressum/">Teamseite</a>). Diese haben von Konferenzen berichtet, ihre Meinung gesagt oder sich anderswie bei uns eingeschrieben. Bei so viel Unterstützung darf es dann auch nicht mehr verwundern, dass dem ersten Artikel bis heute genau 299 weitere folgten. Wäre dieser Blog eine Castingshow, so hättet ihr mit den Füßen abgestimmt und unseren <a href="http://www.theorieblog.de/index.php/2010/10/wikipedia-freies-wissen-oder-wahnsinn/">Streit mit der Wikipedia</a> zum Superbeitrag gewählt; knapp gefolgt von der <a href="http://www.theorieblog.de/index.php/professuren-fur-politische-theorie-und-philosophie-im-deutschsprachigen-raum/">Professuren-Liste</a>, dem Artikel über <a href="http://www.theorieblog.de/index.php/2010/04/tierethik-reloaded/">Tierethik</a>, einigen Anmerkungen zur <a href="http://www.theorieblog.de/index.php/2011/01/nachwuchsforderung-in-politik-und-sozialwissenschaft/">Nachwuchsförderung in Politik- und Sozialwissenschaft</a>, zur <a href="http://www.theorieblog.de/index.php/2010/07/veiled-threats-martha-nussbaum-uber-burka-verbote-in-europa/">Kopftuchdebatte</a> und zur <a href="http://www.theorieblog.de/index.php/2010/10/die-deutsche-stimme-der-faz/">deutschen Stimme der FAZ</a>.<br />
Ein bunter Reigen also und wir hoffen, dass es auch im zweiten Jahr so weitergeht. Schließlich tut all die Aufmerksamkeit dem Blog schon gut, ständig wird er angeklickt und durchgelesen, gerne auch mal kommentiert und weiterverlinkt (besonderen Dank an <a href="http://dongomez.wordpress.com/">Don Gomez</a> und <a href="http://habermas-rawls.blogspot.com/">Habermas-Rawls</a>, die uns immer viele ihrer Leser vorbeischicken). Was bleibt einem solchen Blog denn dann, was er sich zum Geburtstag wünschen kann? Drei Wünsche hat er noch:<br />
1. Viele neue Leser, <a href="http://www.facebook.com/pages/Theorieblog/340980110785">Freunde</a>, <a href="http://twitter.com/theorieblog">Follower</a>, <a href="http://www.theorieblog.de/index.php/rss-email/">Newsletterabos</a><br />
2. Viele neue GastautorInnen (eine <a href="mailto:team@theorieblog.de">Mail</a> genügt, wir freuen uns über Rezensionen und Tagungsberichte, Zeitschriftenschauen, Zeitkommentare und natürlich Hinweise auf Veranstaltungen aller Art),<br />
3. Ganz viele Kommentare und Anregungen unter diesem Artikel, die uns sagen, was wir in Zukunft anders oder besser machen sollen und was ihr meint, wie der Theorieblog sein zweites Jahr bestreiten soll.</p>
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		<title>Willkommen, Jens!</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Dec 2010 12:33:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>maike</dc:creator>
				<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir freuen uns sehr, ein weiteres Mitglied im Team des Theorieblogs begrüßen zu dürfen: Jens Olesen hat zuerst in Aachen Politische Wissenschaft studiert, um dann nach London an die LSE zu gehen. Dank seines dort erworbenen Masters in Politischer Theorie und und seiner laufenden Promotion in Oxford blickt Jens durch eine englisch getönte Brille auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir freuen uns sehr, ein weiteres Mitglied im Team des Theorieblogs begrüßen zu dürfen: Jens Olesen hat zuerst in <a href="http://www.ipw.rwth-aachen.de/">Aachen</a> Politische Wissenschaft studiert, um dann nach London an die <a href="http://www2.lse.ac.uk/home.aspx">LSE</a> zu gehen. Dank seines dort erworbenen Masters in Politischer Theorie und und seiner laufenden Promotion in <a href="http://www.politics.ox.ac.uk/">Oxford</a> blickt Jens durch eine englisch getönte Brille auf die Politische Theorie in Deutschland. Seine Dissertation, die von <a href="http://www.politics.ox.ac.uk/index.php/profile/michael-freeden.html">Michael Freeden</a> betreut und von der <a href="http://www.gerda-henkel-stiftung.de">Gerda Henkel Stiftung</a> gefördert wird, beschäftigt sich mit Interpretationsmethoden und ihrer Bedeutung in der Politischen Theorie. Herzlich willkommen, Jens!</p>
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		<title>Prekariat im Mittelbau  &#8211; das kleinere Übel?</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Nov 2010 07:50:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eva</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auf der IB-Liste hat sich im Laufe des Donnerstags eine ausführlichere Diskussion entsponnen – wieder einmal anlässlich einer knausrig anmutenden Stellenausschreibung, nämlich für einen befristeten, gering bezahlten Werkvertrag mit hohen Qualifikationsanforderungen im teuren Moskau, der offenbar immer wieder neu besetzt wird und somit eine reguläre Stelle zu ersetzen scheint. Der Leiter des ausschreibenden Projekts, Klaus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf der <a href="http://www.unibw.de/ib-sektion/aktuelles/ib-liste">IB-Liste</a> hat sich im Laufe des Donnerstags eine ausführlichere Diskussion entsponnen – wieder einmal anlässlich einer knausrig anmutenden Stellenausschreibung, nämlich für einen befristeten, gering bezahlten Werkvertrag mit hohen Qualifikationsanforderungen im teuren Moskau, der offenbar immer wieder neu besetzt wird und somit eine reguläre Stelle zu ersetzen scheint. Der Leiter des ausschreibenden Projekts, Klaus Segbers, hat sich erfreulicherweise in die Diskussion eingemischt, und schnell kristallisierte sich das altbekannte Dilemma heraus. Mehrere Diskussionsteilnehmer, sämtlich aus dem akademischen Mittelbau, berufen sich auf die Pflicht, prekären Arbeitsverhältnissen trotz begrenzter Mittel keinen Vorschub zu leisten (hingewiesen wurde auch auf eine dahingehende <a href="http://www.ib-nachwuchsgruppe.de/pdf/stellungnahme-dvpw-nachwuchs-2008.pdf">Initiative der DVPW</a>, an der offenbar weiter gearbeitet wird); der Politikwissenschafts-Professor hält dagegen, dass unter den Bedingungen eines kompetitiven globalen Marktes und begrenzter Bildungsressourcen universitäre Projekte eben keine Alternative hätten, als mit den geringen verfügbaren Mitteln zu arbeiten und darauf zu hoffen, dass sich auch in diesem <em>race to the bottom</em> noch qualifizierte Bewerber finden. Oder im O-Ton: „überlassen wir es einfach dem spiel von angebot und nachfrage, ob sich interessentInnen finden“.<span id="more-2220"></span></p>
<p>Nun ist dieses Argument so alt wie die erste Mindestlohndebatte und es trifft für den Bildungssektor möglicherweise in besonderem Maße zu: Ist es doch die Bildung, die sich im vielbeschworenen globalen Wettbewerb nur langsam auszahlt – jedenfalls kaum innerhalb des Zeithorizonts einer Legislaturperiode. Angesichts begrenzter und schrumpfender Bildungsetats müssen Universitäten und Forschungseinrichtungen nicht nur ihren laufenden Betrieb gewährleisten, sondern zugleich ihre internationale Relevanz und Produktivität beweisen – wenn nötig auf Kosten der universitären „Dienstleister“ in Forschung und Lehre, die ihrerseits zwar so ins vielgerühmte Prekariat abrutschen, aber zumindest „Erfahrung“ sammeln und ihr Humankapital für künftige Beschäftigungsverhältnisse aufwerten. Wissenschaftlichen Einrichtungen wird zwar ein inhärenter Wert zugesprochen, dieser muss aber durch wirtschaftliche Durchrationalisierung erhalten werden.</p>
<p>Soweit, so – aus ökonomischer Sicht – plausibel. Verwundern mag an dieser spezifischen Diskussion aber allemal, dass ausgerechnet ein Politikwissenschaftler solch alte und längst hochproblematische Markt- und Sachzwangargumente bemüht. Das fehlende Vertrauen in die politischen Entscheider, diese Marktkräfte – die letztlich den Bildungssektor und insbesondere bestimmte Fachbereiche (es sei erinnert an die <a href="http://www.theorieblog.de/index.php/2010/05/middlesex-und-wir/">Schließung der Philosophie in Middlesex</a>!)  eindampfen – durch Regulierung zugunsten einer Bereitstellung wertvoller öffentlicher Güter zu zügeln, mag einleuchten. In der Tat entmachten Prozesse der Transnationalisierung und Ökonomisierung bzw. Privatisierung politische Institutionen auf nahezu allen Ebenen, wenn auch sicher nicht gänzlich.</p>
<p>Schwieriger erscheint es allerdings, dass die Eigeninitiative zugunsten fairer Arbeitsbedingungen – und auch ihre symbolische Dimension! – offenbar einen so geringen Stellenwert einnimmt. Sicher: Im Vergleich zu politischen Initiativen auf kollektiver Ebene kann das individualethische Engagement wenig ausrichten, das heißt: nur einige Wenige werden von faireren Bedingungen in einem einzelnen Forschungsprojekt profitieren – am Gesamtpanorama wird sich hierdurch wenig ändern. Dass jedoch die Möglichkeit, mit gutem Beispiel, also als Vorbild und <em>role model</em> voranzugehen, nicht nur verneint, sondern sogar offen geringeschätzt wird und der Fingerzeig reflexartig in Richtung der Systemkräfte geht, ist beunruhigend. Trotz der relativen Machtlosigkeit des Einzelnen, und der statistischen Wirkungslosigkeit punktuellen Handelns, ist der Abschied vom individuellen Engagement nicht ohne weiteres rechtfertigbar. Bernhard Schlink hat übrigens im neuen <em>Merkur</em> einen schönen <a href="http://www.online-merkur.de/seiten/lp201011ano.htm">Essay </a>über Verantwortung in komplexen Prozessen, auch angewandt auf die jüngste Krisenkonstellation, geschrieben.</p>
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		<title>Wikipedia: freies Wissen oder Wahnsinn?</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Oct 2010 14:59:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[Reflexionen]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratietheorie]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Theorie]]></category>
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		<category><![CDATA[Wissen]]></category>

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		<description><![CDATA[Bis jetzt hatte ich mir Wikipedia immer als einen Ort vorgestellt, an dem grosso modo &#8220;der zwanglose Zwang des besseren Arguments&#8221; herrscht. Weit gefehlt. Was folgt, ist der Bericht eines verstörenden, dabei aber nicht wenig unterhaltsamen Selbstversuchs, der mich in die Untiefen von Wikipedia geführt hat. Anlass war der Versuch, einen Link zu unserer Liste [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bis jetzt hatte ich mir Wikipedia immer als einen Ort vorgestellt, an dem <em>grosso modo</em> &#8220;der zwanglose Zwang des besseren Arguments&#8221; herrscht. Weit gefehlt. Was folgt, ist der Bericht eines verstörenden, dabei aber nicht wenig unterhaltsamen Selbstversuchs, der mich in die Untiefen von Wikipedia geführt hat. Anlass war der Versuch, einen Link zu unserer <a href="http://www.theorieblog.de/index.php/professuren-fur-politische-theorie-und-philosophie-im-deutschsprachigen-raum/" target="_blank">Liste</a> von von &#8220;Professuren im Bereich der politischen Theorie und Philosophie&#8221; zu setzen. Dies löste einen Prozess aus, der über eine Reihe von Eskalationsstufen zu einem wahrlich bizarren Ergebnis führte… <span id="more-2170"></span></p>
<p><em>Eskalationsstufe 1:</em> Ich rufe bei Wikipedia den insgesamt wenig überzeugenden Artikel &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Theorie_und_Ideengeschichte" target="_blank">Politische Theorie und Ideengeschichte</a>&#8221; auf und wage es, dort den Link zu unserer Professuren-Liste zu setzen. Erste interessante Erkenntnis: der Link kann erst erscheinen, wenn er von einem Wikipedia-Administrator oder einem &#8220;Sichter&#8221; gesichtet wurde. Für die deutsche Wikipedia gibt es <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Liste_der_Administratoren#Aktive_Administratoren" target="_blank">282 solcher Administratoren</a> und etwa <a href="http://www.theorieblog.de/index.php/2010/10/wikipedia-freies-wissen-oder-wahnsinn/comment-page-1/#comment-721">9800 Sichter</a>. Ich habe das Vergnügen auf den admin &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Ot" target="_blank">ot</a>&#8221; zu stoßen. &#8220;Ot&#8221; weist meine Verlinkung zurück, Begründung: &#8220;Hallo, bitte beachte unsere Richtlinien für Weblinks&#8221;. Ok, gucke ich mir <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Weblinks" target="_blank">die </a> mal an. Irgendwo in diesem Wust von Regeln finde ich Hinweise zu &#8220;blogs&#8221;. Zu diesen soll generell nicht verlinkt werden, &#8220;wobei Angebote besonders renommierter und zuverlässiger Institutionen und das Deeplinking einzelner Beiträge, wenn diese den Qualitätskriterien entsprechen, davon ausgenommen sind&#8221;. Na gut, ich würde sagen, in diesem Fall ist die Verlinkung gerechtfertigt, nicht weil wir als Theorieblog &#8220;besonders renommiert&#8221; sind, sondern weil es sich bei der Liste um einen Beitrag handelt, der den Qualitätskriterien entspricht und vor allem von Interesse für die Leser des Artikels &#8220;Politische Theorie und Ideengeschichte&#8221; ist. Denn es ist für die Leser dieses Artikels eine relevante Information, wo im deutschsprachigen Raum diese Subdisziplin der Politikwissenschaft gelehrt wird bzw. wo man zu ihr forscht. Dieses Argument unterbreite ich auch dem Admin “ot”. </p>
<p><em>Eskalationsstufe 2:</em> Ich bitte den Admin &#8220;ot&#8221; darum, mir mit Blick auf mein Argument zu erklären, warum er den Link gelöscht hat. Seine Reaktion: Er <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer_Diskussion:Ot#Link_zur_Liste_von_Theorie-Professuren" target="_blank">verweist</a> mich auf die Diskussion um die Verlinkung eines kommerziellen Angebotes. </p>
<p><em>Eskalationsstufe 3:</em> Zu jedem Artikel bei Wikipedia gibt es eine Diskussionsseite. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Politische_Theorie_und_Ideengeschichte#Link_zu_einer_Liste_mit_allen_Professuren_im_Bereich_der_politischen_Theorie" target="_blank">Hier</a> versuche ich nun noch einmal, meine Argumente darzulegen. Keiner reagiert, allen voran nicht der Admin &#8220;ot&#8221;. Nun lerne ich aber, dass es bei Wikipedia das Instrument der &#8220;Dritten Meinung&#8221; gibt. </p>
<p><em>Eskalationsstufe 4:</em> Ich bitte um eine &#8220;dritte Meinung&#8221; und kriege diese von einem anderen Admin namens &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:LKD" target="_blank">LKD</a>&#8220;. Seine wunderbare Replik auf meine Argumente: &#8220;Passt nach WP:WEB nicht zu uns. Gehört nicht zum Besten, ist keine lexikalisch weiterführende Information und deckt, durch die Reduktion auf D auch nur einen Teilbereich ab&#8221;. &#8220;Ot&#8221; sekundiert: &#8220;Sehe ich genauso&#8221;. Nun gut, ich versuche es noch einmal mit Argumenten. Erkläre, warum die Liste für diesen Artikel relevant und eben nicht nur auf Deutschland beschränkt ist. &#8220;LKD&#8221; legt nach, Kern seines Argumentes: &#8220;wie sollen wir entscheiden, ob wir nicht auch eine Liste mit Links zu BMW Händlern in Afrika aufnehmen&#8221;? Ich stimme &#8220;LKD&#8221; darin zu, dass man nicht alles überall verlinken kann, weise ihn aber auch noch einmal auf mein Argument hin, warum ich glaube, dass dieser spezielle Link auf dieser speziellen Seite sinnvoll ist. &#8220;LKD&#8221; reagiert nun nicht mehr, ebensowenig wie &#8220;ot&#8221;, der völlig ausgestiegen ist. </p>
<p><em>Eskalationsstufe 5:</em> Per <a href="http://www.facebook.com/pages/Theorieblog/340980110785" target="_blank">facebook</a> wende ich mich an die Leser des Theorieblog und bitte darum, sich an dieser Diskussion zu beteiligen. Wenn eine Diskussion verfahren ist, kann es ja nicht schaden, neue Perspektiven dazuzuholen, so mein naiver Gedanke. Doch weit gefehlt. Nachdem es zwei anonyme Nutzer geschafft haben, sich soweit in die <a href="http://wiki-watch.de/index.php?Content=WikiContent&#038;Detail=Mitmachen#Die_Software_und_ihre_Zw.C3.A4nge" target="_blank">Wikipedia-Programmiersprache</a> einzufinden, dass es ihnen möglich ist, einen Kommentar abzugeben, der sich für den Link ausspricht, werden sie (und ich) gleich von &#8220;LKD&#8221; beschimpft. Zweifelsfrei, so LDK, habe ich mir einfach neue Accounts zugelegt und versuche so die Diskussion zu beeinflussen. Herzlich Willkommen, liebe Wikipedia-Einsteiger! </p>
<p><em>Eskalationsstufe 6:</em> Da auch weiter niemand bereit ist, auf mein Argument einzugehen, versuche ich nun einen neuen Weg, den hochtrabend so bezeichneten &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Vermittlungsausschuss/Problem_zwischen_dmv2109_und_ot" target="_blank">Vermittlungsausschuss</a>&#8220;. Hier bitte ich darum, den Link freizuschalten und den Admin &#8220;ot&#8221; daran zu erinnern, dass es notwendig ist, seine Entscheidungen als Admin mit Argumenten zu rechtfertigen. Wenig überraschend äußert sich &#8220;ot&#8221; hierzu erst mal nicht, dafür kommt ein neuer Admin ins Spiel, &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer_Diskussion:Port%28u*o%29s" target="_blank">Port(u*o)s</a>&#8220;. &#8220;Port(u*o)s&#8221; schlägt nun als Vermittlungslösung vor, die Liste komplett in Wikipedia zu integrieren, daraus also eine eigene Wikipedia-Seite zu machen. Und macht das dann auch gleich mal. </p>
<p><em>Eskalationsstufe 7:</em> Ich versuche, dem an sich verständigen &#8220;Port(u*o)s&#8221; zu erklären, warum ich das für keine glückliche Lösung halte, weil ohne einen klar ersichtlichen Verweis auf den Theorieblog unser Beitrag und der unserer Leser verloren geht. Er wirft mir vor, dass es mir anscheinend immer nur um &#8220;Blogmarketing&#8221; gegangen sei. Genau, und gleich gehe ich in den Keller und zähle all das viele Geld, das wir mit dem Theorieblog verdienen. Trotzdem ist &#8220;Port(u*o)s&#8221; aber bereit, die Wikipedia-Liste wieder zu löschen. Ich biete dafür an, die Sache damit auf sich bewenden zu lassen. Allerdings, so &#8220;Port(u*o)s&#8221; könne er selbst die Löschung nicht vornehmen, weil er dann &#8220;Admin-Probleme&#8221; bekommen würde. Ich stelle also einen sogennannten &#8220;Schnelllöschantrag&#8221;, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Vermittlungsausschuss/Problem_zwischen_dmv2109_und_ot#Diskussion" target="_blank">verweise</a> auf die Diskussion und die Übereinkunft zwischen &#8220;Port(u*o)s&#8221; und mir und gehe davon aus, dass sich die Sache damit erledigt hat.</p>
<p><em>Eskalationsstufe 8:</em> Doch weitgefehlt! Mein Vorschlag, die Liste zu löschen wird zurückgewiesen. An vorderster Front erscheint nun der schon bekannte Admin &#8220;LKD&#8221;. Er sieht keinen Grund, die Liste zu löschen, in feinstem Wikipedia-Sprech: &#8220;Einspruch. Kein Schnellöschgrund. Wennschon LD&#8221;. Was auch immer “LD” bedeuten mag. Andernorts bezeichnet &#8220;LKD&#8221; die Liste gar ganz ironiefrei als einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer_Diskussion:LKD#Linkproblematik" target="_blank">enzyklopädischen Augenschmeichler</a>. Nun kommen weitere Nutzer dazu, die mir erklären, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:L%C3%B6schkandidaten/26._Oktober_2010#Liste_der_Professuren_der_politischen_Theorie_im_deutschsprachigen_Raum" target="_blank">warum die Liste doch eine wichtige Information ist</a>. </p>
<p><em>Eskalationsstufe 9:</em> Mir ist als träumte ich. Als nächstes versuche ich darauf hinzuweisen, dass es sich hier um eine Urheberrechtsverletzung handelt. Vielleicht juristisch nicht 100% wasserdicht, aber wenn man eine Liste 1:1 kopiert, geht das ja doch stark in die Richtung. Doch wiederum falsch gedacht. <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Liste_der_Professuren_der_politischen_Theorie_im_deutschsprachigen_Raum&#038;action=history" target="_blank">Nur eine Minute</a>, nachdem ich den Antrag auf Überprüfung der Urheberrechtsverletzung gestellt habe, weist Admin &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:DerHexer" target="_blank">DerHexer</a>&#8221; ihn zurück, Begründung: &#8220;Diese Liste hat keine Schöpfungshöhe&#8221;. </p>
<p><em>Eskalationsstufe 9 1/2: </em>Admin &#8220;LKD&#8221; hat Blut gerochen und mal geguckt, was ich noch so bei Wikipedia gemacht habe. Dabei stellt er fest, dass ich im April mal eine Rezension des neuen Buches von Safran Foer verlinkt habe. Da muss ein anderer Admin nicht aufgepasst haben, &#8220;LKD&#8221; jedenfalls erkennt die Gefahr sofort <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Jonathan_Safran_Foer&#038;action=history" target="_blank">und löscht auch diesen Link </a>&#8230;  </p>
<p>Fazit: Nachdem mir erst wochenlang keiner glauben wollte, dass unser Link keine Bereicherung für die Wikipedia ist, nachdem niemand mit mir ernsthaft darüber diskutieren wollte, hat die Admin-Gang von Wikipedia sich die Liste nun einverleibt. Und versucht auch sonst, meine Aktivitäten dort zu unterbinden.<br />
Ich hatte eigentlich vor, diesen Bericht mit ein paar allgemeineren Überlegungen abzuschließen, habe mich aber nun entschieden, dies lieber euch zu überlassen. Wie <a href="http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E467C85A14D294BA4A92C21ACA7A79C36~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">dieser FAZ-Artikel</a> und auch die Arbeit von &#8220;<a href="http://wiki-watch.de/" target="_blank">Wiki-Watch</a>&#8221; zeigen, handelt es sich bei dem, was ich hier beschreibe, keinesfalls um einen Einzelfall, sondern um ein strukturelles Problem. Und dies wirft meiner Meinung nach eine ganze Reihe interessanter Fragen sowohl für die politische Theorie, als auch für die empirische Politikwissenschaft auf. Unter anderem: Wer regiert eigentlich die Wikipedia? Ist das Ideal einer zwanglosen Verständigung hier unter den gegebenen institutionellen überhaupt noch erreichbar? Oder entwickelt sich Wikipedia tatsächlich, wie in dem genannten FAZ-Artikel befürchtet, zu einem exklusiven Club? Lassen sich von den Entwicklungen bei Wikipedia allgemeinere Hinweise zum demokratischen Potential des Internets ableiten? Eine Anekdote wie der hier beschriebene Selbstversuch kann auf diese Fragen sicherlich keine befriedigende Antwort geben, wohl aber Anlass zu weitergehender Beschäftigung sein.</p>
<p><strong>Update (4.11.2010):</strong> Die Liste wurde bei Wikipedia nun <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:L%C3%B6schkandidaten/26._Oktober_2010#Liste_der_Professuren_der_politischen_Theorie_im_deutschsprachigen_Raum_.28gel.C3.B6scht.29" target="_blank">doch wieder gelöscht</a>. Da könnte man jetzt auch noch mal einiges zu sagen, will ich aber nicht. Freuen würde ich mich aber, wenn ihr uns dabei helfen würdet, <a href="http://www.theorieblog.de/index.php/professuren-fur-politische-theorie-und-philosophie-im-deutschsprachigen-raum/" target="_blank">unsere Liste</a> auf dem aktuellen Stand zu halten!</p>
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